//
du liest...
Ausland, Europa

Asow fordert: „15 Zivilisten für eine Tonne Lebensmittel und Medikamente“

von Thomas Röper – http://www.anti-spiegel.ru

Der neueste „Vorschlag“ des Asow-Bataillons zur „Evakuierung“ von Zivilisten lautet: Man sei bereit, jeweils 15 Zivilisten gegen eine Tonne Lebensmittel und Medikamente auszutauschen.

Seit das Asow-Bataillon am Sonntag die ersten (und bisher einzigen) etwa hundert Zivilisten aus dem Stahlwerk Asowstal in Mariupol gelassen hat, sind weitere Angebote der russischen Seite, Zivilisten über humanitäre Korridore aus dem Stahlwerk zu lassen, nicht genutzt worden. Am Sonntag aus dem Stahlwerk entkommene Zivilisten haben der internationalen Presse bestätigt, dass sie von den Asow-Kämpfern gegen ihren Willen dort festgehalten worden sind. Der Spiegel zum Beispiel hat darüber dreist gelogen und wider besseres Wissen die Aussagen der Zeugen komplett falsch wiedergegeben.

Da die entkommenen Zivilisten auch erzählt haben, in den Katakomben unter dem Stahlwerk seien noch einige hundert weitere Zivilisten, die nicht herausgelassen werden, ist klar, dass die Russen mit ihren Vorwürfen gegen die Asow-Kämpfer recht haben: Sie halten die Zivilisten als Geiseln und als menschliche Schutzschilde fest. Das wurde danach mehr als deutlich, denn seit die ersten Zivilisten vor einigen Tagen rausgekommen sind, hat die russische Armee jeden Tag humanitäre Korridore geöffnet, aber es ist niemand mehr rausgekommen.

Nun haben die Asow-Kämpfer endgültig die Maske fallen lassen und der russischen Armee einen neuen „Vorschlag“ gemacht: Sie sind bereit, die Zivilisten gehen zu lassen, aber nur im Tausch gegen Lebensmittel und Medikamente. Sogar einen „Preis“ haben sie für die Menschen genannt: 15 Zivilisten im Tausch für eine Tonne Lebensmittel und Medikamente.

Das ist übrigens keine russische Propaganda, denn aus Kiew oder von Asow kam kein Dementi, nachdem die russische Armee das gemeldet hat. Wozu auch dementieren? In Kiew kann man sich ja darauf verlassen, dass die westlichen Medien das verschweigen.

Russland hat den „Vorschlag“ bisher nicht abgelehnt und ihm auch nicht zugestimmt, die Kommentare in Russland sprechen stattdessen von „Methoden von Terroristen“ und von „Geiselnahme“ und „Menschenhandel“.

Im Gegensatz zu westlichen Medien hat das russische Fernsehen diese Nachricht in den Abendnachrichten in einer Reportage über die aktuelle Lage in Mariupol, die ich übersetzt habe, erwähnt.

Beginn der Übersetzung:

Das russische Militär hat heute wieder einen humanitären Korridor in Mariupol geöffnet. Er bleibt sowohl morgen als auch am Samstag geöffnet, damit Zivilisten das Werk Asowstal verlassen können und Nationalisten ihre Waffen niederlegen und sich ergeben können. Doch die Militanten reagierten mit einem neuen, diesmal besonders zynischen, Angebot: dem Austausch von Zivilisten gegen Lebensmittel. Sie haben sogar ein Preisangebot gemacht: 15 Menschen für eine Tonne Lebensmittel und Medikamente. Der Kreml hat bereits darauf hingewiesen, dass solche Forderungen normalerweise von Terroristen gestellt werden. Eine Reportage aus Mariupol.

Der Kapitän auf der Brücke starrt durch die zerbrochene Glasscheibe, die von einem ukrainischen Granatsplitter zerstört wurde, auf das Meer. Seine „Tsarevna“, wie das Trockenladungsschiff genannt wird, kann den Liegeplatz seit drei Monaten verlassen. Der Hafen von Mariupol lässt die Seeleute nicht gehen.

„Am 21. Februar kamen sie in den Hafen und am 24. Februar um 10 Uhr morgens wurde der Hafen geschlossen. Die anderen Schiffe wurden evakuiert, weil eines abgebrannt ist, das andere, die „Lady Augusta“, hat technische Probleme. Wir warten darauf, dass der blaue Korridor geöffnet wird und wir in See stechen können“, sagt Pavel Pavlov, Kapitän des Schiffes „Tsarevna“.

Aber jetzt ist es einfach unmöglich, auszulaufen – die ukrainischen Nationalisten, die den einst größten Hafen am Asowschen Meer zu ihrer Festung gemacht haben, haben sich hinter den Besatzungen wie hinter menschlichen Schutzschilden versteckt. (Anm. d. Übers.: Bei einer meiner Reisen in das Konfliktgebiet habe ich Besatzungsmitglieder eines der Schiffe kennengelernt, da sie nach ihrer Befreiung im gleichen Hotel waren, wie wir Journalisten, wobei ich mich ausführlich mit ihnen unterhalten habe)

Als die Nationalisten sich aus ihren Stellungen im Hafen von Mariupol zurückzogen, blockierten sie die Fahrrinne mit einem versenkten Schiff. Das Verlassen des Hafens ist nun unmöglich. Darüber hinaus haben die Kämpfer des Kiewer Regimes neun Seeminen im Hafen versenkt, die sich nun chaotisch irgendwo in diesem Wassergebiet bewegen.

Spezialisten des Katastrophenschutzministeriums der DNR arbeiten an der Räumung des Hafens und haben bereits mehrere Antischiffsminen entschärfen können. Auch mit dem Wiederaufbau der Hafeninfrastruktur wurde begonnen. Nach Angaben der Behörden der Republik wird das erste Frachtschiff Mariupol voraussichtlich Ende Mai verlassen.

Heute ist die Artilleriekanonade über dem Industriegebiet der Stadt wieder abgeklungen. Nachdem die Koalitionstruppen Russlands und der Volksrepublik Donezk einseitig das Feuer eingestellt haben, haben sie erneut einen humanitären Korridor für die Zivilisten geöffnet, die sich in der Anlage Asowstal aufhalten. Er wird bis einschließlich 7. Mai von 8 bis 18 Uhr geöffnet bleiben. Die Asow-Nationalisten, die weiterhin Zivilisten dort festhalten, ohne ihnen Informationen über die Möglichkeit, das Werk zu verlassen, zu geben, sind nun sicher in den Überresten des Stahlwerks blockiert.

„Wir wurden eingeschüchtert: ‚Ihr geht hier nicht raus. Da werdet Ihr erschossen.‘ Sie sagten es so: Niemand hält Euch fest, aber es gibt keine Garantie, dass Ihr rauskommt“, sagten die Leute.

Dank der Bemühungen des russischen Militärs konnten am 30. April und 1. Mai mehr als hundert Menschen Asowstal verlassen. Unmittelbar danach gingen die Asow-Kämpfer jedoch wieder in Schussposition und versuchten, in kleinen Gruppen durchzubrechen. Daraufhin folgten massive Artillerieangriffe auf die Stellungen der Nationalisten.

Und jetzt erklärt die russische Seite wieder eine Feuerpause. Heute sind die humanitären Korridore jedoch leer. Gleichzeitig haben die Asow-Kämpfer erklärt, dass sie nicht beabsichtigen, weitere Zivilisten freizulassen, und Bedingungen gestellt: Geiseln im Austausch gegen Lebensmittel und Medikamente. Sie haben sogar ihren eigenen Umtauschkurs festgelegt: 15 Menschen für eine Tonne Lebensmittel und Medikamente. So verhandeln normalerweise Terroristen, zum Beispiel in Syrien. Die Ähnlichkeit zwischen den Methoden der Radikalen aus dem Nahen Osten und den Neonazis in der Ukraine endet damit jedoch nicht. Auch die Kämpfer des Kiewer Regimes bekämpfen lieber die Zivilbevölkerung als die russischen Streitkräfte und beschießen weiterhin täglich zivile Ziele in den Städten im Donbass.

„Die Kinder gehen nicht nach draußen, weil sie Angst haben. Man weiß nicht, was jeden Moment von oben kommen kann. Sie schlafen im Keller oder unter dem Bett“, sagt diese Frau.

Seit Ende Februar sind bereits hundert Zivilisten in der DNR den Angriffen der ukrainischen Streitkräfte und Nationalisten zum Opfer gefallen, fünfmal so viele wurden verwundet.

Ende der Übersetzung

Asow fordert: „15 Zivilisten für eine Tonne Lebensmittel und Medikamente“

Diskussionen

3 Gedanken zu “Asow fordert: „15 Zivilisten für eine Tonne Lebensmittel und Medikamente“

  1. Die Europäischen „Politiker“ scheinen alle den Kopf im Sand zu haben
    und merken nicht, das Sie in dieser Stellung von den Amis am besten
    GE:::::::::::::::T werden können!
    Bin mal gespannt, wohin sich dieser Schauspieler Selinski mit seinen
    gestohlenen Millionen absetzten wird, wenn es Eng wird!
    Sollten die Ukrainer jemals wach werden und merken was für ein
    niederträchtiges Spiel der „Wertewesten“ mit Ihnen gespielt hat,
    dann wird das Ehlend noch viel größer werden.!

    Gefällt mir

    Verfasst von wolfgang fubel | 6. Mai 2022, 17:19
  2. Man kann nur hoffen, das man diese Ratten irgendwann zu
    fassen bekommt und diese sofort an die Wand stellt!
    Es muß doch möglich sein dieses Stahlwerk so abzuriegeln,
    das keine Fliege rein oder rauskommt. Irgendwann wird der
    Hunger diesen Abschaum aus den Katakomben treiben!
    Wenn man Denen jetzt auch noch Lebensmittel im Tausch
    gegen die von Ihnen festgehaltenen Zivilisten giebt, dann
    werden sich diese Kreaturen noch sehr lange dort aufhalten.

    Vielleicht aber haben die Russen einen Plan, der nicht schön ist.
    Wenn die Russen diesen Krieg so führen würden, wie ihn
    die Amerikaner zu führen pflegen, wo Zivilisten überhaupt
    kene Rolle spielen, dann währe der Krieg in der Ukraine schon
    längst Geschichte!

    Gefällt mir

    Verfasst von wolfgang fubel | 6. Mai 2022, 11:31
  3. Die Entwicklung in Mariupol ist mehr. als undurchsichtig? Russland stürmt nicht die Anlage, denn die verzweigte
    Anlage ist viel zu gefährlich für die Angreifer!? Somit ist derzeit eine Patt-Situation, die mit viel Geduld angegangen
    werden muß! Man denke auch an die katastrophale Versenkung der „Moskwa“ durch US-Koordinate ermöglicht,
    die noch beantwortet werden muß!!! Eine westliche, im Besonderen US-Einmischung durch Militärhilfe, durch
    US-Geheimdienste(???), etc. muß mit allen Mitteln verhindert werden!
    Das heutige Zusammentreffen vor einem Eisenbahn-Waggon der ÖBB mit seinem Generaldirektor, mit dem
    ukrainischen Botschafter in Wien und mit der österreichischen Ministerin Köstinger, die IN KAKIFARBENER
    MILITÄRJACKE A LA SELENSKEYJ demonstrativ aufgetreten ist, um die österreichische „NEUTRALITÄT“, oder
    besser gesagt, Einseitigkeit mit der Ukraine unter Beweis zu stellen, in dem die Mitwirkung der ÖBB für die
    Getreide-und Mais-Transporte bekräftigt wird! Russland müßte mal die Neutralitäts-Bedingungen nachlesen, ob
    so eine Art „Hilfe“ überhaupt vertragskonform ist!?
    Sei es, wie es ist, man sieht mit einer gewissen Erwartung der russischen Antwort entgegen!!!
    Mit herzlichen Grüßen, Anton Aman

    Gefällt mir

    Verfasst von Anton Aman | 6. Mai 2022, 10:34

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Archiv

%d Bloggern gefällt das: