Die Olympischen Winterspiele 2014, – die am 7. Februar am Vorabend der Explosion der ukrainischen Krise mit dem Putsch auf dem Maidan-Platz (18. bis 20. Februar) in Sotschi, Russland, eröffnet wurden, – wurden in der antirussischen Medienkampagne als „Putin-Zaren-Olympiade“ definiert. Präsident Obama und Vizepräsident Biden, gefolgt von anderen, boykottierten sie, indem sie Russland beschuldigten, die Menschenrechte von LGTB zu verletzen. Dasselbe Szenario heute mit den Olympischen Winterspielen in Peking, die in der antichinesischen Medienkampagne als „die Machtspiele von Xi, dem großen olympischen Steuermann“ definiert werden (La Repubblica, 3. Februar). Präsident Biden boykottierte sie und beschuldigte China, die Menschenrechte der Uiguren zu verletzen. Nach den Vereinigten Staaten, haben Großbritannien, Kanada, Australien, Litauen, Estland und der Kosovo (bekannt für seine Menschenrechtsvertretung, gegen das wegen Menschen- und Organen-handels ermittelt wird) einen „diplomatischen Boykott“ der Olympischen Spiele in Peking erklärt.

Der Boykott ist Teil von Washingtons Strategie, China „einzudämmen“. Es ist nicht einfach die „Fabrik der Welt“ geblieben, in das US-amerikanische und europäische multinationale Konzerne seit Jahrzehnten einen großen Teil ihrer Produktion verlagert und kolossale Profite gemacht haben. China hat seine eigene produktive und technologische Entwicklung durchgeführt und auf dieser Grundlage, Projekte wie die Neue Seidenstraße: ein Land- (Straße und Schiene) und maritimes Netzwerk zwischen China und Europa durch Zentralasien, den Nahen Osten und Russland. In diesem Zusammenhang haben sich die Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Russland gestärkt, insbesondere nach den Sanktionen, die die Vereinigten Staaten und die EU gegen Russland verhängt haben. Der Handel zwischen den USA und China ist nach wie vor groß, aber da viele Produkte auf dem US-Markt in China von multinationalen US-Unternehmen hergestellt oder von chinesischen Unternehmen geliefert werden, haben die USA ein Defizit im bilateralen Handel von mehr als 300 Milliarden US-Dollar pro Jahr. China hat auch seine eigenen Investitionen in den USA stark reduziert. Noch gravierender für Washington ist die Tatsache, dass der Dollaranteil an Chinas Währungsreserven deutlich gesunken ist und dass China nach alternativen Währungen zu denen der USA sucht, die im internationalen Handel verwendet werden können, was die Hegemonie des Dollars gefährdet.

Unfähig, diesen Prozess zu stoppen, der die wirtschaftliche Dominanz der Vereinigten Staaten beenden kann, wirft Washington sein Schwert in die Waagschale. Das wirtschaftliche „Containment“ wird zu militärischem „Containment“. Admiral Philip S. Davidson, damals Chef des Indo-Pazifik-Kommandos – die Region, die sich in Washingtons Geopolitik von der Westküste der Vereinigten Staaten bis zu der Indiens erstreckt – bat den Kongress um 27 Milliarden Dollar, um rund um China einen Vorhang aus Raketenbasen und Satellitensystemen zu bauen. „Wir müssen China aus einer Position der Stärke heraus konfrontieren“, sagte Außenminister Anthony Blinken.

In diesem Zusammenhang stellt sich AUKUS, die strategisch-militärische Partnerschaft der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Australiens mit dem „Imperativ, Frieden und Stabilität im Indopazifik zu gewährleisten“; Die Vereinigten Staaten und Großbritannien werden Australien helfen, nuklear angetriebene U-Boote zu erwerben, die mit Raketen bewaffnet sind, die sicherlich auch nuklear bestückt sind, wie die US Trident D5-Rakete, die bis zu 14 unabhängige thermonukleare Sprengköpfe transportieren kann. Diese de facto US-befehligten U-Boote, die sich den Küsten Chinas und Russlands nähern, könnten in wenigen Minuten die Hauptziele in diesen Ländern mit einer Zerstörungskraft treffen, die mehr als 20.000 Hiroshima-Bomben entspricht.

Infolgedessen verstärken China und Russland nicht nur ihre wirtschaftliche, sondern auch ihre politische und militärische Zusammenarbeit. In der gemeinsamen Erklärung in Peking [1] betonten die Präsidenten Xi Jin-ping und Wladimir Putin, dass „Russland und China sich den Versuchen externer Kräfte widersetzen, die Sicherheit und Stabilität in ihren angrenzenden Regionen zu untergraben“ und dass sie „gegen die weitere Erweiterung der NATO sind“. Die US-NATO-Strategie der Spannung und des Krieges, die uns zurück zur Konfrontation zwischen gegnerischen Blöcken bringt, bricht die fünf miteinander verflochtenen Kreise, das olympische Symbol der fünf Kontinente, die für „eine bessere und friedliche Welt“ vereint sind.

Übersetzung
Horst Frohlich
Quelle
Il Manifesto (Italien)