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Ausland, Europa

CNN liegt falsch: „Putins Pipeline“ hat keinen „Keil“ in den Westen getrieben

von Andrew Korybko – https://oneworld.press

Übersetzung LZ

Das soll nicht heißen, dass Deutschland nicht letztlich dazu gezwungen werden kann, seine nationalen wirtschaftlichen – und damit auch sicherheitspolitischen und damit strategischen – Interessen zu opfern, sondern nur, dass dies gerade wegen der stabilisierenden Wirkung von Nord Stream II nicht so einfach sein wird.

CNN veröffentlichte am Dienstag einen Artikel über „Wie Putins 11-Milliarden-Dollar-Pipeline die NATO und die EU in einer Zeit der Krise spaltet“. Die Kernaussage ist, dass Nord Stream II angeblich einen Keil in den Westen getrieben hat, was zumindest durch Deutschlands Widerwillen, auf den kriegstreiberischen Zug aufzuspringen, der von der subversiven antirussischen Fraktion der ständigen militärischen, geheimdienstlichen und diplomatischen Bürokratie der USA („deep state“) angeführt wird, bewiesen sein soll. Es wird stark unterstellt, dass Berlin die Interessen seiner mittel- und osteuropäischen (MOE) Verbündeten verraten hat, weshalb einige in den USA das Projekt bis zur Unterwerfung sanktionieren wollen.

Das ist keineswegs eine korrekte Darstellung der strategischen Situation. Die Behauptung, Nord Stream II sei ein rein unpolitisches und kommerzielles Projekt zwischen zwei Großmächten, das die Energieversorgung der EU zuverlässig sicherstellen soll, ist keine bloße Rhetorik. Genauso wie Russland das Projekt theoretisch „als Waffe nutzen“ könnte (was es nicht will und wofür auch keine glaubwürdigen Beweise öffentlich vorgelegt wurden), könnte dies auch Deutschland tun. Nord Stream II bindet daher diese beiden Länder sowie Russland und die EU im weiteren Sinne in eine stabilisierende Beziehung komplexer wirtschaftlicher Interdependenz ein.

Das ist jedoch genau der Grund, warum die subversive antirussische „Deep State“-Fraktion der USA das Projekt so sehr hasst. Sie sind gegen die Wirkung, die es hatte, Deutschland dazu zu bringen, die Weisheit zu überdenken, auf ihren kriegstreibenden Zug aufzuspringen. Ohne den faktischen Führer der EU an Bord fehlt dem Kriegstreiben dieser Fraktion die moralische Glaubwürdigkeit, die sie in den Augen der westeuropäischen Bevölkerung, die in jeder Hinsicht viel einflussreicher ist als ihre Kollegen in Mittel- und Osteuropa, anstrebt. Dieses Verhältnis komplexer wirtschaftlicher Verflechtungen wird nicht von Russland, sondern gerade von Deutschland ausgenutzt.

Zur Erklärung: Der informelle Führer des Blocks erkennt die Notwendigkeit an, Energieimporte aus Russland zuverlässig zu gewährleisten, insbesondere im Kontext der anhaltenden Energiekrise auf dem Kontinent. Obwohl einige in diesem Land wohl versucht haben, dieses Projekt zu politisieren, indem sie seine Umsetzung unter bürokratisch-technischen Vorwänden verzögerten, würde seine völlige Absage, nachdem bereits so viel in seinen Bau inmitten der gegenwärtigen Energiekrise investiert wurde und ohne ebenso kosteneffizienten und zuverlässigen Ersatz, die multidimensionale Wirtschaftskrise der EU auf unbestimmte Zeit verlängern.

Das wäre für die stillschweigend hegemonialen Pläne Deutschlands für den Kontinent äußerst nachteilig, ganz zu schweigen davon, wenn dies gleichzeitig mit dem Ausbruch internationaler Feindseligkeiten in Osteuropa geschähe, die von der subversiven antirussischen „Deep State“-Fraktion der USA provoziert werden, um zu rechtfertigen, dass die „Eindämmung“ dieser Großmacht Vorrang vor der Chinas hat. Das soll nicht heißen, dass Deutschland nicht letztlich dazu gezwungen werden kann, seine nationalen wirtschaftlichen – und damit auch sicherheitspolitischen und damit strategischen – Interessen zu opfern, sondern nur, dass dies gerade wegen der stabilisierenden Wirkung von Nord Stream II nicht so einfach sein wird.

Wie der ehemalige deutsche Marinechef Schönbach, der am vergangenen Wochenende unter Druck gesetzt wurde, zurückzutreten, weil er sich vernünftig über Russland geäußert hatte, zeigt, glaubt Berlin nicht, dass es in seinem Interesse liegt, Moskau weiter zu verärgern, auch wenn die Offiziellen seines Landes bestritten, dass seine Äußerungen ihre offizielle Position widerspiegelten. Diese Einsicht legt nahe, dass nicht Nord Stream II einen „Keil“ in den Westen getrieben hat, sondern die eigene subversive antirussische „Deep State“-Fraktion der USA, die aktiv ihr umfangreiches Einflussnetzwerk im Baltikum, in Polen, der Ukraine und Großbritannien nutzt, um einen Stellvertreterkrieg mit Russland zu provozieren.

https://oneworld.press/?module=articles&action=view&id=2429

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