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Ausland, Russland

Russland akzeptiert keine Dollar und Euro mehr für Energielieferungen an den Westen

von Thomas Röper – http://www.anti-spiegel.ru

Der russische Präsident Putin hat verkündet, dass Russland von „unfreundlichen“ Staaten keine Zahlungen für Gas und Öl in anderen Währungen als dem russischen Rubel mehr akzeptiert.

Die USA sind nur aus einem Grund eine Supermacht: Sie haben den Dollar und haben es geschafft, dass der Dollar als Weltreservewährung für praktisch den gesamten internationalen Handel als Währung genutzt wird. Dadurch ist die Nachfrage nach Dollar groß und die USA können sich ihr gigantisches Haushaltsdefizit leisten. Wenn diese Nachfrage nach dem Dollar aber wegfallen sollte, dass wären die USA quasi über Nacht bankrott.

Aus diesem Grund haben die USA gegen Staaten, die zum Beispiel ihr Öl nicht mehr in Dollar handeln wollten, Kriege geführt, ein Beispiel ist Libyen. Mit ihren Sanktionen haben die USA in den letzten zehn Jahren verstärkt an dem Ast gesägt, auf dem sie sitzen, denn die Sanktionen haben bei vielen Ländern das Vertrauen in den Dollar als „nutzbare“ Währung untergraben, weil man schlicht nicht sicher sein kann, ob nicht morgen wieder gegen irgendwen Sanktionen verhängt werden und daher in Dollar geschlossene Verträge schwer einzuhalten oder gar hinfällig sind.

Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass auch das bisher den USA gegenüber treu ergebene Saudi-Arabien aus der Reihe tanzt. Saudi-Arabien verhandelt mit China über Ölverkäufe nicht mehr in Dollar, sondern in Yuan. Auch der britische Premierminister Johnson holte sich in Saudi-Arabien eine Abfuhr, als er in Riad eine Erhöhung der Ölförderungen erreichen wollte. Saudi-Arabien antwortete kühl, dass es sich an die Regeln der OPEC hält und seine Förderquoten nicht einseitig erhöhen wird.

Für deutsche Medien war es schon ein Erfolg, dass Wirtschaftsminister Habeck mit Katar gelungen ist, „eine langfristige Energiepartnerschaft einzugehen.“ Ein mehr als zweifelhafter Erfolg, denn erstens müssen die nötigen Flüssiggas-Terminals dafür erst noch gebaut werden, zweitens ist das Flüssiggas aus Katar bedeutend teurer als das russische Gas, was höhere Preise für Strom und Heizung bedeuten wird, von Wettbewerbsnachteilen für die deutsche Wirtschaft gar nicht zu reden. Und drittens… War da nicht mal was wegen Klimawandel und die Grünen sind gegen jede Form von Gasimporten?

Alles egal, nun fädelt ein Grüner Minister einen Deal ein, der Milliardeninvestitionen in Gas-Infrastruktur vorsieht, nur um Flüssiggas zu importieren, das teurer ist als Pipelinegas, von dem eine gewisse Menge beim Transport einfach aus den Tanks in die Atmosphäre entweicht, und das auch noch sehr energieaufwändig zuerst verflüssigt und bei der Ankunft in Deutschland wieder in den gasförmigen Zustand versetzt werden muss. Insgesamt gehen dabei bis zu zehn Prozent des Gases verloren.

Nun zieht Russland nach und reagiert auf die Maßnahmen aus dem Westen. Der Westen hat viele russische Guthaben, sogar Reserven der russischen Zentralbank, eingefroren. Russland stuft das als Zahlungsausfall des Westens ein, weshalb Russland von den als „unfreundlich“ eingestuften Staaten ab sofort keine Zahlungen mehr in Dollar, Euro oder anderen Währungen als dem russischen Rubel akzeptiert. Das gilt speziell für Zahlungen für Öl und Gas. Das hat Präsident Putin am 23. März verkündet. Ich habe Putins Erklärung übersetzt, nach der Übersetzung erkläre ich noch, was es mit der „Liste der unfreundlichen Staaten“ auf sich hat.

Beginn der Übersetzung:

Heute werden wir eine Reihe operativer Fragen im Detail erörtern und der Situation im Baugewerbe angesichts seiner systemischen Rolle in der Wirtschaft und seiner bedeutenden sozialen Dimension besondere Aufmerksamkeit widmen.

Doch bevor ich das tue, möchte ich ein Thema ansprechen, das ich für wichtig halte. Wir haben in den letzten Tagen mit den Kollegen darüber diskutiert.

Wie Sie wissen, haben einige westliche Länder in den letzten Wochen unrechtmäßige Beschlüsse über das so genannte Einfrieren russischer Vermögenswerte gefasst, und dieser „kollektive Westen“ hat einen Strich durch die Glaubwürdigkeit seiner Währungen gezogen – auch darüber haben wir bereits gesprochen – und das Vertrauen in diese Währungen untergraben. Sowohl die Vereinigten Staaten als auch die EU haben im Prinzip einen Default ihrer Verpflichtungen gegenüber Russland erklärt. Und jetzt weiß jeder in der Welt – es wurde so vermutet, aber jetzt weiß es jeder -, dass die Verpflichtungen in Dollar und Euro möglicherweise nicht erfüllt werden können.

Ich habe zu diesen Maßnahmen bereits eine Einschätzung abgegeben, ich werde jetzt nicht ins Detail gehen, aber es ist klar, dass es in diesem Zusammenhang für uns keinen Sinn macht, unsere Waren in die Europäische Union und die Vereinigten Staaten zu liefern und Zahlungen in Dollar, Euro und anderen Währungen zu erhalten.

Deshalb habe ich beschlossen, so schnell wie möglich Maßnahmen zu ergreifen, um die Zahlungen umzustellen, angefangen bei unseren Erdgaslieferungen, um die Zahlungen für unsere Erdgaslieferungen an die so genannten unfreundlichen Länder in russische Rubel umzuwandeln, also die Nutzung all dieser kompromittierten Währungen in den Abrechnungen abzulehnen.

Gleichzeitig möchte ich gesondert darauf hinweisen, dass Russland natürlich auch weiterhin Erdgas im Rahmen der Mengen und Preise liefern wird, die in den zuvor geschlossenen Verträgen festgelegt wurden. Im Gegensatz zu manchen Kollegen ist uns unser Ruf als zuverlässiger Partner und Lieferant wichtig.

Die Änderungen betreffen nur die Währung der Zahlungen, die auf russische Rubel umgestellt wird. Ich fordere die Regierung auf, Gazprom die entsprechende Direktive zu erteilen, um Änderungen an den bestehenden Verträgen vorzunehmen.

Gleichzeitig muss allen ausländischen Verbrauchern die Möglichkeit gegeben werden, die notwendigen Transaktionen durchzuführen, und es muss ein klares und transparentes Zahlungsverfahren für sie geschaffen werden, einschließlich des Kaufs russischer Rubel auf unserem inländischen Währungsmarkt. Ich bitte die russische Zentralbank, gemeinsam mit der Regierung innerhalb einer Woche das Verfahren für diese Transaktionen festzulegen.

Ende der Übersetzung

Russland hat kürzlich eine Liste der unfreundlichen Staaten veröffentlicht, in der im Grunde alle Staaten aufgeführt sind, die Sanktionen gegen Russland verhängt haben. Sie umfasst aktuell 48 Staaten und ist damit eine Liste der Vasallenstaaten der USA. Gegen diese Staaten kann die russische Regierung nun leichter Gegensanktionen und andere Einschränkungen zum Beispiel der Bewegungsfreiheit von Diplomaten in Russland und ähnliches verhängen.

Die Karte zeigt, welche Staaten in der Liste aufgeführt sind.

Russland akzeptiert keine Dollar und Euro mehr für Energielieferungen an den Westen

Diskussionen

3 Gedanken zu “Russland akzeptiert keine Dollar und Euro mehr für Energielieferungen an den Westen

  1. Genau, der Westen ist zuerst vertragsbrüchig geworden, nicht Russland. Russland lieferte immer zuverlässig. Oft wird Reaktion und Gegenreaktion miteinander verwechselt heutzutage. Und diese Meinung wird auch noch umgedreht und man hört sie nie in den westlichen Medien. Hat etwas von Gleichschaltung der Medien durch die USA an sich.

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    Verfasst von Sabine Huth | 9. April 2022, 9:36
  2. Nicht nur Das, sondern, wenn man mit
    den USA verhandeln will. so sollte man
    den Colt an Seiner Seite tragen am
    besten einen mit einen noch größeren
    Kaliber!
    Das ist die Einzige Sprache , die diese
    Banditen verstehen!!

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    Verfasst von wolfgang fubel | 24. März 2022, 13:35
  3. Verständlich. Wenn man mit unzuverlässigen, heuchlerischen, wortbrüchigen, willkürlichen und korrupten Systemen wie denen des Imperiums der Lügen handeln will, sollte man sich schon etwas absichern.

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    Verfasst von V wie Vendetta | 24. März 2022, 12:03

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