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Ausland, Europa

Schießt der litauische Grenzschutz auf illegale Migranten?

von Thomas Röper – http://www.anti-spiegel.ru

Am Dienstag hat der Spiegel gemeldet, Litauen drohe Flüchtlingen, die aus Weißrussland in das Land wollen, Gewalt an. Am Mittwoch hat der weißrussische Grenzschutz Flüchtlinge aufgefunden, die Schussverletzungen und schwere Verletzungen durch Hundebisse aufwiesen.

Dass „Qualitätsmedien“ wie der Spiegel es vollkommen in Ordnung finden, wenn Litauen sich gegen Migranten abschirmt, während das gleiche Verhalten bei Ungarn zu einem Proteststurm geführt hat, habe ich schon berichtet. Dass deutsche Medien und Politiker auch kein Problem damit haben, dass Litauen Flüchtlinge pauschal für mindestens sechs Monate in Lagern interniert, ist für Leser das Anti-Spiegel auch nicht neu. Nun hat Litauen seinen Anti-Migrantenkurs noch einmal verschärft.

Am Dienstag hat der Spiegel unter der Überschrift „Flüchtlingsstreit mit Belarus – Litauen will Migranten an Grenzübertritt hindern – notfalls mit Gewalt“ berichtet:

„»Zuallererst sagen (litauische Grenz-)Beamte ihnen (Migranten), dass sie verloren sind, dass sie in dem schönen Land Belarus angekommen sind und den falschen Weg genommen haben, während sie die Natur genießen, aber jetzt müssen sie den touristischen Weg zurück in dieses Land fortsetzen«, sagte Abramavičius.
Sollte diese Methode nicht erfolgreich sein, habe Litauen sich das Recht vorbehalten, Gewalt anzuwenden, um Migranten fernzuhalten, so der konservative Politiker.“

Das war sehr allgemein gehalten und der Spiegel-Leser hat nicht erfahren, wie diese Gewalt aussehen könnte. Man beachte in diesem Zusammenhang, wie kritisch der Spiegel über das manchmal strenge Vorgehen der griechischen Grenzschützer berichtet und sogenannte „Push-backs“ verurteilt. Als „Push-backs“ wird es bezeichnet, wenn Grenzschützer illegale Grenzübertreter gewaltsam wieder über die Grenze zurückdrängen. Aber wenn Litauen das tut, hat der Spiegel nichts daran zu kritisieren, schließlich geht es gegen Weißrussland, da werden die dem Spiegel sonst heiligen Rechte von Migranten hinten angestellt.

Nur einen Tag nach der Meldung des Spiegel hat der weißrussische Grenzschutz an der Grenze zu Litauen schwer verletzte Migranten aufgefunden, einer ist seinen Verletzungen erlegen. Darüber hat das russische Fernsehen berichtet und auch die Bilder gezeigt, die der weißrussische Grenzschutz kommentarlos veröffentlicht hat. Den zugehörigen Artikel der russischen Fernsehens habe ich übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Weißrussische Grenzschützer haben angeschossene und gebissene Migranten gefunden

Weißrussische Grenzschutzbeamte haben fünf Migranten an der Grenze zu Litauen gefunden. Ihre Körper weisen Spuren von Schusswunden und Hundebissen auf. Dies teilte der Pressedienst des weißrussischen Staatsgrenzkomitees mit. Jetzt sind die Opfer in medizinische Einrichtungen untergebracht.

Zuvor hatten weißrussische Grenzschutzbeamte an der Grenze zu Litauen einen Migranten in schlechtem körperlichen Zustand vorgefunden. Er konnte nicht gerettet werden und starb. Der Tote war ein irakischer Staatsbürger.

Gleichzeitig will Litauen einen Zaun an der Grenze zu Weißrussland errichten. Da das Land dafür keine Mittel hat, soll er auf Kredit gebaut werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Mauer 4 Meter hoch und 508 Kilometer lang sein wird. Sie wird 150 Millionen Euro kosten.

Seit Beginn dieses Jahres sind mehr als 4.000 Migranten nach Litauen gekommen. Das ist 50 Mal mehr als im Jahr 2020.

Ende der Übersetzung

Wenn man sich nun noch in Erinnerung ruft, wie groß das Entsetzen der deutschen Medien und Politiker war, als Frauke Petri seinerzeit angeblich den Einsatz von Schusswaffen gegen Grenzverletzer an deutschen Grenzen gefordert hat, wird die Doppelmoral der deutschen Medien und Politiker erst richtig offenbar, denn im Falle von Litauen hört man nicht nur keine Kritik, ich habe dazu auch keine Meldungen in deutschen Medien gefunden.

Übrigens hat Frauke Petri damals nicht den Einsatz von Schusswaffen an der deutschen Grenze gefordert, diese Aussage wurde ihr in einem Interview nur in den Mund gelegt, bei Interesse finden Sie die Details mit allen Quellen hier.

Schießt der litauische Grenzschutz auf illegale Migranten?

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