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Asien, Ausland

Australien eskaliert auf Geheiß Amerikas den hybriden Krieg um BRI (Belt and Road Initiative)

von Andrew Korybko – http://oneworld.press

Übersetzung LZ

Die Quad (Anti-China-Allianz „Quad“: Japan, USA, Indien und Australien, LZ) ist in jeder Hinsicht gegen China, besonders wenn es um militärische und wirtschaftliche Angelegenheiten geht. Canberras Stornierung von zwei BRI-Abkommen des Bundesstaates Victoria steht daher im Einklang mit dieser unausgesprochenen, aber zunehmend offensichtlichen Strategie.

Die australische Bundesregierung hat kürzlich zwei Abkommen im Rahmen der Belt & Road Initiative (BRI) annulliert, die der Bundesstaat Victoria 2018 und 2019 mit China unterzeichnet hat. Dies ist Teil ihrer neuen Politik, die es den zentralen Behörden ermöglicht, internationale Abkommen, die von Verwaltungseinheiten auf niedrigerer Ebene geschlossen wurden, zu überstimmen. China schwor, auf diesen extrem unfreundlichen Schritt zu reagieren, der die bilateralen Beziehungen nach mehreren Jahren des stetigen Rückgangs aufgrund von Australiens unprovozierten Aktionen gegen die Volksrepublik weiter verschlechtert. Beispiele für Letzteres sind die politische Einmischung in Hongkong und die Verbreitung schädlicher konspirativer Behauptungen über die Herkunft von COVID-19.

Die jüngsten Entwicklungen kommen einer ernsthaften Eskalation im laufenden hybriden Krieg um BRI gleich, den Australien wohl auf Geheiß seines amerikanischen Verbündeten geführt hat. Die beiden Nationen sind Teil des entstehenden Quad-Militärblocks in dem, was beide Länder als den „Indo-Pazifik“ betrachten. Viele Beobachter haben die Sorge geäußert, dass dieses wachsende Netzwerk darauf abzielt, China einzudämmen, was durch das, was gerade passiert ist, scheinbar bewiesen wird. Die Quad ist in jeder Hinsicht gegen China, besonders wenn es um militärische und wirtschaftliche Angelegenheiten geht. Canberras Stornierung der beiden BRI-Abkommen mit Victoria steht daher im Einklang mit dieser unausgesprochenen, aber zunehmend offensichtlichen Strategie.

Noch beunruhigender an all dem ist, dass Australien im vergangenen November freiwillig der Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) an der Seite Chinas und mehr als einem Dutzend anderer regionaler Nationen beigetreten ist. Die Erwartung vieler, wenn auch im Nachhinein naiver, war, dass Australien seine Annäherung an China mäßigen und vielleicht eine längst überfällige Annäherung zu seinem wichtigsten Handelspartner eingehen würde. Leider scheint das nicht mehr möglich zu sein, nachdem das Land die beiden BRI-Verträge abgesagt hat, die als Vorzeigeprojekte der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern dienen und eine neue Ära der wirtschaftlichen Kooperation einläuten sollten.

Die amerikanischen Strategen müssen erfreut sein, dass es ihnen gelungen ist, ihre australischen Juniorpartner davon zu überzeugen, ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen aus politischer Solidarität mit Washington zu opfern, wenn auch unter dem Vorwand sogenannter „nationaler Interessen“. Was diese fadenscheinige Rechtfertigung angeht, die in letzter Zeit in Australien hemmungslos herumgereicht wurde, so ist sie vage genug, um als Vorwand für alles Mögliche benutzt zu werden. Die Berufung auf „nationale Interessen“ zieht auch automatisch die Unterstützung nationalistischer Elemente in der Gesellschaft an, die darauf programmiert sind, positiv auf alles zu reagieren, was die Behörden als vorauseilend bezeichnen.

Objektiv gesehen ist es eigentlich gegen Australiens nationale Interessen, die BRI-Verträge zu kündigen. Zunächst einmal wurden sie von zwei international anerkannten Regierungen vereinbart, auch wenn die von Victoria eine staatliche und keine föderale ist. Das bedeutet, dass eine plötzliche Aufkündigung unter einem vagen Vorwand dem Ruf Australiens schadet, indem sie es als unzuverlässig erscheinen lässt, zumal viele vermuten, dass es dies tat, um seinem amerikanischen Verbündeten zu gefallen. Zweitens hätte die Bundesregierung zumindest theoretisch versuchen können, Teile dieser Abkommen neu zu verhandeln, wenn sie wirklich ein Problem mit ihnen hätte, anstatt einfach beide Pakte komplett zu kündigen. Das deutet auf ihre Hintergedanken hin.

Es ist verständlich, dass einige Länder komplexe Beziehungen zwischen ihren Landes- und Zentralregierungen haben, besonders jene Nationen, die westliche Formen der Demokratie praktizieren und deren Konzept von „nationalen Interessen“ sich möglicherweise alle paar Jahre nach der nächsten Wahl ändern könnte. Nichtsdestotrotz dürfen innerstaatliche Streitigkeiten zwischen Verwaltungseinheiten nicht zu internationalen Implikationen führen, wie das, was gerade passiert ist, im Sinne einer großen Beeinträchtigung der chinesisch-australischen Beziehungen. Allein die Tatsache, dass dies in einem Land geschah, das sich selbst stolz als politisch stabiles Vorbild für andere präsentiert, beweist, wie destabilisierend demokratische Systeme manchmal sein können.

Die australische Bevölkerung muss erkennen, dass ihr Verständnis von „nationalen Interessen“ von einigen ihrer Behörden und deren ausländischen Verbündeten in Amerika als Teil des hybriden Krieges gegen BRI manipuliert wird, der ein wichtiger Bestandteil des größeren hybriden Krieges gegen China ist. Es ist schade, dass ihre objektiven wirtschaftlichen Interessen als Teil dieses aggressiven Schemas geopfert werden. Die einzigen, die darunter leiden werden, sind eben jene Australier, von denen viele große Hoffnungen hatten, die vielversprechenden wirtschaftlichen Beziehungen ihres Landes mit China durch BRI auf die nächste Stufe zu heben. Man kann nur hoffen, dass die australischen Behörden wieder zur Vernunft kommen und diesen jüngsten Schritt rückgängig machen.

http://oneworld.press/?module=articles&action=view&id=2022

 

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Australien eskaliert auf Geheiß Amerikas den hybriden Krieg um BRI (Belt and Road Initiative)

  1. Wer noch nicht begriffen hat, das dieses Amerika
    der größte Unruhestifter auf diesen Planeten ist,
    Dem ist nicht mehr zu helfen!!

    Gefällt mir

    Verfasst von wolfgang fubel | 7. Mai 2021, 10:09

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