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Ausland, Europa

Das wird ein kalter Winter: In 6 ukrainischen Regionen gibt es keine Heizung

von Thomas Röper – http://www.anti-spiegel.ru

In der Ukraine fehlt aufgrund der Regierungspolitik Brennstoff. Nicht nur Gas ist knapp, sondern auch Kohle. In sechs ukrainischen Regionen wurde der Notstand ausgerufen, da die Heizsaison nicht planmäßig beginnen konnte.

Der Ukraine droht eine noch wesentlich schlimmere Energiekrise als den Staaten der EU. Der Grund ist der gleiche, denn die Ukraine lehnt aus ideologischen Gründen den Abschluss eines Liefervertrages mit Gazprom ab und ist nun von den Weltmarktpreisen abhängig, die bei über 1.000 Dollar für 1.000 Kubikmeter Gas liegen, während Gazprom sein Gas für 230 bis 300 Dollar verkauft. Weißrussland bekommt sein Gas sogar für 125 Dollar, was aber keine politischen Gründe hat. Vielmehr hat Weißrussland seine Pipeline, über die russisches Gas nach Europa geleitet wird, vor Jahren im Gegenzug für einen langfristigen Gasrabatt an Gazprom übertragen.

Über die Gründe für die ukrainische Gasmisere habe ich in letzter Zeit oft berichtet, den letzten Artikel dazu finden Sie hier. Wenn Sie sich für die Chronologie der Gaskonflikte in Europa interessieren, finden Sie hier einen ausführlichen Artikel dazu.

Am Sonntag hat das russische Fernsehen in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick „Nachrichten der Woche“ über die Lage in der Ukraine berichtet und ich habe den russischen Beitrag übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

„Die Ukraine ist Europa!“ Zumindest in einer Hinsicht ist diese Aussage wahr: einfrieren können sie gemeinsam. Aufgrund der Führung ihrer Politiker sind auch in der Ukraine die Gaspreise explosionsartig gestiegen. In sechs Regionen wurde gleichzeitig der Ausnahmezustand verhängt: Odessa, Chmelnizk, Lwow, Zakarpatye, Poltawsk und Iwano-Frankows. Ein Bericht unseres Korrespondenten aus der Ukraine.

Eine gewöhnliche Reparatur einer Schule in Mariupol wird nun lautstark als das „Große Bauprogramm“ des Präsidenten bezeichnet. Nur Selensky selbst langweilt sich an zivilen Standorten und er sagt in den leeren Schulfluren kein Wort. Aber er verwandelt sich sofort, wenn er eine Militäruniform anzieht. Selbst im Dunkeln geht er selbstbewusst an den Schützengräben entlang und die Autokolonne des Präsidenten fährt ohne Halt an den Häusern mit den zerbrochenen Scheiben vorbei. Das Fernsehen überträgt sogar Live aus dem dunklen Hangar, in dem Selensky zu Soldaten spricht.

„Bereitschaft und Wille, seine ukrainische Heimat gegen die russische Aggression zu verteidigen. Egal, womit: mit einem Stock, sogar mit bloßen Händen“, sagte Selensky.

Mit bloßen Händen muss nicht gekämpft werden, denn Präzisionswaffen aus dem Westen werden mit beneidenswerter Regelmäßigkeit in die Ukraine geliefert.

Viel schlimmer ist die Situation bei der Versorgung mit Energieträgern. Mehrere ukrainische Regionen haben den Notstand ausgerufen, weil sie die Heizsaison nicht beginnen können.

„Die Kohlereserven in einigen Kraftwerken reichen nur noch für einen Tag, in anderen für acht oder sechzehn Tage. Wir haben praktisch keine Reserven, das ist eine Katastrophe. Die Ukrainer laufen Gefahr, demnächst ganz ohne Wärme und Licht dazustehen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Heizung in naher Zukunft in Betrieb genommen werden wird, denn dafür gibt es keine Ressourcen. Dabei erwartet wir uns ein kalter Winter“, sagte der Rada-Abgeordnete Oleg Voloshyn.

Selbst in Kindergärten und Schulen werden die Heizungen nicht wärmer als 15 Grad. Die Gaspreise auf dem ukrainischen Markt haben sich im Durchschnitt vervierfacht. Und das kann zum Zusammenbruch der gesamten Wirtschaft des Landes führen.

„Es reicht nicht, dass wir Kohle nicht in Russland kaufen, wo Medwedtschuk einen Preis von 175 Dollar pro Tonne ausgehandelt hat. Und es ist nicht so, wie in Weißrussland, wo Gas 125 Dollar pro 1.000 Kubikmeter kostet. Nein! Der Preis wird hier enorm sein, ein Vielfaches davon. Warum? Weil die Regierung es so will, denn Naftogas muss Geld verdienen“, sagt der Journalist und politische Analyst Vladimir Katsman. (Anm. d. Übers.: Medwedtschuk ist der Oppositionsführer im ukrainischen Parlament, der von der ukrainischen Regierung aus politischen Gründen angeklagt und widerrechtlich enteignet wurde, die Details finden Sie hier.)

Nur weil er versucht hat, mit Russland über Kohle- und Gaslieferungen zu verhandeln, wird der ukrainische Oppositionsführer Viktor Medwedtschuk nun des Hochverrats beschuldigt. Erneut hat die Regierung versucht, ihn ins Gefängnis zu bringen, aber das Gericht stellt ihn nur weiterhin unter Hausarrest und legt ihm eine Fußfessel an. Die Argumente der Staatsanwaltschaft sind nicht besonders beeindruckend.

„Der Kampf unserer Partei wird weitergehen, ebenso wie mein persönlicher Kampf gegen die illegale Strafverfolgung und politische Repression. Die Regierung hat in der Tat alle roten Linien überschritten. Sie hat den Weg der offensichtlichen Verstöße gegen die Verfassung und die geltenden Gesetze eingeschlagen“, sagte Medwedtschuk.

Selbst das US-Magazin Forbes wirft Selensky bereits diese Verfolgung der Opposition vor: „Selensky festigt seine politische Macht mit den üblichen ukrainischen Methoden. So hat er beispielsweise den Oppositionspolitiker Viktor Medwedtschuk wegen zu großer Nähe zu Russland verfolgt. Aber auch in der Ukraine ist das nicht strafbar. Darüber hinaus verhängte Selensky Sanktionen gegen Medwedtschuks Fernsehsender“

Auch von den Europäern gibt es keine Unterstützung. Bei einem weiteren Gipfel in Kiew unterzeichneten sie ein Abkommen mit Selensky, das europäischen Fluggesellschaften den Betrieb von Inlandsflügen in der Ukraine erlaubt. Aber wieder wird die EU-Mitgliedschaft nicht erwähnt.

„Wir gehen den gleichen Weg, aber wo ist die Ziellinie? Gibt es überhaupt eine? Und hier sind wir nun, lächeln natürlich hinter verschlossenen Türen, aber ich glaube, dass der Gipfel ein Signal für jeden Ukrainer sein sollte. Diese Frage sollte nicht hinter verschlossenen Türen behandelt werden, sondern von Herrn Michel und Frau von der Leyen beantwortet werden“, sagte Selensky.

Charles Michel begab sich allein und ohne Begleitung von Präsident Selensky nach Babi Jar, der Grabstätte der von den Nazis und ihren ukrainischen Kollaborateuren ermordeten Juden.

Die Bandera-Anhänger, die damals an den Massenerschießungen beteiligt waren, werden von der ukrainischen Regierung heute offen als Helden bezeichnet. Und heute fordern Leute in der Uniform der ukrainischen Armee offen, Juden und Russen aus der Ukraine zu vertreiben. Übrigens, hat ihre Stärke unter Selensky den Rekord von 336.000 Soldaten erreicht. Nach Russland steht sie damit in Europa an zweiter Stelle. (Anm. d. Übers.: Den letzten Satz habe ich verändert, da die Statistiken über Stärke von Streitkräften sich teilweise stark unterscheiden. In dem Beitrag wurde eine Stärke von 261.000 Soldaten genannt, was demnach die viertgrößte Armee in Europa sein soll. Ich habe die Zahlen des deutschen Wikipedia genommen, die sich auf globaldefence.net berufen und nach denen die Ukraine – nach Russland – die zweitgrößte Armee Europas hat. Wie stark sich die Angaben über die Truppenstärken der Länder unterscheiden, kann jeder überprüfen, indem er bei dem verlinkten Wikipedia-Artikel die Sprache ändert, denn in jeder Sprache werden unter Berufung auf andere Analysen unterschiedliche Zahlen genannt.)

Ende der Übersetzung

Das wird ein kalter Winter: In 6 ukrainischen Regionen gibt es keine Heizung

Diskussionen

2 Gedanken zu “Das wird ein kalter Winter: In 6 ukrainischen Regionen gibt es keine Heizung

  1. Hauptsache die Biden zocken die Ukrainer bei den Nebenkosten ab !

    Gefällt mir

    Verfasst von zivilistin | 23. Oktober 2021, 20:31
  2. Es liegt doch an den Ukrainern selbst, sollen sie ihre Politiker zum Teufel jagen, oder frieren

    Gefällt mir

    Verfasst von Andreas Franz | 18. Oktober 2021, 14:04

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