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Ausland, Europa

Erdogan droht Zypern wegen Koranunterricht

von http://www.griechenland-blog.gr

Auf den Beschluss der Pseudorepublik Nordzypern, den Koranunterricht zu untersagen, regierte der Präsident der Türkei mit der Androhung von Maßnahmen anderen Charakters.

Ein Beschluss des Verfassungsgerichts der Türkischen (Pseudo-) Republik Nordzypern, mit dem die Zuständigkeit des „Büros für Konfessionen“ abgeschafft wird, Unterricht zum Auswendiglernen des Korans durchzuführen, überschattete den vorgestrigen Besuch des türkischen Außenministers im besetzten Teil Zyperns zwecks Koordinierung mit der Führung der türkischen Zyprer im Vorfeld der anstehenden pentalateralen Konferenz in Genf.

Der Beschluss bezüglich des Verbots des Koranunterrichts, der sogar mit der Begründung des Schutzes der Säkularisierung der türkisch-zyprischen Gemeinschaft gefasst wurde, erzürnte Tayyip Erdogan, der in Erklärungen direkt drohte, die Türkei werde zu Maßnahmen „anderen Charakters“ schreiten, wenn die türkischen Zyprer den „Fehler“ nicht korrigieren.

Heftige Reaktionen in der türkisch-zyprischen Community

Tayyip Erdoğan erklärte ebenfalls, Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu explizite Anweisungen erteilt zu haben, das Thema mit dem Ministerpräsidenten der türkischen Zyprer, Ersin Tatar, zu diskutieren, damit er sicherstellt, dass die geeigneten Schritte zur Korrektur dieses Themas realisiert werden.

Der neue Eingriff Erdogans führte beispiellose Reaktionen der Mehrheit der türkisch-zyprischen Parteien herbei. Der ehemalige Ministerpräsident der türkischen Zyprer, Mustafa Akinci, führt in einer Erklärung von ihm an, die drohendenden Worte des türkischen Präsidenten mit großer Trauer und Verdrossenheit zu verfolgen. Mustafa Akinci merkt an, die Tangierung seitens Erdogans bringe offen zum Ausdruck, „Nordzypern“ als eine Provinz der Türkei zu betrachten.

Noch heftiger war die Haltung der „Partei der Gesellschaftlichen Demokratie“ (TDP), deren Parteiführer Cemal Özyigit der Parteienkonferenz unter Mevlüt Cavusoglu zur Vorbereitung der pentalateralen Konferenz über Zypern nicht beiwohnte. Außerdem betont die „Republikanische Türkische Partei“ in ihrer Bekanntmachung, die Tangierung, was in der Türkei gilt, werde auch in der türkisch-zyprischen Gemeinschaft gelten, könne nicht akzeptiert werden.

Abschließend ist anzumerken, dass in den sozialen Netzwerken Dutzende türkisch-zyprische Politiker, Rechtsanwälte, aber auch einfache Bürger ihre Empörung über die Erklärungen Erdogans zum Ausdruck bringen.

„Aus für (zyprischen) Bundesstaat“

Jedenfalls erhob Mevlüt Cavusoglu das Thema nicht öffentlich und begnügte sich damit, Botschaften bezüglich der Haltung zu schicken, welche die Türkei während der pentalateralen Konferenz in Genf beibehalten wird.

Außenminister Mevlüt Cavusoglu wiederholte ein weiteres Mal, die Türkei werde keine weitere Zeit verlieren, die föderative Lösung erörternd, und mit neuen Ideen und neuen Visionen an den Tisch des Dialogs kommen.

(Quelle: dw.com, Autor: Loukianos Lyritsas, Nikosia)

Erdogan droht Zypern wegen Koranunterricht

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