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Ausland, Nordamerika

Ein verwirrter Biden und die anti-russische Hysterie in den USA

von Thomas Röper – http://www.anti-spiegel.ru

Joe Biden hat auf der Tribüne nicht einmal sein Rednerpult erkannt, aber für anti-russische Hysterie taugen er und andere Spitzenpolitiker der USA trotzdem, wie ein Korrespondentenbericht des russischen Fernsehens aus den USA zeigt.

Wie immer unterscheiden sich die Korrespondentenberichte aus den USA des deutsche und des russischen Fernsehens sehr voneinander. So war es auch diesen Sonntag im Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens. Der Korrespondentenbericht des russischen Fernsehens war ein Blick auf die politische Stimmung in den USA, auf einen verwirrten US-Präsidenten und auf immer neue Sanktionsforderungen. Ich habe den Bericht übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Wie Biden sich auf das Gespräch mit Putin vorbereitet

Vor dem anstehenden Gespräch der Präsidenten Russlands und der USA bekräftigt Wladimir Putin einerseits, dass es inakzeptabel ist, wenn Amerika „rote Linien“ überschritten werden, und unterstützt andererseits, als wolle er betonen, dass das nichts Persönliches ist, Bidens Entscheidung, eine zweite Amtszeit anzustreben:

„Dass Präsident Biden seine mögliche Wiederwahl angekündigt hat, war meiner Meinung nach absolut richtig. Denn wenn man jetzt mit den Vorbereitungen für die Wahlen in den Vereinigten Staaten beginnt, wird die Regierbarkeit des Landes stark leiden. Daher braucht der US-Präsident meine Einschätzungen nicht, aber ich denke, er hat das Richtige getan.“

Wie steht es um die Regierbarkeit Amerikas? Ein Bericht unseres Korrespondenten.

Der wichtigste amerikanische Weihnachtsbaum steht im Weißen Haus und es ist das Vorrecht des Präsidenten, die Weihnachtsbeleuchtung anzuzünden. Die Zeremonie ist fast ein Jahrhundert alt, aber noch nie hat es eine solche Verwirrung gegeben. Der amerikanische Präsident ist nicht der Weihnachtsmann, ihn zweimal zu rufen, steht nicht im Drehbuch, aber die Wartezeit auf das Präsidentenpaar war so lang, dass ihre Ankündigung wiederholt werden musste.

(Anm. d. Übers.: In dem Beitrag sieht man, was die eigentliche Verwirrung war: Verwirrt war Biden, der das Rednerpult ansah und hörbar verwirrt fragte: „Soll ich hier sprechen?“ Den Weihnachtsmann mehrmals zu rufen, damit er kommt, ist übrigens eine russische Tradition)

Die Amerikaner hatten schon immer eine eigenartige Vorstellung von der Welt außerhalb der Vereinigten Staaten. Was das für eine Welt ist, nämlich eine Weltordnung nach Washingtoner Art, wurde auf der Pressekonferenz von Lloyd Austin deutlich. Der Pentagon-Chef hat ein Echo des Krieges in seinem Kopf, des Kalten Krieges: „Das optimistischste Szenario ist, dass es nicht zu einem Einmarsch der Sowjetunion in die Ukraine kommen wird“, sagte er.

Er meinte wahrscheinlich um Russland. In Washington lassen russische Truppen auf russischem Gebiet niemandem Ruhe. Angeblich befinden sich etwa 100.000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine. In den Nachrichten geht es endlos um Schießereien. Es wurde bereits eine Karte gezeichnet, an welchen Fronten die Invasion stattfinden wird. Die ukrainische Botschafterin Oksana Markarova schickte auf CNN ein SOS: „Russland schickt nicht nur eine riesige Anzahl von Truppen an die Grenze, sondern führt auch eine Desinformationskampagne im Lande selbst. Deshalb ist es für uns besonders wichtig, mit unseren Verbündeten zusammenzuarbeiten, insbesondere mit den Vereinigten Staaten.“

Das ist nicht das erste Jahr, in dem die Ukraine NATO-Soldaten aufnimmt. Unter dem Deckmantel von Ausbildungszentren sind sie in verschiedenen Teilen des Landes stationiert. Kiew wird mit ausländischen Waffen vollgepumpt und der Kongress überhäuft Biden mit Briefen, in denen er noch mehr sogenannte „Militärhilfe“ fordert.

„Es ist kein Zufall, dass Putin sich unter Obama die Ukraine und die Krim vorgenommen hat. Die gleichen Jungs sind jetzt um Biden herum. Nord Stream 2 ist bereits in Betrieb und könnte die NATO spalten. Außerdem können sie die Ukraine hungern lassen – ohne Gas. All das geschieht nach unserem Scheitern in Afghanistan. Die Frage ist nicht, ob es passiert, sondern wann es passiert. Wie weit ist Putin bereit zu gehen?“, fragte der Kongressabgeordnete Mike Waltz.

Für diejenigen, die bereit sind, es zu riskieren, wurden „rote Linien“ gezogen. In Washington kennt man sie, aber Biden erklärt trotzig: Er akzeptiert keine „roten Linien“, aber er bereitet sich trotzdem auf ein Gespräch mit Wladimir Putin vor.

„Ich stehe in ständigem Kontakt mit unseren Verbündeten in Europa und mit den Ukrainern. Ich bin jetzt dabei, die meiner Meinung nach umfassendsten und sinnvollsten Initiativen zusammenzustellen, die es Herrn Putin sehr schwer machen werden, sich in die Richtung zu bewegen, die die Leute befürchten“, sagte Biden.

Der US-Außenminister erklärt, dass Washington an einer diplomatischen Lösung der Krise interessiert sei. Doch während die eine Hand für die Diplomatie stimmt, weisen die Vereinigten Staaten mit der anderen Hand russisches Botschaftspersonal aus dem Land aus. 55 Diplomaten sollen in den nächsten sechs Monaten nach Moskau zurückkehren.

„Es ist unklar, was dem Koch des Botschafters, der arbeitet und Empfänge vorbereitet, und den Diplomaten, die an der kulturellen Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten und an der Entwicklung der russisch-amerikanischen Beziehungen beteiligt sind, vorgeworfen wird. Denjenigen, die sich mit Problemen der strategischen Stabilität befassen. Wie ist es möglich, die russisch-amerikanischen Beziehungen ohne diese Menschen aufzubauen oder zu stabilisieren?“, fragte Anatoly Antonov, der Botschafter der Russischen Föderation in den Vereinigten Staaten.

Wir sprechen mit Botschafter Anatoly Antonov am Memorial für den Zweiten Weltkrieg in Washington. Die Lektionen des schlimmsten Krieges hat man anscheinend nicht gelernt. Die Vereinigten Staaten verschärfen die Lage. Alle russischen Vorschläge, die die diplomatische Krise lösen sollen, werden nicht gehört. Das Weiße Haus droht mit einem weiteren Paket von Sanktionen.

Sanktionen sind zu einem Klassiker in den bilateralen Beziehungen geworden. Im Weiße Haus wechselt die Regierungen, aber es hört nicht auf, Moskau Sanktionen aufzuerlegen. Sie füllen bereits eine ganze Broschüre. Diese Liste der Sanktionsgesetze und anti-russischen Gesetzesentwürfe wurde von der russischen Botschaft in den Vereinigten Staaten zusammengestellt. Da ist ein Gesetz zur Bekämpfung von Amerikas Feinden und ein Gesetzentwurf zum Schutz der amerikanischen Sicherheit vor Aggressionen des Kremls. Die Broschüre umfasst insgesamt 48 Seiten. Wenn es so weitergeht, könnte es ein mehrbändiges Buch werden. Die Phantasie der Verfasser der Sanktionen ist grenzenlos.

Einer der Sanktionsentwürfe war dafür, dass Russland den Taliban Geld für die Köpfe amerikanischer Soldaten bezahlt hat. Diese Meldung wurde während des letzten Präsidentschaftsrennens von der New York Times veröffentlicht. Der Artikel entpuppte sich vom ersten bis zum letzten Wort als Lüge. Sowohl die US-Geheimdienste als auch das Weiße Haus haben zugegeben, dass die Anschuldigungen gegen Moskau unwahr waren.

Jetzt gibt es eine weitere Horrormeldung über die Ukraine und die Autoren der Sanktionsgesetze juckt es in den Fingern, den Stift zur Hand zu nehmen.

„Wir können Russland vom globalen Finanzsystem SWIFT abkoppeln. Der Effekt dieser Sanktionen wird kolossal sein“, sagte Bill Taylor, ehemaliger US-Botschafter in der Ukraine, im Fernsehen.

„Es ist besorgniserregend, dass wir Putin das durchgehen lassen. Er hat sich mit Georgien angelegt – ohne Konsequenzen, er hat die Krim erobert – ohne Konsequenzen. Er wird es einfach weiter tun. Es funktioniert ja.“, antwortete ihm der Journalist

„Das können wir nicht zulassen.“

Das Weiße Haus hat das Videotelefonat zwischen den beiden Präsidenten offiziell bestätigt. Biden hat vor, mehrere Themen anzusprechen, darunter die Ukraine, strategische Stabilität und Cybersicherheit. Es wird erwartet, dass das Gespräch mehr als nur eine Stunde dauern wird.

Ende der Übersetzung

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