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Ausland, Europa

Tschechiens Deep State ist betreffs seines neuesten Russiagate Hoax gespalten

von Andrew Korybko – http://oneworld.press

Übersetzung LZ

Des tschechischen Präsidenten Milos Zeman verblüffende Offenbarung am Sonntag, dass die Spionageabwehrbeamten seines Landes nie irgendwelche Beweise in den letzten sechs Jahren herausgefunden hatten zur Verwicklung der  beiden angebichen GRU-Agenten, die vor kurzem der Beteiligung an einer versehentlichen Explosion von Munition beschuldigt wurden, offenbart Spaltungen im tiefen Staat Tschechiens betreffs des neuesten Russiagate Hoax und wirft Fragen darüber auf, ob die diplomatischen, militärischen und geheimdienstlichen Bürokratien anderer NATO-Mitglieder ähnlich gespalten sind hinsichtlich ihrer  Beziehungen zur eurasischen Großmacht.

Die Entlarvung des Tiefen Staates

Die immer bizarrer werdende Geschichte um eine versehentliche Munitionsexplosion in Tschechien vor mehr als sechs Jahren nahm am Sonntag eine weitere merkwürdige Wendung, nachdem Präsident Milos Zeman in verblüffender Weise enthüllte, dass die Spionageabwehr seines Landes nie Beweise hatte, um die beiden mutmaßlichen GRU-Agenten zu belasten, die kürzlich beschuldigt wurden, daran beteiligt gewesen zu sein. Tschechische Beamte hatten zuvor die gleichen zwei Männer beschuldigt, die angeblich die erfolglose Ermordung der Skripals ein paar Jahre zurück versucht haben sollen, nur um dann von ihrem Staatsoberhaupt in einer außerordentlichen Rede an die Nation öffentlich entlarven zu werden. Nicht nur das, sondern Präsident Zeman spekulierte auch öffentlich, dass die jüngsten Ereignisse ein „Spiel“ sein könnten, in das die Geheimdienste verwickelt sind, was darauf hindeutet, dass Tschechien als Spielball im neuen Kalten Krieg des Westens mit Russland manipuliert wird.

Russlands Reaktion

Die Reaktion aus Moskau war schnell. Leonid Slutsky, der Vorsitzende des Internationalen Komitees der Duma, forderte sofort eine Entschuldigung, „wenn Prag in seinen Entscheidungen noch unabhängig ist“, und schlussfolgerte: „Offensichtlich waren diese Aktionen ein Informationsschleier, um die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft von einem versuchten Staatsstreich in Belarus abzulenken.“ Duma-Sprecher Wjatscheslaw Wolodin sagte unterdessen, dass „sie sich selbst in eine Ecke getrieben, ihre Verbündeten in eine unangenehme Lage gebracht haben und Beziehungen zerstört haben, die Diplomaten jahrelang aufgebaut haben. Und jetzt müssen sie einen Rückzieher machen.“ Er beklagte auch den Schaden, den dieser fabrizierte Skandal den bilateralen Beziehungen durch die diplomatischen Ausweisungen und das anschließende Scheitern des Sputnik-V-Abkommens, auf das beide Seiten bis dahin hingearbeitet hatten, zufügte.

Das größere Bild

Die Abfolge der jüngsten Ereignisse und die damit verbundene Bedeutung wird jetzt klarer als je zuvor. Wie ich am Wochenende erklärt habe, war der gefälschte russische „Spion“-Skandal in Tschechien einfach dazu gedacht, die Aufmerksamkeit von dem vereitelten weißrussischen Attentat und Putschversuch abzulenken. Er diente auch dem Zweck, die russophobe Bevölkerung des Westens, die in den letzten Monaten durch Propaganda aufgeputscht wurde, von der Tatsache abzulenken, dass im Donbass derzeit eine vergleichsweise Deeskalation stattfindet, was ihren falschen Erwartungen widerspricht, dass Russland „sofort einmarschieren“ würde. Das kann sich natürlich schlagartig ändern, aber zumindest im Moment läuft nichts so, wie der Westen es allen weismachen wollte. Weder ist im Donbass ein großer Krieg ausgebrochen, noch hat Russland Truppen dorthin entsandt, aber die Lage bleibt angespannt.

Von der Verschwörungstheorie zur Verschwörungstatsache

Vor der Rede von Präsident Zeman hätte man die Behauptung, der jüngste russische „Spionageskandal“ in Tschechien sei Teil eines „Spiels“ zwischen Geheimdiensten, einfach als „Verschwörungstheorie“ abtun können. Seine verblüffende Enthüllung bestätigt, was vielen objektiven Beobachtern bereits bewusst war, nämlich die Spaltungen zwischen den ständigen militärischen, geheimdienstlichen und diplomatischen Bürokratien vieler Länder („tiefer Staat“), insbesondere in Bezug auf die Russiagate-Hoaxes. Alle Aktionen haben Konsequenzen, und einige Mitglieder des tschechischen tiefen Staates könnten naiv gedacht haben, dass ihr Land ungeschoren davonkommen würde, wenn sie russische Diplomaten ausweisen und den internationalen Ruf des Landes schädigen. Sie haben nicht erwartet, dass Russland symmetrisch reagieren würde.

Tiefe Risse im tiefen Staat

Wenn man diese Beobachtung weiter ausführt, kann man sagen, dass dieser jüngste Russiagate-Schwindel zwar tiefe staatliche Spaltungen an die Oberfläche gebracht hat, aber wahrscheinlich nicht die Ursache für diese Differenzen war, da sie wahrscheinlich schon vor diesem fabrizierten Skandal bestanden. Dies ist natürlich, da Fraktionsbildung Teil und Bestandteil aller Bürokratien sind, vor allem derjenigen, die so komplex sind wie das Militär, die Geheimdienste, und das diplomatische Chor. Meinungsverschiedenheiten sind trotz der Tendenz zum Gruppendenken vorherrschend, aber was ungewöhnlich ist, ist, dass sie in einer sogenannten „Demokratie“ auf so dramatische Weise explodierten und ein Ergebnis herbeiführten, das so kontraproduktiv für die nationalen Interessen war. Intrigen des tiefen Staates werden in den seltenen Momenten, in denen sie von den Mainstream-Medien überhaupt zur Kenntnis genommen werden, fälschlicherweise als exklusiv für sogenannte „Autokratien“ dargestellt.

Demokratien vs. ihr tiefer Staat

Präsident Zemans öffentliche Enthüllung widerspricht diesem falschen Narrativ kraftvoll und sollte diejenigen überzeugen, die dies nicht bereits als Ergebnis von Trumps tiefem Staatsdrama der letzten vier Jahre erkannt hatten, dass „Demokratien“ tatsächlich anfälliger für eine vom tiefen Staat angetriebene Destabilisierung sind als „Autokratien“. Die Gründe dafür sind vielfältig, können aber im Allgemeinen auf die vergleichsweise große Freiheit zurückgeführt werden, die die Mitglieder der jeweiligen Fraktionen haben, um innerhalb ihres jeweiligen Systems zu agieren. Dies ist besonders dann der Fall, wenn es darum geht, einen Informationskrieg zu führen, da alles, was es braucht, ist, dass ein paar Leute aus einer bestimmten Fraktion Fake News an die unterwürfigen Mainstream-Medien ihres Landes „durchsickern“ lassen, um eine buchstäbliche Verschwörung aus dem Nichts zu erzeugen, wie es gerade mit Tschechiens fabriziertem Russiagate-Hoax passiert ist.

Die tschechische Kettenreaktion

Über dieses Thema kann man aufgrund des Mangels an öffentlich bestätigten Informationen nur spekulieren, aber es wäre nicht verwunderlich, wenn in der gesamten NATO ähnlich intensive Spaltungen des tiefen Staates bestehen, insbesondere in Bezug auf die Beziehungen dieser Regierungen zu Russland. Die übrigen europäischen Mitglieder der Allianz müssen die Entwicklung der Ereignisse in Tschechien mit ernster Sorge beobachten, da die verantwortlichen Mitglieder ihres eigenen tiefen Staats befürchten könnten, dass sie bald der nächste Staat sein könnten, der den strategischen Zielen der USA geopfert wird. So wie die Beziehungen Tschechiens zu Russland von der pro-amerikanischen Fraktion des tiefen Staates des Landes zerstört wurden, könnte dies auch in anderen Ländern geschehen. Bereits bestehende Spaltungen des tiefen Staates könnten sich daher in der gesamten NATO vertiefen, da die verschiedenen Fraktionen einander gegenüber misstrauischer werden und versuchen, ihren Machenschaften zuvorzukommen.

Abschließende Überlegungen

Diese Erkenntnis deutet sehr stark darauf hin, dass der Westen hinter den Kulissen nicht so stabil ist, wie er sich selbst darstellt. Es gibt nicht viel Einigkeit, und viele Länder haben ihre strategische Souveränität bereits an die USA abgetreten. Die wenigen, die das noch nicht getan haben, wie z.B. Deutschland, sind in ständiger Angst, dass pro-amerikanische Mitglieder ihres tiefen Staates ihre Beziehungen zu Russland genauso leicht sabotieren könnten, wie es ihnen kürzlich in Tschechien gelungen ist. Schließlich braucht es nur ein paar strategische „Lecks“ mit echten Fake News, um einen internationalen Skandal zu provozieren, der schnell außer Kontrolle gerät. Die Ironie ist, dass die USA zwar wollen, dass sich die Spionageabwehr der NATO-Länder mehr auf die so genannten „russischen Einfluss“-Operationen konzentriert, dass sie aber eigentlich besser versuchen sollten, stattdessen die amerikanischen Einflussoperationen auszumerzen, bevor es zu spät ist.

http://oneworld.press/?module=articles&action=view&id=2014

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