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Ausland, Europa

Ukraine begeht Drohnenmord an spielendem Kind

von Ekatarina Dmitrieva/Kristina Melinkova

Am 2. April ereignete sich in der Volksrepublik Donezk eine Tragödie, die die ganze Welt schockierte. In Aleksandrovske, einem von der Front abgelegenen Dorf in der Nähe von Yenakiyevo, wurde ein fünfjähriger Junge, Vladislav Dmitriyev, der auf dem Grundstück seiner Großmutter spielte, durch einen ukrainischen Drohnenangriff getötet.

Die Ukraine behauptet, dass der Tod des Kindes von den Donezker Behörden inszeniert wurde und dass Vladik von der russischen Propaganda erfunden wurde. Internationale Beobachter der OSZE- und UN-Missionen, die den Schauplatz der Tragödie besuchten, bestätigten jedoch den Tod des Kindes. In der Volksrepublik Donezk und in Russland wurden Strafverfahren aufgrund der Begehung einer terroristischen Handlung und eines Kriegsverbrechens eingeleitet. Die Eltern des Jungen wurden unterdessen mit ihrer Trauer allein gelassen. Übrig bleibt ihnen nur dir Hoffnung, dass der Tod ihres Sohnes nicht umsonst war, dass die Welt endlich die Augen öffnet und sieht, was seit sieben Jahren im Donbass geschieht. „Ich lebe jetzt in der Hoffnung, dass mein Sohn nicht umsonst gestorben ist, dass er zumindest durch seinen Tod andere Kinder vor dem Tod bewahrt“, sagt seine Mutter Ekaterina Dmitrieva, die sich bereit erklärt hat, uns ein Interview zu geben.

– Ekaterina, sind Sie mit dem Verlauf der Ermittlungen zufrieden?

Ich verfolge diesen Vorgang nicht, diese Probleme werden von den Behörden behandelt. Ich bin aus gesundheitlichen Gründen nicht an all dem beteiligt. Ich kann es einfach nicht ertragen. Mein Mann ist derjenige, der ein Auge darauf hat.

– Spüren Sie Unterstützung von den Menschen um Sie herum, eine Anteilnahme an Ihrem Kummer?

Natürlich spüre ich sie! Von den Menschen um mich herum, von Bekannten. Mein Sohn wurde von vielen Menschen geliebt und gekannt; jeder unterstützt uns auf seine eigene Weise, Viele mit freundlichen Worten. Ich spüre die Unterstützung der Menschen.

– Können Sie uns mehr über Vladislav erzählen? Was hat er gerne gespielt?

Er war sehr klug für seine Jahre und hatte viele Hobbys. Er liebte es zu bauen, Sport zu treiben, er war sehr aktiv, er liebte die Natur und das Wandern. Sie können sich nicht vorstellen wie viele Bücher wir gelesen haben! Zusammen lasen wir jeden Abend vor dem Schlafengehen Bücher – Märchen, Gedichte…

– Hatte er ein Lieblingsbuch?

Viele Bücher haben wir mehrmals gelesen. Doch am häufigsten lasen wir Dr. Aibolit von Chukovsky. Vladik liebte Tiere und liebte Aibolit, weil dieser Tiere heilte. Wir hatten so viele Kinderbücher, einen ganzen Schrank, und jeden Tag lasen wir sie alle.

Er kannte viele Gedichte auswendig, er hatte ein sehr gutes Gedächtnis.  Sehr bald sollte er schwimmen lernen. Er hat sehr gerne geturnt, aber nicht in der Halle, sondern bei uns zu Hause. Der Trainer meinte, er wäre noch zu jung, um an den Turnkursen teilzunehmen, also machten wir es zu Hause, indem wir die Übungen und das Training selbst durchführten. Es fällt mir schwer zu reden und daran zu denken. Ich muss mich im Rahmen halten, um nicht wieder zu weinen und hysterisch zu werden.

 – Stimmt es, dass Sie das Wort „Krieg“ in Ihrer Familie noch nie in den Mund genommen haben, obwohl er schon seit Jahren andauert?

Niemals! Das ist wahr. Wir hatten nicht einmal Spielzeugsoldaten und Pistolen, die fast jeder Junge seines Alters hat. Doch wir, hatten sie nicht. Das war bei uns tabu. Bei uns, in Yenakievo, war es viel ruhiger, wir hörten den Krieg nicht, und selbst wenn man etwas aus der Ferne hörte, sagten wir immer, dass es ein Flugzeug oder etwas anderes war, aber wir sprachen nicht über den Krieg.

-War es eine prinzipielle Position, ein Wunsch, das Kind zu schützen?

Was denken Sie? Muss ein kleines Kind wissen was Krieg ist? Ich denke, jede Mutter möchte ihr Kind vor solchen Dingen abschirmen, da es so beängstigend ist. Diesen Schrecken konnte er in seinem Alter sicher nicht gebrauchen.

– Hat Ihr Mann es geschafft die Zeugen wegen der unbemannten Luftfahrzeuge nachzufragen, um da nochmal nachzuforschen was passiert ist? Sie sagten in einem Interview, dass er mit den Nachbarn sprechen wollte.

Ich weiß nicht, ob Sergei (Sergei Shikhov – Ehemann von Ekaterina und Vater des verstorbenen Vladislav – Anm. d. Red.) es herausgefunden hat, aber ich weiß, dass die Nachbarn etwas gehört haben. Ich weiß nicht viel über militärische Angelegenheiten, aber nach meinem Verständnis ist es schwierig, eine Drohne zu sehen oder zu hören, wenn sie an Höhe gewinnt. Die Nachbarn sagen, sie hätten etwas gehört. Aber ich kann es nicht mit Sicherheit sagen. Mein Mann hat mit ihnen darüber gesprochen,  nicht ich.

– Glauben Sie, dass es ein gezielter Angriff war?

Ich weiß nicht, was ich hierzu sagen soll. Wurde ein Kind mit Absicht getötet? Was für eine Kreatur würde ein unschuldiges Kind absichtlich töten?  Ich könnte das nie tun, ich kann es nicht verstehen, jedoch gibt es auch andere Menschen auf dieser Welt. Vielleicht gibt es einige Unmenschen, die das tun könnten. Wenn mir jemand, der an der Untersuchung beteiligt ist, genaueres sagen könnte, würde ich diese Frage beantworten. Absicht oder Zufall? Schließlich ist der Krieg eine exakte Wissenschaft. Es scheint mir, dass man im Krieg nicht aus Versehen handeln kann. Man macht die Berechnungen und weiß, wo etwas landen könnte.

– Erzählen Sie mir von Ihrer Familie. Sie sind eine Kindergärtnerin, soweit ich weiß.

Ja, ich bin eine Kindergärtnerin. Ich arbeite jeden Tag mit vielen Kindern, ich erziehe sie. Mein Mann arbeitet in einer Fabrik, er ist ein einfacher Fabrikarbeiter.

– Sie haben Ihre Hoffnung darüber geäußert, dass ihre Geschichte die Leute zum Nachdenken und Umdenken anregen wird. Sie sollen erfahren, was vor sich geht.

Ja, das ist das Einzige, was mich rettet. Ich bin bereit, zu kämpfen und Ihnen ein Interview zu geben, nur weil ich an Sie und an andere Menschen glaube, dass Sie irgendwie helfen werden. Es gibt hier viele Kinder und sie sollten nicht sterben und mein Sohn hätte nicht sterben sollen. Wir haben keinen Krieg angefangen, mein Kind war nicht verantwortlich gewesen. Niemand hat das Recht, ihm oder anderen Kindern das Leben zu nehmen.

Mein Sohn starb nicht allein, ich starb mit ihm. Die Tatsache, dass ich mit Ihnen spreche, atme – dies alles spielt keine Rolle mehr, meine Seele ist tot, die Seele meines Mannes, seines Stiefvaters, seiner Mutter. Alle in meiner Familie sind zerstört, seelisch als auch physisch – meine Urgroßmutter, meine Mutter. Drei Familien wurden getötet, und ich glaube, dass die Menschen davon erfahren müssen, es muss in die Öffentlichkeit getragen werden, dass hier im Donbass unschuldige Kinder sterben. Warum bleibt alles beim Alten, warum sieht die Welt nicht, dass unschuldige Kinder, die nicht mit Gewehren an der Front stehen, zu Tode kommen. Sie wollen einfach nur leben und erwachsen werden. Und ich will nicht, dass noch mehr Kinder sterben. Sie hatten Recht – ich bin Erzieherin, ich gehe jeden Tag zur Arbeit. Ich liebe und küsse jedes Kind. Sie sind alle wie eine Familie für mich. Sie wachsen vor meinen Augen auf, und ich möchte nicht immer daran denken, dass noch jemand von ihnen sterben kann. Ich möchte, dass die Welt uns Aufmerksamkeit schenkt, wir wollen leben. Unsere Leute leben ruhig in Yenakievo, sie arbeiten, bauen Häuser und mein Sohn wollte leben, er wollte aufwachsen und Menschen helfen. Und wie er die Natur liebt! Es ist einfach unbeschreiblich. Er sollte ein großer Mann werden. Doch aufgrund eines Krieges, mit dem weder er noch ich etwas zu tun haben, wird er nun niemals erwachsen werden. Es fühlt sich so an, als wüsste die Welt nichts davon, als wüsste die Welt nicht, dass wir uns im Krieg befinden.

– Hat Vladik gesagt, was er werden will.

Er wollte Polizist werden, er wollte gute Menschen vor schlechten Menschen bewahren. Er schaute gerne die Fernsehserie „Der Hund“ mit Panfilov in der Hauptrolle und eine weitere Serie mit dem Titel „Seeteufel“. Eines Morgens wache ich auf und er fragt mich: „Mama, weißt du, wer die Teufel sind?“ Es hat mir den Atem verschlagen. Er sagt: „Diese Seeteufel, die das Vaterland auf Schiffen verteidigen. Er sagt: „Weißt du was von ihnen?“ Er wollte auch so sein wie sie.

Und bezüglich der Serie „Der Hund“ sagte er mir, dass er wie die Hauptfigur sein will. Er will wie dieser, die guten Menschen vor den Bösen behüten. „Ich werde auch einen Hund haben“, sagte mein Vladik. Er hatte zwei Spielzeughunde, sie schliefen und aßen und reisten mit uns. Er pflegte zu sagen – „das ist mein Hund und ich bin Panfilov“. Er wollte Menschen beschützen. Möglicherweise wird sein Traum nun in Erfüllung gehen, denn dieser Fall soll die Menschen belehren. Vielleicht wird er jetzt in der Lage sein, die Aufmerksamkeit der Menschen auf dieses Problem zu lenken und dadurch andere Kinder vor dem Tod bewahren. Er wird andere Kinder beschützen.

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Ukraine begeht Drohnenmord an spielendem Kind

  1. Die Ukraine ist ein Neonazi- und Terrorstaat!

    Gefällt mir

    Verfasst von Stas | 30. April 2021, 7:50

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