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Asien, Ausland

„Demütigung größer als in Vietnam“ – Analyst Marandi zum Abzug der USA aus Afghanistan

von https://de.rt.com

Der iranisch-US-amerikanische Analyst Mohammad Marandi sieht die Macht der Vereinigten Staaten schwinden. Laut dem Analysten müssten nun Staaten wie China, Russland und Iran sicherstellen, dass moderatere Kräfte innerhalb der Taliban an Einfluss gewinnen.

In einem ausführlichen Interview mit RT beurteilt der iranisch-US-amerikanische Analyst Mohammad Marandi die Rolle der USA in Afghanistan, wie auch im Nahen Osten, insgesamt als desaströs. Laut Marandi glauben viele Iraner, dass der Nahe Osten von den USA praktisch zerstört wurde. Die Taliban seien in den späten 1970er und 1980er Jahren von den USA zusammen mit den Saudis und den europäischen Alliierten überhaupt erst geschaffen worden – genauso wie die Terrororganisation Al-Qaida.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hätten die USA Afghanistan angegriffen und seien dabei äußerst brutal vorgegangen. Laut Marandi sind zum Beispiel 90 Prozent der Opfer von US-Drohnenangriffen Zivilisten. Der Hass gegenüber den USA sei mit der Zeit immer weiter gestiegen. In Syrien hätten die USA auf extremistische Kräfte gesetzt, um die Regierung von Präsident Baschar al-Assad zu stürzen. Auch in Libyen hätten die USA extremistische Kräfte genutzt, um ihre Ziele durchzusetzen. Marandi verwies zudem auf den Jemen, wo die USA zusammen mit Saudi-Arabien das Land in äußerste Not gestürzt hätten.

Marandi erinnerte daran, dass die USA in den 1980er Jahren den Irak unter Saddam Hussein zunächst bei seinem Chemiewaffen-Programm unterstützt hätten, um dann später das Land anzugreifen und es ins Chaos zu stürzen. Es zeige sich bei dem Vorgehen der USA „ein Muster“. Nun seien die USA in Afghanistan gedemütigt worden, und diese Demütigung sei größer als damals nach dem verlorenen Vietnam-Krieg. In Vietnam hätten im Prinzip rivalisierende Großmächte gegeneinander gekämpft, doch in Afghanistan sah man Kämpfer auf Motorrädern mit Kalaschnikows, die es geschafft hätten, eine Supermacht zu demütigen, die Milliarden in diesen imperialistischen Krieg investiert habe, so Marandi.

Der Iran versuche nun zusammen mit anderen Ländern in der Region zu verhindern, dass bei den Taliban die Extremisten die Oberhand gewinnen. Man dürfe nicht vergessen, dass Afghanistan ein gespaltenes Land ist. Die Taliban seien überwiegend Paschtunen, aber sie stellen nicht die Mehrheit in Afghanistan. Deswegen seien die Taliban zum einen auf politische Kooperation in Afghanistan, aber auch auf Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten angewiesen, wenn sie das Land regieren und die Wirtschaft wieder in Gang bringen wollen. Auch eine internationale Anerkennung sei dafür nötig.

Wollen die USA in Afghanistan Chaos schaffen?

Doch dafür müssten die Taliban von den extremistischen Positionen abrücken. In diesem Zusammenhang verwies Marandi darauf, dass der Wahhabismus und der Salafismus von Saudi-Arabien und den USA geschaffen worden seien. Es brauche nun eine gemeinsame Anstrengung der Nachbarländer, um die Taliban von ihrer extremistischen Ideologie abzubringen. Dafür sei es nötig, dass die extremistischen Gruppierungen keine Unterstützung mehr aus den Golfstaaten bekommen. Das sei auch im Interesse von Ländern wie Russland, China und Iran.

Jetzt nach dem Abzug der USA sei es durchaus denkbar, dass die Vereinigten Staaten darauf setzen, dass in dem Land Chaos ausbreche. Im Sinne, „wenn wir es nicht kontrollieren können, soll es keiner kontrollieren.“ Die Motivation der USA könnte, laut dem Analysten, die Schwächung der asiatischen Länder sein. Doch laut Marandi sei die Macht der USA am Schwinden, während die asiatischen Staaten im Aufschwung seien. Länder wie China, Russland und Iran seien mittlerweile besser in der Lage, mit der Situation in Afghanistan umzugehen.

Nun brauche es unter anderem Druck auf Pakistan, um Islamabad davon abzubringen, radikale Kräfte bei den Taliban weiter zu fördern. Ersten Berichten aus Afghanistan zufolge verhielten sich die Taliban nach der Machtübernahme weniger extremistisch als vor 20 oder 30 Jahren. Doch es bleibe abzuwarten, wie sich die Lage weiter entwickelt. Es gäbe viele Afghanen, die in den Iran flüchteten. Auch gäbe es Intentionen von US-NGOs, Spannungen zwischen den Taliban und dem Iran zu schüren. Doch der Iran werde nicht in diese Falle tappen. Vielmehr versuche Teheran, die verschiedenen Kräfte in Afghanistan an einen Tisch zu bringen, um eine friedliche politische Lösung zu ermöglichen.

https://de.rt.com/international/122511-analyst-mohammad-marandi-zum-abzug-der-usa-aus-afghanistan-demuetigung-groesser-als-in-vietnam/?fbclid=IwAR1AQmNnvzY7SygYcBmRS-dOlPJZFGeaAFKAfFuLdNTgX95W3HDB611DAl0

Diskussionen

2 Gedanken zu “„Demütigung größer als in Vietnam“ – Analyst Marandi zum Abzug der USA aus Afghanistan

  1. Und dabei war Afghanistan doch bereits 10 Jahre lang durch die UDSSR befriedet worden.
    So wie Tschetschenien.

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    Verfasst von Pavel | 21. August 2021, 10:40
  2. Wie lange würde sich wohl unsere Regierung halten wenn die USA aus Deutschland abziehen würde?

    Abe sie ziehen natürlich nicht einfach so ab. Sie werden verbrannte Erde hinterlassen.
    Die halbe Miete ist ja schon erreicht.

    1. Die Landwirtschaft gegen die Wand gefahren.
    2. Das Bildungssystem ruiniert.
    3. Der Forschungsstandort ebenfalls.
    4. Die Energieversorgung wackelt.
    5. Die Deindustrialisierung ist bereits mit der Klima- und Coronapolitik eingeleitet.
    6. Wer soll bitte die Massen an Migranten beschäftigen? Wenn dann die Arbeit für die, die da sind nicht einmal mehr ausreicht.
    7. So entsteht sozialer Sprengstoff der zum Bürgerkrieg führen kann.

    Alles was einen souveränen Nationalstaat ausmacht wird zerstört. Nur es Stört kaum jemanden.
    Was glauben den die Menschen wer ihre Rechte in einer Weltregierung vertritt?

    Wir sind eine Gesellschaft die ihre eigene Existenz als Staat zerstört. Während Afghanistan die Chance hat wieder ein Staat zu werden.
    Eines zeigt uns Afghanistan, ohne massiven Widerstand wird unsere Gesellschaft wie unser Staat vor die Hunde gehen.

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    Verfasst von G. Karfeld | 17. August 2021, 13:00

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