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Ausland, Lateinamerika

Präsident von Mexiko attackiert Feminismus und Umweltschutzbewegung

von https://amerika21.de

Bild: Überzeugte Meinung, die Widerspruch erzeugen wird: Andrés Manuel López Obrador, Präsident von Mexiko – QUELLE:@LOPEZOBRADOR_

Campeche. Mit Aussagen über soziale Bewegungen und Nichtregierungsorganisationen hat der mexikanische Präsident, Andrés Manuel López Obrador (Amlo), für Aufregung gesorgt. Während einer seiner allmorgendlichen Pressegespräche stellte er die These auf, dass „der Feminismus, der Ökologismus, die Verteidigung der Menschenrechte und der Tierrechte“ Produkte des Neoliberalismus seien. Sie dienten dazu, dass die Neoliberalen und Unternehmen „in Ruhe die Welt plündern können“. In der Vergangenheit hatte sich der linksgerichtete Präsident bereits öfter negativ gegenüber manchen sozialen und politischen Bewegungen geäußert.

Während einer Pressekonferenz im mexikanischen Bundesstaat Campeche holte López Obrador zum Rundumschlag gegen Kritiker:innen seiner Regierung aus. „Was machte der Neoliberalismus oder jene, die ihn zu ihrem Vorteil entwarfen?“, fragte er rhetorisch. Seine Antwort lautete: „Die sogenannten neuen Rechte“ erschaffen und fördern, „alles sehr noble Anliegen, die jedoch geschaffen, entwickelt oder befördert wurden, damit wir nicht merken, wie sie die Welt ausplündern.“ Das Ziel bestehe darin, „die wirtschaftliche und soziale Ungleichheit aus dem Zentrum der Debatte zu entfernen“. Deshalb sei keine Rede mehr von Korruption, von Ausbeutung, Unterdrückung, Klassenlage und Rassismus, so Amlo weiter.

Organisationen und Gruppen, die sich für Feminismus, Umweltschutz, Menschenrechtsschutz oder Tierrechte einsetzen, warf López Obrador zudem vor, aus dem Ausland oder von Unternehmen finanziert zu werden. Diese seien die Nutznießer des neoliberalen Modells, der „Aneignung von Gütern der Nation und Gütern des Volkes“. Gleichzeitig finanzierten sie die internationalen Agenturen, die die „neuen Rechten“ fördern. Zivilgesellschaftlichen Akteur:innen warf der mexikanische Präsident vor, bereits im Wahlkampf Stimmung gegen ihn gemacht zu haben.

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https://amerika21.de/2021/11/255346/amlo-attackiert-feminismus

Diskussionen

2 Gedanken zu “Präsident von Mexiko attackiert Feminismus und Umweltschutzbewegung

  1. Na, der macht jetzt wohl die gleichen Erfahrungen, wie Díaz-Canel, Putin und andere, die von unzähligen „NGOs“ mit Sitz in und Finanzierung aus den USA bedrängt werden. Nicht umsonst hat Russland inzwischen das Ausländische-Agenten-Gesetz in Kraft gesetzt.

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    Verfasst von Fx | 9. November 2021, 15:14
    • Für Chauvinismus gegen die Gleichberechtigung von Frauen wird wieder offen applaudiert, das ist bezeichnend.
      López Obrador versteht den Feminismus nicht, und das Wenige, was er versteht, sieht er als Feind von seinem seinem politischen Projekt.

      Was fällt denen auch ein, am Ende wollen die auch noch die gleiche Bezahlung wie Männer? Unglaublich.
      §218 gehört schon längst abgeschaft.

      https://de.rt.com/amerika/123718-historischer-schritt-fuer-frauenrechte-mexikos/

      Täglich sterben in Mexiko 10 Frauen durch Mord. Häusliche Gewalt gegen Frauen ist in Mexiko ebenso alltäglich wie in Osteuropa und eine Strafverfolgung findet grundsätrzlich nicht statt. Die Angehörigen müssen selbst ermitteln, was in Zusammenhang mit Kartellen und oligarchischer Mafia lebensgefährlich ist.

      https://taz.de/Proteste-in-Mexiko/!5663834/

      Als letztes Jahr die 25-jährige Ingrid Escamilla im Norden von Mexiko-Stadt von ihrem Freund im Streit erstochen wurde, richtete er sie mit einem Messer nicht nur übel zu sondern verstümmelte sie. Nach der Tat tauchten in der Boulevardpresse Bilder der Leiche auf, was viele Mexikaner verurteilten. Die Staatsanwaltschaft leitete zwar eine interne Untersuchung ein, um aufzuklären, wie die Bilder an die Presse gelangten, doch die Welle der Empörung war bereits nicht mehr zu stoppen. Die Rufe gegen Gewalt an Frauen wurden immer lauter, zuerst in den sozialen Netzwerken, dann auch auf der Straße. Jüngst gingen in Mexiko-Stadt und anderen Städten des Landes Tausende auf die Straße. Vor dem Präsidentenpalast stellten feministische Gruppen Transparente mit ihren Botschaften auf.
      Präsident Andrés Manuel López Obrador reagierte mit einiger Verspätung auf die Proteste.

      Der eigentliche Skandal kam aber bei der Pressekonferenz von Puto Pendejo Obrador über den Fall Escamilla: der schrieb das Problem dem Neoliberalismus zu, was ihm Wut und Kritik der Familie der Ermordeten einbrachte. Er arbeite daran, diese Fälle zu vermeiden, sagte López Obrador vor Reportern. Die Situation in Mexiko erkläre sich durch die „fortschreitende Verschlechterung, die mit dem neoliberalen Modell zu tun hat“. Noch am selben Tag gab die Staatsanwaltschaft den Fund der Leiche eines siebenjährigen Mädchens bekannt, das am Samstag zuvor entführt und getötet worden war.

      „Ausländische Agenten“ markieren das offizielle Ende der Presse- und Meinungsfreiheit, auch im Internet.
      Gestern hiess es noch noch Zensur, heute applaudieren die Schlafschafe sogar schon dafür.

      Wie damals bei Adolf gilt: Nur die allerdümmsten Kälber, wählen ihren Metzger selber.

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      Verfasst von Rainer Hoon | 10. November 2021, 17:22

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