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Ausland, Europa

Selbstmord für Europa: Wie die USA Druck auf Nord Stream 2 erhöhen

von Thomas Röper – http://www.anti-spiegel.ru

Die USA wollen Nord Stream 2 schon lange stoppen, ein ukrainisch-russischer Krieg wäre daher ein Glücksfall für die USA, denn in dem Fall wäre es für Deutschland schwer, an der Pipeline festzuhalten.

Die USA spielen bereits durch, wie es Europa vollkommen ohne russisches Gas gehen würde. Als die Gaspreise vor einigen Monaten explodiert und die amerikanischen Tanker mit für Europa vorgesehenem Gas nach Asien abgedreht sind, da hat die US-Regierung noch verkündet, dafür könne sie nichts, das seien Entscheidungen privater Firmen, darauf habe die US-Regierung keinen Einfluss.

Nun plötzlich, wo die USA sich einen ukrainisch-russischen Krieg regelrecht wünschen, weil sie hoffen, Nord Stream 2 damit beerdigen und Russland sogar vom SWIF abschneiden zu können, ist die US-Regierung plötzlich dabei, mit den privaten Firmen zu reden, weil sie das dann fehlende russische Gas ersetzen sollen, was sie jedoch gar nicht können. Wenn europäische Politiker so dumm sind, den leeren Versprechungen, die USA könnten den Verlust russischen Gases in Europa kompensieren, zu glauben, dann gehen in der EU – im wörtlichen Sinne des Wortes – die Lichter aus.

Das war am Sonntag Thema in einem Kommentar im wöchentlichen Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens und ich habe den Kommentar übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

„Fürsorge“ für Verbündete: Wie Amerika Europa schadet

Die USA planen einen weiteren Angriff auf russisches Gas. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, teilte mit, dass die US-Regierung „Gespräche mit großen Erdgasproduzenten in der ganzen Welt führen, um deren Möglichkeiten und Bereitschaft zur vorübergehenden Steigerung der Erdgasproduktion und zur Verteilung dieser Mengen unter den europäischen Abnehmern zu verstehen“. Das klingt nach Fürsorge für die europäischen Verbündeten, nicht wahr? Einen Tag später bestätigte US-Außenminister Anthony Blinken dasselbe: „Wir sind in Gesprächen mit Regierungen und großen Gasproduzenten in der ganzen Welt, um Kapazitäten zu finden.“

Das alles für Europa. Das ist sogar rührend. In Wirklichkeit sind die USA nämlich darüber besorgt, wie man russisches Gas im Zusammenhang mit den Diskussionen über neue „höllische Sanktionen“ gegen Russland ersetzen kann. „Höllisch“ ist, wenn Sanktionen gegen Gazprom verhängt werden oder wenn Russland vom internationalen Schnellüberweisungssystem SWIFT abgekoppelt wird. Beides würde die russischen Gaslieferungen nach Europa stoppen, denn wenn das Gas nicht bezahlt, also nicht gekauft werden kann, woher soll man dann Gas bekommen?

Überhaupt wird das, was die USA als Sorge um ihre Verbündeten darstellen, in Wirklichkeit enormen Schaden in Europa anrichten und hat ihn schon angerichtet. Stellen Sie sich vor, Russland liefert Europa – die Türkei nicht mitgerechnet – jährlich mindestens 150 Milliarden Kubikmeter Gas. Allein Deutschland verbraucht 50 Milliarden. Russisches Gas macht 55 Prozent der Gasbilanz dieses größten Landes der Europäischen Union aus. Und jetzt suchen die Amerikaner irgendwo nach Gas, um diese Menge an Gas für Europa zu ersetzen…

Erstens gibt es ein solches Volumen auf dem Weltmarkt einfach nicht. Es ist unrealistisch, das aus den asiatischen Märkten herauszunehmen. Dann werden die Preise dort so stark steigen, dass sie alles wieder zurück saugen werden. Und Europa leidet darunter. Zweitens ist niemand in der Lage, eine solche zusätzliche Gasmenge zu produzieren, auch nicht auf Anfrage der USA. Das ist ein Bluff. Und die USA haben kein Druckmittel, um irgendjemanden dazu zu zwingen. Das heißt, die Amerikaner plappern nur. Doch dieses Geplapper schadet Europa bereits, denn es bringt Nervosität in den Markt, und Nervosität hat die Preise noch nie beruhigt.

Höhere Gaspreise erhöhen automatisch die Preise für alles. Die USA drucken unter diesen Bedingungen Geld und treiben die Inflation in die Höhe. Sie können noch mehr drucken, aber was sollen andere tun?

Die USA profitieren als Gasexporteur von den hohen Preisen. Die Europäer nicht. Und sollte man den Amerikanern, die bis vor kurzem versprochen haben, Europa mit ihrem Flüssiggas zu überschwemmen, und die, als die Preise auf dem alten Kontinent im letzten Herbst in die Höhe schnellten, keinen Finger gerührt haben, um ihren Verbündeten irgendwie zu helfen, glauben? Jetzt drängen die USA Europa, neue Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Aber dann müssten die Europäer ja Sanktionen gegen sich selbst verhängen, denn die Turbulenzen auf den globalen Gasmärkten werden natürlich auch den alten Kontinent treffen. Höllisch treffen.

Ende der Übersetzung

Selbstmord für Europa: Wie die USA Druck auf Nord Stream 2 erhöhen

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Selbstmord für Europa: Wie die USA Druck auf Nord Stream 2 erhöhen

  1. Was währen die Amerikaner ohne Ihre Vasallen !?
    Nur ein knurrender Kamphund an der Kette!

    Gefällt mir

    Verfasst von wolfgang fubel | 31. Januar 2022, 12:16

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