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Kultur

Den Genderern (generisches Masculinum!) gewidmet – Marxistische Abrechnung mit der bürgerlichen Scheinlinken

von Hans Tigertaler

»Man möchte da das Huhn sehen, das nicht lacht« (Brecht)

Die Wahlhelfer von gestern sind keine Wahlhelfenden. So wenig wie Entbundene keine Entbindenden sind. Eher sind Dumpfbacken unaufhörlich Dumpfbackende. Doch Sprachwissenschaftler (generisches Masculinum) kann man mit dreist falschem Deutsch heute durchaus werden. Es gibt auf dem neuesten Sektor der Sprachpolizei nur noch das Delikt des Geschlechts – allerdings umgekehrt wegen Verweigerung seines Akts.

Unseren Scheinlinken ist es gelungen, die bürgerliche Öffentlichkeit zu hypnotisieren: Eine menschliche, neutrale Sprache ohne Ansehen der Person, also auch des Geschlechts, unterbinden zu wollen durch ratterndes Eindringen von Geschlechtsteilen in ihren Körper und bei Mißerfolg beispielsweise nicht einmal vor der Vergewaltigung des unschuldigen Gerundiums zurückzuschrecken – will man denn tatsächlich unbändige, nicht endende Abneigung seitens der grausam Penetrierten wegen dieser stotternden Verletzung ihres Sprachgefühls heraufbeschwören?

Die akademische professorale Sprachpolizei setzt unwissend, also unqualifiziert, auf Unwissen – denn unser festestes Wissen ist schon immer Bestandteil des Unterbewußtseins: Jenseits ihrer Artikelnamen sind ihm generisches Masculinum und generisches Femininum dasselbe, sind komplett identisch gleich dem englischem Artikel »the«. Sie sind sogar, trotz freischaffender Zuordnung zu den deutschen Substantiven, einigermaßen (»gerecht«) normalverteilt. Diesen seit alters her der deutschen Sprache eigentümlichen, durch abwechselnde Artikelung raffinierten Ausdruck (generisches Masculinum) fahrlässig der Ausdruckskompetenz (generisches Femininum) einiger Psychotiker (generisches Masculinum) zu überantworten, tastet das Fundament der Sprache überhaupt an, nämlich die von vornherein grundlegendste Konvention, also verläßlichste Übereinkunft der Sprecher (generisches Masculinum) zu sein.

Erst recht nicht von Kind auf die Bürger unseres Landes und aller historischen Zeiten, nach den »Einwohnern« (ohne »Einwohnerinnen«) ihres Dorfes befragt, verstanden dies je als Erkundigung nach der Anzahl der Männer – denn generischer, also ökonomischer Sprachgebrauch erwächst bei mehrfacher Wort-Bedeutung stets aus der angeborenen Zuweisungskompetenz menschlicher Vernunft – unmittelbar also wären wohl schon damals die aufspreizenden Gebote des Genderns als verrückte Forderung nach lebenslänglich folternder Redundanz verlacht worden. Die Ablehnung des Genderns kann also auch heute kaum ausbleiben – man fühlt sich unweigerlich angerempelt und für dumm verkauft.

Historiker wissen: Um bei geringer Bildung und Begabung dennoch Bedeutung zu haben, war das sadistische Piesacken der Bevölkerung mit Nichtigkeiten und höhnischen Verhaltenskontrollen zu allen Zeiten das kompensatorische Vergnügen des dümmeren Teils der herrschenden Klasse samt seiner akademischen Domestiken – man studiere doch einmal die letzten Jahre politischer Verwaltungen vorrevolutionärer Zeiten. Nur weiter so!

Tritt unser scheinlinker Professor (generisches Masculinum!) der deutschen Sprache am Morgen vor die eigene Haustür, würdigt er die Elenden und Obdachlosen aus ganz Europa, die nunmehr vor aller Augen auf offener Straße vor sich hin verrecken, keines Blickes. Denn sie sind für diesen Professor (generisches Masculinum!) nicht mehr, als die unablässig durchziehenden Neutrinos.

Aber die deutsche Sprache, die hinsichtlich dieses Elends von diesem Professor (Generisches Masculinum!) durch den bestürzenden Streit um den evidenten Stuß der Genderei rund um die Uhr zum Schweigen gebracht werden kann, die liebt der Professor (Generisches Masculinum!) dafür über alle Maßen.

Der Eifer unseres Sprachpolizisten (generisches Masculinum!) lauert unablässig und einzig auf ein genitales Stichwort – ohne Ansehen seinen Zusammenhangs, seinen Sinns. Ungeheuer, wie weit dieser selbst einfachste Grammatik verachtende und fälschende Zwangsneurotiker (generisches Masculinum!) gegenüber unserer mißbrauchten Öffentlichkeit inzwischen gehen darf, um der äußerst sensiblen Semantik der deutschen Sprache ein sittenwidriges Problem aufzulügen, sie aber gleichzeitig selber von hinten so lautstark, dass das ganze Land es hören soll, der Schändung durch stocherndes Knattern zu unterziehen.

Die unvorsichtige Gelassenheit gegenüber dieser Sprachpolizei, welche sogar Lehrstühle gekeilt hat, wird wohl auch dann nicht enden, wenn wir beschuldigt werden sollten, uns schon als »die« Hose anziehendes Kind gewaltsam etwas Weibliches über das unschuldige Gemächt gestülpt zu haben. Und weil ja eine Anklage des lebenslänglichen Mißbrauchs unserer Hose noch nicht vorliegt, werden wir uns natürlich auf keinen Fall zu der unmenschlichen Forderung versteigen:

Jagt diese Professoren zum Teufel. (generisches Masculinum!)
Denn darauf warten diese Hexen nur. (Aufgepaßt: Generisches Femininum!).

P.S. In diesen Pandemiezeiten musste unsere Bourgeoisie übrigens schmerzlich ihre Kulturgenüsse reduzieren, so dass selbst das Berliner Philharmonische Orchester kaum live zu erleben war, insbesondere nicht seine weltweit gelobten Streicher und Bläser. Doch ihre Wiederkehr soll umso erhebender werden, denn sie erklingen dann neu als die Streicher und Streicherinnen und Bläser und Bläserinnen ihres legendären Ensembles. Einige Wissenschaftler haben die Forderung erhoben, diese Mitglieder des Orchesters handfester und damit deutlich sprachökonomischer als Streichende und Blasende aufzurufen. Ob jene ihrer Gerundiven, also nunmehr Dauerbeschäftigten, aus dem weiblichen Geschlecht damit Augenhöhe zum männlichen erreicht haben, muss jedoch bezweifelt werden; ist doch das ungebildete Gendern sogar als jedermanns Geschmack (generisches Masculinum) hier nur satisfaktionsfähig als ganz persönliche Geschmackssache (generisches Femininum).

Diskussionen

2 Gedanken zu “Den Genderern (generisches Masculinum!) gewidmet – Marxistische Abrechnung mit der bürgerlichen Scheinlinken

  1. Die Überschrift ist wohl „clickbait“, denn im Artikel kommt nichts „Marxistisches“ vor. Außer der Herr Tigertaler setzt voraus, daß Alles was er als bekennender Marxist schreibt, schon Marxistisch ist. Allerdings ist der blasierte Stil und die manirierten Formulierungen völlig bourgeois und für die Arbeiterklasse unzugänglich. Insofern: Thema verfehlt, setzen. Aber dennoch: generisches Maskulinum, Alles Andere ist Murks.

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    Verfasst von Jochen | 26. Juli 2021, 14:50

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