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Ausland, Europa

Der Westen kämpft bis zum letzten Blutstropfen des letzten ukrainischen Soldaten gegen Russland

von Thomas Röper – http://www.anti-spiegel.ru

Der angeblich am Frieden interessierte Westen tut alles, um die Kämpfe in der Ukraine zu verlängern. Das Ergebnis ist ein weiteres Konjunkturprogramm für die Rüstungsindustrie.

Was Sie hier gleich erfahren werden, ist einfach so bizarr, dass es mir auch erst aufgefallen ist, während ich an diesem Artikel gearbeitet habe. Ich will zuerst auf etwas Grundsätzliches eingehen, bevor wir zu den Details kommen, die so bizarr sind, dass man sie sich gar nicht ausdenken kann.

Frieden?

Was wir derzeit erleben, ist regelrecht menschenverachtend. Auch wenn man ein Gegner Russlands, aber für den Frieden ist, müsste man einsehen, dass die Durchhalteparolen an die und in der Ukraine genauso sinnlos sind, wie die Durchhalteparolen der deutschen Nazi-Regierung am Ende des Zweiten Weltkrieges. Der Westen tut aber genau das, was die Historiker dem Nazi-Regime am Ende des Zweiten Weltkrieges vorwerfen: Sie verlängern sinnlos einen verlorenen Krieg, anstatt einen Frieden zu suchen.

Es gab von den Regierungen des Westens keinen einzigen Friedensappell. Es gab natürlich die Appelle an Russland, seine Truppen sofort abzuziehen, aber jeder weiß, dass das nur Showeinlagen für die Medien sind, von denen jeder wusste, dass sie ungehört bleiben.

Wer den Frieden will, der müsste – auch wenn vielen schwer fallen mag – Kiew zu Verhandlungen drängen, die Russland ja vom ersten tag anbitet. Das wäre derzeit der einzig realistische Weg. Das aber tut der Westen nicht, sondern er befeuert Kiew stattdessen dabei, den sinnlosen Kampf zu verlängern. In der Ukraine wurden schon über 25.000 Sturmgewehre und einige Millionen Schuss Munition an jeden ausgegeben, der sich ausweisen kann. Ob diese Menschen mit den Waffen umgehen können, ob sie vorbestrafte Gewalttäter sind, all das interessiert niemanden.

Hinzu kommt, dass Partisanen, also bewaffnete Zivilisten, nach dem Internationalen Kriegsrecht illegal sind. Sie genießen im Falle einer Gefangennahme gemäß Internationalem Kriegsrecht keinen Schutz, wie er Soldaten zusteht, wenn sie in Kriegsgefangenschaft geraten. Kiew macht seine radikalisierten Bürger, die sich Sturmgewehre abgeholt haben, zu rechtlosem Kanonenfutter, sollten sie tatsächlich gegen die russischen Truppen aktiv werden.

Es geht hier nicht darum, die russische Militäroperation zu verteidigen, es geht um die Frage, wie man realistisch möglichst schnell zu einem Frieden kommen kann, der einen noch größeren Krieg verhindert. Dazu muss Rücksicht auf Russlands Sicherheitsinteressen genommen werden. Nur so lässt sich ein stabiler Frieden erreichen. Das wäre auch möglich, aber daran hat der Westen ganz offenbar keinerlei Interesse. So, wie der Westen Russlands Vorschläge für Sicherheitsgarantien vorher abgelehnt hat, so redet er auch jetzt nicht darüber, sondern feuert lieber die Ukraine an.

Ich werde hier die wichtigsten Meldungen zu dem Thema zusammenstellen, die ich dazu alleine am 28. Februar gefunden habe.

Deutschland liefert Waffen

Obwohl nach deutschem Recht Waffenlieferungen in Krisengebiete verboten sind, hat Deutschland nun doch beschlossen, der Ukraine Waffen zu liefern. Deutschland liefert der Ukraine 500 Stinger-Raketen und erlaubt Estland und den Niederlanden, Waffen, die sie einst von Deutschland bekommen haben, an die Ukraine zu liefern. Außerdem hat die deutsche Innenministerin die Lieferung von gepanzerten bekannt gegeben,

Beim deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall haben bei der Rede von Bundeskanzler Scholz die Sektkorken geknallt, denn als Scholz verkündet hat, die Bundeswehr bekomme 100 Milliarden Euro zusätzlich, konnte man bei Rheinmetall sein Glück kaum fassen. Und so hat Rheinmetall keine Zeit verstreichen lassen und der Bundesregierung Waffen für 42 Milliarden Euro angeboten. Die Rede ist von Hubschraubern, Panzern, Panzerfahrzeugen und Munition.

Was das mit der Ukraine zu tun hat? Ganz einfach: Für die europäischen Staaten ist die Ukraine-Krise eine hervorragende Möglichkeit, ihre alten Waffen und alte Munition loszuwerden, die man sonst demnächst für viel Geld entsorgen müsste, denn gerade viele Arten von Munition haben auch ein Ablaufdatum. Was man der Ukraine an ausgemustertem Material schenkt, das muss man sich neu kaufen. Und dafür hat sich Rheinmetall schon mal in Stellung gebracht.

Finnland liefert Waffen

Finnland hat sich bereit erklärt, der Ukraine 2.500 Sturmgewehre und 150.000 Patronen zu liefern.

Italien liefert Waffen

Italien hat ebenfalls Waffenlieferungen an die Ukraine angekündigt, diese aber nicht näher genannt. Die Rede ist von „militärischen Mitteln, Material und Ausrüstung

Kroatien liefert Waffen

Kroatien hat mitgeteilt, der Ukraine „Militärtechnik und Feuerwaffen“ im Wert von 16,5 Millionen Euro liefern zu wollen.

Norwegen liefert Waffen

Dass es sich bei den Waffenlieferungen an die Ukraine um die Entsorgung alten Geräts handelt, zeigt Norwegen deutlich. Dort hat man angekündigt, der Ukraine bis zu 2.000 Panzerabwehrwaffen vom Typ M72 zu schicken. Die M72 wurde 1962 in Dienst gestellt und 1976 durch das Nachfolgemodell AT4 ersetzt.

Kanada liefert Waffen

Auch Kanada hat angekündigt, der Ukraine Panzerabwehrwaffen im Wert von knapp 20 Millionen Dollar zu schicken, wobei aber nicht gemeldet wurde, um Waffen welchen Typs es geht.

Slowenien liefert Waffen

Auch Slowenien entsorgt seine Altbestände und schickt alte Kalaschnikow-Gewehre in die Ukraine. Die braucht Slowenien nicht mehr, weil sie nicht dem NATO-Standard entsprechen. Die Anzahl der Gewehre oder deren Wert wurde nicht mitgeteilt.

Das Waffen-Entsorgungsprogramm der EU

Und jetzt kommt der Witz: Haben Sie sich gefragt, warum die NATO-Staaten es an dem Tag so eilig hatten, ihre alten Waffen loszuwerden? Die Antwort ist einfach: Die EU zahlt die Rechnung, denn die EU hat verkündet, der Ukraine Militärhilfe im Wert von 450 Millionen Euro zu schicken. Die EU hat aber gar keine Waffen, daher dürfen die NATO-Mitglieder ihre Altbestände zu guten Preisen an Brüssel verkaufen, das diese Waffen dann in die Ukraine schickt.

Ob der ukrainischen Armee damit geholfen ist, von den NATO-Staaten Restbestände verschiedenster Waffen geliefert zu bekommen, an denen ukrainische Soldaten gar nicht ausgebildet sind? Aber wenn Russland dem Westen vorwirft, der Westen würde die ukrainischen Soldaten als bloßes Kanonenfutter missbrauchen, ist das natürlich Unsinn und russische Propaganda.

Und es kommt noch besser: Die EU hat angekündigt, der Ukraine mit dem Geld auch Kampfjets liefern zu wollen. Da fragt man sich doch sofort, woher die EU so schnell Kampfjets nehmen will, schließlich hat sie keine. Und auch die meisten NATO-Staaten haben keine Kampfjets, die sie der Ukraine überlassen könnten, weil die ukrainischen Piloten auf westlichen Kampfjets gar nicht ausgebildet sind und die Umschulung auf einen westlichen Jet Monate dauert.

Natürlich ist die Lösung wieder sehr einfach: Auch das ist ein Programm zur Entsorgung von Altbeständen, denn viele osteuropäische Staaten haben noch alte Flugzeuge sowjetischer Bauart, die sie der Ukraine mit Vergnügen schicken, wenn die EU dafür einen guten Preis zahlt. Und auf denen sind ukrainische Piloten ausgebildet.

Und die EU wird natürlich einen guten Preis für die alten Sowjet-Jets bezahlen, denn die selbstlosen Geber-Länder müssen die abgegebenen Jets ja ersetzen und neue Kampfjets kaufen. Natürlich werden das dann Jets aus westlicher Produktion sein, schließlich soll das Ukraine-Desaster sich für die westliche Rüstungsindustrie ja lohnen. Ein militärischer Konflikt, an dem die westliche Rüstungsindustrie nicht verdient (und sei es auch nur indirekt) ist schließlich ein doofer Konflikt.

Ausländische Söldner in der Ukraine

Der ukrainische Präsident Selensky hat per Dekret die Gründung einer „Legion“ angeordnet, in der ausländische Freiwillige für die Ukraine kämpfen sollen, woraufhin viele NATO-Staaten ihren Bürgern den Kampf für die Ukraine gestattet haben. In Lettland zum Beispiel steht es unter Strafe, für andere Staaten zu kämpfen, was für Kämpfe gegen Russland in der Ukraine nun nicht mehr gilt. Außer Lettland haben auch Großbritannien, Dänemark, Norwegen und Polen ihren Staatsbürgern umgehend erlaubt, sich freiwillig für den Kampf gegen Russland zu melden.

Allerdings dürfte der Sinn dahinter ein anderer sein. Es dürfte kaum um die massenhafte Anwerbung neuer ausländischer Freiwilliger gehen, vielmehr dürfte die Legion den Sinn haben, die ausländischen Söldner, die bisher in den radikal-nationalistischen Freiwilligenbataillonen im Donbass gekämpft haben, zu legalisieren. Schließlich waren dort ausländische Söldner, von denen viele mit ihrer Teilnahme am Donbass-Krieg auch gegen die Gesetze ihres eigenen Landes verstoßen haben.

Wenn deren Status nun legalisiert wird, gelten sie auch nach dem Internationalen Kriegsrecht als reguläre Soldaten. Das wären sie bisher nämlich wohl nicht, was sie im Falle einer Gefangennahme durch russische Truppen zu gewöhnlichen Terroristen machen würde, die nicht als Kriegsgefangene behandelt, sondern wegen Terrorismus angeklagt würden.

Friedlich oder zynisch?

Nun kehre ich zu meiner Frage vom Anfang dieses Artikels zurück: Verhalten sich so Staaten, die am Frieden interessiert sind? Oder ist das eher das Verhalten von Staaten, die einen Krieg verlängern und dem geopolitischen Gegner – in diesem Fall Russland – einen möglichst langen, teuren und blutigen Stellvertreterkrieg bescheren wollen?

Wenn letzteres der Fall ist, was sind dann die besorgten Erklärungen westlicher Politiker über die Sicherheit der ukrainischen Zivilbevölkerung wert?

Und was sagt es aus, wenn unter dem Deckmantel der Waffenhilfe für einen in Not geratenen, angeblich befreundeten Staat nur alter Schrott geliefert wird? Und das auch noch im Rahmen eines Programms der EU, das wohl eher darauf abzielt, den NATO-Staaten die Kosten für die Entsorgung alter Waffen zu ersparen und mit dem gesparten Geld der Rüstungsindustrie ein paar neue Aufträge zuzuschanzen?

Klingt das nach dem Wunsch nach Frieden? Oder klingt das einfach nur zynisch?

https://www.anti-spiegel.ru/2022/der-westen-kaempft-gegen-russland-bis-zum-letzten-blutstropfen-des-letzten-ukrainischen-soldaten/

Diskussionen

17 Gedanken zu “Der Westen kämpft bis zum letzten Blutstropfen des letzten ukrainischen Soldaten gegen Russland

  1. Bombardierungen sind falsch, auch die der russischen Regierung.

    Am besten wäre m.E. reden und sich sofort auf eine neutrale Ukraine ohne Atomwaffen einigen.
    Dafür aber Mitglied in der EU und mit freien Wahlen.
    Je eher die Kämpfe beendet werden desto besser.

    Trotzdem muss es erlaubt sein zu fragen ob Russland auch ohne die Nato-Osterweiterung der letzten 30 Jahre die Ukraine jetzt angreifen würde.
    Wenn man sich vorstellt der Osten Europas hätte blockfrei bleiben dürfen, als Mittler zwischen den Welten.
    Wäre dann die Gefahr eines 3 Weltkrieges auch so hoch wie sie aktuell ist ?

    Bei all dem Kriegstaumel der überall herrscht, bei all der Begeisterung für Aufrüsten und Bewaffnung.
    Ein paar Gehirnzellen müssten doch trotzdem noch übrig sein.

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    Verfasst von Clara | 2. März 2022, 11:49
    • Sehe ich genauso – mit Ausnahme der EU-Mitgliedschaft.

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      Verfasst von Steamboat Willie | 3. März 2022, 1:40
    • Verhandelt werden sollte aber auch zwischen Russland und der Nato. Die Garantie, dass sie Nato-Osterweiterung endgültig beendet ist, sollte auch schriftlich festgehalten werden.

      Leider sieht es aber überhaupt nicht danach aus, als wäre die Nato an Verhandlungen oder Kompromissen interessiert. Ab dem 22. März führt sie wieder Manöver an der russischen Grenze, d.h. in Georgien, durch ☹️

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      Verfasst von Steamboat Willie | 3. März 2022, 9:48
  2. Seit 2014 schießen faschistische Ukrainer unter CIA- blackwater Fühtrung auf Ukrainer und mit den in Kiev verteilten Waffen tun sie das laut Bürgermeister auch bereits. > Haisenko (auch bei apolut) > Thierry Meyssan (Voltairenet)

    Russland stoppt das jetzt, die meisten Ukrainischen Armeeangehörigen sind froh, daß sie endlich ihre Waffen abgeben dürfen, die Terroristen aus Übersee haben die Struktur der Nazi Streitkräfte kopiert, Zivilisten als Soldaten, die sich von der SS in ihrem Rücken entweder zum Morden (und möglichen Tod) treiben lassen oder selbst ermordet werden.

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    Verfasst von zivilistin | 2. März 2022, 10:47
  3. Beitrag Dr. Norman Paech (friedenspolitische Aufgaben der LINKEN) (21.1.22)

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    Verfasst von ZED | 1. März 2022, 20:14
    • das Problem sind die kriminellen Irren. Die Ukraine Krise ist Biden’s ganz persönliches Bereicherungsmodell (siehe Röper @ Corona Ausschuss Sitzung 89 ) Und solche Politikerinnen haben keine Macht:

      Ach, und die ‚Außenministerin‘, die Diktatorin lädt in hochverräterischen Weise Wirtschaftsflüchtlinge aus der Ukraine ein.

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      Verfasst von zivilistin | 2. März 2022, 11:04
      • @Zivilistin: So ist es, die Institutionen, welche eigentlich im Sinne der Menschenrechte handeln sollten, sind völlig korrumpiert.

        Der Krieg ist vor diesem Hintergrund, vereinfacht gesagt, vielleicht sowas wie ein Krieg von Mafiaclans um die Weltherrschaft ( “ Neue Weltordnung “ ).

        Schöne Rede von Tulsi Gabbard 🙂

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        Verfasst von ZED | 2. März 2022, 23:51
  4. Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten. (Gandhi)

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    Verfasst von ZED | 1. März 2022, 13:02
    • ohne Ton ist es ganz interessant.

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      Verfasst von zivilistin | 2. März 2022, 7:25
    • Ja, exzellent das Vid! Was dem verstorbenen Zbigniew Brzesuntzu (oder so ähnlich) jetzt wohl einfallen würde. Nicht schwer zu erraten. Eurasien so’ne Art Beuys’scher Fettecke — ist Kunst, kann weg! Gab schon zwei große Versuche, die aber nicht dauerhaft erfolgreich waren; von ca. 1349 bis 1400, und von 1618 bis 1648. Vielleicht sogar drei, wenn 1939 bis 45 hinzugezählt würde. Darum jetzt aber richtig: Nichts ist unmöglich — mRNA! Naja, denkbar ist vieles.

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      Verfasst von No_NWO | 3. März 2022, 11:44
  5. Währenddessen werden in Deutschland die vaterlandslosen Gesellen an den Pranger gestellt:

    https://www.ruhrbarone.de/die-unglaublichen-russland-versteher-thesen-des-linken-politikers-utz-kowalewski/206210

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    Verfasst von Steamboat Willie | 1. März 2022, 11:19

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  1. Pingback: Der Westen kämpft bis zum letzten Blutstropfen des letzten ukrainischen Soldaten gegen Russland – RUZSIA 🇷🇺 - 2. März 2022

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