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Ausland, Medien

Top-Experten der New York Times und der WaPo arbeiten mit der vom Pentagon finanzierten Denkfabrik CNAS zusammen

von Dan Cohen – http://www.antikrieg.com

Stellen Sie sich ein Land vor, in dem es keine Trennung zwischen der Regierung, dem Militär und den Medien gibt. Viele Amerikaner würden dabei an China, Russland oder Nordkorea denken, aber es ist eine perfekte Beschreibung der heutigen Vereinigten Staaten von Amerika. Und hier in Washington ist die Denkfabrik in diesem unscheinbaren Gebäude – das Center For A New American Security (CNAS) – das deutlichste Beispiel dafür.

CNAS ist eine der führenden militaristischen Denkfabriken in der Hauptstadt des Landes, insbesondere für die von der Demokratischen Partei gebildeten Regierungen. Es wird vom Außenministerium und vom Pentagon finanziert und hat in den letzten Jahren mehr Geld von Waffenfirmen erhalten als jede andere Denkfabrik. Darüber hinaus wird es von Ölfirmen, Großbanken und rechtsgerichteten Regierungen finanziert – im Grunde von den zerstörerischsten Kräften auf diesem Planeten.

Für Präsident Joe Biden ist CNAS eine Kaderschmiede, aus der er Leute für die Besetzung von Schlüsselpositionen in seiner Verwaltung bezieht. In der Tat sind zur Zeit mindestens 16 CNAS-Absolventen in Schlüsselpositionen im Bidens Pentagon und im Außenministerium tätig.

Am schockierendsten ist jedoch die Tatsache, dass mehrere Berichterstatter für nationale Sicherheit und Außenpolitik von US-Elitemedien mit CNAS – und daher indirekt mit der US-Regierung und den Unternehmen verbunden sind und wahrscheinlich von diesen bezahlt werden – also genau den Kräften, die sie zur Rechenschaft ziehen sollten.

Seit mehr als zwanzig Jahren hat der Washingtoner Korrespondent der New York Times, David Sanger, unermüdlich Täuschungen verbreitet, um die Öffentlichkeit dazu zu bringen, Aggression und Krieg der USA zu unterstützen.

Von den Lügen der Regierung George W. Bush über Massenvernichtungswaffen im Irak bis hin zu den Lügen über den Versuch des Irans, Atomwaffen herzustellen, und den beweislosen Behauptungen der Geheimdienste über russische Cyberangriffe – alle diese aufrührerischen Behauptungen wurden für bare Münze genommen, mit dem klaren Ziel, den damaligen Präsidenten Donald Trump unter Druck zu setzen, die Aggression gegen Moskau zu verstärken und gleichzeitig die Taschen von Sangers Gönnern in der Waffenindustrie zu füllen.

Sangers neokonservative Cyberwar-Fantasie wurde von HBO sogar verfilmt. Heute ist David Sanger von der Theorie des COVID-19-Laborlecks überzeugt. Er steht an der Spitze jeder Propagandakampagne, die nicht nur eine Rechtfertigung für Aggression und Krieg liefert, sondern auch dazu beiträgt, riesige Gewinne für die CNAS-Geldgeber zu erwirtschaften.

Sanger ist nur einer von mehreren Reportern der New York Times, der Washington Post und der Foreign Policy, die am CNAS tätig sind. Vermutlich ist dies mit einer beträchtlichen finanziellen Komponente verbunden. Ich habe das CNAS per E-Mail gefragt, ob es diese Reporter bezahlt, aber es gab keine Antwort.

Sangers Kollege Eric Schmitt, leitender Korrespondent für nationale Sicherheit bei der New York Times, ist ebenfalls bei CNAS zu Gast.

Damals, im Jahr 2020, warb Schmitt für die offensichtlich falsche Geschichte über russische Kopfgelder, die später zurückgezogen wurde, nachdem sie ihren politischen Zweck erfüllt hatte, um Trump zu einer härteren Anti-Russland-Haltung zu zwingen.

Natürlich war Schmitt ein zuverlässiger Förderer von Geheimdienstbehauptungen über russisches Hacking – er zeigte nie auch nur einen Hauch von Skepsis.

Und er stellte die Aggression der Trump-Regierung gegen den Iran pflichtbewusst als defensiv dar.

Die Washington Post fand diese Art von eklatanter Medienkorruption zumindest fragwürdig. Im Jahr 2011 startete das Time Magazine in Zusammenarbeit mit CNAS eine Serie zur Förderung von Kriegspropaganda; die Post veröffentlichte einen Artikel, der die Ethik dieser Partnerschaft in Frage stellte.

Im Jahr 2013 kauft der Milliardär Jeff Bezos die Washington Post, und ihr Korrespondent David Finkel wird zum „Writer in Residence“ bei CNAS. Während dieser Zeit schrieb Finkel zwei Bücher über den US-Krieg im Irak: „The Good Soldiers“ und „Thank You For Your Service“. Genau die Art von Schönfärberei des Krieges, die die Geldgeber des CNAS der Öffentlichkeit zumuten wollen.

Michael Gordon ist ein anderer. Er verbrachte drei Jahrzehnte bei der Times. Zu seinen größten Leistungen gehörte es, zusammen mit Judith Miller die Täuschung der Bush-Regierung über die irakischen Massenvernichtungswaffen zu fördern. Gordon schrieb unter Berufung auf anonyme US-Beamte, dass „der Irak sein Streben nach Atomwaffen verstärkt und sich auf eine weltweite Jagd nach Materialien zum Bau einer Atombombe begeben hat“.

Jetzt hat Gordon beim Wall Street Journal Monate damit verbracht, die Propaganda über das Leck im Wuhan-Labor zu verbreiten – und wieder einmal ohne jegliche Skepsis Behauptungen von Geheimdienstmitarbeitern zu unterstützen.

Greg Jaffe ist Reporter für nationale Sicherheit bei der Washington Post und ein weiterer Gastautor bei CNAS. In seinem Artikel über den Rückzug der USA aus Afghanistan zitiert er Eliot Cohen – einen ehemaligen Beamten der Bush-Regierung, der jetzt Fellow bei CNAS ist. Die gemeinsame Zugehörigkeit von Jaffe und Cohen wird in dem Artikel nie offengelegt – ein offensichtlicher Verstoß gegen die grundlegendsten journalistischen Regeln.

Thom Shanker war Teil des CNAS-Writer-in-Residence-Programms, als er bei der Times über US-Kriege schrieb. Im Jahr 2012 schrieb Shanker einen Blogbeitrag, in dem er für eine CNAS-Studie warb, ohne seine Zugehörigkeit offenzulegen. Wieder einmal ein erheblicher Interessenkonflikt, und die Ethik ist zum Teufel.

Dann ist da noch Rajiv Chandrasekaran, der zwei Jahrzehnte lang bei der Post Öffentlichkeitsarbeit für US-Kriege gemacht hat und jetzt PR für Starbucks betreibt.

Und Thomas Ricks, dessen Karriere sich über Posten beim Wall Street Journal, der Washington Post und der Zeitschrift Foreign Policy erstreckt. Ricks ist ein kalter Krieger, der öffentlich erklärt hat, dass Putin die Vereinigten Staaten genauso angreift wie Osama Bin Laden und dass Amerikaner, die Putin verteidigen, sich nicht von denen unterscheiden, die Bin Laden verteidigen.

Einige dieser Informationen sind nicht neu. Vor mehr als einem Jahrzehnt wurde in The Nation darüber berichtet, aber das Problem hat sich nur verschlimmert, da die US-Politik nach rechts gerückt ist, Spionageagenturen mehr Macht in den Medien erlangt haben und der neue Kalte Krieg sich beschleunigt hat.

Es gibt keine wirkliche Trennung zwischen den unzähligen Drehtüren und dem Geldfluss zwischen Waffenherstellern, Think Tanks, der US-Regierung und den Medien. Es ist ein inzestuöser, blasierter Blob, der nur eines produzieren kann: Krieg.

Wenn Sie also an den militärisch-industriellen Komplex und den permanenten Kriegszustand denken, sollten Sie nicht vergessen, was vielleicht die wichtigste Komponente von allen ist: die Medien.

erschienen am 11. August 2021 auf > Ron Paul Institute for Peace and Prosperity Artikel

http://www.antikrieg.com/aktuell/2021_08_12_topexperten.htm

Diskussionen

7 Gedanken zu “Top-Experten der New York Times und der WaPo arbeiten mit der vom Pentagon finanzierten Denkfabrik CNAS zusammen

  1. Ickke Neuling sendet Radio Clear Channel, Cable Shows, sowie eine bizarre Form des Agenda-Setting.

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    Verfasst von Atta David | 16. August 2021, 15:37
    • In der News-Abteilung des öffentlichen Rundfunks dominiert die Angst der Leiter, zu „links“ oder angreifbar zu sein. Darum sind die News immer ein Mitschnitt von allem – nicht mehrheitsfähige Beiträge kommen nicht auf den Sender. Die TV-Entscheidungs­träger und viele Redaktoren halten ihren Journalismus dem der Printredaktionen für weitaus überlegen. Es scheint dazu einen gewissen Konsens zu geben. Oder zumindest reagieren die Redaktionsleiter auf eine bestimmte Art von News sehr positiv. Berichte oder Interviews beispielsweise, die von Nachrichtenagenturen und der Konkurrenz nachgezogen, d.h. übernommen, werden, sind per se gut – weil das REUTERS, AFP und CNN in eigener Sache ausstrahlen. Hinterfragen kann der Einzeljournalist so erhaltene Stories schon, aber gemäss meiner Erfahrung sind solche „Exklusiv-News“ gesetzt, Fragen werden ignoriert. Immerhin gibt es ein Bewusstsein, dass Konzerne ihre Interessen vertreten, und dass Journalisten keine Konzern-PR machen sollen. „Das ist eine PR-Story“, diese Beurteilung gibt es immer wieder.

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      Verfasst von Colonel Omar Lehmkuhl | 16. August 2021, 18:56
      • Konzernleiter der öffentlichen Nachrichtenagentur, DPA, ignorieren PR-Stories über 9/11 und Verschwörungstheorien von linker Seite über die neokonversativen Kaderschmieden. Der neue Kalte Krieg überging die mediale Infrastruktur. Dieses Netzwerk gründete sich aus Printmedien, Fernsehsendern und Radiostationen, worin die Journalisten und Think Tanker (Forscher an Denkfabriken) Pläne zur Machtübernahme für den militärisch-industriellen Komplex entwickelten.

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        Verfasst von DAVID LEHMKUHL | 16. August 2021, 19:37
  2. Colonel Vladimir Putin zitiert den ‚militärisch-industriellen Komplex, dessen unzählige Drehtüren und der Geldfluss zwischen Waffenherstellern, Think Tanks, der US-Regierung und den Medien. Gleichwohl haben Spionageagenturen mehr Macht in den Medien erlangt und der neue Kalte Krieg hat sich beschleunigt. Wenn Sie also an den militärisch-industriellen Komplex und den permanenten Kriegszustand denken, sollten Sie nicht vergessen, was vielleicht die wichtigste Komponente von allen ist: die Medien. – und wieder einmal ohne jegliche Skepsis Behauptungen von Geheimdienstmitarbeitern zu unterstützen. Mit den Unternehmen verbunden sind und wahrscheinlich von diesen bezahlt werden – also genau den Kräften, die die Elitezur Rechenschaft ziehen sollten. Die Proganda wird vom Außenministerium und vom Pentagon finanziert und hat in den letzten Jahren mehr Geld von Waffenfirmen erhalten als jede andere Denkfabrik. Darüber hinaus wird es von Ölfirmen, Großbanken und rechtsgerichteten Regierungen finanziert.

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    Verfasst von Nuray Denisom | 14. August 2021, 5:46
  3. Im Bereich der Verteidigungspolitik solle die „Freiheit“ im „Kampf gegen den Terror“ militärisch „verteidigt“ werden. Dazu verlangen die neokonservativen Think Tanks, die Bush-Doktrin entschiedener zu verwirklichen. Diese Doktrin (eine bizarre Mischung von radikaler Militärpolitik, Weltgenesungstherapie und globaler Verordnung von Demokratie- und Freiheitsidealen ist der prägnanteste Ausdruck des Einflusses neokonservativer Think Tanks nicht nur in Form des Agenda-Setting auf einzelnen Politikfeldern, sondern auf den gesamten öffentlichen Diskurs, aus dem alternative Freiheits-, Kultur- und Gesellschaftskonzepte beinahe vollständig getilgt werden konnten. Für die Neuausrichtung des Diskurses lassen sich vor allem neokonservative Massenmedien (als Bestandteil des neokonservativen Netzwerkes) verantwortlich machen, wobei die Definitionsmacht hauptsächlich auf Rundfunkprogramme (Talkradio), Fernsehprogramme (vor allem Talk-Shows, Cable News Talkshows) und einen Verbund neokonservativer Zeitungen und Zeitschriften überging. Prägnante Beispiele dafür sind der neokonservative Radiosender Clear Channel, der einflussreiche Radiokommentator Rush Limbaugh, der 1996 von Rupert Murdoch gegründete Fox News Channel, das Wall Street Journal, die Washington Times, die New York Post, der American Spectator, die National Review, die New York Sun und der Weekly Standard. Die einzelnen neokonservativen Zeitungen und Zeitschriften dienen insbesondere dazu, Journalisten und Think Tanker in ihren Rollen als „Experten“ im Fernsehen (vor allem bei Fox und MSNBC) zu legitimieren[66]. Des Weiteren konnte mit dem gesamten Netzwerk aus Printmedien, Fernsehsendern und Radiostationen die mediale Infrastruktur hergestellt werden, mithilfe derer es gelang, den diskursiven Bezugsrahmen weit nach rechts zu verschieben.

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    Verfasst von Tobias Bader | 14. August 2021, 4:57
    • @Tobias Bader: zur Einordnung.

      https://swprs.org/medien-navigator/

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      Verfasst von Ickke | 14. August 2021, 16:54
      • Die Neocons beschäftigen sich mit der Theorie des Agenda-Settings sowie dessen Forschungsthema und stellen eine Ausarbeitung der Medienforschung präsentierten Comments dar. Zu Beginn wird näher auf die Kernfrage sowie die Kernaussage der Agenda-Setting eingegangen. Welche grundlegenden Ergebnisse Kommen aus der Pionier-Studie? Im Anschluss wird die eben genannte Studie von McCombs und Shaw in ihrer Methode näher erläutert, sowie deren Ergebnisse dargestellt. Außerdem soll geklärt werden, welche Studien noch vorlagen. Danach soll auf die verschiedenen Richtungen der Weiterentwicklung eingegangen werden. Dabei sind Randbedingungen zu beachten, die die Neokonservativen beeinflusst haben. Die intervenierenden Variablen „Merkmale des Themas“, „Merkmale der Medien“ und „Merkmale der Rezipienten“ sowie Umweltfaktoren und dynamische Prozesse spielten eine zentrale Rolle. Ebenso soll auf die verwandten Ansätze des Priming und des Framing eingegangen werden. Anschließend werden auch die Begriffe des Agenda Buildings, Web-Surfings und des News-Cuttings näher erläutert. Die gesamte Forschung soll kritisch betrachtet und gewürdigt werden. Zum Abschluss soll herausgestellt werden, wie die Erkenntnisse der Neokonservatismus in den Medien sowie in der Public Relations sinnvoll genutzt und eingesetzt werden können.

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        Verfasst von Dr. Oliver Neun | 16. August 2021, 17:35

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