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Gesundheit, Inland

Um jeden Preis – Kultusminister beschließen Schulöffnungen

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Die Schulen bleiben weiter offen. So beschlossen von der Kultusministerkonferenz (KMK) am 8. April. Auch das 22. Treffen der 16 Kultusminister seit Beginn der Corona-Pandemie vor mehr als einem Jahr führte zu keinen bundeseinheitlichen Regelungen. Von den Inzidenzgrenzwerten hatte sich der Schulbetrieb bereits zuvor weitgehend abgekoppelt.

Sachsen setzt nach den Osterferien landesweit auf Präsenzunterricht, gleich welcher Inzidenzwert vorliegt, Abstandsregeln und Maskenpflicht gelten im Unterricht der Grundschulen nicht. In Thüringen gibt sich das Kultusministerium ergebnisoffen, es bleibt „bei der Empfehlung, Schulen und Kindergärten ab einer Inzidenzzahl von 150 zu schließen“, nicht ohne zu betonen, dass anstatt einer Schließung auch alternative Maßnahmen „ergriffen werden könnten, je nachdem, wie die konkrete Beurteilung der örtlichen Lage ausfällt“. Da wissen Eltern, Schüler und Lehrer, woran sie sind.

„Flächendeckend testen, Unterricht und Prüfungen ermöglichen“, lautet die Überschrift des KMK-Beschlusses. Nicht mehr als ein Bekenntnis, wie das Beispiel Nordrhein-Westfallen zeigt. Dort bleiben die meisten der etwa 2,5 Millionen Schüler vorerst zu Hause. Eigentlich hätte der Präsenzunterricht nach den Ferien unmittelbar starten sollen, allerdings fehlen die Selbsttests. Der Vorsitzende des NRW-Städtetags, der Bielefelder Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD), beklagte sich gegenüber der Presse: Um die versprochenen Selbsttests zur Verfügung zu stellen, seien wöchentlich etwa fünf Millionen Test-Sets nötig, „diese Menge ist bisher bei weitem nicht vorhanden“. Abwarten also.

Seit Dezember letzten Jahres warnt das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinen Lageberichten, dass Schulen und Kitas eine stetig wachsende Bedeutung für die Viruszirkulation, insbesondere der britischen Covid-Mutante, zukommt: „Der stärkste Anstieg ist bei Kindern zwischen 0 bis 14 Jahren zu beobachten, wo sich die 7-Tage-Inzidenzen in den letzten vier Wochen verdoppelt haben“, heisst es im Bericht des RKI vom 23. März. Die Infektionen bei Kindern und Jugendlichen verlaufen dabei zwar meist ohne Symptome, dies mindert jedoch in keiner Weise die Ansteckungsgefahr. Zu der steigenden Infektionsdynamik bei Kindern sichtete der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags internationale Forschungsergebnisse.

Der Bericht liegt der Bundesregierung seit dem 25. März vor. Dort ist zu lesen, dass eine Auswertung von in 131 Ländern erhobenen Daten beweise, die „Schließung von Schulen“ sei – neben der Schließung von Betrieben – das wirksamste Mittel zur Eindämmung der Infektionsrate. Das Desinteresse der KMK an solchen Fakten liegt indessen nicht an der föderalistischen Struktur der Bundesrepublik, sondern ist einer politischen Grundentscheidung geschuldet: Schulen und Betriebe sollen um jeden Preis offen gehalten werden. Daran wird auch die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes, die dem Bund mehr Kompetenzen übertragen soll, nichts ändern. Im rasch zusammengezimmerten Gesetzentwurf für die „bundesweite Notbremse“ findet sich dementsprechend nur die altbekannte Mixtur von Einschränkungen des privaten Bereichs.

Cecilia Schweizer von der SDAJ zu den Beschlüssen

Die Offenhaltung der Schulen sei Priorität, und man wolle so viel Präsenzunterricht wie möglich anbieten, darauf konnte man sich bei der Kultusministerkonferenz einigen. Einigen konnte man sich aber schon wieder nicht auf einheitliche und vorausschauende Regelungen zur Erreichung dieser eigentlich richtigen Ziele, und so scheinen die Behauptungen der Minister nicht besonders glaubwürdig.

In vielen Bundesländern soll es nur Homeschooling geben, andere wollen einen negativen Test zur Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht machen, und wieder andere halten solche Tests für freiwillig. Ausreichende Hygienemaßnahmen und flächendeckende Tests verspricht die Konferenz zwar, die Umsetzung überlässt sie aber wieder den einzelnen Bundesländern und Schulen.

Notwendige Maßnahmen zum Ausgleichen der Bildungsungerechtigkeit und zum Infektionsschutz, zum Beispiel mehr Betreuung und Förderungen durch mehr Lehrerinnen, Lehrer und andere Pädagoginnen und Pädagogen, Luftfilter und zusätzliche Räume, haben die Minister gar nicht erst diskutiert. Diese unmögliche Politik hat System, denn für die Herrschenden haben letztlich eben nicht die Wünsche und Rechte der Schülerinnen und Schüler oder die der Bevölkerung Priorität, sondern die des Kapitals. Schnelles, einheitliches und planvolles Handeln hätte ja auch die dritte Welle verhindern können, die uns jetzt bedroht. Wir fordern deshalb ein einheitliches Hygiene- und Unterrichtskonzept!

Um jeden Preis

Diskussionen

4 Gedanken zu “Um jeden Preis – Kultusminister beschließen Schulöffnungen

  1. In Brasilien sterben die Menschen wie die Fliegen zu Tausenden täglich und die Wirtschaft liegt am Boden, obwohl der faschistioide Präsident lange Zeit jede Gegenmassnahmen verweigert hatte. Während der gesamten Pandemie haben unbegründete Behauptungen über Impfstoffe in Propagandamedien und den angeschlossenen Desinformationskanälen neuen Auftrieb erhalten. Auch mit abstrusen Behauptungen aus den dunkelsten Ecken des Internets wie der Bill Gates Verschwörung mit einer ferngesteuerten Bevölkerung durch Mikrochips und 5G. Märchen liegen wieder voll im Trend erfreuen sich grosser Beliebtheit: Impfstoffe können angeblich die menschliche DNA verändern (für solch ein Verfahren könnte man den Nobelpreis bekommen). Wilde Behauptungen reichen bis hin zu Verseuchgung mit HIV, Malaria oder mit natürlich nicht genauer delarierten 5G-Partikeln. Sogar der Papst hätte im Vatikan eine Impfpflicht angeordnet, da er den Lobbyisten der Pharmamafia gehorchen müsse. Die Erde ist für manche auch eher eine Scheibe, ähnlich flach wie das Weltbild ist dann der wissenschaftliche Hintergrund und der Horizont der Gläubigen.
    Und all dies während bei der eigenen Bevölkerung bereits seit April 2020 bereits geimpft wurde, eine Maskenpflicht besteht und ein flächendeckendes 5G Netz aufgebaut wird. Finde den Fehler…

    Wenn komplexe Realitäten in groben und pauschalen Zügen dargestellt werden, um Alles zu erklären und einfache Antworten auf alle möglichen Fragen auf einmal zu liefern, ist stets Skepsis angebracht.
    Hilfreich wäre zu hinterfragen, wie Informationen gesucht und bewertet werden.
    Und welche Motive haben die Verbreiter dieser Botschaften von angelichen Zwangsimpfungen.
    In welchen Netzwerken laufen die roten Fäden im Hintergrund stets und überall zusammen?

    Während einer globalen Pandemie ziehen die besserwisserischen fanatischen Überzeugungstäter sich immer tiefer in ihre Echokammern mit ihrem vermeintlichen Geheimwissen aus obskuren und dubiosen Quellen zurück und befreien sich von ihren alltäglichen Ängsten. In den asozialen Medien macht weiterhin völliger Unsinn mit irreführenden Gesundheitsinformationen die Runde, die für Verwirrung sorgen und die Gesundheitskrise weiter verschlimmern. Unermüdlich wiederholt man die Geschichte, COVID 19 wäre von den Medien und der großen Pharmaunternehmen konstruiert worden, um Geschäftsinteressen zu verfolgen und um die Diktatur einzuführen. Natürlich nicht in Chin oder Russland (denn dort wurde bereits die real-existierende Diktatur erfolgreich installiert).
    Diese gezielte Desinformation nicht nur für politische Verwirrungsstiftung, sondern auch für kommerzielle Zwecke genutzt. Von „alternativer Medizin“ Scharlatanerie über völlig überteuerten Nahrungsergänzungsmitteln bis hin zu gefährlichen Medikamenten die ohne Zulassung über das Internet vertrieben werden wird hier alles geboten. Der monatliche Umsatz allein mit Bannerwerbung auf Schwurbelseiten geht in die Hunderttausende (Ein Schelm, der Böses dabei denkt).

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    Verfasst von Pavel | 18. April 2021, 11:54
  2. Sie werden die Angst und die Panik, verbunden mit der alltäglichen Hetze , Ihre
    Coronapolitik ,gegen den Bürger solange aufrecht erhalten, bis die Akzeptanz für eine
    Impfung steigt! Nur DAS ist der Sinn Ihres Vorgehens gegen den Bürger!
    Die hatten nie Unsere Gesundheit auf Ihren Schirm, sondern nur das Gewinnstreben!
    der Parmaindustrie ,in die Diese politischen Hilfsschüler bis über beide Ohren verwickelt
    sind!! Allen voran dieser Sparkassen Angestellte, den man zum Gesundheitsminister
    gekührt hat. Milliarden Gewinne winken und nur das alleine zählt. Wärend man das
    Unwissende ,Folgsame und eingeschüchterte Volk mit getürkten Inzidenz Zahlen klein und
    an der Leine hält, bereiten Diese Volksveräter die Demontage Unseres Grundgesetzes
    vor. Nicht nur Das, sondern die Nachhaltige Vernichtung des Mittelstandes, mit völlig
    Unsinnigen Lockdown;s!
    Der Schaden, den diese Kraturen angerichtet haben, geht mittlerweile in die Milliarden!
    Und Sie machen ungehindert weiter als wenn es das natürlichste der Welt währe!

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    Verfasst von wolfgang fubel | 16. April 2021, 11:22
  3. „Ein positiver PCR-Test ist weder gleichbedeutend mit einer Corona-Erkrankung noch mit Infektiösität. Ein anderer Wert ist entscheidender. In Spanien reagiert die Politik auf diese Erkenntnisse – in Deutschland aber will die Debatte kaum einer führen. “

    https://www.welt.de/debatte/kommentare/article230407507/Ct-Wert-Wir-muessen-die-Ergebnisse-der-PCR-Tests-genauer-auswerten.html

    Fordert die Bundesregierung auf dies zur Kenntnis zu nehmen! Notstandsverordungen haben nur dann Gültigkeit, wenn sie zu einer Linderung der Not führen!

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    Verfasst von Mark | 16. April 2021, 10:19

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