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Ausland, Europa

Wegen der Ukraine: Großbritannien droht Russland mit atomaren „Vergeltungsschlag“

von Thomas Röper – http://www.anti-spiegel.ru

Die britische Regierung hat Russland offen mit einem atomaren Vergeltungsschlag für etwaige russische Sünden in der Ukraine gedroht. Sind die Politiker in London noch zurechnungsfähig?

Die derzeit vielleicht peinlichste, aber ganz sicher gefährlichste Politikerin der (westlichen) Welt ist die britische Außenministerin Liz Truss. Anfang März hat eine ihrer Erklärungen die Welt dicht an einen Atomkrieg gebracht, weil sie einfach mal so gesagt hat, dass die NATO in den Ukraine-Konflikt verwickelt werden könnte. Da dem dann niemand bei der NATO widersprochen hat, hat Russland seine Atomstreitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Der Dame hat offenbar niemand erzählt, dass ihre Erklärungen in ihrer Funktion als Außenministerin einer Atommacht und eines NATO-Mitglieds durchaus von „der anderen Seite“ ernst genommen werden könnten.

Lz Truss hat ihre Inkompetenz und vor allem ihren Mangel an Bildung bereits bei mehreren Auftritten in beeindruckender Weise präsentiert. Kurz vor ihrer Reise nach Moskau Anfang Februar hat sie in einer öffentlichen Rede so einen historischen Unsinn erzählt, dass sie selbst vom russischen Außenministerium nur Spott als Antwort bekommen hat.

Und als sie dann in Moskau war, stellten sich die Gespräche mit Außenminister Lawrow als vollkommen überflüssig heraus, weil sie auch hinter verschlossenen Türen nur die Parolen wiederholt hat, die sie vor der Presse zum Besten gibt und dann auch noch – quasi als Bonus – ihre vollkommene Unkenntnis über die Geografie der Ukraine und Südrusslands unter Beweis gestellt hat, die Details finden Sie hier. Damals stellten sich Beobachter die Frage, wie Lawrow mit einer Frau über die Krise sprechen sollte, wenn die Frau nicht einmal weiß, welche Stadt in welchem Land liegt.

Nun hat Liz Truss – dieses Mal im Duett mit ihrem Chef, dem britischen Premierminister Boris Johnson – die Welt wieder fast in den großen Krieg gebracht. Darüber hat das russische Fernsehen am Sonntag in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick berichtet und ich habe den Beitrag übersetzt.

Bevor wir zu der Übersetzung kommen, noch eine Anmerkung zum Verständnis. In dem Beitrag wird die Rede davon sein, ein Land in „radioaktive Asche“ zu verwandeln. Diese Formulierung ist in Russland zu einem geflügelten Wort geworden, denn 2014 gab es schon mal die Gefahr eines Atomkrieges und damals hat der Moderator dieser Sendung an die Adresse der USA gesagt, dass die USA nicht glauben sollten, sie könnten einen Atomkrieg gewinnen, denn Russlands Zweitschlagsfähigkeit würde ausreichen, um die USA in „radioaktive Asche zu verwandeln.“

Die westliche Medien haben nur diesen Begriff genommen, und dann behauptet, der Moderator habe mit einem atomaren Angriff auf die USA gedroht. Dass er im Gegenteil von einem amerikanischen atomaren Angriff auf Russland und über Russlands Reaktion darauf gesprochen hat, haben die Medien im Westen nicht erwähnt. Weil die westlichen Medien damals aber so hysterisch reagiert haben, ist der Ausdruck „radioaktive Asche“ in Russland für viele auch zu einem Synonym für die Desinformation in den westlichen Medien geworden.

So viel zum Verständnis vorweg, nun kommen wir zur Übersetzung des Beitrages des russischen Fernsehens.

Beginn der Übersetzung:

Nur ein einziger Start: Großbritanniens Spiel mit dem Atomkrieg

Großbritannien spielt beim Schicksal der Ukraine eine ganz besondere Rolle. Premierminister Boris Johnson und die Außenministerin des Inselstaats, Liz Truss, überreden Kiew und Selensky persönlich, kein Friedensabkommen mit Russland zu schließen, sondern trotz der Verluste weiterzukämpfen, und versprechen Hilfe und sogar einen Atomschlag gegen Russland. Selensky hat die Ohren gespitzt, glaubt an ein Wunder und setzt seine für die Ukraine selbstmörderische Linie fort.

England hingegen blufft und denkt überhaupt nicht an den Preis, den eine Fortsetzung der Kampfhandlungen für die Ukraine und die ukrainische Bevölkerung mit sich bringt. Für sie ist es wichtiger, Russland zu erschöpfen und sich als die Mutigen hinzustellen, die mit Moskau reden und es bedrohen. In völliger Unkenntnis der Realität hat Liz Truss wörtlich Folgendes erklärt: „Wir werden weiter und schneller vorankommen, um Russland aus der gesamten Ukraine zu vertreiben.“

Erstens: Ist dies das Eingeständnis, dass sich Großbritannien in der Ukraine wirklich auch im Krieg mit Russland befindet? Zweitens: Von welchem „weiter und schneller vorankommen“ ist die Rede? Jetzt werden die Hauptkräfte der ukrainischen Armee im Donbass systematisch zermahlen. Das Ergebnis ist von vornherein klar. Wohin geht London und mit wem?

Dennoch lässt sich die Marschroute abstecken, vor allem nachdem Premierminister Boris Johnson erklärt hat, dass sich Großbritannien im Falle eines russischen Einsatzes von Massenvernichtungswaffen in der Ukraine ohne Rücksprache mit der NATO „das Recht vorbehält, selbst Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen.“ Das nehmen wir genauer auseinander. Es ist bekannt, dass der Westen Provokationen in der Ukraine plant und den angeblichen Einsatz von Chemiewaffen und sogar taktischen Atomwaffen durch Russland inszeniert. Das werden sie dort tun. Sie haben umfangreiche Erfahrungen mit den wildesten Betrügereien: sowohl in Syrien als auch bereits in der Ukraine. Boris Johnson ist also bereit, auf ein solches bösartiges Spiel mit einem Atomschlag gegen Russland zu reagieren? Das ist es doch, was er meinte? Das klingt nicht anders als die Drohung eines Angriffs auf Russland. Oder ist denen da überhaupt nicht klar, was sie da sagen?

Nach den unangemessenen Worten der britischen Außenministerin Liz Truss, dass dies zu einem „Russland-NATO-Konflikt“ eskalieren könnte, versetzte Präsident Putin unsere nuklearen Abschreckungsstreitkräfte in besondere Alarmbereitschaft. Einfach ausgedrückt: Wir stehen jetzt bereit. Was kommt nach Boris Johnsons Worten über einen „Vergeltungsschlag“ gegen Russland?

Überhaupt scheint man sich auf den Britischen Inseln zu verplappern. Warum droht man dem riesigen Russland mit Atomwaffen, wenn man auf einer kleinen Insel sitzt? Die Insel ist so klein, dass eine einzige Sarmat-Rakete ausreicht, um sie ein für alle Mal zu versenken. Alles ist bereits berechnet worden. Mehr noch, die Briten selbst haben es berechnet. Damit sich niemand über „radioaktive Asche“ beschwert, zitiere ich den englischen Journalisten Will Stewart von der Daily Mail über die russische Sarmat-Rakete, die stärkste Rakete der Welt: „Die neue tödliche Hyperschallwaffe ist in der Lage, die US-Raketenabwehr zu umgehen und ein Gebiet von der Größe von Texas oder England zu zerstören.“ Das ist nur ein Start, Boris. Und England ist weg. Ein für alle Mal. Wozu das provozieren? (Anm. d. Übers.: Die neue russische Sarmat-Rakete kann über 20 Atomsprengköpfe tragen, weshalb tatsächlich eine solche Rakete ausreichen würde, Großbritannien zu vernichten)

Die andere Möglichkeit besteht darin, Großbritannien in die Tiefen des Meeres zu stürzen. Eine russische Unterwasser-Roboterdrohne, die Poseidon, nähert sich in einer Tiefe von einem Kilometer mit 200 Kilometern pro Stunde ihrem Ziel. Es gibt keine Möglichkeit, diese Unterwasserdrohne zu stoppen. Der Sprengkopf hat eine Sprengkraft von bis zu 100 Megatonnen. Die Explosion dieses thermonuklearen Torpedos vor der britischen Küste würde eine gigantische Welle auslösen – einen bis zu 500 Meter hohen Tsunami. Dieser Wasserberg würde auch extreme Strahlendosen mit sich bringen. Wenn er über die britischen Inseln hinwegfliegt, würde er das, was von ihnen übrig ist, in eine radioaktive Wüste verwandeln, die für immer unbrauchbar ist. Was ist das für eine Perspektive?

Putin warnte doch bereits am 24. Februar: „Ein paar wichtige, sehr wichtige Worte für diejenigen, die versucht sein könnten, sich einzumischen. Wer versucht, sich bei uns einzumischen, geschweige denn eine Bedrohung für unser Land und unser Volk darzustellen, muss wissen, dass die Antwort Russlands sofort erfolgen und Konsequenzen nach sich ziehen wird, wie sie in der Geschichte noch nie vorgekommen sind. Wir sind auf jede Entwicklung der Ereignisse vorbereitet. Alle notwendigen Entscheidungen in diesem Zusammenhang wurden getroffen. Ich hoffe, dass ich gehört werde.“

Und dann nochmal – zur Erinnerung – schon in dieser Woche. Hat er sich dabei direkt an die Briten gewandt? „Lassen Sie mich noch einmal betonen: Wenn jemand beabsichtigt, sich von außen in das aktuelle Geschehen einzumischen und eine Bedrohung unannehmbarer strategischer Natur für Russland darzustellen, muss er wissen, dass unsere Gegenschläge blitzschnell und rasch erfolgen werden. Wir verfügen über alle Mittel, um dies zu tun. Mittel, mit denen sich im Moment niemand rühmen kann. Und wir werden uns nicht rühmen, sondern sie benutzen, wenn es sein muss. Und ich möchte, dass alle wissen, dass wir alle diesbezüglichen Entscheidungen getroffen haben“, sagte der russische Präsident.

Wenn wir von Entscheidungen sprechen, dann ist das natürlich die Versetzung unserer Nuklearstreitkräfte besondere Alarmbereitschaft. Das ist das Eine. Zweitens: Es gibt wahrscheinlich noch mehr Entscheidungen, die nicht öffentlich genannt werden. Und drittens gibt es den Präsidialerlass vom 2. Juni 2020 über die Grundlagen der staatlichen Politik Russlands zur nuklearen Abschreckung. Darin steht schwarz auf weiß, wann Russland Atomwaffen einsetzen wird: „Die Russische Föderation behält sich das Recht vor, als Reaktion auf den Einsatz von Kernwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen gegen sie selbst und (oder) ihre Verbündeten Atomwaffen einzusetzen.“ Eine solche Entwicklung wollen wir auf keinen Fall. Also sollten die Briten es auch nicht wollen.

Und noch ein wichtiges Detail. Russland hat nicht die Absicht, in der Ukraine Atomwaffen einzusetzen. Sergej Lawrow hat das wiederholt gesagt. Und es gibt in der Ukraine keine Bedingungen, die so etwas rechtfertigen würden. Die Erfindung dieser wilden Pläne wurde von CIA-Direktor William Burns in die Öffentlichkeit getragen. Er war es, der den Mythos über den möglichen Einsatz russischer taktischer Atomwaffen in Umlauf brachte. Dann wurde es von Selensky aufgegriffen und Boris Johnson drohte, Russland mit einem Schlag, angeblich „zur Vergeltung“. Alle sollten sich beruhigen. Das Thema ist zu ernst, um darüber Witze zu machen.

Ende der Übersetzung

Wegen der Ukraine: Großbritannien droht Russland mit atomaren „Vergeltungsschlag“

Diskussionen

2 Gedanken zu “Wegen der Ukraine: Großbritannien droht Russland mit atomaren „Vergeltungsschlag“

  1. Angloamerika gegen Eurasien, das sind die Kriegsparteien und wir haben das Pech, den Angloamerikanischen Brückenkopf zu beherbergen, die Ukraine ist sozusagen das Spike Protein.

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    Verfasst von zivilistin | 3. Mai 2022, 13:59
  2. Man hätte schon vor 500 Jahren den Stöpsel aus den
    Atlantik ziehen sollen, damit diese Insel dorthin verschwindet,
    wohin sie schon lange hingehöhrt!!

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    Verfasst von wolfgang fubel | 2. Mai 2022, 11:14

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