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Ausland, Europa

Der ukrainische Präsident Selensky hat angedroht, sein Land zur Atommacht zu machen

von Thomas Röper – http://www.anti-spiegel.ru

Dass der ukrainische Präsident Selensky auf der Münchner Sicherheitskonferenz angedroht hat, sein Land zur Atommacht zu machen, haben deutsche Medien anscheinend nicht gehört. Russische Medien hingegen schon.

Der ukrainische Präsident Selensky hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz verkündet, die Ukraine zu einer Atommacht machen zu wollen. Er forderte ein sofortiges Treffen im Rahmen des Budapester Memorandums und drohte an, wenn das Treffen nicht zu Stande käme, aus dem Abkommen auszutreten und die Ukraine nuklear zu bewaffnen. Im Budapester Memorandum haben die post-sowjetischen Staaten Kasachstan, Weißrussland und Ukraine, auf deren Gebieten nach den Ende der Sowjetunion sowjetische Atomwaffen verblieben waren, sich verpflichtet, diese an Russland zurückzugeben und auf eigene Atomwaffen zu verzichten.

Die Ukraine behauptet nun, dass die Garantiemächte des Budapester Memorandums, die USA, Russland und Großbritannien, der Ukraine Sicherheitsgarantien gegeben hätten, diese aber nun nicht erfüllen, weshalb die Ukraine aus dem Vertrag aussteigen könne. Wie immer lohnt es sich, das Memorandum auch zu lesen, denn tatsächlich verpflichten sich die Garantiemächte darin „nur“ zur Unterstützung, wenn die Ukraine nuklear bedroht wird. Ansonsten sollen sich die Garantiemächte im Falle von Konflikten „beraten“. Aber das nur der Vollständigkeit halber.

Kiew sieht das anders und droht de facto, sich – wenn die USA und Großbritannien nicht bei der Rückeroberung der Krim und des Donbass helfen – Atomwaffen zuzulegen.

In Russland hat das eher für Gelächter in den Medien gesorgt, denn die Ukraine, die zu Sowjetzeiten die reichste Teilrepublik der Sowjetunion war, in der modernste Industrien (Raketenbau, Flugzeugbau, etc.) angesiedelt waren, ist nach dem Maidan zum Armenhaus unter den Ex-Sowjetrepubliken geworden und all die Industrien sind längst bankrott, nachdem die Ukraine nach 2014 die Zusammenarbeit mit ihrem wichtigsten Kunden – Russland – beendet hat. Der Westen hat seine eigene Rüstungs- und Raketenindustrie, daher hatte man im Westen kein Interesse daran, die eigenen Märkte für ukrainische Flugzeugtriebwerke oder Raketen zu öffnen.

Im wöchentlichen Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens warnte der Moderator seine Landsleute und die Experten des Landes, die Drohung von Selensky auf die leichte Schulter zu nehmen. Ich habe den Kommentar des Moderators übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Das militärische Nuklearprogramm der Ukraine könnte Realität werden

Die Ukraine könnte eine Atommacht werden. Immerhin erklärte Präsident Selensky in München, dass er bereit sei, das Budapester Memorandum von 1994 aufzugeben, wonach die Ukraine die damals noch in der Ukraine verbliebenen sowjetischen Atomwaffen abgegeben hat.

Diese Erklärung sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, indem man denkt, dass die da nichts können. Der Präsident des Landes, das über vier Kernkraftwerke mit 15 Reaktoren verfügt, hat den Anspruch erklärt, dem Club der Atommächte beizutreten. Darüber hinaus muss das fünfte Kraftwerk, Tschernobyl, das erst im Jahr 2000 endgültig abgeschaltet wurde, gewartet werden. Und die abgebrannten Brennelemente wurden nie aus der Anlage entfernt. Wenn das so ist, könnten sie theoretisch zur Herstellung von waffenfähigem Plutonium verwendet werden. Das ist die Voraussetzung für den Bau einer Atombombe. Das heißt, das benötigte Plutonium ist potenziell verfügbar.

Gegenwärtig verfügt die Ukraine über kein industrielles Potenzial für die Wiederaufbereitung, aber wenn dem Land geholfen wird – und wir wissen, dass sich Helfer finden lassen -, könnte das ukrainische Atomwaffenprogramm Wirklichkeit werden. Übrigens: In der Stadt Zheltiye Vody in der Region Dnepropetrovsk befindet sich die Bergbau- und Aufbereitungsanlage Vostochny, Europas größter Produzent von Uran.

Das Charkower Institut für Physik und Technologie, das den Status eines nationalen wissenschaftlichen Zentrums hat, steht bereit, die wissenschaftliche Basis zu werden. Kernphysik ist seine offizielle Fachrichtung. Das Charkower Institut für Physik und Technologie wurde 1928 gegründet. Dort wurde 1932 in der UdSSR zum ersten Mal der Kern des Lithiumatoms gespalten. In den 1930er Jahren arbeitete dort der spätere Nobelpreisträger Lev Landau. Kurzum, die wissenschaftliche Tradition der Physikabteilung in Charkow ist stark.

Wenn wir an Trägersysteme für die ukrainischen Atomwaffen denken, ist auch nicht alles hoffnungslos. In Dnepropetrowsk gibt es das Werk „Juschmasch“ und sein Konstruktionsbüro „Juschnoje“. Sie haben dort zum Beispiel die sehr leistungsstarke Zenit-Rakete gebaut. Der letzte Start ist zwar schon fünf Jahre her, aber die Erfahrung und die Mitarbeiter sind immer noch da. Ja, es ist viel verloren gegangen, aber trotzdem gibt es den Begriff des „ukrainischen Raketenbaus“ noch. Wir meinen, dass Selenskys Aussage über den Wunsch, in den Besitz einer Atombombe zu gelangen, ernst genommen werden muss. Man sollte nicht einfach schulterzuckend abwinken. Die nukleare Erpressung durch die Ukraine beginnt.

Ende der Übersetzung

Der ukrainische Präsident Selensky hat angedroht, sein Land zur Atommacht zu machen

Diskussionen

2 Gedanken zu “Der ukrainische Präsident Selensky hat angedroht, sein Land zur Atommacht zu machen

  1. Denn SELENSKYI würde ich nur trauen ,solange er in Sichtweite sich befindet. Genauso vertrauenswürdig wie die
    verlogene CIA. Ich bin weder für den einen noch ebenso wenig für den anderen. Nur habe ich das Gefühl das die USA mit ihrer CIA die Welt genauso belügt wie sie es mit dem zerstörten Irak ectr. tut. Ja der Geist China ist deren
    Problem und da kommt die Ukraine gerade recht. Taiwan erinnert an das Bündnis England-Polen und was daraus
    wurde, weis der Großteil der WELT allen voran Europa aber nicht Amerika außer seinen Soldaten. in den fast 80
    Jahren seit Kriegsende hat sich auf dem Globus viel viel verändert und was ratsam wäre wenn auf dem Erdball noch
    so was wie ein wenig Frieden geben soll ist es gut, wenn man ein wenig auch in USA darüber nachdenkt und nicht
    erst, wenn das Kind schon im Brunnen liegt. Ich bin weit über 80 Jahre war Kind im KRIEG aber weis heute noch wie
    sich der Knall einer britischen Luftmine angehört hat.Ich kann nicht nachvollziehen wie Menschen so schnell ver-gessen können. Mit dem pausenlosen Waffenlieferungen freut sich nur einer und jeder blöde weis, dass Gewalt nur
    mit gegen Gewalt endet.

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    Verfasst von WOLGANG | 4. Mai 2022, 21:20

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  1. Pingback: Rechtliche und geschichtliche Hintergründe zum Krieg in der Ukraine » - 7. März 2022

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