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Energie, Wirtschaft

Strompreis in Deutschland erreicht weiteres Allzeithoch

von https://de.rt.com

Es kommt nicht wirklich überraschend: Der Strompreis erreicht zu Wochenbeginn ein neues Allzeithoch. Dabei spielen jedoch politische Entscheidungen die Hauptrolle: Eine einseitige Geopolitik, die Bekämpfung des Klimawandels und die Auswirkungen der Corona-Krise samt einer forcierten Digitalisierung fordern ihren Preis.

Die Lage am Markt für Elektroenergie spitzt sich für deutsche Verbraucher weiter zu, wie die Wirtschaftswoche berichtet. Am sogenannten Spot-Markt decken sich Unternehmen kurzfristig ein, wenn sie in Spitzenzeiten mehr Strom benötigen. Zwischen 2017 und 2019 lag dort der Strompreis pro Megawattstunde durchschnittlich bei 38,78 Euro, 2020 im Durchschnitt sogar nur bei 30,47 Euro. Aber in diesem Jahr steigt der Preis massiv an – besonders seit September ist das der Fall. Am Montag stieg der Wert auf 192 Euro – der Preisanstieg wird an den Endverbraucher in der Berechnung pro Kilowattstunde weitergegeben.

Unternehmen, die regelmäßig Strom verbrauchen, kaufen die Elektroenergie in einer festgelegten Menge auf Jahre im Voraus am Terminmarkt ein. Eigentlich ist das ein stabiler Markt. Schwankungen von 30 auf 55 Euro innerhalb eines Jahres wie von Januar bis September 2018 galten früher als extreme Schwankung. Damit ist es jetzt vorbei.

Eine Ursache liegt darin begründet, dass der US-Präsident Joe Biden beim Videotelefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor wenigen Tagen die Inbetriebnahme der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 wieder einmal infrage stellte. Durch sie soll bekanntlich Erdgas geleitet werden, das in Deutschland auch Kraftwerke anheizen könnte.

Generell zeigt sich seit Beginn der „Corona-Krise“, ein spürbar höherer Stromverbrauch, nicht zuletzt durch Homeoffice und Homeschooling und den Fortschritten bei der Digitalisierung an Arbeitsplätzen. Dazu kommt die politisch forcierte Umstellung der Stromerzeugung auf teureren „Ökostrom“ bei gleichzeitigem Zurückfahren fossiler Energieträger und deren enormer Besteuerung. Besonders fatal wirkt sich saisonal bedingt die fehlende Solarenergie aus. Und da derzeit auch noch wenig Wind weht, liefern auch die Windanlagen weniger Elektrizität als gewöhnlich.

Hanns Koenig, Marktexperte beim Beratungshaus Aurora Energy Research, sagte dem Spiegel:

„Der hohe Strompreis ergibt sich aus den hohen Brennstoffpreisen und hohen CO₂-Preisen.“

Bereits vor dem neuen Allzeithoch gehörte Deutschland zu den Industrienationen mit den höchsten Strompreisen für Privathaushalte weltweit. Koenig ergänzte:

„Wenn die Entwicklung an den Strom- und Gasmärkten länger anhalten sollte, wird das ein Politikum.“

In Frankreich, Spanien, Polen oder Italien streben die Regierungen seit Kurzem an, die Energiekosten regulatorisch einzudämmen: mit kurzfristigen Preismoratorien, Steuernachlässen und Subventionen. Von der künftigen Berliner „Ampel“-Koalition sind bisher keine derartigen Pläne bekannt geworden. Dabei ist auch der nächste Preisanstieg bereits in Sicht. Laut dem Vergleichsportal Verivox wollen mindestens 260 Versorger ihre Stromtarife im Januar erhöhen: im Schnitt um 7,1 Prozent – in der Spitze um bis zu 80 Prozent.

https://de.rt.com/inland/128425-strompreis-in-deutschland-erreicht-allzeithoch/

Diskussionen

4 Gedanken zu “Strompreis in Deutschland erreicht weiteres Allzeithoch

  1. Ja Wir haben dabei die Spielkasinos der
    Reichen vergessen, denn Die wollen ja
    auch Leben!!

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    Verfasst von wolfgang fubel | 14. Dezember 2021, 13:10
  2. Wegen Energiemangel praktiziert China als weltweit größter Kohleverbraucher bereits Stromrationierungen. Auch weil die Vorräte vor dem Winter für Industrie, Agrarwirtschaft und Verbraucher unzureichend sind. Das ist momentan ein weltweites Problem. Chinas Strom wird zu fast 60 Prozent durch Kohle erzeugt und dadurch der weltweit größte Verbraucher von Kohleenergie.

    Laut chinesische Medien haben rund 20 Provinzen Maßnahmen zur Stromrationierung ergriffen. Gleichzeitig versucht man wichtige Kohlelieferungen an Versorgungsunternehmen zu beschleunigen um weitere Stromausfälle zu vermeiden und die Industrieproduktion in den Schlüsselregionen nicht mehr lahmzulegen, was weltweite Folgen hat.

    Laut der staatlichen chinesischen Global Times wurden die drei nordöstlichen Provinzen „von einem bislang unerwarteten und beispiellosen Stromausfall getroffen“. Diese Stromrationierung in den Provinzen Heilongjiang, Jilin und Liaoning haben zu massiven Störungen des täglichen Lebens der Menschen und der Industrie geführt.

    Die Folgen von Stromknappheit und Rationierungen betreffen auch hat die südliche Provinz Guangdong, ein wichtiges Industrie- und Schifffahrtszentrum für den Export von Agrar- und Industrieprodukten. Viele Firmen versuchen, die Stromnachfrage zu reduzieren, indem sie nur noch zwei oder drei Tage pro Woche arbeiten oder die Angestellten in Kurzarbeit schicken.

    Der Kohlepreis ist um das drei- bis cvierfache gestiegen, wodurch die Stromkosten in China weiterhin auf einem Rekordhoch stehen. Als Konsequenz treibt die chinesische Regierung notgedrungen die Förderung alternativer Energiequellen massiv vorantreiben.

    Wegen der Stromknappheit hat die NDRC (Chinas Nationale Entwicklungs- und Reformkommission) lokale Wirtschaftsbehörden, Energieverwaltungen und Eisenbahnunternehmen angewiesen, den Kohletransport zu beschleunigen um die Versorgung in der Wintersaison sicherzustellen.

    Laut der South China Morning Post lagen die Bestände an Kohle zur Stromerzeugung Ende September auf einem Rekordtief. Die Energiekrise ist jedoch nicht auf China begrenzt sondern sie wird durch eine Reihe anderer Faktoren angetrieben. Die Erdgaspreise auf den Schlüsselmärkten in Nordostasien erreichten erneut einen Rekordhoch von über 25,00 Euro/MMBtu. Der Hauptschub kam von den europäischen Versorgungszentren, da Erdgas extrem knapp und teuer ist und ebenfalls eine Energiekrise ausgelöst hat. Wobei sich die Gaspreise im vergleich „nur“ verdoppelt haben.

    Die Terminmarkpreise für Kraftwerkskohle haben in China ein Allzeithoch von 180 Euro pro Tonne erreicht: Das treibt die Preise für die Stromversorger noch weiter nach oben, bis die hohen Brennstoffkosten oft nicht mehr ausgleichen werden können, denn der Kohle-Kontrakt stieg um knapp 100 Prozent. Das hat die chinesische Börse dazu veranlasst, Handelslimits einzuführen. Hinzu kommt: Um die CO2-Emissionen zu reduzieren hat China die Kohleförderung mit neuen Vorschriften gedrosselt.

    Die Erholung der globalen Nachfrage auch nach Agrarchemie und Dünger und das Hochfahren der chinesischen Produktion haben dazu geführt, dass die Kohleproduktion nicht mit der Nachfrage nach Energie Schritt mitgehalten hat. Die Versuche den Energieverbrauch zu begrenzen haben die aktuelle Stromkrise aber nicht verbessert sondern noch verschärft.

    Am akutesten sind die Probleme offenbar in den drei nordöstlichen Provinzen Liaoning, Jilin und Heilongjiang, wo die lokalen Behörden schon vor „dem Kollaps des gesamten Stromnetzes“ warnten, wenn sie den Strom nicht rationieren würden. Staatliche chinesische Stellen teilten gegenüber internationalen Medien mit man werde die Strompreise nicht daran hindern, in einem vernünftigen Bereich zu schwanken und die Kostenänderungen widerzuspiegeln.

    Diese Energiepreiskrise bremst die Wachstumserwartungen für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt für 2021 von 8,2 Prozent auf 7,8 Prozent und durch die drastischen Produktionskürzungen in einer Reihe von Industrien mit hoher Energieintensität. Was bleibt ist nach wie vor eine erhebliche Unsicherheit für das letzte Quartal des Jahres, da die chinesische Wirtschaft wegen der Schuldenkrise des Immobiliengiganten Evergrande hohen zusätzlichen Risiken ausgesetzt ist.

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    Verfasst von Fred Milkereit | 14. Dezember 2021, 12:45
    • Laut Epoch Times gab es den Strommangel vor mehreren Monaten vor allem in Provinzen, in denen keine „Sicherheitstechnikindustrie“ ansässig war. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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      Verfasst von V wie Vendetta | 14. Dezember 2021, 15:42
      • In diesem Käseblatt stehen auch Schenkelklopfer über Ausserirdische. Während die englische Epoch Times schon vor dem Pizzagate-Hoax warnte, versuchte die deutsche Epoch Times noch krampfhaft diesen Blödsinn als wahr darzustellen. Ein halbgarer rechtsesoterischer Mist wie beim Satireverlag Kopp mit seinen Reichsflugscheiben in Neuschwabenland.

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        Verfasst von Rainer Hoon | 18. Dezember 2021, 1:13

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