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Ausland, Europa

Warum will die Ukraine Krieg?

von Andrew Korybko – http://oneworld.press

Übersetzung LZ

Die ganze Welt beobachtet mit angehaltenem Atem, um zu sehen, ob es Krieg zwischen der Ukraine und Russland wegen Donbass gehen wird. Wie viele befürchten könnte ein solcher, aufgrund der jüngsten Ereignisse bevorstehen. Ich fragte Anfang dieser Woche, ob die Frage der „Impfstoffe die wirklich treibende Kraft hinter der jüngsten Donbass Destabilisierung“ ist, unter Hinweis auf das große strategische Interesse, dass die USA in der Provokation einer Krise haben, die beispiellosen politischen Druck auf die EU ausüben würde, Russlands Sputnik V nicht zu kaufen, wie das Top-Mitglieder des Westens Berichten zufolge im Moment in Betracht ziehen. Aber auf den vergleichsweise niedrigeren strategischen Ebenen gibt mehr als nur dies Thema .

Die Ukraine will einen Krieg mit Russland aufgrund einer Kombination von innenpolitischen und internationalen Faktoren, einschließlich des Wunsches der herrschenden Elite, von einer Reihe von innenpolitischen Krisen abzulenken. Dazu gehören die Bemühungen, die zunehmend populäre Opposition durch eine Reihe von Hexenjagden auszulöschen, finanzielle Nothilfe aus dem Westen zu erhalten, um die Erholung der angeschlagenen Wirtschaft zu erreichen, und vielleicht für den Westen wichtig genug zu werden, um endlich dringend benötigte Impfstoffe für die Bevölkerung zu erhalten, die ihr bisher aus unerklärlichen Gründen verweigert wurden. Außerdem ist auch der starke Einfluss ultranationalistischer (faschistischer) Milizen nicht zu vernachlässigen.

An der außenpolitischen Front versuchen die USA sicherlich Rußland Ärger zu machen, wie und wo immer sie können. Im gegenwärtigen Kontext könnte ein „Fortsetzungskrieg“ im Donbass Rußland  theoretisch unerwartete finanzielle Kosten aufbürden, neben anderen möglichen Folgen, wie z.B. als Vorwand für weitere Sanktionen gegen Russland zu dienen. Im Großen und Ganzen könnten die USA auch hoffen, dass sie die Optik des Konflikts, den sie wohl zu provozieren versuchen, manipulieren können, um Deutschland unter Druck zu setzen, von seiner Vereinbarung zur Fertigstellung der Nord-Stream-II-Pipeline zurückzutreten, wie weit hergeholt dieses Ergebnis in der Realität auch sein mag.

Die ukrainische politische Elite und ihre ausländischen Gönner wären die einzigen möglichen Nutznießer eines solchen Konflikts, sollte dieser erfolgreich von den USA entfacht werden, aber selbst sie könnten Rückschläge erleiden, falls die ukrainischen Streitkräfte und ihre verbündeten ultranationalistischen (faschistischen) Milizen auf dem Schlachtfeld entscheidend geschlagen werden. Angesichts dieses wahrscheinlichen Szenarios könnte Kiew dringend um Unterstützung durch die NATO bitten, obwohl es unklar ist, ob diese gewährt werden würde, und wenn ja, in welchem Umfang und ob sie ein Mandat hätten, direkt gegen russlandfreundliche Rebellen und vielleicht sogar gegen Russland selbst zu kämpfen, sollte es eingreifen, um seine Grenze und Bürger zu schützen.

Was bisher feststeht, ist, dass die Ukraine den Krieg will. Das zeigen nicht nur die oben genannten Argumente, sondern auch die Forderung ihres Chefunterhändlers für den Donbass, den Veranstaltungsort der Minsker Gespräche von Weißrussland auf einen anderen Ort wie Polen zu verlegen, obwohl letzteres unbestreitbar ein parteiischer Akteur in diesem größeren Konflikt ist. Das bedeutet, dass Kiew nicht daran interessiert ist, eine friedliche Lösung des Bürgerkriegs zu finden, was eigentlich für alle objektiven Beobachter schon seit geraumer Zeit offensichtlich war, denn es war niemand anderes als die ukrainische Regierung selbst, die sich weigerte, die Minsker Vereinbarungen vollständig umzusetzen.

Die russlandfreundlichen Rebellen und der benachbarte gleichnamige Staat, der sie politisch (und einigen fragwürdigen Berichten zufolge auch militärisch) unterstützt, fordern Kiew seit langem auf, dem Donbass den Sonderstatus zu gewähren, dem die ukrainische Regierung zuvor als Ergebnis der Minsker Vereinbarungen zugestimmt hatte. Die USA haben ihren ukrainischen Klienten immer wieder dazu gedrängt, die versprochenen politischen Reformen nicht umzusetzen, um den Status des Landes als Geschwür eines hybriden Krieges an Russlands Grenze zu erhalten, das seine legitimen Sicherheitsinteressen immer weiter bedroht und schließlich in einem strategischen Moment wie dem jetzigen von außen verschlimmert werden könnte.

Das aktuelle Timing der jüngsten von den USA unterstützten ukrainischen Anti-Donbass-Provokationen hängt mit dem angeblich bevorstehenden Erfolg von Russlands „Impfdiplomatie“ mit der EU, der nahen Fertigstellung von Nord Stream II, einer Reihe von innenpolitischen Krisen in der Ukraine, aber auch mit Bidens Aufstieg zur Macht zusammen. Der Präsident und seine Familie haben Berichten zufolge eine Geschichte von korrupten Geschäften mit der Ukraine, was ihnen ein berechtigtes Interesse gibt, die Ukraine militärisch zu unterstützen, mehr als jeder andere US-Führer in einer solchen Situation versprochen hätte. Dies wiederum erhöht die Gefahr für Russland, da Biden das Undenkbare tun könnte, indem er im schlimmsten Fall US-Kampftruppen in die Ostukraine entsendet.

Wie man sieht, will die Ukraine aus eigenem Interesse einen Krieg, aber sie hätte keine realistische Chance, einen solchen zu provozieren, wenn die USA – und speziell die Familie Biden – dies nicht unterstützen würden. Niemand, am allerwenigsten Russland, will, dass in der Ostukraine ein weiterer Konflikt explodiert, aber Moskau wird seine legitimen Sicherheitsinteressen in Bezug auf seine internationale Grenze und die Sicherheit seiner Bürger im Donbass verteidigen, sollte die Situation wirklich bald den Bach runtergehen. Kiew läuft also Gefahr, mit seinem fieberhaften Marsch in Richtung Krieg in ein Wespennest zu stechen, und während die USA und Russland vielleicht nicht aufeinanderprallen, könnte die Ukraine am Ende zusammenbrechen.

http://oneworld.press/?module=articles&action=view&id=1990

 

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