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Ausland, Europa

Weißrussischer Verteidigungsminister wirft Nato „Kriegsvorbereitung“ vor

von Sophia Orlova – https://snanews.de

Der weißrussische Verteidigungsminister, Viktor Chrenin, hat die Nato-Militäraktivitäten nahe der weißrussischen Grenze als Vorbereitung auf einen Krieg bezeichnet und den westlichen Ländern sowie den USA vorgeworfen, die Flüchtlingskrise an der polnisch-weißrussischen Grenze „künstlich“ geschaffen zu haben.
Der Verteidigungsminister sagte in einem Interview mit dem Nachrichtenportal AlJazeera, die Nato habe in den letzten Jahren ihre militärischen Aktivitäten in Polen und in den baltischen Staaten deutlich erhöht. Unter anderem führen laut Chrenin die Gemeinsamen Streitkräfte der Nato die Operation „Enhanced Forward Presence“ durch, die im Jahr 2017 begann. Im Rahmen dieser Operation würden entsprechende Truppen in Polen und den baltischen Staaten konzentriert. Derzeit seien es mehr als 6.000 Soldaten, so Chrenin. Dort befänden sich auch etwa 150 Panzer, 200 gepanzerte Kampffahrzeuge, Hubschrauber und andere Technik. „Das kann uns nicht egal sein“, sagte er.
Außerdem werde aktiv aufgerüstet: es würden Abrams-Panzer, F-35-Flugzeuge und Bayraktar-Drohnen gekauft. „Das sind alles Angriffswaffen, sie sind nicht für die Verteidigung gedacht“, warnte der weißrussische Verteidigungsminister.
Chrenin betonte zudem, dass die Ausgaben für die Militarisierung in diesen Ländern ebenfalls gestiegen seien: Polens Verteidigungshaushalt beispielsweise sei innerhalb eines Jahres von 14,2 Milliarden Dollar auf 14,7 Milliarden Dollar gestiegen. Er fügte hinzu, Polen wolle seine Armee von 120.000 auf 200.000 Mann aufstocken.

„Derzeitige Situation erinnert an zweiten Weltkrieg“

Der Minister bezeichnete die Militarisierung der Nachbarländer Weißrusslands als „eine Reihe von Maßnahmen zur Kriegsvorbereitung“.
„Warum? Stellen wir eine Bedrohung dar? Nein. Obwohl sie (im Westen – Anm.d.Red.) von der russischen Bedrohung sprechen. Nichts davon ist wahr, Russland wird niemanden bedrohen, genauso wenig wie wir im Unionsstaat. Russland ist unser strategischer Verbündeter. Das sind Erfindungen, um die Militarisierung ihrer Gesellschaft zu rechtfertigen“, betonte der Verteidigungsminister.
Chrenin sagte, dass es in einer solchen Situation sehr schwierig sei, die Entwicklung der Ereignisse vorherzusagen, und ergänzte, die derzeitige Situation erinnere ihn an die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges.
„Ich befürchte, dass das Gleiche jetzt passiert und dass wir uns gerade in einem Stadium der Vorbereitung auf einen heißen Moment befinden“, fügte er hinzu.
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„Eine Kette von denselben Gliedern“

Chrenin äußerte sich auch zu den Militäraktivitäten der Nato im Schwarzen Meer.
„Was sich im Schwarzen Meer abspielt, ist eine Kette von immer gleichen Gliedern, die den Grad der Spannung erhöhen. Sie rasseln mit den Waffen ohne Sinn. Wofür und warum?“
Er fügte hinzu, er sei sicher, dass Russland über alles verfüge, was es brauche, um auf diese Aktionen angemessen zu reagieren. „Wenn sie (in der Nato – Anm.d.R.) das wollen, lassen Sie sie diese Übungen durchführen. Solange sie die rote Linie nicht überschreiten.

Migrationskrise an der polnisch-weißrussischen Grenze ist „künstlich“

Zur Lage an der polnisch-weißrussischen Grenze sagte Chrenin: „Die Menschen, die jetzt an der Grenze zwischen Polen und Weißrussland stehen, sind Flüchtlinge. Es sind Menschen, die vor dem Krieg, vor dem Leid fliehen, die so leben wollen, wie man es ihnen in Europa zugesagt hat – glücklich, zufrieden, gekleidet.“
Laut Chrenin ist Weißrussland nicht an der Krise schuld. „Diese Krise, die den Irak, Libyen und Syrien zerstört hat, wurde von den Ländern des kollektiven Westens, den Vereinigten Staaten, verursacht. Und deshalb fliehen die Menschen aus Ländern, die früher wohlhabend waren.“
Die Flüchtlinge kämen legal nach Weißrussland. „Die Aufnahme von Flüchtlingen wäre für Belarus weder wirtschaftlich noch politisch oder militärisch von Vorteil“, so Chrenin. Er fügte hinzu, er halte die Migrationskrise an der Grenze für künstlich.
„Man muss sich fragen, ob Polen mit seiner Provokation nicht versucht, uns und die europäischen Länder in den Konflikt hineinzuziehen. Ich halte das für sehr gefährlich und sehr falsch“, fügte er hinzu.
Die polnischen Militärbehörden beschuldigten das weißrussische Militär „grundlos“ der Eskalation der Krise. Sie hätten nie irgendwelche Fakten vorgelegt, so der Verteidigungsminister.
„Wir glauben, dass es notwendig ist, Konsultationen und Gespräche zu diesem Thema zu führen. Wir schlagen der polnischen Seite vor, mit uns darüber zu diskutieren, aber bisher haben wir keinen solchen Wunsch von ihnen gesehen.“
Die Flüchtlinge wollten nicht in Weißrussland bleiben und zurückkehren, so Chrenin. Sie glaubten, dass sie nach Deutschland gerufen würden. Er fügte hinzu, dass viele Flüchtlinge Verwandte in Europa hätten, mit denen sie stets telefonierten. Die Flüchtlinge erwarteten von den europäischen Behörden Mitgefühl und die Öffnung eines humanitären Korridors, so Chrenin weiter.
Weißrussland versorge seinerseits Flüchtlinge an der Grenze mit warmer Kleidung, Zelten und Brennholz. Die weißrussischen Behörden hätten ihnen sogar angeboten, sich wegen des kalten Wetters in einem Sanatorium in der Nähe von Grodno vorübergehend aufzuhalten. „Sie weigern sich. Sie hoffen, dass sie dorthin gehen dürfen, wohin sie wollen“, betonte der Minister.
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https://snanews.de/20211120/weissrussischer-verteidigungsminister-wirft-nato-kriegsvorbereitung-vor-4400088.html

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