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Ausland, Nordamerika

Die Angehörigen der 9/11-Opfer wollen US-Präsident Biden nicht bei den Gedenkfeiern sehen

von Thomas Röper – http://www.anti-spiegel.ru

In einer Erklärung werden die Hinterbliebenen der 9/11-Opfer US-Präsident Biden am Freitag auffordern, den Gedenkfeiern zu 9/11 fernzubleiben. Darüber berichtete der US-Sender NBC.

Wieder einmal fand ich die Meldung bei der russischen Nachrichtenagentur TASS, die ihre Quellen immer ordentlich verlinkt. Zunächst wollte ich die Meldung der TASS übersetzen, fand den Artikel von NBC, über den die TASS berichtet hat, aber so interessant, dass ich ihn übersetzt habe und nicht die kurze Meldung der TASS. Bevor wir jedoch zu der aktuellen Meldung darüber kommen, dass und warum die Hinterbliebenen der 9/11-Opfer US-Präsident Biden auffordern, den Gedenkveranstaltungen zum 20 Jahrestag der Tragödie fernzubleiben, will ich kurz darauf eingehen, warum das Thema 9/11 auch heute noch wichtig ist.

Der Skandal, den die Medien nicht sehen wollen

Wenn man den „Qualitätsmedien“ glaubt, ist 9/11 geklärt und wer trotzdem Fragen stellt, ist ein Verschwörungstheoretiker. Das hat der damalige US-Präsident Bush sogar in einer Rede vor der UNO als offizielles Narrativ vorgegeben. Und die „Qualitätsmedien“ halten sich daran. Dabei gibt es zu 9/11 eine Menge offene Fragen, die ich vor einiger Zeit zusammengetragen habe, den Artikel dazu finden Sie hier.

Die in meinem Artikel genannten Fragen werden von den „Qualitätsmedien“ jedoch nicht gestellt. Aber es gibt durchaus offene Fragen, die sogar die „Qualitätsmedien“ mal kurz gestellt und dann schnell wieder vergessen haben. Das war 2016, denn damals wurde in den USA offen darüber gesprochen, dass die saudische Regierung die Anschläge in New York finanziert hat, wie zum Beispiel die FAZ damals berichtet hat. Aber bis heute sind die entsprechenden Seiten in den veröffentlichten Untersuchungsberichten geschwärzt und die Angaben über die Verstrickung der saudischen Regierung bleiben geheim.

9/11 bestimmt die Politik seit 20 Jahren. Die Anschläge von New York waren der Grund für den „Krieg gegen den internationalen Terror“, den US-Präsident Bush damals ausgerufen hat. 9/11 war damit der Grund für den Krieg in Afghanistan und für den Tod auch deutscher Soldaten. 9/11 wurde auch als Vorwand für den illegalen Krieg gegen den Irak genommen.

Diese Kriege und ihre Folgen bestimmen die Politik bis heute, denn sie waren der Grund für die Flüchtlingswelle, die 2015 nach Europa geschwappt ist und bis heute die EU spaltet. Diese Kriege haben auch den Nährboden geschaffen, auf dem dann der IS entstanden ist, ohne den der Krieg in Syrien nicht möglich gewesen wäre. Ohne diese Kriege hätte es auch all die islamistischen Terroranschläge der letzten Jahre in Europa nicht gegeben, denn in den meisten Fällen – wie zum Beispiel beim Berliner Breitscheidplatz – waren die Täter Flüchtlinge, die im Zuge der Flüchtlingswelle nach Europa gekommen sind, die es ohne die von den USA entfesselten Kriegen gar nicht gegeben hätte.

All das muss man im Hinterkopf haben, wenn man über 9/11 spricht, denn obwohl vielen Menschen scheint, das sei lange her und nicht mehr wichtig, bestimmen die Folgen von 9/11 unser Leben bis heute. Aus diesem Grund ist eine vollständige Aufklärung der Terroranschläge auch dringend nötig, unabhängig davon, welcher Staat (oder Staaten) und welche Politiker und Organisationen dabei „Dreck am Stecken“ haben. Die Folgen der Terroranschläge von New York waren für die ganze Welt zu einschneidend und haben über eine Million Todesopfer gefordert, daher ist es ein Skandal, dass die „Qualitätsmedien“ keine Aufklärung fordern.

Nach dieser Einleitung komme ich zu dem aktuellen Artikel von NBC, den ich übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

9/11-Familien an Präsident Biden: Kommen Sie nicht zu unseren Gedenkfeiern

Fast 1.800 Angehörige der Opfer, Ersthelfer und Überlebende fordern Biden wegen seiner Weigerung, Dokumente zum 11. September freizugeben, auf, nicht an Gedenkveranstaltungen teilzunehmen.

Fast 1.800 Amerikaner, die direkt von den Terroranschlägen vom 11. September 2001 betroffen waren, lehnen die Teilnahme von Präsident Joe Biden an Gedenkveranstaltungen in diesem Jahr ab, wenn er nicht sein Versprechen einhält, die Beweise der US-Regierung freizugeben, die ihrer Meinung nach eine Verbindung zwischen saudi-arabischen Führern und den Anschlägen belegen könnten.

Die Familienangehörigen der Opfer, Ersthelfer und Überlebenden werden am Freitag eine Erklärung veröffentlichen, in der sie Biden auffordern, den Veranstaltungen zum 20. Jahrestag der Anschläge in New York und Shanksville, Pennsylvania, sowie im Pentagon fernzubleiben, wenn er die Dokumente nicht freigibt, die ihrer Meinung nach die Verbindung saudischer Offizieller in die Unterstützung der Terrorakte implizieren. Die Gruppe sagt, dass Biden als Kandidat versprochen hat, transparenter zu sein und so viele Informationen wie möglich herauszugeben, aber dass seine Regierung seither ihre Briefe und Anfragen ignoriert hat.

„Wir können den Präsidenten nicht in gutem Glauben und mit Ehrfurcht vor den Toten, Kranken und Verletzten auf unserem heiligen Boden willkommen heißen, solange er seine Zusage nicht einhält“, heißt es in einer Erklärung, die NBC News vorliegt.

„Seit dem Abschlussbericht der 9/11-Kommission im Jahr 2004 wurden viele Beweise aufgedeckt, die die Verwicklung saudischer Regierungsvertreter in die Unterstützung der Anschläge implizieren“, heißt es in der Erklärung. „Durch mehrere Regierungen hindurch haben das Justizministerium und das FBI aktiv versucht, diese Informationen geheim zu halten und das amerikanische Volk daran zu hindern, die ganze Wahrheit über die Anschläge vom 11. September zu erfahren.

Zu den Dokumenten, die die Gruppe sucht, gehören Belege, die während einer umfassenden FBI-Untersuchung der Anschläge gefunden wurden, die angebliche saudische Verbindungen untersuchte und 2016 abgeschlossen wurde.

Brett Eagleson, dessen Vater Bruce im World Trade Center ums Leben kam, sagte, er und seine Mitunterzeichner seien „kollektiv fertig mit unserer eigenen Regierung“.

„Wir sind frustriert, müde und traurig über die Tatsache, dass die US-Regierung seit 20 Jahren Informationen über den Tod unserer Angehörigen unter Verschluss hält“, sagte Eagleson, der zu einer Gruppe von Angehörigen der Opfer gehört, die eine Bundesklage eingereicht haben, in der Saudi-Arabien eine Mitschuld an den Anschlägen vorgeworfen wird.

Während der Bericht der 9/11-Kommission feststellte, dass Saudi-Arabien ein „problematischer Verbündeter“ gewesen sei, insbesondere wenn es um die Weitergabe von Geheimdienstinformationen ging, fand die Untersuchung keine Beweise, die die saudische Führung in den Angriff verwickelten.

„Die Kommission fand keine Beweise dafür, dass die saudische Regierung als Institution oder einzelne hochrangige Beamte wissentlich Al-Qaida unterstützt oder gefördert haben; allerdings haben mangelndes Problembewusstsein und das Versäumnis, Institutionen zu beaufsichtigen, ein Umfeld geschaffen, in dem solche Aktivitäten gedeihen konnten“, so der Bericht.

Allerdings wurden saudische Staatsangehörige in dem Bericht als eine der Hauptfinanzierungsquellen für Al-Qaida genannt. Die saudische Regierung hat jegliche Verbindung zu den Anschlägen bestritten.

Eagleson ist überzeugt, dass hochrangige Vertreter der saudischen Regierung von dem geplanten Anschlag wussten und nichts unternahmen, um ihn zu verhindern.

Zu den Beweisen, die er anführt, gehört die beeidete Aussage des ehemaligen FBI-Spezialagenten Stephen Moore aus dem Jahr 2017, der für das Los Angeles Task Force Team für PENTTBOM, die FBI-Untersuchung der Anschläge vom 11. September, verantwortlich war.

„Auf der Grundlage der Beweise, die wir im Laufe unserer Ermittlungen gesammelt haben, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass diplomatisches und geheimdienstliches Personal des Königreichs Saudi-Arabien den beiden Flugzeugentführern vom 11. September 2001 wissentlich materielle Unterstützung geleistet und die Verschwörung vom 11. September 2001 erleichtert hat. Meine Kollegen in unserer Untersuchung teilten diese Schlussfolgerung“, so Moore in seiner eidesstattlichen Erklärung.

Auch die Regierungen von George W. Bush, Barack Obama und Donald Trump lehnten die Freigabe von Dokumenten ab und beriefen sich dabei auf nationale Sicherheitsbedenken. Die Trump-Regierung berief sich 2019 auf das Privileg der Staatsgeheimnisse, um die Geheimhaltung der Dokumente zu rechtfertigen.

Zwanzig Jahre später gibt es einfach keinen Grund, diese Informationen geheim zu halten – weder unter dem Vorwand der „nationalen Sicherheit“ noch aus anderen Gründen“, schrieb die Gruppe. „Aber wenn Präsident Biden sein Versprechen bricht und sich auf die Seite der saudischen Regierung stellt, wären wir gezwungen, uns öffentlich gegen jede Teilnahme seiner Regierung an einer Gedenkfeier für 9/11 auszusprechen.“

Eagleson sagte in einem Interview: „Die Kette endet beim Präsidenten.“

Er und seine Kollegen aus der 9/11-Community seien vom Generalstaatsanwalt, dem FBI-Direktor und anderen hochrangigen Beamten der Regierung „ignoriert“ worden, sagte er.

Biden „muss wirklich derjenige sein, der aufsteht und Maßnahmen ergreift“, sagte Eagleson und fügte hinzu, dass die Familien auf den Tag hoffen, an dem der Präsident „mit uns arbeitet und nicht gegen uns.“

Eagleson sagte, seine Gruppe war optimistisch, nachdem der Kandidat Biden im Oktober in einem Brief Transparenz in dieser Angelegenheit versprochen hat.

„Ich beabsichtige, ein Präsident für alle Amerikaner zu sein, und werde alle ihre Stimmen hören“, schrieb Biden. „Die 9/11-Familien haben Recht, wenn sie die volle Wahrheit und Rechenschaftspflicht fordern. … Ich werde meinen Generalstaatsanwalt anweisen, alle Fälle, in denen die Berufung auf ein Privileg empfohlen wird, persönlich zu prüfen und in Fällen, in denen, wie in diesem Fall, die fraglichen Ereignisse zwei Jahrzehnte oder länger zurückliegen, der Offenlegung den Vorzug zu geben.“

Doch die meisten Briefe und Versuche, die Regierung seit Bidens Amtsantritt zu erreichen, blieben unbeantwortet, und nun, so Eagleson, sei die Geduld am Ende.

„Wir hatten große Hoffnung, dass Präsident Biden, der im Wahlkampf damit geworben hat, Wahrheit und Vertrauen zurück ins Oval Office zu bringen, das Leben und die Opfer der amerikanischen Bürger über die diplomatischen Beziehungen zu einem Land stellen würde, das des Massenmordes beschuldigt wird“, so Eagleson.

Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte, dass sein Büro für öffentliches Engagement und die Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrates sich mit den Familienmitgliedern der Opfer des 11. Septembers getroffen haben, um ihre Dokumentenanfragen zu besprechen und „ihre Gedanken über politische Prioritäten zu hören.“

„Unsere Herzen sind bei den Familien, die am 11. September ihre Angehörigen verloren haben, besonders in diesen Tagen vor dem 20. Jahrestag der Anschläge“, sagte der Sprecher in einer Erklärung am Freitagmorgen.

Der Sprecher merkte an, dass Biden versprochen habe, das Justizministerium zu bitten, die Probleme im Zusammenhang mit der Berufung der früheren Regierung auf das Staatsgeheimnisprivileg zu lösen, insbesondere, dass es „eng zugeschnitten“ sei und nicht gemacht werde, um „Peinlichkeiten“ für eine Person oder Organisation zu verhindern.

„Wir freuen uns darauf, in den kommenden Tagen mehr über die Maßnahmen zu berichten, die wir ergreifen, um eine größere Transparenz im Rahmen der Gesetze zu gewährleisten“, fügte der Sprecher hinzu.

Eagleson sagte, er glaube, dass die US-Regierung die Dokumente wegen der engen diplomatischen und militärischen Beziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien nicht freigeben werde.

„Zwanzig Jahre sind viel zu lang für irgendjemanden, insbesondere für Tausende amerikanischer Familien, um die Wahrheit darüber zu erfahren, was mit ihren Angehörigen geschehen ist“, sagte er und bezeichnete es als „grausam und ungewöhnlich, dass die Regierung uns so lange warten lässt“.

Eagleson beklagte, dass die Gemeinschaft der Familienmitglieder, Überlebenden und Ersthelfer des 11. September alles getan habe, was die Regierung nach den Anschlägen von ihnen verlangt habe. „Jetzt, 20 Jahre später, wenn wir sie brauchen, streuen sie Salz in eine offene Wunde und geben uns die Dokumente nicht“, sagte er.

„Darum sollte nicht so hart gekämpft werden“, sagte er. „Der Präsident der Vereinigten Staaten sollte an unserer Seite stehen.“

Ende der Übersetzung

Die Angehörigen der 9/11-Opfer wollen US-Präsident Biden nicht bei den Gedenkfeiern sehen

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