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Ausland, Nordamerika

Bei steigender Inflation: US-Gewerkschaften setzen Reallohnkürzungen durch

von Shannon Joneshttp://www.wsws.org

Der allgemeine Preisanstieg hat sich im Januar fortgesetzt, und die Inflation in den USA stieg auf den höchsten Stand seit vier Jahrzehnten. Die jährliche Inflationsrate liegt derzeit bei 7,5 % und belastet die Budgets der Haushalte aus der Arbeiterklasse, die mit einem starken Anstieg der Preise für Lebensmittel, Benzin, Heizöl und andere Grundbedürfnisse konfrontiert sind.

Ein ähnlicher Trend ist weltweit zu beobachten. In der Eurozone erreichte die Inflation 5,1 Prozent und damit den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1997.

Die Höhe der Inflation bedeutet, dass die Reallöhne der meisten Arbeiter stark sinken. Nach Angaben des US Census Bureau betrug das jährliche Lohnwachstum in den USA im Jahr 2021 nur 4,5 Prozent. Die Reallöhne für gewerkschaftlich organisierte Arbeiter stiegen im Durchschnitt nur um 3,3 Prozent und damit deutlich weniger als die Löhne für nicht gewerkschaftlich organisierte Arbeiter. Der Grund dafür liegt darin, dass die Gewerkschaften eine Reihe von Verträgen mit mehrjähriger Laufzeit unterzeichnet haben, durch die Lohnerhöhungen weit unter der aktuellen Inflationsrate festgelegt wurden.

Der Anstieg bei bestimmten Rohstoffen ist atemberaubend. Der Energiepreisindex stieg auf Jahresbasis um 27 Prozent, während die Lebensmittelpreise um sieben Prozent stiegen. Die Preise für Fleisch, Geflügel und Eier stiegen um 12,2 Prozent, für Erdgas um 23,9 Prozent und für Strom um 10,7 Prozent. Der Benzinpreis ist um 40 Prozent gestiegen. Im Mittleren Westen der USA, wo ein typischer strenger Winter herrscht, stiegen die Preise für Erdgas sogar noch stärker an, und zwar um 31,1 Prozent. Die Unterbrechung der Lieferkette führte zu einem Anstieg der Neuwagenpreise um 12,2 Prozent und zu einem enormen Preisanstieg von 40,5 Prozent bei den Gebrauchtwagen.

Der Preisanstieg erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem alle verbleibenden Pandemie-Hilfen gestrichen wurden, einschließlich des Räumungsmoratoriums und der monatlichen Steuergutschrift für Kinder in Höhe von 300 Dollar, einem Rettungsanker für notleidende Familien aus der Arbeiterklasse. Die Streichung der Leistung droht Millionen von Kindern in die Armut zurückzutreiben.

Die steigende Inflation ist ein Nebenprodukt der Maßnahmen, die die herrschende Klasse in den USA und Europa als Reaktion auf die Pandemie ergriffen hat. Unter anderem wurden Billionen von Dollar in die Finanzmärkte gepumpt, um die Aktienkurse zu stützen. Ein weiterer Grund für den Inflationsdruck sind Unterbrechungen der Versorgungsketten aufgrund der Weigerung der kapitalistischen Regierungen, wirksame Gesundheitsmaßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zu ergreifen.

Infolge des Börsenanstiegs verdoppelten die zehn reichsten Menschen der Welt, darunter Elon Musk, Jeff Bezos und Bill Gates, während der Pandemie ihr Gesamtvermögen auf 1,5 Billionen Dollar. Sie haben 1,3 Milliarden Dollar pro Tag hinzugewonnen, während Lehrer und Kinder in Corona-verseuchte Schulen und Arbeiter in ebenso gefährliche Fabriken geschickt wurden, um Gewinne für die Reichen zu erzielen.

Auch die Unternehmensgewinne steigen rasant. Sowohl Ford als auch GM erzielten enorme Zugewinne: Ford meldete für das Jahr 2021 einen Nettogewinn von 17,9 Milliarden Dollar, GM einen Rekordgewinn von 10 Milliarden Dollar. Diese Erhöhungen erfolgten zu einer Zeit, als COVID-19 Tausende von Menschen krank machte und zahlreiche Arbeiter in den Autofabriken tötete.

Bei einem Rohölpreis von 90 Dollar pro Barrel und Öl- und Gaspreisen, die sich auf einem Sieben-Jahres-Hoch befinden, machten ExxonMobil, Shell, BP und Marathon im Jahr 2021 zusammen 73 Milliarden Dollar Gewinn. Sie geben außerdem Dutzende von Milliarden für Aktienrückkäufe aus, um ihre Top-Aktionäre weiter zu bereichern. Gleichzeitig fordern die Ölgesellschaften, dass 30.000 Ölraffineriearbeiter ein „endgültiges“ Tarifangebot von 2-3 Prozent pro Jahr über die nächsten drei Jahre akzeptieren.

Die massive Verteilung des Reichtums an die Reichen erfordert eine immer brutalere Ausbeutung der Arbeiter, um sie zurückzuzahlen. Dabei spielen die Gewerkschaften eine zentrale Rolle.

Die Gewerkschaften haben eine Reihe von mehrjährigen Verträgen mit Lohnerhöhungen weit unter der Inflationsrate durchgesetzt. Damit haben sie sichergestellt, dass die Arbeiter die Kosten der steigenden Preise durch Kürzungen der Reallöhne tragen. Dabei haben die Gewerkschaften eingegriffen, um Streiks zu verhindern oder, wo dies nicht möglich war, die Arbeiter zu isolieren, um ihren Widerstand zu brechen.

Im Fall der Beschäftigten von Volvo Trucks in Virginia stimmte die Gewerkschaft United Auto Workers einem Ausverkaufsvertrag mit einer Laufzeit von sechs Jahren zu, der Lohnerhöhungen von weniger als zwei Prozent pro Jahr für die bestbezahlten Beschäftigten vorsieht. Bei der derzeitigen Inflationsrate von 7,5 Prozent bedeutet dies eine Senkung der Reallöhne um fast 30 Prozent während der Laufzeit des Vertrages.

Die Beschäftigten von Kellogg’s wurden mit einem Fünfjahresvertrag abgespeist, der jährliche Lohnerhöhungen von drei Prozent vorsieht, was einem Reallohnverlust von mehr als 20 Prozent über die gesamte Vertragslaufzeit entspricht. Die Beschäftigten beim Süßwarenhersteller Nabisco mussten sich mit einem Vierjahresvertrag mit Lohnerhöhungen von nur 2 bis 2,5 Prozent arrangieren. Das bedeutet, dass in nur vier Jahren bei der derzeitigen Inflationsrate fast ein Fünftel des Gehalts durch steigende Kosten aufgefressen wird.

Die Beschäftigten beim Autozulieferer Dana erhielten einen viereinhalbjährigen Vertrag mit vorgezogenen Lohnerhöhungen, die durch Preissteigerungen schnell wieder aufgezehrt werden.

Die Gewerkschaften schmieden ein Komplott mit der Regierung Biden und den Arbeitgebern, um verlängerte Verträge durchzusetzen, die bei steigender Inflation massive Reallohnkürzungen garantieren. Im Gegenzug für diesen Betrug werden die Gewerkschaften von der Regierung Biden gestärkt, um die wachsende Opposition der Arbeiterklasse gegen die Kriegspläne der herrschenden Klasse weltweit und die Sparpolitik im eigenen Land einzudämmen.

Zunehmend werden Ausverkaufsverträge mit Abstimmungsergebnissen von 90 Prozent abgelehnt, wie bei Volvo, Dana und John Deere. Bei Deere sah sich die Geschäftsleitung gezwungen, einen Teuerungsausgleich wieder einzuführen, was eine wütende und verängstigte Reaktion von Wirtschaftspublikationen wie dem Wall Street Journal hervorrief, die vor einer „Lohn-Preis-Spirale“ warnten. In jüngster Zeit wurden Maßnahmen zur Dämpfung der Lohnforderungen diskutiert, wie z. B. drastische Anhebungen der Zinssätze, um die Arbeitslosigkeit zu erhöhen.

Die Tatsache, dass die durchschnittlichen Lohnerhöhungen für gewerkschaftlich organisierte Arbeiter in den USA unter den landesweiten durchschnittlichen Lohnerhöhungen geblieben sind, ist von enormer Bedeutung. Sie bestätigt die Einschätzung der World Socialist Web Site und des Internationalen Komitees der Vierten Internationale (IKVI) hinsichtlich der veränderten Rolle der Gewerkschaften.

1937 schrieb der russische Revolutionär und Gründer der Vierten Internationale, Leo Trotzki: „Verteidigten diese Herren zudem noch die Einkünfte der Bourgeoisie gegen alle Angriffe der Arbeiter, d.h. führten sie einen Kampf gegen Streiks, gegen Lohnerhöhungen und gegen die Arbeitslosenunterstützung, dann hätten wir eine gelbe Organisation und keine Gewerkschaft vor uns.“

Dies ist genau die Rolle, die die „Gewerkschaften“ jetzt spielen. Als Agenten der Unternehmensleitung und Betriebspolizisten in Personalunion haben sie sogar die begrenzte Funktion von Verteidigungsorganisationen der Arbeiter aufgegeben und handeln nun direkt auf Geheiß der Unternehmensleitung und des Staates.

Letztes Jahr hat das IKVI die Internationale Arbeiterallianz der Aktionskomitees (International Workers Alliance of Rank-and-File Committees, IWA-RFC) gegründet. Sie soll Arbeitern, die sich aus der Zwangsjacke von Gewerkschaft und Management befreien wollen, ein Programm und eine Organisationsstruktur anbieten.

Der Kampf zur Verteidigung des Lebensstandards der Arbeiter gegen die Inflation ist Teil eines umfassenderen Kampfes gegen das weltweite kapitalistische System. Er ist verbunden mit einem Kampf gegen die kriminelle und inkompetente Reaktion der kapitalistischen Regierungen in der ganzen Welt auf die Pandemie, die den Schutz des menschlichen Lebens auf Schritt und Tritt dem Profit der Unternehmen untergeordnet haben.

Die IWA-RFC gründet sich auf ein Programm des kompromisslosen Klassenkampfes, nicht der Klassenzusammenarbeit. Sie ist offen für weite Teile der Arbeiterschaft, orientiert sich aber an einer sozialistischen Perspektive. Diese Perspektive zielt ab auf die Beendigung der Ausbeutung und die Neuorganisation der Produktion auf einer höheren, humanen Basis für die Erfüllung der menschlichen Bedürfnisse und nicht für den Profit der Unternehmen.

Die von den Arbeitern selbst demokratisch geführten Aktionskomitees in Fabriken, Schulen und am Arbeitsplatz können als Mittelpunkt eines umfassenden Kampfes gegen die Angriffe auf den Lebensstandard, das Leben und die Gesundheit der Arbeiter während der Pandemie dienen.

https://www.wsws.org/de/articles/2022/02/12/pers-f12.html

Diskussionen

7 Gedanken zu “Bei steigender Inflation: US-Gewerkschaften setzen Reallohnkürzungen durch

  1. Der im Artikel angesprochene Inflationsdruck ist in erster Linie durch staatliche Ausgaben entstanden, die keine Erträge einbringen.

    Corona hat eine Art Kriegswirtschaft in Gang gesetzt. Die Produktion verlagert sich, gewisserdmaßen weg von der Produktion werthaltiger Waren, hin zur Produktion von Geld. Die Zentralbanken kaufen die Schuldpapiere der Regierungen auf, sie leihen den Regierungen also Geld für zur Zeit nahe 0% Zinsen.

    Die Regierungen können das Geld dann verpulvern wie sie lustig sind, also z.B. um etwas zu zerstören.

    Am Ende steht ein haufen Schrott in den Bilanzen, mit weniger Wert als vor dem Krieg.

    Angenommen sie können ihr eigenes Geld drucken, sagen wir 10000 Taler, dann erhält dieses Geld seinen Wert durch Sicherheiten ( ihr Auto, ihr Haus, ihr Boot) . Sie versprechen das Geld zum fairen Preis zurückzukaufen.
    Aber was, wenn sie plötzlich weitere 10000 Taler ohne zusätzliche Sicherheiten am Markt anbieten? Der Wert ihres Geldes sinkt mit der Zeit.

    Der alte Trick ist nun einfach abzuwarten. Die Leute die ihr Geld nutzen (müssen) sind während dieser Inflationsphase die Verlierer, sie zahlen mit ihrem Geld, erhalten dafür aber immer weniger Brot als vorher.

    Sie selbst kaufen ihr eigenes Geld zurück, aber erst wenn das Geld nur noch zum halben Preis gehandelt wird. Sie haben also im Grunde Geld zum überhöhten Preisen verkauft. Das funktoniert, allerdings nur bei Monopolen, wie eben dem staatlichen Geldmonopol.

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    Verfasst von ZED | 12. Februar 2022, 15:44
    • Marx und Engels haben die dem Wirtschaftsleben unterliegenden Logiken bis ins einzelne gehend untersucht und dargestellt in «Das Kapital». In jenen Logiken haben sie einen unhintergehbaren Selbstzerstörungsmechanismus aufgefunden, den tendentiellen Fall der Profitrate: Technologieentwicklung >> Kostensenkung >> Preissenkung >> Profitsenkung. Kurz: Fallende Preise tun dem Kapital weh, da mit den Preisen auch die Profite fallen. Leicht steigende Preise aber helfen dem Profit sogar auf — falls genügend Kaufkraft vorhanden ist. Oder durch Schuldenaufnahme beschafft wird.

      Wolfgang Fubel hat hier kürzlich angeführt, anders als heute seien globale Wirtschaftskrisen vor dem Zweiten Weltkrieg durch Preissenkungen gekennzeichnet gewesen — von Deflation an breiter Front also, was das direkte Gegenteil von Inflation ist. Stimmt, war so. (Die deutsche Hyperinflation in den 1920ern beschränkte sich auf Deutschland.)

      Nun einmal in ein politisch-ökonomisches Detail gehend, ist Imperialismus das gewaltsame Behaupten von Monopolpositionen im Bereich von Grundstoffen (wie zum Beispiel Öl, Kupfer, Kali usw.), die zum Betrieb von eigentlich allen Arten von Warenproduktionen vonnöten sind. Und siehe da: Es läßt sich der technologiebedingten Tendenz zu an breiter Front sinkenden Kosten und Preisen durch ein entsprechend kräftiges Hochziehen der Preise von Monopolwaren gegenhalten. Denn am anderen Ende, bei den Nichtmonopolisten, erhöhen sich sodann die Kosten. Was die Nichtmonopolisten zwingt, ihre Warenpreise zu erhöhen. Ohne daß sie dadurch mehr Profit für sich herausschlagen könnten — denn es steigert sich die allgemeine Kaufkraft ja nicht automatisch mit! Ausschließlich die Imperialisten/Monopolisten erzielen nun höhere Einnahmen und Profite.

      Logisch, daß die auf solche Weise vom imperialistischen/monopolistischen Kapital erzwungenen allgemeinen Kosten- und Preiserhöhungen eine wesentliche Ursache zunehmender privater und staatlicher Verschuldung sind. Was die berühmt-berüchtigte Modern Monetary Theory kommentiert mit einem „Scheiß‘ drauf, macht nichts!“

      Macht wohl was, nämlich einen gigantischen Dukaten-Scheißhaufen in Form niemals mehr rückzahlbarer Schulden. Heißt: nicht mehr eintreibbare und also wertlose Geldforderungen.

      Exakt deswegen der Great Reset, der ein Übergang ist in eine bio-technotronische Plan- und Zwangswirtschaft, die ganz ohne freies Unternehmertum und ganz ohne Profit betrieben werden kann. Und in welcher Lohnarbeit abgelöst wird von einer Arbeitsform, die zwar (in digitaler Münze) bezahlt werden wird, welche faktisch aber zentralistisch kommandiert ist und also Zwangsarbeit ist. Was alles einem von Superreichen kommandierten Sozialismus gleichkommt, in welchem eine KI die Funktionen der Wirtschaftsplanung und -steuerung übernehmen soll. Elon Musk, Bill Gates und anderes führendes Personal aus dem Kreise der Superreichen sind dann das faktische neue Politbüro, welches die große Richtung bestimmt, in welche sich Mensch, Wirtschaft und Gesellschaft bewegen sollen.

      Inflation läßt sich von Imperialisten/Monopolisten also sehr effektiv erzwingen, indem die Preise von Monopolwaren heraufgesetzt werden. Von Waren, die für den Betrieb der verschiedensten Arten von Warenproduktionen unumgänglich sind und deshalb zugekauft werden MÜSSEN.

      Sagen wir es so: Inflation ist, wenn alle stöhnen, und einer lacht.

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      Verfasst von No_NWO | 12. Februar 2022, 19:33
      • Lässt man die Inflation laufen, wird jedenfalls zum Teil das Schuldenproblem der Regierungen gelöst. Normalerweise sollten die Zinsen etwas über der Inflation liegen, damit ein Anreiz besteht wenig Schulden aufzunehmen, jetzt ist es andersherum. Die Bevölkerung wird die Zeche zahlen und in Gestalt einer Phase der Stagflation die Schulden abtragen.

        Für die Modern Monetary Theory sind Schulden kein Problem, da der Staat nicht pleite gehen kann. Die Zentralbank kauft bei Bedarf Staatsanleihen von den Geschäftsbanken in unbegrenzter Menge, der Staat gibt das Geld aus und stützt damit die Wirtschaft. Vielleicht ist diese Lehrbuchmeinung jedoch etwas überholt, sie geht vermutlich von wohlmeinenden staatlichen Akteuren aus, die im Sinne des Gemeinwohls handeln und vernünftige Ausgaben tätigen.

        An dem Punkt verstehe ich viele Linke nicht mehr. Ich meine, es war mal selbstverständlicher Konsens innerhalb der Linken, dass Korruption die schlimmsten Auswüchse des Kapitalismus befördert.

        Korruption im Zusammenhang mit Corona zu erwähnen ( Great Reset, Bill Gates usw. ) wird aber oft leichtfertig als „Verschwörungstheorie“ oder gar als “ Antisemitismus“ abgetan.

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        Verfasst von ZED | 12. Februar 2022, 23:55
        • Keine Ahnung, ZED, warum das so ist, wie es ist. Interessanter als die Frage, ob denn einer nun links oder rechts ist, erscheint die Frage, ob einer redlich oder unredlich ist. Frei nach Faustens Gretchen: „So sage er, wie er es denn hält mit der politischen Ökonomie von Marx und Engels. Hat er das dem Kapital fest einkonstruierte Elend erkannt? Hat er verstanden, was der tendentielle Fall der Profitrate ist?“

          Jemand zu Hause? Noch Reste von Realitätsbezug vorhanden? Oder ist die Verblödung bereits total! Was!? der Mensch soll Verantwortung übernehmen für sich und das Menschengeschlecht??? Aber das kann doch wohl nicht euer Ernst sein, Marx und Engels!

          Nein, Erkenntnis entsteht NICHT im Hirn, sondern in den Geschlechtsorganen. Eier oder keine Eier, DAS ist hier die Frage. Menschen mit Eiern erkennen vieles ganz unmittelbar. Zum Beispiel drei F’s als Kürzel für Ultra-Faschismus. Sogar Ultra-Faschismus mit ER-Ankündigung: Extinction (of) Rebellion. Ist doch nett! Kriminelle haben einen ganz eigenen und verblüffend charmanten Humor: „ER sagt Euch ganz offen, wer und was ER ist und will. ER will töten. Euch. Ihr selbst seid es, die entscheiden, ob ihr bei ER mittun und Opfer von ER bzw. von euch selbst werden wollt. Neinnein, nicht ER hintergeht seine Opfer — ein jedER zerstört sich selbst!“

          Im Grunde sind Kriminelle ehrliche Häute. Ein jedER ist eingeladen, die Seite zu wechseln, sich abzuwenden vom Verbrechen. Und Ja zu sagen zum Leben.

          In Totem und Tabu hat Sigmund Freud lustige anthropologische Befunde vorgestellt. Stammeshäuptlinge, die am Abend vor ihrer feierlichen Einsetzung noch einmal kräftig durchgeprügelt werden. Und später dann immer wieder einmal wieder, als Boosterdurchprügelung sozusagen. Bitteschön: Wer prügelt heutzutage die Stammeshäuptlinge durch?

          Klar, waren immer und zu allen Zeiten die selben Verdächtigen: Die Stammesältesten und Hofschranzen, die ehrwürdige hohe Priesterschaft aus Staatssekretären mitsamt dem ganzen nachgeordneten Klüngel aus verbeamteten Juristen. Die sog. „politische Klasse“ also prügelt den demokratisch gewählten Bundeshäuptling durch.

          Das Volk ist hier nicht etwa Opfer eines böswilligen Betrugs, sondern Mittäter. Dem Alloffenkundigen zuwider, WILL es nicht wissen, daß der angeblich regierende Häuptling überhaupt nichts zu sagen hat. Und dem Alloffenkundigen ein weiteres Mal zuwider, WILL es sich die den Häuptling umwabernde Horde satyrnhafter Affen aus dem Lager des verbeamteten Politjuristentums als ehrenvolle Ritter vorstellen, die mannhaft um moralische Wertvorstellungen kämpfen: linke Ritter gegen rechte. Und zur lautnerischen Untermalung ruft das Volk, daß es „das Volk“ sei, oder auch „die Arbeiterklasse“. Ja, so ist das mit Rechts und Links, die tun ganz wacker mit am großen Selbstbetrug. Rio Reiser sang richtig: ALLES LÜGE!😁😁😁

          Hat Nietzsche in Jenseits von Gut und Böse vorhergesagt. Daß die Blödheit des modernen Menschen schließlich unvorstellbare Ausmaße erreichen würde. Kulturell gesehen, befinden wir uns in der Endszene von Moby Dick. Der ertrunkene Käpt’n Ahab, der sich in der Harpunenleine verheddert hat und der, festgezurrt auf dem Leib des Wals, noch ein letztes Mal mit diesem an die Oberfläche aufgestiegen ist — und der seiner Schiffsmannschaft aus der Ferne nun noch ein letztes Mal zuzuwinken scheint, wenn der riesige Wal sich mit ihm in der Meeresdünung rollt. Die Mannschaft auf dem Walfangschiff ist das Volk. Jedenfalls vollverblödetes suizidales linkes, rechtes oder mittiges Wählervolk. Killervolk.

          Ja, ganz gespenstisch das mit dem Volk, ganz gespenstisch unser Heute, ganz gespenstisch wir Heutigen! Käpt’n Ahab ist das Kapital, der Wal ist der Profit. Tendentieller Fall = Abtauchen des Profits.🤐 Und der nimmt Käpt’n Kapital gleich mit. Croaked the raven: „Nevermore!“ Aus die Renditemaus.

          Ja, Inflation entsteht, wenn sich das Warenangebot auf gewolltem oder ungewolltem Wege verknappt. Oder wenn die Produktionskosten steigen. Oder wenn Imperialisten/Monopolisten oder marktbeherrschende Handelsketten es so wollen, indem sie Preise erhöhen.

          Inflation hilft, Menschen in totale Abhängigkeit zu bringen. Sagen wir es so: Great Reset ist etwas, für das man Inflation benötigt. Denn sooo extrem verblödet, daß er seiner Versklavung ganz ohne ein klein wenig gewaltsame Nachhilfe in Form von Inflation zustimmen würde, ist Nietzsches „letzter Mensch“ offenkundig doch nicht. Zumindestens scheint die globale Elite dies zu glauben.

          Aber hier in Deutschland!? Da braucht es nicht Inflation und Gewalt. Eine Volksabstimmung würde ein klares Ergebnis liefern auf die Frage: Wollt ihr die totale Sklaverei? Satte 75 Prozent begeisterter bis hin zu militanter Zustimmung.

          Oder wurde hier etwa nicht gezeigt, daß Teilnahme an politischen Wahlen Zustimmung zu totaler Versklavung ist!? — Nein, ganz falsch, das deutsche Volk wird nicht von bösen politischen Kriminellen betrogen. Das deutsche Volk, ob nun links, rechts oder was auch immer, besteht selbst zu 75 Prozent aus Kriminellen.

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          Verfasst von No_NWO | 13. Februar 2022, 18:02
        • „..An dem Punkt verstehe ich viele Linke nicht mehr …“

          Erklärungsversuche:

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          Verfasst von ZED | 14. Februar 2022, 2:54
        • @ZED — Die Grafik unten würde ein Richter als nicht beweiserheblich abweisen und seinem Urteil die folgende Formel zugrundelegen: …wußte oder hätte wissen müssen, daß es sich bei Parteien um Zusammenschlüsse von Personen handelt, deren handlungsleitende Maxime die lebenslange Versorgung ihrer selbst ist.

          Selbstverständlich hätte dieser Richter Repressalien seitens des Landesjustizministeriums zu erwarten, da Richter sowohl örtlich als auch fachlich, und ohne Rechtsbehelf, versetzbar sind. Den Staatsanwaltschaften dürfen Justizminister übrigens vorschreiben, gegen wen sie in welcher Angelegenheit zu ermitteln haben. Und gegen wen NICHT. Heißt: Ohne staatsanwaltschaftlichen Antrag KEINE juristische Verfolgung.

          Noch Wortmeldungen, bitte? Nein!? Dann kommt das Gericht jetzt zur Urteilsverkündung: Teilnahme an politischen Wahlen weist Verantwortungsflucht, Infantilismus und Untertanentum aus. Der Angeklagte verurteilt sich selbst zu lebenslanger bio-technotronischer Sklaverei. Die Sitzung ist geschlossen.

          Ja, wenn auch für die falschen, aber der Rio Reiser sang richtig!

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          Verfasst von No_NWO | 15. Februar 2022, 0:41
        • @ZED — bittesehr, hier noch etwas zum Rätsel «Die Linke, das unbekannte Wesen» ==>

          In «Geheimwissenschaft Geomantie, Der Glaube an die magischen Kräfte der Erde», von Ulrich Magin, 1996, ISBN 3-406-39266-0, auf den Seiten 63 bis 67 Erhellendes über die Einkehr ariosophischer Germanen-Esoterik in die deutsche Nachkriegslinke der 1980er Jahre. Zitat S. 67: „Aber die Renaissance der Harmoniesucht, die das Germanenbild und die geomantischen Spekulationen des *Ahnenerbes* wiederbelebte, führte dazu, daß ehemals verpönten faschistischen Autoren nun erneut Tür und Tor geöffnet wurde, ausgerechnet von einer sich kritisch gebärdenden Linken.“

          Sagen wir es so: Linke, oder auch Rechte, sind viel zu grob verallgemeinernde Begriffe. Es führt leider kein Weg vorbei an dem mühsamen Geschäft von inhaltlicher Debatte einzelner Sachfragen. Links, Rechts und Mitte sind bloß das, was die herrschenden Bildner der herrschenden Massenmeinung gerade d’raus machen.

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          Verfasst von No_NWO | 16. Februar 2022, 18:16

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