//
du liest...
Ausland, Russland

Bietet Russland deutschen Regimekritikern Asyl an?

von Thomas Röper – http://www.anti-spiegel.ru

In Russland wird darüber nachgedacht, ein spezielles Asyl-Programm für System- und Regimekritiker aus westlichen Ländern aufzulegen.

Eigentlich wollte ich über die in Russland laufenden Diskussionen, ein Asyl-Programm für System- und Regimekritiker aus westlichen Ländern aufzulegen, noch nicht berichten, weil es noch nicht spruchreif oder gar offiziell beschlossen ist. Aber nun macht ein Artikel mit der Überschrift „Russland bietet verfolgten deutschen Regimekritikern Asyl an“ in deutschen Telegramkanälen die Runde, daher will ich über den Stand der Dinge informieren, zumal ich fast täglich Mails von deutschen Lesern bekomme, die nach Möglichkeiten fragen, nach Russland auszuwandern, weil sie das deutsche System nicht mehr ertragen.

Der auf Deutsch erschienene Artikel bezieht sich auf einen Telegram-Post von Dmitri Medwedew, dem ehemaligen russischen Präsidenten und Regierungschef, in dem Medwedew geschrieben hat:

„Deutschland hat beschlossen, die Einreise für russische Kritiker des Militäreinsatzes in der Ukraine zu erleichtern. Mit anderen Worten: diejenigen, die gegen ihr Land sind und sich sein Scheitern wünschen. Nun gut. Daraus lassen sich zwei Schlüsse ziehen:
1 Sollen diese Leute doch so schnell wie möglich zu den Deutschen gehen. Und am besten ohne Rückkehr wegen der Gefahr strafrechtlicher Verantwortung für Fakes über die Streitkräfte.
2 Vielleicht sollten wir über eine erleichterte Einreise für all diejenigen nach Russland nachdenken, die in Deutschland nicht nur aktiv gegen die ukrainische Version der Leberwurst (Scholz und Co), sondern auch ähnliche europäische Figuren eintreten.“

Wer den darüber veröffentlichten Artikel liest, kann den Eindruck bekommen, das sei schon beschlossene Sache. Dem ist jedoch nicht so, aber es wird in Russland tatsächlich diskutiert. Letzte Woche war ich in Moskau auf einer Pressekonferenz, bei der ein hoher russischer Vertreter gesagt hat, man denke darüber nach, Deutschen und anderen europäischen Regimegegnern Asyl zu gewähren. Ihm wurde eine Frage zu dem Thema gestellt und er antwortete:

„Wir bekommen Anfragen in den USA und Deutschland von nicht großen Gruppen, es sind einige Dutzend, manchmal einige hundert, die Black-Lives-Matter satt haben und nicht ständig wegen irgendwas niederknien wollen. Sie sagen „Wir haben die Geschichte mit Elter 1 und Elter 2 und so weiter satt, wir wollen nach Russland auswandern und dort leben.“ Die Leute die diese Briefe schreiben, sind keine ausgewanderten Russen, es geht nicht um die Rückkehr von Landsleuten. Dass sind echte Ausländer, amerikanische Amerikaner, bei weitem keine armen Leute, Farmer oder Geschäftsleute, die alles verkaufen und nach Russland kommen wollen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse ist das ein wenig eingeschlafen, aber wir haben Gespräche mit zwei russischen Regionen geführt, die bereit sind, denen Land zu geben, damit sie arbeiten und ihrer neuen Heimat nützlich sein können.“

Ich habe den Mann nach der Pressekonferenz noch unter vier Augen gesprochen und danach gefragt und er sagte mir, dass das generell für westliche Länder gelte und man über ein solches vereinfachtes Programm zur Einreise von Regimekritikern aus dem Westen nachdenke. Er hat mir versprochen, mich zu informieren, wenn es Fortschritte bei dem Thema gibt.

Man ist in Russland an Spezialisten aus dem Westen durchaus interessiert und ich halte es für möglich, dass das Programm gezielt auf gesuchte Spezialisten, nicht nur aus der Landwirtschaft, zugeschnitten wird. In Russland bedeutet Asyl nämlich nicht endlose staatliche Alimentierung, in Russland wird von Flüchtlingen erwartet, dass sie sich schnell in den Arbeitsmarkt integrieren und ihrem Gastland nutzen, anstatt es Geld zu kosten. In Russland setzt man auch in dieser Frage auf eine Win-Win-Situation.

Dass Russland politisch Verfolgten aus dem Westen Asyl gibt, ist übrigens nicht neu, aber wenig bekannt. Das bekannteste Beispiel ist natürlich Edward Snowden, aber ich habe im Zusammenhang mit meinen Reisen in den Donbass und meinen Auftritten in russischen politischen Sendungen mehr Beispiele kennengelernt.

Über John Dougan, dem in den USA 95 Jahre Gefängnis drohen, weil er als Polizist in Florida Korruption bei der Polizei und Betrug mit den Wählerlisten aufgedeckt hat, habe ich schon berichtet. Ein anderes Beispiel ist Sonja van den Ende, eine Holländerin, die in Syrien gelebt und dort den Bürgerkrieg miterlebt hat. Dabei hat sie aufgedeckt, wie die niederländische Regierung den IS und andere islamische Terrorgruppen mit Millionen finanziert und noch anderweitig unterstützt hat. Das hat ihr in Holland keine Freunde gebracht und inzwischen ist auch sie in Moskau gestrandet. Das gleiche gilt für Eva Bartlett, eine Kanadierin, die ebenfalls die Unterstützung islamischer Terroristen im Nahen Osten durch westliche Staaten aufgedeckt und darüber sogar vor der UNO ausgesagt hat.

Und das sind nur die Leute, die ich persönlich kenne, ich weiß aus einem Gespräch mit einem Mitarbeiter des russischen Innenministeriums, dass es noch weit mehr Fälle gibt, in denen politisch Verfolgte aus dem Westen in Russland Schutz gesucht und bekommen haben.

Bietet Russland deutschen Regimekritikern Asyl an?

Diskussionen

2 Gedanken zu “Bietet Russland deutschen Regimekritikern Asyl an?

  1. Wer in Deutschland über ukrainische Nazis und deren Unterstützung von den Tranatlantikern spricht, setzt sich sofort Anfeindungen der fanatischen blau-gelb Besoffenen aus
    Früher berichteten selbst die russophobe
    Amnesty International https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-journal/ukraine-regierung-hat-rechtsextreme-nicht-unter-kontrolle
    und die Antideutsche, den Grünen nahestehende Amadeu Antonio Stiftung
    https://www.belltower.news/militaerorden-centuria-und-asow-wie-rechtsextreme-soldaten-in-der-ukraine-vom-westen-ausgebildet-werden-127085/
    über die faschistischen Strukturen in der Ukraine und über ukrainische Nazis die u.a. auch in Deutschland militärisch ausgebildet wurden.
    Heute wollen Pseudo-Linke Kriegstreiber davon nichts mehr hören. Die ukrainischen Nazis werden verharmlost bzw. schön geredet.
    In den zwangsfinanzierten Anstalten kommt
    von morgens bis abends antirussische Propaganda.Die ukrainische transatlantische Marionette
    Selenski spricht von 240 toten Kinder in der Ukraine. Sicherlich, ist jedes tote Kind, egal wo und warum,  eins zu viel.
    Als durch die Sanktionen der USA gegenüber
    dem Irak mindestens 500.000 Kinder elendig
    starben und weitere Tausende durch den
    völkerrechtwidrigen Angriffskrieg der USA auf den Irak getötet wurden, berichteten die zwangsfinanzierten Anstalten wenn überhaupt sehr verhalten über die schlimmen Kriegsverbrechen der USA.
    Jedem müßte die Schieflage in der sogenannten Berichterstattung der
    Lügen und Lückenanstalten auffallen.
    In Deutschland ist es mittlerweile gefährlich, sich über die faschistischen Strukturen in der Ukraine zu äußern.
    In Deutschland wurde das Z-Symbol verboten
    und  z. T.  auch das Sankt-Georgs-Band, Flaggen etc.., nicht aber das  Zeichen des faschistischen Asov Batalions, die schwarze Sonne und einige weitere eindeutig den ukrainischen Nazis zuzuordnen Zeichen.

    Gefällt mir

    Verfasst von Willi | 3. Juni 2022, 12:45
  2. Verdammt nötig, eine solche Initiative !

    Gefällt mir

    Verfasst von zivilistin | 3. Juni 2022, 12:18

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Archiv

%d Bloggern gefällt das: