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Debatte, Gesellschaft

Generationengerechtigkeit – die neueste Waffe der Schurken in der Wissenschaft – Eine marxistische Zurückweisung

von Hans Tigertaler

»Unter den Hunden wird gefunden eine Menge von Lumpenhunden.« (Heinrich Heine)

Ein Volkswirtschaftler müsste aus seiner Kreislauftheorie eigentlich wissen, dass die Aufrechterhaltung eines volkswirtschaftlichen Kreislaufes prinzipiell nie von einer Erhöhung der vorhandenen Population abhängen kann, die ja ihrerseits erhalten werden müsste. Nicht nur das: weder ihre Erhöhung noch eine Verringerung noch die Beibehaltung ihres Umfangs ist überhaupt eine volkswirtschaftliche conditio sine qua non. Dieser Quatsch, den Menschen täglich serviert, wird auch von der eingeschüchterten Wissenschaft nicht aufgeklärt.

Die Behauptungen über die Wirkungen der Veränderungen im Verhältnis der erwerbstätigen zu den nicht erwerbstätigen Bürgern, darin der sogenannten Überalterung, lassen sich spielend leicht entkräften; volkswirtschaftlich sind sie einzig relevant als abhängige Variablen der Arbeitsproduktivität und schon seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts, erst recht heute und mit ziemlicher Sicherheit auch in Zukunft, unproblematisch.

Die Steigerung der Arbeitsproduktivität in den Industrieländern war stets und evident erheblich größer als die Erhöhung z.B. des Altenquotienten.

Seit über hundert Jahren sorgen also die jeweils aktiven Generationen selbst, vor allem durch die technische Steigerung der Produktivität, für weit mehr Potential, als es zu ihrem Ruhestand bedarf; die generelle Wohlstandsmehrung ist der Beweis. Dass einer ächzenden »Jugend« die Altersrenten nur unter Schmerzen entsteißt werden können, ist seit Herrschaftantritt der Neoliberalen die weltläufigste aller ihrer Lügen.

Der entgegenwirkenden Konkurrenz über den marktpolitischen Ausbeutungsgrad menschlicher Arbeit (Lohndruck) wäre allerdings ohnehin und stets durch internationale Vereinbarungen und Sanktionen abzuhelfen nötig.

Darüberhinaus wird die evidente, weil grundsätzliche Logik, dass eine Abnahme der Population auch eine Minderung der notwendigen Arbeit zu ihrem Erhalt bedeutet, durch die pathische Fixierung ihrer Entscheidungsträger auf die gesamtökonomisch komplett sinnlosen Exportüberschüsse verschüttet.

Zur Zeit kulminiert also die volkswirtschaftliche Expertise herrschender Lehre in blanker Idiotie: Die industriellen Populationen erhalten sich durch ständige Blähung: Am Ende liegt die Fortexistenz dieser Länder gar in der unaufhörlichen Erhöhung ihrer Bevölkerungsdichte oder in der gewaltsamen Ausdehnung ihres Territoriums.

Unablässig wühlen infolgedessen ihre akademischen Gewährsleute – fast täglich geistern Meldungen über die Renten in den Massenmedien, und stets beschwören sie den antagonistischen Generationenkonflikt: Die aktive Generation hinterlässt den kommenden Generationen „nur“ Schulden, wie es es seit Jahren heißt. Und die Wissenschaft? Sie schweigt allenfalls, und das ist noch der Ehrlichen in ihren Reihen bestes Teil.

Nun denn:

Alle Schulden, welche die aktive Generation macht, macht sie innerhalb der aktiven Generation. Die Höhe der Schulden, die sie eingeht, entspricht centgenau der Höhe der Forderungen, die sie dadurch hervorruft. Die jeweils aktive Generation steht ganz offensichtlich in ihrem Verpflichtungs-, ihrem Schuldensaldo mit sich selbst im Verhältnis eines Nullsummenspiels.

Und wenn eine Generation stirbt, vererbt sie nur insoweit Schulden, als sie den Beweis ihrer Existenz vererbt, die centgenau gleichen Forderungen. Also stehen hinsichtlich ihres Schuldensaldos die Generationen nicht nur mit sich selbst, sondern auch untereinander stets im Verhältnis eines Nullsummenspiels (Eine Generation schuldet wirtschaftlich sich selbst und anderen Generationen prinzipiell rein gar nichts). Professoren der Volkswirtschaftslehre haben dies zu wissen; schon in ihrem eigenen Studium begegnete ihnen der Lehrsatz: Der volkswirtschaftliche Geldsaldo ist Null.

Darüber hinaus:

Hinsichtlich der materiellen Güter wird jeder Generation in den Industrieländern mehr Vermögen vererbt, als die vorherige übernommen hat (nur Kriege haben bisher Ausnahmen begründet). Der Generation, die angeblich »nur« Schulden erbt, wird in Wahrheit das größte Vermögen in der bisherigen Menschheitsgeschichte hinterlassen.

Wenn also Generationen grundlos, systematisch und in haßschürender Weise aufeinander gehetzt werden, für wen ist das gut? Ganz offensichtlich sollen die Probleme von Haben und Nichthaben, von Arm und Reich, auf Alt und Jung verdreht werden. Die ultima ratio dieser Botschaft lautet: Liebe Leute, nehmt nicht unsere Villen ins Visier, sondern schlagt Vater und Mutter tot.

Wie ist es möglich, dass diese Sorte Politiker und Wissenschaftler, statt im mildesten Fall sofort in der Versenkung zu verschwinden, sich nicht nur in der Öffentlichkeit halten kann, sondern sogar jede Kritik an ihren Lügen in den Massenmedien vollständig ausgeschaltet hat?

Hinter den Lügen der vernetzten Akteure aus Spitzenpolitik, Parteien, Wirtschaft und Wissenschaft steckt die Erwartung auf Geschäfte von ungeheuerlicher Bombastik. Es ist dies das Vorhaben, die Bevölkerung auseinander zu treiben, insbesondere ihren formellen Zusammenhalt, der sich in den Solidarversicherungen äußert (1 bis 4 Prozent Verwaltungskosten), gewinnbringend zu sprengen. Schon nach den beglückenden Erfahrungen in anderen Ländern konnten sie hoffen, mit der Umlenkung auf ihre Konten vom Notgroschen der kleinen Leute wie in England bis zu 40 Prozent zu stehlen, ohne dass man ihnen die Hälse umdreht.

Der Quark unserer politischen Creme und ihrer »wissenschaftlichen« Wasserträger will einem schier unerträglich erscheinen. Da eine strafrechtliche Aufarbeitung dessen, was mit so putschartiger, nach meiner Auffassung krimineller Energie bis in die Hallen der Wissenschaft vorgedrungen ist und ex cathedra volksverhetzende Wirkung entfaltet, in unserem Staat kaum möglich erscheint, ist die Wissenschaft der Volkwirtschaftslehre wohl nicht mehr zu retten.

Die Betriebswirtschaftslehre, also die Systematisierung des ökonomischen Alltagswissens anhand von Hilfswissenschaften, hat mit ihrem reziproken Approach, wie zum Beispiel der einzelwirtschaftlich richtigen Entgegensetzung der volkwirtschaftlichen Identität von Sparen und Schulden, die gesamtwirtschaftliche Sichtweise der VWL korrumpiert. Diese Volkswirtschaftlehre gilt es zu zerschlagen, denn ihr bornierter BWL-Blick hat die unbestechliche Gesamtschau in das Glotzen von Al Capone und Lucky Luciano verwandelt.

Zukünftigen Hochschulreformern wäre zu empfehlen, diese volkswirtschaftlichen Lehrstühle zu entfernen und nach wissenschaftlchen Kriterien neu aufzubauen.

Aus Profitgründen in den nachwachsenden Generationen ein wahrheitsgemäßes Bewußtsein zu unterdrücken über den fundamentalen Unterschied wie Tag und Nacht zwischen z.B. der gesellschaftlichen Solidarrente und einer privaten Altersversicherung, darf als eine unablässige betrügerische Verabredung seitens Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gegen die Versorgungssicherheit der Bevölkerung gelten:

Denn die private Altersversorgung hängt komplett und absurd vom wirtschaftlichen Erfolg noch in Jahrzehnten einzelner Privatunternehmen ab – selbst nach den Grundsätzen des sogenannten ehrbaren Kaufmanns, der ja nur dasjenige dem Risiko aussetzen soll, was er nach Versorgung seiner Familie und seiner selbst »erübrigen« kann, wäre, selbst unter Beibehaltung seiner unsozialen Verabschiedung aus der allgemeinen Solidarverpflichtung, von der parasitären privaten Altersversorgung vermutlich abzuraten. Dagegen darf die sogenannte öffentliche Solidarrente hinsichtlich ihrer Sicherheit und ihrer Steigerung geradezu als universal und absolut gelten: Prinzipiell unabhängig gegenüber einzelnem Erfolg von Wirtschaftunternehmen, ist sie nach ihrem Umlageprinzip sogar beteiligt am einigermaßen unaufhörlichen Produktivitätswachstum der Volkwirtschaft, also an der allgemeinen Einkommensentwicklung.

Was also kann es sichereres unter der Sonne geben als eine Rente, für die so gut wie das gesamte Land, die gesamte Wirtschaft, die gesamte Bevölkerung haftet und nicht eine private Firma, die sich dünn machen kann – vorausgesetzt, die Phalanx der extrem reaktionären Politiker seit Schröder, Fischer ff. wird an Raubzügen zugunsten privater Konzerne gehindert.

Die absurde, legale Betätigung privater Versicherungskonzerne, also Fremdkapital räuberisch als ihr Eigenkapital einsetzende, dessen Marktrisiken aber komplett auf die Versicherten zurückwälzende Banden in einem dem Gemeinwohl, nicht der nachgelagerten Ausbeutung der Bevölkerung, verpflichteten Gemeinwesen gehört mit aller Macht, also gesetzlich, unterbunden.

Erst in der Existenz privater Versicherungskonzerne erfüllt sich durchschlagend die vollständige Perversion des kapitalistschen Fortschritts: In Wahrheit und wesentlich ist ja der Versicherte der Versicherer und der Versicherer der Versicherte.

Seit 1980 ist das deutsche BIP pro Kopf knapp verdreifacht (!), gleiche Verteilung auf alle Sektoren unterstellt, wäre also dreimal so viel zuzumessen. Dennoch gelten die komfortablen Einkommens- und Sozialverhältnisse der damaligen Zeit, die ausnahmslos jedem Menschen ein geregeltes Leben ermöglichten, heute in der Welt der herrschenden Banden als unbezahlbar. Der als »Umbau« von der Regierung Schröder & Fischer verübte Abbau des bei weit geringerer Produktivität über ein halbes Jahrhundert lang (!) ohne weiteres bezahlbaren Sozialstaates stellt den wohl größten Raub der gesamten deutschen Geschichte dar: Gegen diese hekatombenhafte Umverteilung zugunsten Weniger waren selbst die Nazis, die Europa ausplünderten, bloß Waisenknaben. Die wirklich einschneidenden Folgen, etwa der dauerhaften Massenarbeitslosigkeit auf die Volkswirtschaft, werden in ihrer Bedeutung verschwiegen; ein Grad dafür, welche sonderbare Art »Wissenschaftler« inzwischen in den Institutionen der Wissenschaft Platz genommen hat.

Unsere politische Opposition aber ist noch nicht einmal in der Lage, den jedem leicht begreiflich zu machenden einzig ausschlaggebenden Grund letztlich aller Wirtschaftskrisen in ihren öffentlichen Äußerungen auch immer wieder – und nur ihn! – in den Vordergrund zu stellen, nämlich die periodische und manifeste Überakkumulation von Kapital (wo legen sie es bloß noch profitabel an, ohne es zu verlieren?), die bei fehlendem Absatz traditionell in das organisierte Verbrechen überzugehen droht.

Denn solange Kapital Anlage und Absatz findet, gibt es prinzipiell keine Wirtschaftskrise.

(Die Unterwerfung sozialer Einrichtungen und gemeinschaftlicher Aktivposten des Landes unter das nunmehr gemeingefährlich streunende Kapital hat in der produktivitätsunterschreitenden rotgrünen Niedriglohnpolitik der Schröder & Fischer ihre ungeheuerlich korrupte Quelle.)

Statt dieser Wiederaufnahme der allgemeinen Marx’schen Krisentheorie lässt sich die Opposition permanent die Themen diktieren und mit nur scheinbar plausiblen einzelwirtschaftlichen Teillogiken ablenken.

Diskussionen

7 Gedanken zu “Generationengerechtigkeit – die neueste Waffe der Schurken in der Wissenschaft – Eine marxistische Zurückweisung

  1. Sein Problem der Überakkumulation bzw. des Investitionsnotstands bzw. des tendentiellen Falls der Profitrate kennt das Kapital seit mindestens 120 Jahren und richtet seine Strategie entsprechend aus. Was letzteres Lenins politische Ökonomie des Imperialismus prominent im Blick hat. Das Kapital als global handelnde Klasse (siehe Lenins Aufweis von supranationalen Finanzoligarchien als inniglich verflochtene Spitzenpersonale aus Warenproduktion und Bankwesen) stolpert nicht von Krise zu Krise, sondern verfolgt eine folgerichtige langfristige politisch-ökonomische Strategie. Welche sich an den UN-Agenden ablesen läßt: Reduzierung der Menschenzahl und Errichtung einer totalitären Weltdiktatur.

    Wesentlich hier zudem die Einführung einer neuartigen politischen Ökonomie, die Geld als Äquivalent von Arbeitszeit, und so auch den Profit, nicht mehr kennt. Das Kapital tritt einer Menschheit aus besitzlosen Sklaven als ein einzelner Herr gegenüber. Womit das Problem des tendentiellen Falls abschließend gelöst ist. Grob gesagt, führt das Kapital eine technotronische Sklaverei ein.

    Der Kapitalismus ist jetzt bereits tot. Wir befinden uns in einer Übergangsphase zur neuen politischen Ökonomie der technotronischen Sklaverei. Überlegungen, die dies ignorieren, müssen notwendig zu falschen Schlüssen und irreführenden Forderungen und Programmdebatten kommen.

    Siehe auch ==>

    https://faszinationmensch.wordpress.com/2021/05/11/der-kapitalismus-ist-tot-es-lebe-die-technotronische-sklaverei/

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    Verfasst von No_NWO | 29. Juli 2021, 19:47
    • Lieber No_NWO, ich verstehe ja, dass man den zerebralen Anstrengungen, die schon ein halbwegs begriffener Marxismus verursacht, schneller entkommen kann durch die Einführung eines ganz eigenen Paradigmas, am besten einer ganz neuen Epoche – denn man ist ja begierig, für seine Mühen belohnt zu werden, am besten etwas Bleibendes zur Theoriegeschichte beigetragen zu haben.

      »Der Kapitalismus ist jetzt bereits tot«. Tatsächlich?

      Nun also die Epoche der »technotronischen Sklaverei«! Weil Sklaverei das Neue an ihr ist? Dabei schreiben doch Marx und Engels alle Nase lang von Sklaverei, nämlich von »Lohnsklaverei«. Oder Brzezinskis angebliches Compositum »Technotronik«? Oder die Geldschöpfung ex nihilo?

      Vor allem aber: Wer sind die neuen Sklavenhalter jenseits des toten Kapitalismus, keine Kapitalisten mehr?

      Man sollte Zbigniew Brzezinskis vergängliche Phrasen, die in der Praxis nur der Parfümierung imperialistischer Kriege dienten, nicht als Ideeengeber für Theorien heranziehen. Sie dienten stets dazu, andere zu verleumden – wird da nicht von seinen Adepten zur Zeit ein plausibel klingender Begriff kriegerischen Labelings des chinesischen Entwicklungsstandes herbeigesehnt?

      Nun denn: Kapital und Arbeit, semper idem.

      »Die Sonne scheint, weil ihr nichts übrig bleibt, auf nichts Neues.« (Samuel Beckett).

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      Verfasst von Hans Tigertaler | 30. Juli 2021, 12:35
      • Jegliche(!) Rentenzahlung aus sozialer oder privater Versicherung beschneidet die Revenu des Kapitals. Darum war Riesterrente politisch-ökonomisch logisch. Überhaupt ist die ganze Sozialdemokratie politisch-ökonomisch logisch. Lenin sprach nicht grundlos von „Arbeiteraristokratie im Bündnis mit dem Monopolkapital“.

        Mal simpel gedacht, bitte. Wieso sollte der ideelle Gesamtkapitalist, der Staat, Geld aufwenden für „volkswirtschaftliche“ Fakultäten, um Menschen dort dann ordentliche politische Ökonomie des Kapitals betreiben zu lassen. Was darauf hinauslaufen müßte, Kapitalismus als eine zunehmend widersinnige und zuletzt genozidal gewordene Veranstaltung aufzuweisen. Wie sich dies vor mehr als eineinhalb Jahrhunderten bereits vollbringen ließ — Marx/Engels.

        Frage: Würde das Kapital Geld geben wollen, um sich beweisen zu lassen, ein Vollpfosten zu sein!? Ganz sicher nicht. Womit sich die „Volkswirtschaft“ als schlechter Witz ausweist.

        „Volkswirtschaft“, welch absurder Begriff! Ein Volk sitzt in einer Wirtschaft? Betreibt einen Ausschank? Da mag man fast schon keine Witze mehr drüber machen und denkt unwillkürlich an den Eimer mit dem kalten Wasser.

        Nein, sind nicht ALLE ein bißchen bluna, Tigertaler. Ich hoffe, du bist bereits im Ruhestand. Anderenfalls der Rat, in einen ordentlichen Beruf zu wechseln. In einen ehrlichen. Bzw. in einen nicht beim Staat oder bei einer Gewerkschaft.

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        Verfasst von No_NWO | 30. Juli 2021, 15:02
  2. Sorry, aber der Beitrag führt nicht etwa eine marxistische Kritik der allgemeinen gesellschaftlichen Verhältnisse und ökonomischen Zustände auf, sondern eine phantasierende bzw. eine typisch sozialdemokratische Kritik an der Bosheit und Schlechtigkeit der Welt.

    Die Marx/Engelsche Kritik des Kapitals fußt auf der Einsicht in den tendentiellen Fall der Profitrate. Sozialdemokratischen Kritiken fehlt diese Einsicht. Entsprechend begeben Sozialdemokraten sich auf die Suche nach irgendwelchen Bösewichten, welche all das Schöne und Gute, das angeblich sein könnte, verderben. Bei extrem rechten Sozialdemokraten ist „das Judentum“ jener Hauptbösewicht, bei mittigen Sozis heißt er „das Geldsystem“, und bei linken Sozis heißt der Hauptbösewicht „transnationale Konzerne“.

    Der Sozi begreift einfach nicht, daß der Kapitalismus im historischen Verlauf seinen Charakter wandeln mußte. Die kapitalistische Produktionsweise, welche die Produktivkräfte zunächst aufbaute, begann ab etwa 1900 und mit dem Eintritt in den Imperialismus diese Kräfte zunehmend zu zerstören. Zu den Produktivkräften zählen Menschen und Technologien.

    Imperialismus ist ein Jojo aus Zerstörung und Wiederaufbau, das gespielt werden MUSS, um Warenproduktion überhaupt noch betreiben zu können — sprich: um einen totalen gesellschaftlichen Kollaps zu vermeiden. Gespielt wird dies Jojo von einem politisch-ökonomischen Bündnis aus führenden großen Warenproduzenten und internationalen Großbanken.

    Den tendentiellen Fall der Profitrate, der in die Köpfe von Sozialdemokraten partout nicht hinein will, verstehen die machtlichen Protagonisten des Imperialismus‘ allerbest. Und dies, ganz ohne Marx/Engels bzw. «Das Kapital» gelesen zu haben. Sie brauchen bloß ihre Geschäftsbücher anzuschauen, wo es schwarz auf weiß geschrieben steht: SINKENDE PROFITE!

    Folglich haben sie spätestens vor 120 Jahren begonnen, Technologien zu entwickeln, die es erlauben würden, eines fernen Tages eine globale technotronische Sklaverei einzuführen, eine zentralistisch gesteuerte Kommandowirtschaft. Als diese Technologien ausreichend weit entwickelt waren, kam anno 2001 der Startschuß für eine beschleunigte Reduzierung der Weltbevölkerung durch gezieltes Erzeugen von Chaos. Was es heute nun erlaubt, eine globale Diktatur einzuführen. Womit im Jahr 2020 bzw. mit der Theater-Pandemie begonnen wurde, und was unter verschiedenen Überschriften steht: UN-Agenda-2030, Green New Deal, Great Reset. Und was in eine Eine-Welt-Regierung bzw. in eine Neue Weltordnung münden soll. In eine eugenisch-genozidale totalitäre Weltdiktatur. Menschheit wird zu einer zu bewirtschaftenden Herde von Sklaven.

    Solches Strunzeinfache nicht zu begreifen, kann seine Ursache nicht in einem Mangel an Intelligenz haben. Vielmehr liegt ein Unwille vor, die gegebene Intelligenz zu gebrauchen. Weil das höchst unangenehm ist. Weil Intelligenz nun einmal imperativ fordert, die gesellschaftlichen sowie die Produktionsverhältnisse neu zu ordnen. Was von jedem einzelnen verlangt, sich neu zu erfinden. AUF GEDEIH UND VERDERB.

    Die große Frage lautet nämlich, wie Gesellschaft OHNE LOHNARBEIT zu betreiben ist. Menschen, die nur aus dem Bett kommen, wenn ihnen jemand Geld gibt dafür, daß sie tun, was ihnen gesagt wird – nämlich, wie schnell und wozu sie was zu produzieren oder zu tun, zu lassen und zu denken haben – können das nicht. Die geschichtliche Entwicklung fordert vom Sklaven daher nun, sich von seiner inneren Abhängigkeit von seinem Herren namens Geld und Lohn zu befreien. „Aber wie soll das gehen, bitteschön,“ lautet die entrüstete Frage!

    Ja, stimmt, das ist frech. Von der Geschichte, meine ich. Geradezu unverschämt frech, den Sklaven anzuweisen: WERDE MENSCH, SKLAVE, WERDE FREI! Oder krepiere elendiglich in Milliardenzahl.

    Drastische Nummer, nicht!?

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    Verfasst von No_NWO | 28. Juli 2021, 7:23
    • Marx der Moralist: »Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Verhältnisse, die man nicht besser schildern kann als durch den Ausruf eines Franzosen bei einer projektierten Hundesteuer: Arme Hunde! Man will euch wie Menschen behandeln!« (Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung / 1843-44)

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      Verfasst von LZ | 28. Juli 2021, 7:28
    • Wie soll man diesen Beitrag zu Ende lesen, wenn sein bloßes Andocken an meine Ausführungen offensichtlich aus mangelndem Wissen über die Bedeutung des vermißten Gesetzes vom tendenziellen Fall der Profitrate herrührt? Ich wies hin auf die »periodische und manifeste Überakkumulation von Kapital (wo legen sie es bloß noch profitabel an, ohne es zu verlieren?)«, denn diese Überakkumulation ist nicht bloß eine andere Formulierung des Gesetzes vom tendenziellen Fall der Profitrate, sondern enthält zugleich sogar noch dessen empirischen Beweis.

      Natürlich habe ich nichts gegen Prüfung auf Orthodoxie (also an Training in der Marx’schen Gedankenschärfe). Man sollte sie aber nicht nur replizieren, sondern auch anwenden.

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      Verfasst von Hans Tigertaler | 29. Juli 2021, 12:45
      • Zitat H. Tigertaler: „Ich wies hin auf die »periodische und manifeste Überakkumulation von Kapital (wo legen sie es bloß noch profitabel an, ohne es zu verlieren?)«, denn diese Überakkumulation ist nicht bloß eine andere Formulierung des Gesetzes vom tendenziellen Fall der Profitrate, sondern enthält zugleich sogar noch dessen empirischen Beweis.“

        Die Überakkumulation ist längst nicht mehr periodisch, sondern lang‘ schon chronisch. „Periodische Überproduktionskrisen“ sind übrigens nicht von periodischer (temporärer) Überakkumulation oder gar vom tendentiellen Fall der Profitrate verursacht, sondern von Erschöpfung zahlungsfähiger Nachfrage. Bzw. durch Überschätzung des Volumens dieser Nachfrage — was allerdings von der Verzweiflung der armen Renditejägerschaft über den Investitionsnotstand befördert sein kann.

        Es ist mit dem Kapital wie mit allem, es findet irgendwann ein Ende. Der tendentielle Fall der Profitrate ist ein langsam schleichender, aber unaufhörlicher historischer Prozeß: Es fällt. Und fällt. Und fällt, das heiß geliebte Objekt der Begierde, die Profitrate. Was bei Erreichen eines kritischen Werts mit Exitus endet. Enden muß. Wenn sich aus Geld nicht mehr noch mehr Geld herausquetschen lassen will, dann ist das arme Kapital tot. Und der arme Kapitalismus wird lediglich noch simuliert (mithilfe explodierender Geldmenge bzw. Verschuldung). Wie es seit geraumer Zeit bereits der Fall ist.

        Nebenbei, verehrter Tigertaler, erlaube ich mir festzustellen, bitte: Talent ist, wenn ein Doofer auf wenigstens einem Gebiete etwas kann. Jenes eine Gebiet ist bei mir die politische Ökonomie. Auch wenn das hier lustig geschrieben sein mag, ist es das ganz sicher nicht. Sich in die Höschen zu machen, wäre darum keine unangemessene Reaktion. Doch weiter nun:

        Ja, mit dem Kapital hören die Kapitalisten auf, Kapitalisten zu sein und werden zu etwas Neuem. Zu Herren, die in diskreten Mengen Güter konsumieren werden und Sklaven leasen können. Leasen, aber nicht kaufen! Denn die Sklaven gehören niemandem. Bzw. allen Herren. Wie Marx richtig feststellte, sei die Kapitalistenklasse ein „unter sich Gerechtigkeit übender Verein.“

        Der ideele wird zum materiellen Gesamtkapitalisten werden und sich in einer Weltzentralbank verkörpern — in der dann einzig verbleibenden Bank überhaupt. Die von einer KI verwaltet wird, von Software also, welche nach einem einfachen Eigentumsschlüssel digital bilanzierte Verfügungsrechte über Güter und Sklaven ermittelt und an die Herren vergibt. Selbstverständlich alles bargeldlos. Die Sklaven werden das Allernötigste erhalten, die meisten vor allem Psychopharmaka und Speed.

        Einigen Sklaven wird es aber gut gehen. Weil einige vermögende Herren es amüsant finden werden, sich eigene kleine Welten zu bauen. In denen z.B. biologisch-dynamisch produziert wird. Oder in der alle in bayrischen Trachten gehen. Oder in denen altmodische Kleidung und Frisuren getragen werden. Oder ein Musikliebhaber stellt sich ein Orchester musikalischer Sklaven zusammen. Oder Rock’n Roll-Bands. Und veranstaltet Festivals. Nett. Der Phantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt.

        Was ehedem Menschen aus Fleisch und Blut erledigten, nämlich Unternehmer und Manager, wird einer KI obliegen, nämlich die Organisation von Produktion/Transport sowie die Zuteilung der entsprechenden Ressourcen. Zu welchen letzteren selbstverständlich auch Sklaven zählen.

        Den Sklaven gegenüber wird die KI sich mit technotronischen remote-gesteuerten Mitteln durchsetzen. Was von Zwangsfasten, über Stubenarrest, bis hin zu Liquidierung reichen kann. Die entsprechenden Technologien sind alle entwickelt.

        Es wird nicht mehr allzu lange dauern, und — pling: Da ist sie, die schöne neue Welt! Denn es muß schnell gehen, kurz und schmerzlos. (Wegen der anderenfalls zu erwartenden Gefahr des Entstehens von Unruhe oder gar von Chaos und Aufruhr in den Schlachtviehherden.) Eben darum ist der erste größere Schritt hin zu dieser schönen neuen Welt aus Herren und Sklaven eine drastische Reduzierung der Menschenzahl. Warum sollte man unnötig viele Datensätze haben! Die Technologie zur Reduzierung der Anzahl der Datensätze ist ebenfalls bereits entwickelt. Sie beginnt mit einem I. Es folgen die Buchstaben m-p-f-e. Und ganz am Ende dann ein n.

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        Verfasst von No_NWO | 30. Juli 2021, 20:49

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