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Inland, Parteien

Das russische Fernsehen: „Die Grünen sind populistisch und Selbstmord für Deutschland“

von Thomas Röper – http://www.anti-spiegel.ru

In Russland hat angesichts der von der grünen Politik verursachten Energiekrise in Europa niemand mehr Verständnis für das, was die Grünen als „Politik“ bezeichnen, wie ein aktueller Bericht des russischen Fernsehens eindrücklich zeigt.

Das russische Fernsehen hat am Sonntag einen Bericht über die Energiekrise in Europa und vor allem in Deutschland gebracht, der anschaulich aufzeigt, wie und warum man in Russland die grüne Politik beurteilt. Ich habe den Bericht des russischen Fernsehens übersetzt und anschließend noch einmal die Gründe für die aktuelle Energiekrise zusammengefasst.

Beginn der Übersetzung:

Die Energiekrise plagt Europa

In der Welt herrscht eine schwere Energiekrise, ein Ansturm auf Gas, ständig steigende Strompreise und die daraus resultierende Stilllegung ganzer Industrien. Das Beispiel der Elektroautos, die plötzlich unrentabel wurden, ist ein gutes Beispiel dafür. Und dann wird hektisch über Sanktionen gesprochen, die in Wirklichkeit unfairer Wettbewerb sind. Sanktionen brauchen einen Deckmantel in Form von schönen Worten über die Erhaltung der Natur, der Sicherheit, der Wahlfreiheit, der Diversität der Menschen, des Schutzes eines Gebietes namens Ukraine. Und natürlich darf die Demokratie nicht fehlen… Im Kern geht es um schamlose Vorteile für einige wenige Menschen. Das Ergebnis ist eine Atmosphäre der Täuschung, sind Fehler in den strategischen Prognosen und die übliche Schuldzuweisung an Russland.

Aus Deutschland berichtet unser Korrespondent Michail Antonow.

Jeder weiß natürlich, dass ein Hybrid ein Auto ist, das mit einem Elektromotor startet, bei Erreichen einer bestimmten Drehzahl auf Verbrennung umschaltet und mit der Bremsenergie die Batterie für den nächsten Start auflädt. Seit kurzem ist ein neues Hybridmodell auf dem Markt, das sowohl über einen Benzintank als auch über einen Plug-in-Anschluss zum Aufladen einer Batterie verfügt, die bereits genug Energie für einen ganzen Fahrzyklus hat. Wenn man vorsichtig ist, kann man 60 bis 70 Kilometer durch die Stadt fahren. Und bis zum letzten Herbst war das sehr kostengünstig. Aber Experten der Citibank London sagen, dass es bei den derzeitigen Strompreisen in Europa bereits billiger ist, nur mit Benzin zu fahren.

Obwohl für Strom eine Mehrwertsteuer von nur 5 Prozent anfällt und die Steuern und Verbrauchssteuern auf Benzin und Diesel mehr als die Hälfte des Preises ausmachen, kostet die Nutzung eines Hybridfahrzeugs in Großbritannien nach Berechnungen der Citibank heute 50 Prozent mehr als die eines Benzinfahrzeugs und da die Tarife im Frühjahr überarbeitet werden sollen, könnte der Unterschied auf 300 Prozent steigen.

„Trotz der Ambitionen im Bereich der erneuerbaren Energien importiert Europa immer noch den größten Teil seiner Energie, hauptsächlich in Form von Öl und Gas“, stellt die Citibank fest.

Der Einsatz großer Mengen teuren Gases in der Stromerzeugung führt zu einer Kettenreaktion in Form hoher Strompreise. Das Risiko für Haushalte, Unternehmen und Besitzer von Elektroautos, Pleite zu gehen, hängt mit dem Gaspreis zusammen, der in der zweiten Januardekade erneut auf 1.100 Dollar pro tausend Kubikmeter gestiegen ist, nachdem berichtet wurde, dass die Gasreserven in den unterirdischen Speichern auf unter 50 Prozent gesunken sind, ein historischer Tiefstand. Das Elektroauto, das britische Bankanalysten als Beispiel anführten, um das Ausmaß des Problems zu verdeutlichen, kann durch jedes andere elektrische Gerät ersetzt werden: einen Fernseher, ein Bügeleisen, eine Waschmaschine oder eine elektrische Heizung. Auch auf einen Gaskessel oder sogar das Thermostat an einem Heizkörper trifft das zu. Der Wunsch, das Thermostat an diesem kalten Januartag aufzudrehen, ist groß, aber die britischen Hausbesitzer fürchten, dass die Heizung in diesem Winter teuer wird, wenn die Rechnungen im April eintreffen.

Die steigenden Stromkosten ziehen die Preise für alles mit sich. Die Inflation beschleunigt sich bei schrumpfender Produktion. In diesem Winter wird es in Europa keinen Hunger geben, aber auch nicht den üblichen Überfluss. Niederländische Landwirte warnen: „Alles ist so kritisch, dass wir uns für ein Halblichtsystem entschieden haben. Manche, die mehrere Gewächshäuser haben, sagen: Wir lassen ein oder zwei leer stehen. Aber dann verliert man so viel Produktion! Die Situation könnte nicht extremer sein.“

Die schwierige Situation in Deutschland wird durch die ultimative grüne Politik verschärft: Sie hat die Deutschen bei den Energiepreisen an die Spitze des Kontinents gebracht. Vor dem Jahreswechsel wurden alle Haushalte über die Erhöhung der Tarife informiert. Nicht um 400 Prozent wie beim Gas, aber immerhin um ein Drittel. Aber auch das rettet die kleinen Anbieter nicht – die Zahl der Insolvenzen hat sich auf 39 Unternehmen im letzten Jahr verdoppelt und die großen Konzerne übernehmen den Markt.

Doch wie sieht es mit Elektroautos in Deutschland, dem Land der Autos und Autobahnen, aus? Ist es so teuer, elektrisch zu fahren, wie die Citibank-Analysten behaupten? Wenn Sie den Preis für einen Liter Kraftstoff und eine Kilowattstunde sowie den Verbrauch von beidem auf hundert Kilometern kennen, können Sie die Rechnung im Kopf machen. Wir machen ein Experiment und fahren 20 Kilometer in der Stadt mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 50 km/h zuerst mit Benzin, und dann die gleiche Strecke zurück, aber mit einem Elektromotor. Wir tanken und vergleichen die Quittungen.

Die Flotte der Elektroautos in Deutschland umfasst inzwischen rund 440.000 Fahrzeuge. In zehn Jahren soll es bis zu 15 Millionen emissionsfreie Fahrzeuge geben. Die Umstellung der Fahrzeuge auf Strom würde den Deutschen in vielerlei Hinsicht helfen, das Ziel zu erreichen, das sich ihre „grünen“ Experten mit ehrgeizigen Zielen gesetzt haben.

„Sie sehen, dass die Aufgabe groß, ja gigantisch ist. In Zahlen ausgedrückt haben wir die Emissionen in Deutschland zwischen 2010 und 2020 um 15 Millionen Tonnen pro Jahr gesenkt, aber bis 2030 müssen wir sie im Durchschnitt um mehr als 40 Millionen Tonnen reduzieren“, sagte Robert Habeck, Deutschlands Klimaminister.

Die Energie für den Elektroverkehr soll nach den Plänen der deutschen Grünen aus alternativen Quellen gewonnen werden: Windräder, Sonnenkollektoren und Biomasse. Es werden mehr benötigt – Zehntausende, Millionen von Tonnen Biomasse. Während die Baerbock-Habeck-Partei bereit ist, sich mit Gas vorerst noch abzufinden, will die neue Bundesregierung endgültig aus der nuklearen Stromerzeugung aussteigen: Drei der sechs in Deutschland noch betriebenen Kernkraftwerke wurden in der Silvesternacht abgeschaltet, die letzten drei Reaktoren werden am 1. Januar 2023 um Mitternacht abgeschaltet.

Die Sturheit der deutschen Regierung, insbesondere der Grünen, in ihrem Kampf gegen Atomkraftwerke stößt bei ihren Nachbarn auf Unverständnis. Selbst die Europäische Kommission hat die Kernkraft als klimaneutrale Technologie eingestuft.

„Diese grüne Partei ist weiter populistisch, sie täuscht die Menschen. Sie haben die Kernkraft in Deutschland abgeschaltet. Das ist Selbstmord für Deutschland, das praktisch keine Bodenschätze hat. Sie hatten einen Anteil von 37 Prozent an Kernenergie und haben mit der Abschaltung die deutsche Wirtschaft in den Ruin getrieben. Das ist die ganze Antwort“, sagte Michail Kovaltschuk, Präsident des Kurtschatov-Instituts.

Kohle und Kohlenwasserstoffe, die den Grünen verhasst sind, haben die Energieunternehmen bisher davon abgehalten, das „Geschlossen“-Schild an die Tür zu hängen. 45 Prozent der gesamten Stromerzeugung im fortschrittlichen Deutschland stammt heute aus Kohle, in den Niederlanden decken sie und andere fossile Brennstoffe 70 Prozent des Bedarfs, in Irland 90 Prozent.

Das Wallstreet Journal berichtet, dass eines der schmutzigsten Ölfelder der Welt – die Ölsande in Alberta, Kanada – eine Rekordproduktion erreicht hat. Seit 2004 wird dort Öl abgebaut, mit Wasser aus der Sandmasse herausgewaschen und mittels Hydraulic Fracturing gewonnen – vier Tonnen bituminöser Sand ergeben ein Barrel Rohöl. Hier sieht man ihren Kampf für Ökologie und Klimaneutralität auf einem Bild (Anm. d. Übers.: Wer die Bilder aus Kanada nicht kennt, sollte sich die in dem russischen Beitrag anschauen): Das ist keine irdische Landschaft, es ist der Saturn. Je mehr Kohle und Heizöl sie verbrennen, desto lauter rufen sie, dass es Zeit ist, damit aufzuhören: noch ein Tag, dann ist es vorbei. Und was bleibt ihnen dann noch? Dauerhaft erneuerbare Energie? In dieser Hinsicht gibt es keine Illusionen, deshalb tut die Gasfrage so weh.

Man fragt sich, was hat die NATO mit der Energie zu tun? Es ist das gleiche. Das sagt ein Tweet von Stoltenbergs nach seinem Gespräch Herrn Birol, mit dem Leiter der Internationalen Energieagentur. Wahrscheinlich sagte Herr Birol, der vergaß hinzuzufügen, dass Gazprom alle Verträge erfüllt habe, Stoltenberg ungefähr Folgendes (Anm. d. Übers.: Es wird eine Aussage von Birol vor der Presse gezeigt): „Russland hat seine Ausfuhren nicht in dem Umfang gesteigert, wie wir es uns erhofft hatten. All dies hat zu einer Instabilität des Marktes und zu einem Preisanstieg geführt“.

Europa kann also auf dem Markt so viel spielen, wie es will, und das System der langfristigen Verträge zerstören, aber wenn es eng wird, dann kann man Gazprom die Schuld geben. So funktioniert das nicht.

„Wir können liefern. Wir haben enorme Ressourcen. Aber jedes Feld ist ein Investitionsprojekt, das Zeit braucht, um sich zu amortisieren und Investitionen anzuziehen, daher muss es eine klare Verkaufspolitik geben. Deshalb sind wir immer dafür eingetreten, dass langfristige Verträge für die Verbraucher, die diese Energiequellen nutzen, in erster Linie ein System der Energiesicherheit sind“, sagte der stellvertretende russische Ministerpräsident Alexander Novak.

Und doch hat Gazprom im vergangenen Jahr mehr geliefert, als im langfristigen Vertrag vereinbart ist, und sein Lieferziel für Deutschland um 5,5 Milliarden Kubikmeter übertroffen. Und die Partei von Bundeskanzler Scholz hat nicht die Absicht, auf ein solches Sicherheitspolster zu verzichten.

In dieser Woche drängte die deutsche Verteidigungsministerin Lambrecht im französischen Brest ihre Kollegen, Nord Stream 2 aus dem neuen Paket anti-russischer Sanktionen wegen der Ukraine herauszunehmen, aber man sagte ihr, dass das unmöglich sei: Die europäische Familie, die den Bau von Atomkraftwerken verdoppelt, ist bereit, dem deutschen Volk zu schaden, indem sie es ebenfalls zu Geiseln des Kiewer Regimes macht. Das kommt zu den deutschen „Grünen“, die das Offensichtliche in keiner Weise akzeptieren können, noch hinzu: Die erfolgreiche Zukunft ihrer eigenen klimaneutralen Projekte und anderer Elektroautos hängt jetzt und auf viele Jahre hinaus von einer massiven und ununterbrochenen Versorgung mit Erdgas ab, das es im bekannten Universum nur in zwei Varianten gibt: zu teuer oder russisch.

Inzwischen kennen wir den Gewinner im Wettbewerb zwischen Benzin und Strom. Wir sind 20 Kilometer gefahren und haben dabei Benzin für 3,55 Euro verbraucht. Auf dem Rückweg sind wir mit Batterie gefahren und das hat uns 2,68 Euro gekostet. Im Gegensatz zu London ist es in Berlin also immer noch sinnvoll, mit Strom zu fahren. Außerdem gibt es hier ein Geheimnis: Viele, wenn nicht sogar die meisten Deutschen kaufen diese Autos nicht nur, weil sie so umweltfreundlich sind, sondern auch, weil es in jeder Stadt, selbst in den belebtesten Gegenden, immer reservierte Parkplätze an Ladestationen für sie gibt: man kann vier Stunden kostenlos parken und tanken.

Ende der Übersetzung

Die Gründe für die Energiekrise in Europa

Über die Gründe für die Energiekrise in Europa habe ich oft berichtet, daher fasse ich sie hier der Vollständigkeit halber nur noch einmal kurz zusammen.

Erstens: Der letzte Winter war kalt, weshalb viel Gas verbraucht wurde. Pipelines und Tanker reichen nicht aus, um im Winter genug Gas nach Europa zu bringen, weshalb die Gasspeicher normalerweise im Sommer aufgefüllt werden. Das ist in diesem Jahr ausgeblieben und während die Gasspeicher normalerweise zu Beginn der Heizsaison zu fast 100 Prozent gefüllt sind, waren es in diesem Jahr nur knapp 75 Prozent.

Zweitens: Die Energiewende hat zu einem zu großen Anteil von Windenergie am Strommix geführt. Da der letzte Sommer aber außergewöhnlich windstill war, fehlte die Windkraft und es wurde unter anderem Gas zur Stromerzeugung genutzt, das eigentlich in die Speicher hätte geleitet werden müssen.

Drittens: Der Wunsch vieler europäischer Politiker, russisches Gas durch vor allem amerikanisches Flüssiggas zu ersetzen, hat dazu geführt, dass in Europa nun Gas fehlt. Der Grund: In Asien sind die Gaspreise noch höher als in Europa und die fest eingeplanten amerikanischen Tanker fahren nach Asien, anstatt nach Europa.

Viertens: Die Reform des Gasmarktes der letzten EU-Kommission hat den Handel mit Gas an den Börsen freigegeben. Dadurch wurde Gas zu einem Spekulationsobjekt. Während Gazprom sein Gas gemäß langfristiger Verträge für 230 bis 300 Dollar nach Europa liefert, ist es für die Importeure ein gutes Geschäft, das Gas an der Börse für 1.000 Euro weiterzuverkaufen und diese Spekulationsgewinne in Höhe von mehreren hundert Prozent in die eigene Tasche zu stecken.

Warum Gazprom trotzdem langfristige Verträge möchte? Die Antwort ist einfach, denn das war auch in Europa so, als in Europa noch Gasfelder erschlossen wurden. Der Produzent von Gas muss Milliardeninvestitionen planen und das geht nur, wenn er weiß, wie viel Gas er langfristig zu welchem Preis verkaufen kann. Daher möchte ein Gasproduzent langfristige Verträge, auch wenn der Preis zeitweise möglicherweise viel niedriger ist als der, den er an der Börse erzielen könnte.

Auch für den Kunden ist es von Vorteil, wenn er die Gaspreise und die Gasmengen im Voraus planen kann, denn was passiert, wenn man sich auf kurzfristige Verträge einlässt, erleben wir gerade in Europa. Dass die EU-Kommission sich trotzdem für kurzfristige Verträge und Börsenhandel von Gas einsetzt, ist entweder Inkompetenz, oder der Wunsch europäischen Konzernen die lukrative Börsenspekulation mit Gas auf Kosten der Verbraucher zu ermöglichen, oder die politische Abhängigkeit von den USA, die auf kurzfristige Verträge setzen, weil ihrer schnelllebigen Frackingindustrie schnelle Gewinne wichtiger sind als langfristige Planungssicherheit.

Das russische Fernsehen: „Die Grünen sind populistisch und Selbstmord für Deutschland“

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