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Ausland, Russland

Sergej Udalzow: Sondereinsatz in der Ukraine sollte mit der Wiederbelebung der Sowjetunion enden

von Sergej Udalzow – https://svpressa.ru

Bild: Sergej Udalzow, Koordinator der Linksfront. (Foto: Sergey Fadeichev/TASS)

Übersetzung LZ

Es wäre logisch, am 30. Dezember 2022, dem Tag des 100-jährigen Bestehens der UdSSR, einen neuen Unionsvertrag zu unterzeichnen.

Inzwischen gibt es eine lebhafte öffentliche Debatte darüber, wie die Ukraine nach dem Ende der militärischen Sonderoperation aussehen soll. Auch die russischen Behörden scheinen keine endgültige Antwort auf diese Frage zu haben, da sie sagen, dass es ein „Spiel mit mehreren Ergebnissen“ gibt.

Ich möchte gleich zu Beginn sagen, dass ich mir keine Illusionen über den Klassencharakter unserer Macht mache. Es ist die Macht des Großkapitals, die auf marktwirtschaftlichen Prinzipien mit verschiedenen Modifikationen beruht. Heute jedoch, wo die Welt des globalen Kapitals Russland unter der Führung Putins ablehnt und einen groß angelegten kalten Krieg gegen uns begonnen hat, der darauf abzielt, das bestehende politische Regime zu demontieren, haben die Verantwortlichen im Kreml im Großen und Ganzen nur zwei grundlegende Szenarien für ihr weiteres Vorgehen.

Das erste besteht darin, lautstarke patriotische Erklärungen abzugeben, sich aber weiterhin in einem Trott zu bewegen, weiterhin den gierigen Interessen der Oligarchie zu dienen und zu hoffen, dass sich die Dinge „irgendwie von selbst regeln“ werden. Aber dieses Szenario ist für die russischen Bürger keineswegs attraktiv und wird die heute so dringend benötigte Mobilisierung und den Zusammenhalt der Gesellschaft nicht langfristig ermöglichen.

Ich bin überzeugt, dass unser Volk um des anhaltenden Wohlstands der Oligarchen willen keine Entbehrungen dulden und den Gürtel enger schnallen wird. Daher wird eine Konfrontation mit dem Westen in einem solchen Szenario letztlich verloren sein, mit all den tragischen Folgen, die dies für Russland mit sich bringt.

Das zweite Szenario ist eine radikale Änderung des Entwicklungskurses des Landes, eine Linkswende in der Wirtschaft und im sozialen Bereich (unter Berücksichtigung der Erfahrungen der sowjetischen, chinesischen, skandinavischen und anderer sozialistischer Projekte), die Verstaatlichung strategischer Sektoren der nationalen Wirtschaft, die Stärkung der geplanten Komponente und der Aufbau eines Staates der sozialen Gerechtigkeit im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung.

Es ist festzustellen, dass die Mehrheit der Bevölkerung des Landes (teils bewusst, teils intuitiv) zu den Befürwortern dieses Szenarios gehört. Übrigens gibt es in den Strafverfolgungsbehörden und Regierungsstellen ideologische Sympathisanten des neuen „roten“ Projekts (nicht viele, aber immerhin). Mit dem politischen Willen der derzeitigen russischen Führung (sogar gegen ihre Überzeugungen und Gewohnheiten, aber zumindest um des Überlebens und der Selbsterhaltung willen) wird die Umsetzung der Linkswende keinen ernsthaften Widerstand innerhalb des Landes hervorrufen (die prowestliche „fünfte Kolonne“ ist jetzt stark geschwächt), aber die Unterstützung unter den einfachen Bürgern wird enorm sein.

Ausgehend von der unwahrscheinlichen, aber theoretisch immer noch möglichen friedlichen sozialistischen Transformation des derzeitigen politischen Regimes können wir also sofort die beste Option für die Zukunft der entnazifizierten Ukraine erkennen.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass am 30. Dezember 2022 genau 100 Jahre seit der Gründung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken vergehen werden. Und es ist ein sehr symbolischer Moment, die Frage nach der Wiedergeburt der UdSSR zu stellen. Dieselbe brüderliche Vereinigung von Völkern, in die die meisten von uns hineingeboren wurden. Und für uns wurde der tückische Zusammenbruch der Union im Jahr 1991 zu einem Schmerz, der noch immer in unserem Hinterkopf sitzt. Daher wird zweifellos die Mehrheit der Russen die Wiederherstellung einer erneuerten UdSSR begrüßen, ebenso wie viele Einwohner der Sowjetrepubliken.

Dies gilt umso mehr für den Rest der Welt, der der erdrückenden Hegemonie der westlichen Gier und des Konsumdenkens überdrüssig ist. In China, Vietnam, Laos und Kuba, aber auch in vielen anderen Ländern Asiens, Afrikas, Süd- und Lateinamerikas wird es Beifall geben. Auch im Westen werden nicht wenige die Wiedergeburt einer globalen „roten“ Alternative zur Allmacht der USA und ihrer Satelliten begrüßen.

Vor allem aber bietet die Wiederbelebung der UdSSR eine hervorragende Gelegenheit für die allmähliche Beendigung der interethnischen Konflikte auf dem postsowjetischen Gebiet, insbesondere des ukrainischen Konflikts. Die Schaffung des sowjetischen Überbaus kann viele innerstaatliche Auseinandersetzungen recht schnell auslöschen. Ich bin Russe – und ich bin Sowjet. Ich bin Ukrainer und ich bin Sowjet. Ich bin Weißrusse und ich bin Sowjet. Und gemeinsam sind wir eine multiethnische, eine mächtige Union, die sich zu den fortschrittlichen Werten des Humanismus, der sozialen Gerechtigkeit und der brüderlichen Freundschaft der Völker bekennt. Ist dies nicht eine perfekte Plattform für Einheit und Versöhnung?

Rechtlich gesehen gibt es in dieser Angelegenheit keinerlei Probleme. Die berüchtigten Beloweschskij-Abkommen, die von Jelzin, Krawtschuk und Schuschkewitsch unterzeichnet wurden, waren kriminell und verfassungswidrig, was von der russischen Staatsduma bereits 1996 anerkannt wurde. Deshalb ist unser Plan ganz einfach: Am 30. Dezember 2022 treffen sich die Staats- und Regierungschefs Russlands, Weißrusslands und der entnazifizierten Ukraine (oder eines Teils davon) in Belovezhskaya Pushcha. Das ist das Mindeste. Vielleicht möchte sich noch jemand anschließen, vor allem aber auf freiwilliger Basis. Und sie unterzeichnen einen neuen Unionsvertrag und kündigen gleichzeitig die Vereinbarungen von 1991 auf.

Außerdem kann dieser Vertrag in Volksabstimmungen gebilligt werden, die Anfang 2023 in den Republiken der erneuerten UdSSR stattfinden werden. Das wird die beste Antwort auf alle Sanktionen und Tricks des kapitalistischen Westens sein!

Erst dann wird Putin wirklich als herausragender Staatsmann in die Geschichte eingehen. Es liegt auf der Hand, dass es danach noch viel Arbeit geben wird, um die Form und den Inhalt der neuen Union in Einklang zu bringen. Aber wir können alles machen – zum Beispiel sind dieselben Sowjets (wenn auch mit anderen Inhalten) auch heute noch auf lokaler Ebene in Russland und Weißrussland aktiv.

Ich werde beenden, was ich begonnen habe. Ich mache mir keine Illusionen, aber wir, die Verfechter des Sozialismus, sind verpflichtet, diese Version des Ergebnisses der Sonderoperation in der Ukraine zu äußern. Wenn der Kreml ein solches Szenario nicht umsetzt, werden wir mit neuem Elan für die Wiedergeburt der Sowjetunion weiter kämpfen. Denn wir glauben, dass dies eine Notwendigkeit ist, die Kriege beenden und den Menschen in Russland, der Ukraine und – ohne Übertreibung – auf der ganzen Welt Frieden und Wohlstand bringen wird…

https://svpressa.ru/blogs/article/329884/

 

 

Diskussionen

2 Gedanken zu “Sergej Udalzow: Sondereinsatz in der Ukraine sollte mit der Wiederbelebung der Sowjetunion enden

  1. Die globalen Eliten werden eine globale Plan- und Zwangswirtschaft durchsetzen müssen, da der historisch finale Kollaps renditegesteuerten Wirtschaftens begonnen hat. Plan- und Zwangswirtschaft ist also Frage von Sein oder Nichtsein geworden und ist dementsprechend das eigentliche Kernprojekt der globalen Eliten. Die Plandemie leistet diesem Projekt Hilfsdienste. Sie soll die Digitalisierung sowie die allgemeine Verelendung beschleunigen und diese letztere zudem politisch dosierbar halten mithilfe von „Maßnahmen“. Um all dies zu verdecken, eignet sich die Inszenierung des Impfens, weil es die Öffentlichkeit fanatisiert und spaltet bzw. politisch ablenkt und lähmt. Und ja, sicherlich soll der Mensch auch genetisch modifiziert werden. Ist aber bloß Sahnehäubchen. Torte ist Plan- und Zwangswirtschaft. Weil den globalen Eliten ansonsten alles um die Ohren fliegen würde.

    Die Historie legt der Menschheit die Lohnarbeit zur Debatte vor, Kauf und Verkauf von Arbeitskraft, eben die Quelle aller Kapitalrendite. Deren globaler Durchschnittswert ist infolge unablässiger technologischer Innovationen nun so weit gesunken, daß Kapital keine ausreichend gewinnträchtigen Investitionsmöglichkeiten mehr findet. Wie der politische Ökonom Karl Marx schon vor 150 Jahren feststellte, sei Geld „kein Automat mit Lieb‘ im Leib“. Die Frage aller Fragen hieße so nun, Institutionen aufzubauen für freiheitliche Gesellschaften ohne Lohnarbeit. Hat die doch ihren gesellschaftlichen Nutzen verloren und ist bloß noch Religion.

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    Verfasst von No_NWO | 3. April 2022, 11:13
  2. Nun ja, der Russische Auslandseinsatz eint nicht nur Russland, auch in Nordamerika gibt es viele Sympathien und die Südossetier wollen auch per Plebiszit zu Russland

    http://thesaker.is/sitrep-operation-z-2/

    https://www.veteranstoday.com/2022/04/01/how-bidens-war-has-united-russians-and-americans-behind-putin/

    https://www.veteranstoday.com/2022/04/01/we-dont-need-such-defenders-the-mayor-of-rubizhne-went-over-to-the-side-of-the-lnr/

    Sorgen macht mir Deutschland, das sich nach wie vor im Kriegszustand mit Russland befindet und immer dreister gegen den Waffenstillstand verstößt. Sollte da auch (mal wieder) eine Entwaffnung und Entnazifizierung erforderlich sein ? Die Propaganda ist zwar massiv, aber der Dümmste merkt’s doch an seinem Lebensstandard, daß Mütterchen Russland viel besser für ihn gesorgt hat, als die kriminellen Irrinnen und Irren unter der Berliner Käseglocke.

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    Verfasst von zivilistin | 2. April 2022, 7:51

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