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Ausland, Europa

Der nicht-erklärte Krieg: Wie Großbritannien der Opposition in Russland Millionen bezahlt

von Thomas Röper – http://www.anti-spiegel.ru

Großbritannien ist seit Jahren im großen Stil in das „Regimechange-Business“ eingestiegen und manipuliert auch die öffentliche Meinung in Europa.

Großbritannien ist im großen Stil in den „Informationskrieg“ gegen Russland eingestiegen und finanziert russische Oppositionelle und regierungskritische Medien in Russland mit zweistelligen Millionenbeträgen. Man stelle sich mal vor, wie groß der Aufschrei wäre, wenn Russland in Deutschland oder Großbritannien oppositionelle Medien, Blogger und Regierungskritiker über seine Botschaften mit dem Ziel bezahlen würde, einen Regimechange in Berlin oder London anzuzetteln. Genau das ist es, was – nicht nur – Großbritannien in Russland macht.

Darüber hat Maria Sacharowa, die für ihre spitze Zunge bekannte Sprecherin des russischen Außenministeriums, im Detail berichtet. Ich habe die offizielle russische Erklärung übersetzt und muss eine Anmerkung vorwegschicken: Alles, was sie sagt, ist unbestritten wahr. Die Links im Text habe ich aus der Originalerklärung übernommen.

Beginn der Übersetzung:

Am 22. Januar dieses Jahres gab die britische Außenministerin Elisabeth Truss viel beachtete Erklärungen ab:

Wir haben Informationen, die darauf hindeuten, dass die russische Regierung hofft, einen pro-russischen Führer in Kiew einsetzen zu können…

Wir haben Informationen, dass russische Geheimdienste Verbindungen zu vielen ehemaligen ukrainischen Politikern unterhalten…

Das Foreign Office hat nie Beweise oder Belege für seine – wie sich herausstellte – unbegründeten Anschuldigungen vorgelegt. Sie geben einfach eine Erklärung ab und fahren fort: „Wir haben Informationen“. Und natürlich das geliebte „Highly Likely“. (Anm. d. Übers. Das Englische „Highly Likely“ – also „höchstwahrscheinlich“ – ist in Russland ein geflügeltes Wort geworden, denn alle Vorwürfe gegen Russland sind immer „Highly Likely“ – egal, ob die angebliche Vergiftung der Skripals oder Nawalnys, ob angebliche russische Wahleinmischungen oder Hackerangriffe, alles ist immer „Highly Likely“ in den englischsprachigen Erklärungen)

Natürlich haben sich diese Fakes nur ein paar Stunden gehalten, aber sie trugen dazu bei, die anti-russische Hysterie zu schüren. Wir haben das alles widerlegt. Es steht alles auf unserer Website.

Vor diesem Hintergrund möchten wir die Aufmerksamkeit auf die Taktik unserer Kollegen vom Foggy Albion lenken, wenn sie auf frischer Tat ertappt werden. Wir sagen nicht einfach: „Wir haben Informationen“, sondern legen der Öffentlichkeit authentische Dokumente vor, die beweisen, dass das Außenministerium, die britischen Botschaften und andere offizielle Strukturen in feindliche Aktivitäten gegenüber anderen Staaten verwickelt sind.

Während des gesamten Jahres 2021, seit Februar, gab es einen enormen Strom von „Leaks“ aus London, die die sensationelle Geschichte der „Integrity Initiative“ von 2018 im Vergleich wie kindliche Aufwärmübungen erscheinen lassen. Damals, wir erinnern uns, veröffentlichte die Hackergruppe Anonymus interne Dokumente des Projekts, das 2015 vom britischen Institut für öffentliche Verwaltung gestartet wurde. Es handelte sich um eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung der „russischen Propaganda“ und der „hybriden Kriegsführung“, die angeblich von Russland betrieben wird. Unsere britischen Partner bildeten Gruppen von Meinungsführern, um den anti-russischen Diskurs zu unterstützen, einschließlich in sozialen Medien. Die gesamte Arbeit wurde über geheime Kontakte in britischen Botschaften abgewickelt. Es ging um die Schaffung eines globalen Netzwerks zur medialen Beeinflussung und der politischen Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten. Es wurde berichtet, dass die Zellen der „Integrity Initiative“ bereits in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, den Niederlanden, Griechenland und einer Reihe anderer europäischer Staaten erfolgreich arbeiten. (Anm. d. Übers.: Über die „Integrity Initiative“ habe ich mal im Zusammenhang mit den Hintermännern von Nawalny berichtet, den Artikel finden Sie hier)

Der damalige britische Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, Duncan, musste in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage zugeben, dass sein Laden dem Institut und der „Integrity Initiative“ seit 2017 Zuschüsse in Höhe von mehr als 2,2 Millionen Pfund gewährt hatte. Gleichzeitig erklärte das Außenministerium, dass es „nicht die Absicht hat, Transparenz zu zeigen und Russland und anderen interessierten Parteien offizielle Informationen über das Projekt zukommen zu lassen“. Es wurde auch argumentiert, dass „diese Informationen dazu verwendet werden könnten, die Wirksamkeit des Programms zu untergraben“.

Und, hat sich seit 2018 etwas geändert? Offenbar hat das britische Außenministerium seither seine verdeckte Finanzierung für solche Programme vervielfacht und kommentiert aufkommende Meldungen über deren Existenz nicht mehr. Offenbar ist das das Foreign Office in der Lage, neue parlamentarische Untersuchungen zu verhindern.

Und nun eine Zusammenfassung dessen, was London mit allen Mitteln versucht, aus der westlichen Presse herauszuhalten, damit – Gott bewahre – die treuen britischen Steuerzahler nicht herausfinden, wofür ihre Pfunde ausgegeben werden.

Im Februar 2021 veröffentlichte wieder die Gruppe „Anonymous“ ein Archiv mit Dokumenten des britischen Außenministeriums zu einem neuen Projekt namens „Undermining Russia“. Der Name spricht für sich selbst. Die Masken sind gefallen! Zum ersten Mal seit Jahrhunderten haben wir gesehen, was sich hinter ihnen verbirgt. Vor einem Jahr haben wir diese Nachricht ausführlich kommentiert und unsere Kollegen aufgefordert, zu antworten. Aber es gab keine Antworten. Auch die zahlreichen Anfragen von Medien blieben unbeantwortet. Das Foreign Office scheint im Stillen weiterhin formal unabhängige russischsprachige Nachrichtenpublikationen in Russland und den postsowjetischen Staaten zu finanzieren und daran zu arbeiten, ein verdecktes Netzwerk einflussreicher Blogger im russischsprachigen Segment der sozialen Netzwerke aufzubauen, um „die Bedingungen für einen Regimechange“ in Russland zu schaffen und „den russischen Einfluss“ in Osteuropa und Zentralasien zu untergraben.

Wie aus den veröffentlichten Megabytes hervorgeht, sind eine Reihe renommierter Medien mit Sitz in London, wie BBC Media Action und die Thomson Reuters Foundation, in diese Aktivitäten verwickelt. Als wir das zum ersten Mal erwähnten, empörte sich die BBC, dass es sich nicht um die „Nachrichten“, sondern um eine andere Art von „Medien“ handele. Dass es sich dabei um eine einzige Unternehmensgruppe handelt, wollen sie verschleiern. Offensichtlich sind sie sich der Tatsache bewusst, dass ein Teil ihrer Leute „anständige“ Mitarbeiter sind und andere solch unschönen Aktivitäten nachgehen. Es ist an der Zeit, die Dinge beim richtigen Namen zu nennen. Obwohl es sich dabei um eine Abteilung handelt, ist sie immer noch Teil der BBC.

Warum erwähnen wir sie? Wahrscheinlich, weil die britische Außenministerin Truss neulich die Möglichkeit von Sanktionen gegen russische Medien nicht ausgeschlossen hat. Sie äußerte sich sowohl zu russischen Bürgern als auch zu Unternehmen. Wenn Maßnahmen gegen russische Journalisten ergriffen werden, wissen Sie, dass und wie wir reagieren können. Das haben wir von denen gelernt.

Wir haben sowas noch nie gemacht. Wir haben alle Voraussetzungen dafür geschaffen, dass ausländische Korrespondenten hier arbeiten können, wir waren kooperativ und offen und haben uns in vollem Umfang an Geist und Buchstaben des Gesetzes und an unsere internationalen Verpflichtungen gehalten. Wenn das geschieht und Sanktionen gegen die russischen Medien verhängt werden, sollten Sie uns nicht verantwortlich machen. Wir werden allen Grund haben, in gleicher Weise zu reagieren. Das nur zur Information. (Anm. d. Übers.: In Russland können Auslandskorrespondenten tatsächlich vollkommen frei arbeiten und selbst die anti-russischsten Propagandisten unter ihnen haben sich noch nie darüber beklagt, dass sie in Russland bei ihrer Arbeit in irgendeiner Form behindert worden wären)

Am 3. Oktober 2021 wurde in russischsprachigen Telegram-Kanälen ein Finanzplan der Regierungsorganisation Global Britain Fund veröffentlicht. Das offizielle London lehnte es ab, sich zu dem Leak zu äußern, aber die Echtheit der Dokumente wurde von einem der Geldempfänger, Herrn Aleshkovsky, dem Gründer der Foundation „Takie Dela“, bestätigt. In den Dokumenten findet sich ein Antrag, russische NGOs mit insgesamt 1,64 Milliarden Rubel (ca. 20 Millionen Euro) zu finanzieren. Da die Gelder zur Förderung britischer Interessen über die Botschaft in Moskau geleitet wurden, handelte es sich um einen groben Verstoß gegen das Wiener Übereinkommen von 1961. (Anm. d. Übers.: „Takie Dela“ ist eine der vielen aus dem Ausland finanzierten registrierten NGOs in Russland, die auch der Spiegel gerne mal als „unabhängige“ oppositionelle Kraft beschreibt)

Am 8. Dezember 2021 veröffentlichte Anonymus Dokumente der Firma ARK, einem Auftragnehmer des staatlichen britischen Conflict Prevention, Stability and Security Fund (CSSF). Der Fonds hat einen Jahresumsatz von über 1,2 Milliarden Pfund und bekommt seine Aufgaben vom Nationalen Sicherheitsrat, der auch die britischen Geheimdienste führt. Es war geplant, dass „Informationskrieger der speziellen Abteilung im Rahmen des Aurelius-Projekts offizielle russische Informationen über die Aktionen der russischen Luftwaffe in Syrien leugnen und diese Desinformationen über russischsprachige Oppositionsmedien und soziale Medien verbreiten.

Im Dezember 2021 veröffentlichte das Enthüllungsportal Underside Anträge an das britische Außenministerium für 56 Zuschüsse in Höhe von 1,3 Milliarden Rubel (ca. 16 Millionen Euro) für russische NGOs aus 44 russischen Regionen. Dort gibt es auch eine detaillierte Analyse, die die offene britische Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten aufzeigt.

Wie unsere britischen Kollegen wahrscheinlich schon gemerkt haben, werden wir dieses Thema nicht unter den Tisch fallen lassen und es wird ebenso proportional zu den Erklärungen des Foreign Office sein. Je mehr absurde und gefälschte Behauptungen sie über uns aufstellen, desto mehr werden wir diese Thesen mit Gegenargumenten widerlegen, die auf Fakten basieren. Wir haben die Fakten. Wir werden weiterhin Erklärungen fordern, ein Ende der bösartigen Praxis, britische diplomatische Vertretungen für Aufgaben zu nutzen, für die sie nicht da sind, und die Aufmerksamkeit auf das neokoloniale Verhalten Großbritanniens lenken. Die russische und die internationale Öffentlichkeit müssen ihre „Helden“ kennen.

Ende der Übersetzung

Der nicht-erklärte Krieg: Wie Großbritannien der Opposition in Russland Millionen bezahlt

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Der nicht-erklärte Krieg: Wie Großbritannien der Opposition in Russland Millionen bezahlt

  1. Sag ich ja schon lange, in Deutschland wird gerne geglaubt, daß alles was englisch ist, aus den USA kommt und die Amis unterstützen das in gewisser Weise, weil sie sich gerne für die Größten halten. Das UK hingegen agiert auf leisen Sohlen und auf die effizienteste Weise, nämlich über die Medien.

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    Verfasst von zivilistin | 6. Februar 2022, 20:46

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