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Ausland, Naher Osten

Biden behauptet fälschlicherweise, die USA hätten keine Militärpräsenz in Syrien

von Dave DeCamp – http://www.antikrieg.com

Etwa 900 US-Soldaten halten derzeit den Nordosten Syriens besetzt

Präsident Biden behauptete fälschlicherweise, die USA unterhielten keine militärische Präsenz in Syrien, als er seine Entscheidung zum Rückzug aus Afghanistan verteidigte. In einem Interview mit ABC am Mittwochabend verwies Biden auf die sogenannten „Bedrohungen“ in Syrien und Afrika.

„Es gibt eine wesentlich größere Bedrohung für die Vereinigten Staaten von Seiten Syriens. Es gibt eine deutlich größere Bedrohung aus Ostafrika. Es gibt eine wesentlich größere Bedrohung für andere Orte in der Welt als die von den Bergen Afghanistans“, sagte er. „Wir haben kein Militär in Syrien, um sicherzustellen, dass wir geschützt werden.“

Seit der Obama-Regierung sind US-Truppen in Syrien präsent. Derzeit befinden sich etwa 900 US-Soldaten im Nordosten des Landes. Auf dem Papier geht es bei der US-Präsenz um die Unterstützung der kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) gegen ISIS. Aber die Besetzung ist auch Teil des Wirtschaftskriegs Washingtons gegen Damaskus.

In der Region Syriens, in der US-Truppen stationiert sind, befinden sich die meisten Ölfelder des Landes. Durch die Besetzung des Gebiets halten die USA die lebenswichtige Ressource aus den Händen der syrischen Regierung heraus. Die USA halten außerdem lähmende Sanktionen gegen Syrien aufrecht, die speziell auf den Energie- und Bausektor abzielen und es dem Land erschweren, sich nach zehn Jahren Krieg wieder aufzubauen.

Die Regierung Biden hat keine Pläne, sich aus Syrien zurückzuziehen, und Bidens Äußerungen lassen vermuten, dass die USA möglicherweise die Entsendung weiterer Truppen vorbereiten. Die USA haben vor kurzem angekündigt, dass sie ihre „Kampfmission“ im Irak beenden werden, die Truppen werden jedoch auf unbestimmte Zeit in einer beratenden Funktion bleiben. Die USA wollen ihre Stützpunkte im Irak unter anderem deshalb nicht aufgeben, weil sie die Besetzung Syriens unterstützen.

Biden hat vor kurzem die Luftangriffe gegen die Al-Shabaab in Somalia ausgeweitet, einer weiteren Region, die seiner Meinung nach eine Bedrohung für die USA darstellt. Ende Juli und Anfang August bombardierten die USA Somalia dreimal, nachdem sie eine lange Pause bei den Drohnenangriffen gegen das Land eingelegt hatten.

US-Beamte behaupten, al-Shabaab sei eine Bedrohung für das US-Heimatland, weil sie der Al-Qaida angehöre. In Wirklichkeit handelt es sich bei al-Shabaab jedoch um eine lokale Gruppe, die erst nach jahrelangem Kampf gegen die USA und ihre Stellvertreter, einschließlich einer von den Vereinigten Staaten von Amerika unterstützten äthiopischen Invasion in Somalia, ihre Loyalität zu al-Qaida bekundet hat. Der erste Anschlag, zu dem sich al-Shabaab bekannte, wurde 2007 gegen äthiopische Soldaten in Mogadischu verübt. Erst im Jahr 2012 bekannte sich die Gruppe zu Al-Qaida.

Auch die Vereinigten Staaten von Amerika weiten die Operationen ihrer Spezialeinheiten auf dem afrikanischen Kontinent aus. Anfang dieser Woche erklärte der Präsident der Demokratischen Republik Kongo, er habe die Entsendung von US-Spezialkräften in sein Land genehmigt.

http://www.antikrieg.com/aktuell/2021_08_20_bidenbehauptet.htm

Diskussionen

2 Gedanken zu “Biden behauptet fälschlicherweise, die USA hätten keine Militärpräsenz in Syrien

  1. Um die Kollateralschäden einmal aufzuschlüssseln: Seit September 2015 und Ende Februar 2016 wurden durch Luftangriffe zweitausend unbeteiligte Zivilisten getötet, darunter 300 Kinder. De facto wurden also durch Luftangriffe mehr Zivilisten getötet als von der syrischen Armee und dem islamischen Staat zusammen. Zu den verwendeten Waffen gehören Brand- und Clusterbomben, weißer Phosphor und 15 Cruise Missles, die aus der Luft con Tupolev Tu-22M3, Tu-95MS, Tu-160 oder von Kriegsschiffen aus abgefeuert wurden. Bis Ende September 2017 kamen sechstausend Zivilisten ums Leben, etwa ein Viertel davon Frauen und Kinder. Ein hoher Preis für die getöteten 4300 Isil und 4000 Al-Nusra-Front Rebellen.

    https://russia-insider.com/en/military/smart-weapons-russia-using-syria/ri10231

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    Verfasst von Fred Milkereit | 21. August 2021, 9:36

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