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Afrika, Ausland

Kenia: Wie die FAZ für die Reichen schreibt gegen die neue Seidenstraße

von Stefan Boehnke

Vor einigen Tagen fand ich zufällig bei FAZnet ganz unten einen Beitrag mit Fotos aus Afrika. Es ging um eine Eisenbahn in Kenia. Die jüngsten Ereignisse haben dieser bemerkenswert dummen Propaganda reichlich Aktualität beschert. Die öffentlich-rechtliche Zensurbehörde Hessens ist aus nicht wirklich unerklärlichen Gründen noch nicht eingeschritten.

Doch der Reihe nach. Der FAZ Artikel erschien am 14.05 und am 22.05 meldet RT-Deutsch, daß in Kenia ein neuer Hafen eröffnet wurde, welcher die Warenströme in ganz Afrika und der Welt verändern wird. Weniger als nichts davon in den ‚Qualitätsmedien‘, nämlich uralte Negativberichte, die zudem überholt sind.

Das erste Bild der FAZ ist nicht von der neuen Bahn, sondern von der alten: eine für die krumme Meterspur zu fette Diesellok schiebt sich durch einen Slum. Weltweit siedeln die Menschen übrigens nicht deshalb am Bahndamm, weil sie die Lage so lieben, sondern, weil sie dort von den Größtgrundbesitzern, wie Bill Gates, nicht vertrieben werden. Stehendes und rollendes Material waren so marode, daß die alte Bahn wegen der Häufung von Unfällen stillgelegt werden mußte, aber, entgegen der FAZ-Darstellung, nach Modernisierung, streckenweise weiter betrieben wird. In einer Bildunterschrift verrät die FAZ, daß es um die ‚Standard Gauge Railway‘ geht: Normspur, das ist die Voraussetzung für ein Eisenbahnnetz, für das es schon reichlich Pläne gibt und das wir wachsen sehen werden, entgegen aller westlichen Unkenrufe und trotz aller Drohnenmorde der Africom mit HQ in Stuttgart.

Die Bahn zwischen Mombasa und Nairobi ist einspurig und nicht elektrifiziert und in erster Linie für den Güterverkehr mit 80 Km/h gedacht (8 Loks, 330 Wagen) In jeder Richtung verkehren zwei Personenzüge täglich für maximal 1200 Fahrgäste mit 120 km/h (5 Loks, 39 Wagen), so daß man ohne Stop 4 1/2 Stunden unterwegs ist oder mit 7 Stops 6 Stunden. Daß die alte Bahn mit 12 – 15 Stunden Fahrzeit für Pendler ideal war, darf bezweifelt werden. Während der FAZ die Bahn zu schnell ist, ist sie dem Deutschlandfunk zu langsam, der reist erster Klasse zu 30$, zweiter Klasse kostet das Ticket für 500 Km 10$.

Die repräsentativen Bahnhöfe in Mombasa und Nairobi werden dem Leser von der FAZ vorenthalten, der Bahnhof von Nairobi liegt außerhalb der Stadt, für 1$ dient die alte Meterbahn als Shuttle.

Die FAZ zeigt keine Bilder von Fahrgästen im Zug, die findet man aber auf seat61 und meticket. Am besten hat mir dort das Foto ganz unten von den beiden fröhlichen Lokführerinnen gefallen. Darunter steht:

“ The Standard Gauge Railway (SGR) is a flagship project by the Government of Kenya as a transport component aimed at delivering Vision 2030 making Kenya a middle income country by 2030 “

Wenn es so wird, muß niemend aus seiner Heimat in Afrika auszuwandern. Und die Chinesen machen wohlverdienten Urlaub in der Serengeti, nur ich muß mir überlegen, ob ich aus der faschistischen EU nach Afrika auswandere.

 

Quellen

https://-fotografiert-chinas-schnellbahntrasse-in-kenia-17079267.htmlwww.faz.net/aktuell/fotografie/baz-ratner

https://de.rt.com/afrika/117890-startschuss-fur-megaprojekt-von-chinesischer/

https://www.deutschlandfunk.de/china-stoppt-finanzierung-in-kenia-zug-nach-nirgendwo.799.de.html?dram:article_id=463070

https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Mombasa%E2%80%93Nairobi_(Normalspur)

https://www.seat61.com/Kenya.htm#Nairobi_to_Mombassa_by_train

https://metickets.krc.co.ke/

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