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Inland, Medien

Wenn es um Lukaschenko geht, sind Migranten für den Spiegel eine „Waffe“ und „hybride Attacken“

von Thomas Röper – http://www.anti-spiegel.ru

Wenn es dem aktuellen politischen Ziel dient, stellt der Spiegel schon mal seine üblichen Narrative um. In einem Artikel über Weißrussland und irakische Migranten hat der Spiegel einen neuen Gipfel der Absurdität erklommen.

An der Berichterstattung der „Qualitätsmedien“ kann man immer deutlich die Hierarchie der aktuellen Bösewichter erkennen. Das war zum Beispiel 2015 besonders deutlich zu sehen, als der IS in Syrien für die westlichen Medien der böse Feind war, den die Bundeswehrtornados unbedingt bekämpfen sollten. In Wahrheit wurde der IS trotz des angeblichen Kampfes der Nato gegen ihn immer stärker.

Als aber plötzlich Russland in Syrien eingegriffen hat, da wurde der IS schlagartig zu sympathischen „syrischen Rebellengruppen“, die der böse Putin bekämpft. So hat der Spiegel am 9. September 2015 in einem Artikel über die Gründe, warum so viele Syrer nach Europa flüchten, unter anderem geschrieben:

„Vormarsch der Dschihadisten: In Syrien rückt der „Islamische Staat“ in der Provinz Homs vor. Dort leben viele Syrer, die religiösen Minderheiten angehören.“

Damals gab es viele Artikel über die Gräueltaten, die der IS in Homs verübt hat. Als Russland wenige Wochen später in Syrien eingegriffen hat, da durfte der deutsche Leser natürlich nicht wissen, dass Russland den IS bekämpft. Russland bekämpfte natürlich die demokratische Opposition.

Am 30. September, also 21 Tage nachdem der Spiegel berichtet hat, wie stark der IS in Homs vorrückt und wenige Tage nach dem Beginn des russischen Eingreifens in Syrien schrieb der Spiegel unter der Überschrift „Intervention in Syrien – Russland bombardiert Rebellen – nicht den IS“ daher folgendes:

„Das Assad-treue syrische Staatsfernsehen berichtete ebenfalls von insgesamt sieben russischen Angriffen bei Homs und Hama in Koordination mit syrischen Kampfjets.
Kämpfer des „Islamische Staats“ wird man in dieser Region kaum finden, wohl aber verschiedene syrische Rebellengruppen.“

So schnell sind aus IS-Terroristen „syrische Rebellengruppen“ geworden, und das nur, weil Russland in den Krieg eingegriffen hat. Der Spiegel hat sich auf die Unachtsamkeit seiner Leser verlassen, die nicht wissen, wo oder was Homs ist und daher auch nicht bemerkt haben, wie der IS in Homs in wenigen Tagen zu „syrischen Rebellengruppen“ wurde. Quasi wie von Zauberhand.

Wie Migranten für den Spiegel zur „Waffe“ werden

Derzeit ist der Hauptfeind des Spiegel – neben Putin natürlich – der weißrussische Präsident Lukaschenko. Der hat vor zwei Wochen als Reaktion auf die Sanktionen der EU angekündigt, sein Land werde in Zukunft keine Drogen und Migranten mehr aufhalten, die über Weißrussland in die EU wollen, die Details finden Sie hier.

Die Drohung dürfte – zumindest was die Migranten angeht – eher eine Luftnummer sein, denn so viele Syrer, Iraker oder Afghanen werden sich kaum nach Weißrussland verirrt haben, als dass das für die EU zu einem Problem werden könnte.

Für den Spiegel und andere „Qualitätsmedien“ sind Migranten etwas Gutes. Wir lernen von diesen Medien, dass Migranten unser Land bereichern, dass sie unser demografisches Problem lösen werden, dass man sie mit Schiffen an der Küste Libyens abholen muss, wenn sie mit Schlauchbooten ein paar Kilometer ins Mittelmeer rudern und so weiter. Migranten aus dem Nahen Osten und Afrika sind toll und überhaupt: „Refugees welcome!“

Nun plötzlich klingt das im Spiegel ganz anders. Ich konnte meinen Augen nicht trauen, als im Spiegel ein Artikel mit der Überschrift „Vergeltung für EU-Sanktionen – Belarus schickt offenbar Migranten nach Europa“ erschien, der mit folgender Einleitung begann:

„Belarus will offenbar mit Migranten den Druck auf Europa erhöhen: So werden Iraker und Syrer laut einem Medienbericht gezielt weitergeleitet. Litauens Außenminister spricht von einer »Waffe« gegen sein Land und die EU.“

Die Propaganda-Zwickmühle

Wie sehr der Spiegel in seiner eigenen Propaganda-Zwickmühle gefangen ist, zeigt die Überschrift des Artikels, denn zunächst lautete sie „Vergeltung für EU-Sanktionen – Belarus schickt offenbar illegale Migranten nach Europa“ aber das ging der Redaktion dann wohl doch zu weit, schließlich darf es ja keine „illegalen“ Migranten geben, der Spiegel hat schließlich lange den Slogan „Kein Mensch ist illegal“ propagiert. Auch wenn das Wort illegal der Spiegel-Redaktion wohl gefallen hat, um Lukaschenko schlecht zu machen, so kollidierte es trotzdem mit der Pro-Migranten-Richtlinie der Spiegel-Redaktion. Das ist eine klassische Zwickmühle, in diesem Fall eine Propaganda-Zwickmühle.

Der Spiegel will eben derzeit Lukaschenko um jeden Preis negativ darstellen, da kann der Spiegel dann auch schon mal das tun, was sonst nur „rechte Verschwörungstheoretiker“ tun, nämlich Migranten als „Waffe“ bezeichnen. Wenn der ungarische Präsident Orban Migranten als „Waffe“ bezeichnet, schäumt der Spiegel vor Wut. Wenn es aber Litauens Außenminister tut, weil die Migranten über Weißrussland kommen, dann übernimmt der Spiegel gerne die Rhetorik, die er sonst als „rechtspopulistisch“ oder „rechtsextrem“ bezeichnet.

Der Zweck heiligt für die Spiegel-Redakteure eben die Mittel und wenn es um die Ziele der Transatlantiker geht, also darum, Lukaschenko zu stürzen, dann darf man Migranten auch schon mal als „Waffe“ bezeichnen.

„Waffen“ und „hybride Attacken“

Aber lassen wir die Propaganda-Zwickmühle mal einen Moment beiseite und schauen uns an, worum es eigentlich geht. Immerhin ist Litauen ein kleines Land mit nur knapp 2,8 Millionen Einwohnern und wenn Lukaschenko da mal eben 100.000 Migranten hinschickt, dann ist das für Litauen natürlich ein Problem. Gut, normalerweise nicht, denn laut Spiegel-Redaktion müssen wir uns auch über ganz viele Migranten freuen und wenn Länder wie Polen oder Ungarn das nicht tun, dann sind sie bekanntlich ganz doll böse. Aber egal, jetzt geht es gegen Weißrussland, da sind Migranten eben „Waffe“.

Der Spiegel-Artikel beginnt mit den folgenden Absätzen:

„Belarus leitet offenbar Migranten aus dem Irak und Syrien gezielt über Litauen in die Europäische Union. Das autokratische System unter Machthaber Alexander Lukaschenko setze die Geflüchteten »als Waffe« ein, um die EU unter Druck zu setzen, sagte Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis der »Financial Times«. Es handele sich dabei um eine Vergeltung für Sanktionen der EU.
Belarus nehme »hybride Attacken gegen Europa« vor, indem es Migranten über eine staatliche Tourismusagentur die Beförderung an die litauische Grenze anbiete. Litauen hatte zuletzt wiederholt gemeldet, dass Gruppen von Irakern aus Belarus die Grenze überquert hatten.“

Ich habe das bewusst so ausführlich zitiert, damit Sie sehen können, mit welchen Formulierungen der Spiegel Migranten aktuell belegt. Sie sind nun „eine Waffe“ und „hybride Attacken gegen Europa.“ Das sind ganz neue Töne vom Spiegel, so etwas hört man nicht einmal von der AfD.

Der Spiegel hat die Formulierungen zwar nicht selbst gewählt, sondern zitiert, aber stellen Sie sich einmal vor, ein AfD-Abgeordneter würde sich so über Migranten äußern. Das würde der Spiegel kaum so unkommentiert stehen lassen, wie in diesem Fall. Der Spiegel würde Zeter und Mordio schreien und Rücktritte, Distanzierungen und Parteiausschlüsse fordern. Es wäre die Rede von „menschenverachtend“, „rassistisch“ und wahrscheinlich dürften auch die Worte „Nazi“ und „antisemitisch“ nicht fehlen.

Worum geht es eigentlich?

Worum es tatsächlich geht, erfahren wir erst im dritten Absatz des Spiegel-Artikels, der mit folgenden Worten beginnt:

„Dem Bericht zufolge nahm Litauen in diesem Jahr bereits fast doppelt so viele Migranten an der belarussischen Grenze zur EU fest, wie in den drei Vorjahren zusammen.“

Das klingt wirklich dramatisch, oder? Aber dann kommen die nackten Zahlen:

„Litauen habe dort bis Mitte Juni 387 Migranten aufgehalten, gab Landsbergis in der »Financial Times« an. Im gesamten vergangenen Jahr seien es 74 gewesen. Ziel der belarussischen Aktion sei es, Litauen »zu testen, Europa zu testen«.“

387 Migranten sind eine Waffe gegen Litauen? Ein Test für Europa?

Litauen ist ein kleines Land, also setzen wir die Zahl mal ins Verhältnis. Deutschland hat grob gesagt 35 Mal so viele Einwohner, wie Litauen. Das wäre also so, als wenn ca. 13.500 Migranten in einem Halbjahr nach Deutschland kämen. Ob das für den Spiegel auch ein Grund wäre, vor der Gefahr durch Migranten zu warnen und es unkommentiert stehen zu lassen, wenn jemand Migranten als „Waffe“ und „hybride Attacke“ bezeichnen würde?

Die Frage lässt sich beantworten, denn Statista meldet für Januar bis Mai 2021 schon 67.646 Asylanträge. Aber wenn es normalerweise um Flüchtlinge geht, dann findet der Spiegel, dass fast 68.000 in fünf Monaten nicht allzu viele sind. So funktioniert Mathematik in der Spiegel-Redaktion: Wenn eine kleine Anzahl Migranten aus Weißrussland kommt, sind das ganz viele und sie sind brandgefährlich, ja sogar eine „Waffe„. Aber wenn eine viel größere Anzahl von sonst woher kommt, dann sind das ganz wenige und wer da besorgt ist, der ist ein Rechter!

Und noch eine Lüge zum Dessert

Der Spiegel schreibt auch noch:

„Landsbergis sagte demnach, die staatliche belarussische Tourismusagentur Tsentrkurort setze auch Boeing 777-Flugzeuge ein, um Migranten nach Litauen zu fliegen. Aktuell seien tausend Iraker und Syrer in Minsk.“

Der Spiegel setzt mal wieder – siehe das Beispiel Homs am Anfang meines Artikels – auf die Unachtsamkeit seiner Leser. Erst vor wenigen Tagen hat der Spiegel täglich berichtet, wie zunächst ein EU-Land nach dem anderen seinen Luftraum für weißrussische Flugzeuge geschlossen und wie dann die EU als Ganzes ihren Luftraum für weißrussische Flugzeuge geschlossen hat.

Wie aber soll Weißrussland dann Migranten mit einer Boeing 777 in das EU-Land Litauen fliegen? Dringt die Boeing illegal in den litauischen Luftraum ein und schmeißt die Migranten dort aus dem Flugzeug? Oder landet die Boeing 777 gegen den Willen Litauens auf litauischen Flughäfen und kippt die Migranten auf die Landebahn?

Es wird immer absurder, was der Spiegel schreibt…

Wenn es um Lukaschenko geht, sind Migranten für den Spiegel eine „Waffe“ und „hybride Attacken“

Diskussionen

2 Gedanken zu “Wenn es um Lukaschenko geht, sind Migranten für den Spiegel eine „Waffe“ und „hybride Attacken“

  1. Da hat doch der Spiegel (auch liebevoll Speichel genannt) endlich seine rechtsradikale, antisemitische und nationalistische Gesinnung offenbart! Wie kann man nur gegen arme Geflüchtete sein, die des Schutzes bedürfen?
    Kein Mensch ist eine „Waffe“ oder „hybride Attacke“!

    Gefällt mir

    Verfasst von V wie vendetta | 18. Juni 2021, 12:15
  2. Mit den „Schmiergel, sollte man sich im „Lokus“
    den Arsch abwischen!

    Gefällt mir

    Verfasst von wolfgang fubel | 16. Juni 2021, 10:37

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