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Ausland, Europa

Warum EU-Sanktionen gegen Weißrussland zur weltweiten Verknappung von Lebensmitteln führen

von Thomas Röper – http://www.anti-spiegel.ru

Die EU denkt über ein Verbot für den Import von Kaliumsalzen aus Weißrussland und auch über ein Verbot des Transportes von Kaliumsalzen aus Weißrussland durch die EU nach. Die Folgen können dramatisch werden.

Kaliumsalze sind ein wichtiger Pflanzendünger und Weißrussland ist einer der größten Produzenten und Exporteure von Kaliumsalzen zur Pflanzendüngung. Wenn die EU den Import weißrussischer Kaliumsalze verbietet und ihren Bedarf bei anderen Anbietern auf dem Weltmarkt deckt, werden andere Regionen der Welt unweigerlich einen Mangel an Düngemitteln erleiden, zumal wenn die EU auch den Transit weißrussischer Kaliumsalze durch die EU verbietet. Und genau darüber wird derzeit in Brüssel nachgedacht.

Infolge der Coronakrise sind Lebensmittel derzeit weltweit knapper und damit teurer geworden. Medien berichten immer wieder darüber, dass die Preise für Lebensmittel auf dem Weltmarkt so strak steigen, wie seit sehr langer Zeit nicht mehr. Auch vor Unruhen wegen knapper und teurer Lebensmittel in einigen Teilen der Welt wird gewarnt. Immerhin hat die Coronakrise bereits die Zahl der hungernden und verhungerten Menschen ansteigen lassen.

Westliche Werte?

Die Staaten des Westens verkünden bei jeder Gelegenheit, sie wären für weltweiten Wohlstand und wollten die Armut und vor allem den Hunger bekämpfen. Die Brüsseler Pläne über Sanktionen gegen die wichtige weißrussische Düngemittelindustrie zeigen einmal mehr, dass das nur Worthülsen sind. Die Produktion in Weißrussland macht ca. 20 Prozent des weltweiten Kalium-Düngermarktes aus. Das ist ein so gewaltiger Anteil, dass er nicht kompensiert werden kann, was wiederum zwangsläufig zu einer weltweiten Verknappung und Verteuerung von Düngemitteln und in der Folge auch von Lebensmitteln führen wird. Die Leidtragenden sind dann die ärmsten Länder der Welt, die ohnehin schon vom Hunger betroffen oder bedroht sind.

Wenn die EU tatsächlich Sanktionen gegen die weißrussische Düngemittelindustrie einführt, zeigt sie einmal mehr die Verlogenheit ihrer Politik auf, denn das würde bedeuten, dass ihr der Sturz des weißrussischen Präsidenten so wichtig ist, dass sie dafür über Leichen geht. Und zwar nicht im übertragenden Sinne, sondern im wahrsten Sinne des Wortes, denn solche Sanktionen würden zu zehntausenden (oder mehr) zusätzlicher Hungertoter führen. Aber die radikalen Transatlantiker in Brüssel scheint das nicht zu stören.

Auf diese Information bin ich in einem Artikel des russischen Fernsehens gestoßen, dessen Inhalt ich zunächst überprüft habe. Da sich die darin gemachten Aussagen als wahr herausgestellt haben, übersetze ich den Artikel des russischen Fernsehens.

Beginn der Übersetzung:

Händler: EU-Sanktionen gegen „Belaruskalia“ werden Weltmarktpreise für Lebensmittel erhöhen

Die mögliche Einführung eines EU-Import- und Transitverbots für weißrussische Düngemittel wird zu einer Verknappung von Kaliumdünger auf dem Weltmarkt und einem Anstieg der Weltmarktpreise für Lebensmittel führen, so die weißrussische Kaligesellschaft.

Die Europäische Union (EU) beabsichtigt, ein Import- und Transitverbot für weißrussische Düngemittel zu verhängen. Eine solche Maßnahme wird zu einer Verknappung von Kalium auf dem Weltmarkt und zu höheren Weltmarktpreisen für Lebensmittel führen, so Belaruskalia (BPC).

„Das weißrussische Kalium macht mehr als 20 % der weltweiten Exporte aus. Die Begrenzung eines so bedeutenden Liefermenge wird unweigerlich zu einer unumkehrbaren Verknappung von Kalium und einem starken Anstieg der Preise für diese Art von Dünger führen. In der Folge werden die weltweiten Lebensmittelpreise steigen“, betont BPC.

„Die künstliche Schaffung eines schweren Kaliumdefizits würde die internationale Ernährungssicherheit untergraben, wäre ein garantierter Rückschlag für die globale Landwirtschaft und würde Milliarden von einfachen Menschen auf der ganzen Welt ernsthaft schaden“, so BPC.

Die IFA (International Fertilizer Industry Association) prognostiziert, dass die Kaliumknappheit auf dem Weltmarkt bis 2050 anhalten wird.

„Alle Düngemittel-Produzenten sind in diesem Jahr voll ausgelastet, können aber die aktuelle weltweite Nachfrage nach Kalium nicht befriedigen. Wir sehen, dass sich dies in den Preisen widerspiegelt, die sich in einigen Regionen in weniger als sechs Monaten bereits fast verdoppelt haben“, erklärt BPC.

„Die überwiegende Mehrheit der Länder verfügt nicht über eigene Kaliumreserven und Kaliversorgungsengpässe werden in den empfindlichsten Regionen der Welt zu einer Reduzierung oder sogar Einstellung der Kaliumanwendung führen“, sagen Experten.

Der Zusammenhang zwischen der regelmäßigen Versorgung mit Düngemitteln und der globalen Ernährungssicherheit ist offensichtlich. „Laut FAO haben 25,9 % der Weltbevölkerung – fast 2 Milliarden Menschen – Probleme beim Zugang zu Nahrungsmitteln. Und diese Zahl wächst: Jedes Jahr steigt die Zahl der hungernden Menschen auf der Erde um 10 Millionen“, betont BPC.

Die EU beabsichtigt, im Rahmen der Sanktionen gegen Weißrussland den Transit und die Einfuhr von weißrussischen Düngemitteln zu verbieten. Die endgültige Entscheidung zu diesem Thema wird am 24. Juni getroffen.

Ende der Übersetzung

Warum EU-Sanktionen gegen Weißrussland zur weltweiten Verknappung von Lebensmitteln führen

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