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Inflation, Wirtschaft

Fünf Märchen zur Inflation

von Michael Maharrey – http://www.theblogcat.de

Die Inflation läuft auf Hochtouren. Zunächst versuchten die Machthaber, uns davon zu überzeugen, dass dies kein Problem sei, da es sich nur um ein vorübergehendes Phänomen handele, das durch einen Coronavirus verursacht wurde. (Als ob ein Virus die Geldmenge erhöhen könnte.) Aber jetzt ist das Narrativ von der vorübergehenden Inflation tot. Jerome Powell hat kürzlich zugegeben, dass es an der Zeit ist, das Wort „transitory“ in den Ruhestand zu schicken. Die neue Strategie scheint darin zu bestehen, einen davon zu überzeugen, dass steigende Preise „gut für dich“ und die Wirtschaft im Allgemeinen sind. Über den Wahrheitsgehalt dieses Arguments kann man selbst entscheiden.

Die Wahrheit ist, dass die Regierung die Inflation braucht. Sie ist auf das Drucken von Geld durch die Federal Reserve angewiesen, um ihre Strategie des „Leihen und Ausgeben“ zu unterstützen. Ohne die inflationären Aktivitäten der Fed könnte die Regierung ihre unkontrollierte Ausgabenpolitik nicht finanzieren. Aber die Politiker wollen nicht, dass ihr wisst, dass sie euch eine Inflationssteuer aufbürden, also verbreiten sie alle möglichen Mythen über die Inflation, damit man sich besser fühlt.

Im Folgenden werden fünf Inflationsmärchen vorgestellt, die in letzter Zeit in den Mainstream-Medien verbreitet wurden. Ich möchte Thomas Anderson meinen Respekt zollen. Er hat die meisten dieser Mythen zusammengestellt und sie in der Facebook-Gruppe Passant Gardant veröffentlicht. https://www.facebook.com/groups/passantgardant/posts/1745547105644029/

Mythos 1 – Inflation ist einfach ein Preisanstieg

Dieses Märchen definiert die Inflation praktisch neu. Wenn Analysten, Politiker und Experten von Inflation sprechen, meinen sie in der Regel steigende Verbraucherpreise, gemessen am Verbraucherpreisindex (VPI). Dies ist jedoch nur ein Symptom der Inflation. Die Inflation selbst ist ein Anstieg der Geldmenge.

Wenn die Geldmenge zunimmt und die Zahl der Waren und Dienstleistungen relativ stabil bleibt, werden mehr Dollar für die gleiche Menge an Waren ausgegeben. Das bedeutet, dass die Preise steigen, da die Verbraucher die begrenzte Menge an Waren mit ihren zusätzlichen Dollars aufkaufen.

Kurz gesagt, steigende Preise sind nicht an und für sich Inflation. Sie werden durch die Inflation verursacht.

Die Regierung hat die Definition geändert, um sie ihren Zwecken anzupassen. Die herkömmliche Definition, die man heute hört, ist nichts anderes als Regierungspropaganda. Sie dient dazu, die Verantwortung für die steigenden Preise zu verschleiern, und diese Neudefinition des Wortes macht diese anderen Mythen erst möglich.

Mythos 2 – Steigende Löhne verursachen Inflation

Macht euch keine Sorgen um die Inflation. Die Preise steigen nur, weil eure Löhne steigen. Der Lohndruck verursacht die Inflation.

Dieses Märchen ist völlig verkehrt. Steigende Löhne sind ein Zeichen der Inflation, nicht die Ursache. Schließlich ist ein Lohn einfach ein Preis – der Preis für Arbeit. Und wie bereits erläutert, sind steigende Preise ein Symptom der Inflation.

In einem inflationären Umfeld steigen die Löhne zwar, aber sie bleiben in der Regel hinter den Preisen für Waren und Dienstleistungen zurück. Heute liegt der offizielle Verbraucherpreisindex bei fast 6%. Die durchschnittlichen Stundenlöhne sind nur um 4,8% gestiegen.

Selbst wenn man die Mainstream-Definition von Inflation akzeptiert, ist dieser Mythos nichts weiter als eine Tautologie. Im Grunde genommen sagt man, dass steigende Preise steigende Preise verursachen. Wie Anderson sagte, hat dies keine Erklärungskraft.

Mythos 3 – Die Inflation wird durch hohe Ölpreise verursacht

Die Ölpreise sind in diesem Jahr erheblich gestiegen. Und steigende Energiepreise wirken sich auch auf die Wirtschaft aus. Wenn die Energiekosten hoch sind, steigen die Produktions- und Transportkosten und damit auch die Kosten für Waren.

Aber wie gesagt, ein Beispiel für Inflation kann keine Inflation verursachen. Hohe Preise sind nicht die Ursache für hohe Preise. Die Frage, die man sich stellen muss, lautet: Warum ist der Ölpreis zusammen mit den Preisen für alles andere gestiegen?

Sicher, es gibt einige Maßnahmen der Regierung Biden, die den Ölpreis unter Druck gesetzt haben. Und es gibt eine Dynamik von Angebot und Nachfrage. Aber man muss schon etwas tiefer graben, um die eigentliche Ursache für den allgemeinen Preisanstieg zu finden. Es ist die Ausweitung der Geldmenge. Wie Milton Friedman es ausdrückte: „Inflation ist immer und überall ein monetäres Phänomen“.

Anm.d.Ü.: Hier ein Beispiel für die Berichterstattung der deutschen Hurenmedien:

 https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/inflation-steigt-energiepreise-nahrungsmittel-101.html

Mythos 4 – Wirtschaftswachstum verursacht Inflation und das ist gut so!

Wie Anderson es ausdrückt, „ist dies eine bösartige Lüge, die von Politikern und Zentralbankern verbreitet wird, die nicht für eine hohe Inflation verantwortlich gemacht werden wollen.“

In Wirklichkeit drückt echtes Wirtschaftswachstum eher die Preise. Mit steigender Produktivität und technologischen Fortschritten können die Unternehmen mehr für weniger Geld produzieren. Die Preise sinken. Das Wirtschaftswachstum erhöht die Zahl der verfügbaren Waren und Dienstleistungen. Dies hat eine deflationäre Wirkung – nicht eine inflationäre. Schaut euch nur die Preise in Sektoren mit hohem Wachstum im Vergleich zu Sektoren mit niedrigem Wachstum an. Die Preise für Computer, Smartphones, Unterhaltungselektronik und andere wachstumsstarke Sektoren sind in den letzten Jahrzehnten erheblich gesunken. In stagnierenden Sektoren wie Bildung, Energie, Gesundheitswesen und Lebensmittel sind die Preise dagegen kontinuierlich gestiegen.

Eine allgemeine Preisinflation tritt auf, wenn mehr Dollar für die gleiche Menge (oder weniger) an Waren ausgegeben werden. Genau das ist während der Pandemie passiert. Die Produktion kam zum Stillstand, da die Regierungen die Volkswirtschaften herunterfuhren. In der Zwischenzeit druckte die US-Notenbank Billionen von Dollar aus dem Nichts und die Bundesregierung überhäufte die Verbraucher damit. Die Amerikaner produzierten nicht mehr, gaben aber weiter aus. Das bedeutet, dass mehr Dollar für weniger Waren ausgegeben werden.

Und das ist nicht gut. Wenn die Preise für alle Waren und Dienstleistungen steigen, führt das zu höheren Lebenshaltungskosten und einer geringeren Lebensqualität für alle.

Mythos 5 – Niedrige Zinssätze verursachen Inflation

Das kommt der Wahrheit schon näher, aber nicht ganz.

Die Zinssätze sind der Preis des Geldes. (Dies ist eine starke Vereinfachung der Dinge. Auch die Zeit spielt bei den Zinssätzen eine Rolle. Aber diese einfache Erklärung reicht für unsere Zwecke aus.) Genauer gesagt, sind die Zinssätze im Geldsystem der Preis für Kredite. In einem Markt, der nicht von Regierungen und Zentralbanken manipuliert wird, steigen und fallen die Zinssätze je nach der Nachfrage nach Geld. Wenn die Menschen Geld ausgeben wollen und eine hohe Nachfrage nach Krediten besteht, steigen die Zinssätze. Dies wird die Kreditvergabe erschweren und das Sparen fördern. Wenn es eine Schwemme von Ersparnissen gibt, werden die Zinssätze fallen. Dies schafft Anreize für die Kreditaufnahme und entmutigt die Sparer. In einem freien Markt werden die Zinssätze ihr eigenes Gleichgewicht finden und sich mit der Wirtschaft anpassen.

Der Haken an der Sache ist, dass wir nicht in einer Welt leben, in der die Zinssätze frei von Manipulation durch Regierungen und Zentralbanken sind. Die Federal Reserve bastelt an den Zinssätzen herum, um die Wirtschaft in Krisenzeiten „anzukurbeln“. Künstlich niedrige Zinssätze tragen zur Inflation bei. Sie schaffen Anreize für eine übermäßige Kreditaufnahme. In einem System mit Mindestreserve-Bankwesen bedeutet dies Geldschöpfung. Und wie wir wissen, ist ein Anstieg der Geldmenge die wahre Definition von Inflation.

Dies führt zu Fehlallokationen von Ressourcen und Verzerrungen in der Wirtschaft. Und, natürlich, zu steigenden Preisen.

Fazit

All diese Märchen sollen euch weismachen, dass die Inflation kein wirkliches Problem ist und dass man nichts dagegen tun kann, selbst wenn es so wäre. Dies ist der ultimative Mythos. Es gibt etwas, was die Regierung und die Zentralbank tun können – sie müssen aufhören, Geld aus dem Nichts zu schaffen.

Hier ist die Wahrheit über Inflation – ein allgemeiner Preisanstieg wird immer durch einen Anstieg des Geldangebots im Verhältnis zur Anzahl der in der Wirtschaft verfügbaren Waren und Dienstleistungen verursacht.

Fallt nicht auf die Märchen herein!

https://schiffgold.com/commentaries/five-inflation-myths/

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/inflation-07-12-2021/

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Fünf Märchen zur Inflation

  1. Für Karl Marx war es das Selbstverständlichste überhaupt, daß höhere Löhne zu höheren Verkaufspreisen führen und also zu Inflation. Wer diesen strunzeinfachen Zusammenhang geistig nicht nachvollziehen kann, ist ein DUPE, ein Don’t Understand Political Economy.

    Autor Michael Maharrey wird sich auf Befragen hin ganz sicher als „Marxist“ vorstellen und nicht verstehen, in Wahrheit ein DUPE zu sein, ein Sozialdemokrat oder irgendein sonstiger Kirchengläubiger oder Schwachmatiker — einer, der meint, es reiche zum Marxistsein ein befreiungstheologisches Glaubensbekenntnis bzw. das Herumspintisieren von „Revolution“ aus. Marxistische (hahahahaha!) DUPEs verstehen zweierlei nicht. Daß Marx und Engels zuallererst politische Ökonomen waren, also NICHT-DUPEs. Und daß DUPEs darum unmöglich verstehen können, was das eigentlich ist, jene Revolution, von der Marx und Engels sprachen.

    Vor allem verstehen DUPE’s nicht, zu welchem ganz banalen Zweck die von Marx/Engels anvisierte Revolution gemacht werden MUSS. Sie muß gemacht werden, damit es nicht zum Stillstand der Warenproduktion und also nicht zu totalem zivilisatorischen Chaos kommt. Woraufhin das imperialistische Kapital keine andere Antwort hätte, als eine Plan- und Zwangswirtschaft durchzusetzen, eine hochtechnologische Sklaverei, einen technotronischen Totalitarismus, wie der Great Reset einer ist. Mit digitalem Überwachen des Neo-Sklaven. Und mit von ferngesteuerten Roboter-Technologien bewerkstelligtem Strafen des Neo-Sklaven.

    Michael Maharrey ist ein sich irrtümlich als Marxist bezeichnender Befreiungstheologe. Die Befreiungstheologie geht auf jemanden zurück, der wie Karl Marx mit der Stadt Trier verbunden ist, nämlich auf Kardinal Bellarmin. Es war dieser geistige Vater aller „marxistischen“ Wirrköpfe übrigens Jesuit. Und hatte nicht die Bohne einer Ahnung von politischer Ökonomie (siehe «Herrscher des Bösen» von F. Tupper Saussy).

    Nicht die Bohne einer Ahnung von Marx/Engelscher politischer Ökonomie zu haben, zeichnet den gewöhnlichen befreiungstheologischen Wald-und-Wiesen-Marxisten aus. Kein größerer politisch-ökonomischer Unsinn als hier obiger Beitrag. Der Gipfel der Absurdität nun liegt in der Aussage, steigende Ölpreise würden nicht inflationär wirken. Wer dies behauptet, versteht nichts von Monopolen und Imperialismus. Überhaupt nichts. Zwangsläufig besorgt so jemand das Geschäft von Sklavenhaltern.

    Der Kern der Marx/Engelschen Wirtschaftslehre vom Kapital ist die Darstellung eines ökonomischen Phänomens, welches den Formen Monopolismus, Imperialismus, Faschismus, Technokratie und Totalitarismus zugrunde liegt. Die Rede hier vom „tendentiellen Fall der Profitrate“. Ist etwas Strunzeinfaches, das sich ganz blöd und dumm aus fertigungstechnologischen Innovationen erklärt. Nun Preisfrage, bitte: Was ist von jemandem zu halten, der so strunzdumm ist, daß er etwas Strunzeinfaches nicht versteht?

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    Verfasst von No_NWO | 20. Dezember 2021, 1:02

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