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Ausland, Europa

NATO führt provokative Übungen in Lettland durch

von Lucas Leiroz – http://www.antikrieg.com

Die Übungen fördern eine unnötige Eskalation der Spannungen in einem komplizierten Kontext der Beziehungen zwischen Russland und der NATO.

Wieder einmal führt die NATO ein ziemlich gefährliches Manöver in Osteuropa durch, um Russland zu provozieren. Lettland ist der neue militärische Übungsplatz für das westliche Bündnis. Das Land empfängt Truppen von jenseits des Atlantiks für eine militärische Veranstaltung namens Winterschild. Diese Veranstaltung findet jährlich statt und bietet Streitkräften aus Lettland und dem Rest der NATO die Möglichkeit, gemeinsam zu handeln und Kriegstaktiken für mögliche Kampfszenarien zu trainieren. Wie es in der NATO Tradition geworden ist, werden die Übungen jedoch jedes Jahr aggressiver und bringen eine große Anzahl von Akteuren, Ausrüstung und Ressourcen zusammen, die einzig dem Zweck dienen, Stärke gegenüber Russland zu zeigen.

Die lettischen Streitkräfte gaben Anfang dieser Woche eine Erklärung ab, in der zu lesen ist: Vom 21. November bis zum 4. Dezember findet in Lettland die internationale Militärübung „Winterschild“ statt, um die Kampffähigkeiten der lettischen und verbündeten Streitkräfte sowie ihre Integration und Interoperabilität im Rahmen des kollektiven Verteidigungssystems der baltischen Region zu testen und zu verbessern“. Seit Sonntag führen die lettischen Streitkräfte und die Streitkräfte anderer Nationen des Bündnisses in Lettland Manöver durch, an denen zahlreiche Soldaten und Ausrüstungen aus verschiedenen Ländern beteiligt sind.

Trotz der Anwesenheit von Soldaten aus den verschiedensten Armeen waren die Einheiten, die am meisten Menschen für die Durchführung von Übungen abstellten, die Land Force Mechanized Infantry Brigade, die Nationalgarde, das Special Operations Command, die NATO Enhanced Forward Presence Battle Group, das Baltic Battalion und das US Special Operations Command Europe. Wie zu erwarten war, entsandten die baltischen Staaten die meisten Soldaten. Auffällig ist auch die Anwesenheit ausländischer Agenten in den anderen baltischen Staaten während der Übungen, die sich nicht auf das lettische Hoheitsgebiet beschränkten.

Winterschild ist ein jährliches militärisches Ereignis, weshalb sein Auftreten im Jahr 2021 von allen Experten für Geopolitik und Militärfragen erwartet wurde. In diesem Jahr scheint die Stärke des Ereignisses jedoch noch stärker hervorzutreten. Es ist bekannt, dass die NATO bestrebt ist, ihre Operationen in Osteuropa – insbesondere im Baltikum – zu verschärfen und die Aggressivität ihres Vorgehens in der Region deutlich zu erhöhen. Damit verbunden ist das Bestreben, bei den Übungen immer mehr Stärke zu zeigen. Während die Manöver in Lettland bei früheren Gelegenheiten aufgrund der großen Zahl gleichzeitiger NATO-Tests in der Region kaum Beachtung fanden, wird das Ereignis in diesem Jahr von den Experten sowohl wegen seiner langen Dauer (zwei Wochen) als auch wegen seiner Intensität hervorgehoben.

Einer der größten Schwerpunkte von Winterschild 2021 wird offenbar die Verstärkung der taktischen Luft-Land-Integrationsoperationen sein. In der Ankündigung der lettischen Streitkräfte heißt es dazu: „Ein wichtiger Aspekt der Übung ist auch die Luft-Land-Integration mit verschiedenen Luftstreitkräften, einschließlich der ‚AH-64 Apache‘-Angriffshubschrauber der 101st Combat Aviation Brigade, die der US Army Europe (USAREUR) und der Operation ‚Atlantic Resolve‘ untersteht“. Der taktische Wert dieser Art von Operationen nimmt in einem militärischen Kontext, in dem die Luftkriegsfahrzeuge eine große Rolle spielen, täglich zu. Im gleichen Sinne ergänzen diese Übungen die Luft-See-Integration, die bei den NATO-Manövern im Schwarzen Meer im Vordergrund stand. Es ist bekannt, dass das westliche Bündnis eine Kampfstrategie entwickelt, die sich auf Landoperationen im Baltikum und Seeoperationen an der ukrainischen Küste konzentriert, wobei die Luftkriegsführung den taktischen Integrationspunkt bildet. Ziel ist es, Osteuropa auf alle möglichen Arten militärisch zu besetzen und die Einkreisungsstrategie gegen Russland zu verstärken.

Das Hauptproblem bei diesen Übungen besteht darin, dass sie in einem komplizierten Kontext der Beziehungen zwischen Russland und der NATO zu einer unnötigen Eskalation der Spannungen beitragen. Vor kurzem wurde die bilaterale Diplomatie zwischen Moskau und der Allianz unterbrochen, nachdem russische Diplomaten aufgrund unbegründeter Spionagevorwürfe aus dem NATO-Hauptquartier ausgewiesen worden waren. Die Organisation führt auch immer gefährlichere Operationen im Schwarzen Meer durch und fördert zunehmend die extremistische antirussische Haltung der Regierung in Kiew, die derzeit von den baltischen Staaten weitgehend geteilt wird.

Hinzu kommt die Frage Zentralasiens, wo die NATO in den kommenden Monaten unter dem Vorwand der „Terrorismusbekämpfung“ offen die Einrichtung von Dutzenden von Militärstützpunkten erwägt und damit ihre antirussische Einkreisungsstrategie weiter ausbaut. Die derzeitige Situation ist also problematisch und angespannt. Die Durchführung von Veranstaltungen mit großen Militärübungen in der gegenwärtigen Situation birgt eine hohe Wahrscheinlichkeit von Reibungen und Konflikten.

Leider scheint die Möglichkeit eines Konflikts für die NATO nicht mehr ein Problem, sondern ein Ziel zu sein. Alle jüngsten Vorfälle aggressiven militärischen Verhaltens und diplomatischer Missachtung gehen auf das Konto der NATO, die zunehmend gegen die Russland-NATO-Grundakte (ein bilaterales Abkommen von 1997, in dem die Bedingungen für den Frieden zwischen Moskau und der NATO festgelegt sind) verstößt. Tatsächlich scheint die Organisation intensiv danach zu streben, eine Konfliktsituation herbeizuführen, was Grund genug sein sollte, so schnell wie möglich internationale Sanktionen gegen alle Mitgliedsländer des Bündnisses zu verhängen, die sich an solchen provokativen Manövern beteiligen.

erschienen am 24. November 2021 auf > Antiwar.com Artikel

http://www.antikrieg.com/aktuell/2021_11_25_natofuehrt.htm

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