//
du liest...
Inland, Medien

Eskalation in der Ukraine: Desinformation pur von der Lügenbaronin aus dem Moskauer Spiegel-Büro

von Thomas Röper – http://www.anti-spiegel.ru

Wenn Christina Hebel aus dem Moskauer Spiegel-Büro schreiben darf, sind Lügen garantiert. Das Schöne ist, dass sie dabei immer so plump vorgeht, dass die Lügen ganz leicht zu entdecken sind, wie sie ein weiteres Mal bewiesen hat.

Spiegel-Leser kennen Christina Hebel und ihre Lügengeschichten schon. Der bisher dreisteste Fall war, als sie so plump gelogen hat, dass der Spiegel den Artikel einige Stunden, nachdem ich die Lügen aufgedeckt habe, still und heimlich umschreiben musste. Die Details finden Sie hier. Aber auch der neueste Artikel von Frau Hebel ist so gespickt mit Lügen, dass ich gespannt bin, ob der Spiegel auch den umschreibt, nachdem er diesen Artikel von mir gelesen hat.

Die „Analyse“

Unter der Überschrift „Truppenbewegungen in Richtung Ostukraine – Was hat Wladimir Putin vor?“ durfte Frau Hebel die Spiegel-Leser nun mit einer „Analyse“ beglücken. Das fand ich sofort lustig, denn die Dame ist nun wirklich die untalentierteste Schreiberin des Spiegel. Wie kann man ausgerechnet der eine „Analyse“ anvertrauen? Aber gut, schauen wir uns das einmal an.

In den ersten vier Absätzen stimmt Frau Hebel die Spiegel-Leser auf eine russische Aggression ein, indem sie lang und breit über Gerüchte über russische Truppenbewegungen berichtet. Kiew hingegen, so Frau Hebel, sei deswegen ganz besorgt und warne vor einer Eskalation.

Das kann sie nur schreiben, weil die Spiegel-Leser ja nicht wissen, dass Kiew seit der Amtseinführung von US-Präsident Biden den neuen Krieg im Donbass vorbereitet. Ich habe dazu eine Chronologie der Ereignisse seit Anfang Februar geschrieben, in der ich das im Detail aufgezeigt habe, wer das nicht gelesen hat, sollte das zum besseren Verständnis tun, die Chronologie finden Sie hier.

Propaganda-Regel Nummer 1: Einseitig berichten

Dann kommt in dem Artikel von Frau Hebel folgendes:

„Allein in den letzten sieben Tagen starben nach Angaben der ukrainischen Armee drei Soldaten bei Gefechten. Schüsse und Explosionen nahmen in den vergangenen Wochen nach Angaben der Beobachter der OSZE wieder teils massiv zu, wofür sich Kiew und die prorussischen Kämpfer gegenseitig die Schuld geben.“

Frau Hebel berichtet von Verlusten der ukrainischen Streitkräfte. Das klingt so, als würden die Rebellen angreifen. Sie verschweigt dabei, dass mindestens einer der ukrainischen Soldaten gestorben ist, als er versucht hat, sich den Stellungen der Rebellen zu nähern und dabei auf eine Mine getreten ist.

Wichtiger noch: Sie verschweigt, dass auf Seiten der Rebellen durch ukrainischen Beschuss im gleichen Zeitraum Zivilisten, darunter ein 4-jähriges Kind, getötet wurden. Und was weder Frau Hebel, noch der Spiegel je erwähnt haben, ist der letzte Bericht der OSZE über zivile Opfer seit Anfang 2017. Die OSZE berichtet, dass über 70 Prozent der zivilen Opfer auf Seiten der Rebellen getötet wurden, also dem Beschuss der ukrainischen Armee auf Wohngebiete zum Opfer gefallen sind.

Solche Feinheiten würden nur stören, also lässt Frau Hebel sie weg.

Die ewige Lüge über russische Soldaten im Donbass

Dann ergeht Frau Hebel sich in ihrem Artikel in Spekulationen, welche Teile der Ukraine Putin wohl erobern möchte, bevor man bei ihr folgendes lesen kann:

„Nach eigenen Angaben hat Russland bisher keine Truppen vor Ort. In den »Volksrepubliken« kämpfen laut westlichen Militärbeobachtern Tausende moskautreue Söldner unter der Führung von russischen Militärberatern; Recherchen unabhängiger Journalistinnen und Journalisten bestätigen diese Beobachtung.“

Westliche Militärbeobachter? Ich wusste gar nicht, dass der Westen dort Militärbeobachter hat. Das darf er doch gar nicht, denn das Minsker Abkommen verbietet in Punkt 10 ausdrücklich die Anwesenheit von „ausländischen bewaffneten Formationen, Militärtechnik und ebenfalls von Söldnern.“ Die Details des Minsker Abkommens finden Sie hier.

Frau Hebel, wollen Sie uns allen Ernstes sagen, dass der Westen das Minsker Abkommen verletzt, indem er im Donbass Militärbeobachter hat?

Außerdem beruft sich die Dame auf „unabhängige Journalisten.“ Das ist toll, wer sind die denn? Aber ernsthaft: Seit 2014 hat die OSZE Beobachter vor Ort und die OSZE veröffentlicht täglich deren Berichte. Die OSZE hat aber in all den Jahren nie russische Soldaten gemeldet.

Frau Hebel, ist das der Grund, weshalb Sie sich so plump auf andere angebliche „Quellen“ beziehen müssen, dass sie sogar einen Bruch des Minsker Abkommens durch westliche Militärbeobachter einräumen?

Russische Friedenstruppen?

Das ist aber noch gar nichts, danach geht die Fantasie mit Frau Hebel so richtig durch. Sie fabuliert dann von einer angeblichen Idee Moskaus, im Donbass russische Friedenstruppen zu stationieren. Die Idee von Friedenstruppen gab es mal, allerdings ging es nicht um russische Friedenstruppen, sondern um eine Mission von UNO-Friedenstruppen. Das hat die Ukraine aber schon vor Jahren noch unter Präsident Poroschenko abgelehnt.

Frau Hebel schreibt dann:

„Offizielle Truppen wären aber nicht ganz ohne Risiko; Moskau müsste – wie im Minsker Protokoll von 2015 ausgehandelt – einen Grund geltend machen, warum diese »Friedenstruppen« stationiert werden müssen, die russischsprachige Bevölkerung Schutz braucht. Über 440.000 Menschen im Donbass haben bereits russische Pässe erhalten. Dazu müsste der Kreml auf angebliche ukrainische Aggressionen verweisen.“

Die Frau hat eine reiche Fantasie!

Frau Hebel, zu Ihrer Information verlinke ich hier noch einmal den Text des Minsker Abkommens, es besteht nur aus 13 Punkten und ist schnell gelesen. Bitte zeigen Sie mir und auch den Lesern des Anti-Spiegel, in welchem Punkt es Abkommens geregelt ist, dass dort Friedenstruppen stationiert werden können.

Die Frau hat das frei erfunden!

In dem Abkommen steht nichts über Friedenstruppen und erst recht nichts davon, dass Moskau „einen Grund geltend machen“ müsste, „warum diese »Friedenstruppen« stationiert werden müssen.“

Das ist frei erfunden! So sehen „Analysen“ von Frau Hebel im Spiegel aus.

Russland will einen Abnutzungskrieg?

Russland hat – wie jedes andere Land der Welt – keinerlei Interesse an einem Krieg direkt an seinen Grenzen. Daher hat Russland sich über die Waffenruhe, die seit einiger Zeit herrscht und bis zu Bidens Amtseinführung auch weitgehend gehalten hat, sehr gefreut. Frau Hebel behauptet aber:

„Moskau wollte bisher vor allem eines: den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit dem Abnutzungskrieg unter Zugzwang setzen.“

Entschuldigung, aber auch das ist frei erfunden.

Beim letzten Treffen im Normandie-Format im Dezember 2019 war es Selensky, der sich erstens nicht mehr an das Minsker Abkommen halten wollte, und zweitens schon wenige Tage nach dem Treffen sogar die minimalen Kompromisse, die dabei erreicht wurden, wieder in Frage gestellt hat.

Aber ich vergaß, davon weiß der Spiegel-Leser ja nichts, weshalb Frau Hebel im Grunde behaupten kann, was sie will, ohne dass ihre Leser misstrauisch werden.

Wie man Wahrheiten verschleiert

In der Ukraine laufen die Kriegsvorbereitungen nicht nur militärisch, sondern auch politisch. Präsident Selensky hat ohne jede Rechtsgrundlage zuerst die letzten regierungskritischen TV-Sender geschlossen und dann den Oppositionsführer im Parlament, Viktor Medventschuk, enteignet und seine Büros vom Geheimdienst durchsuchen lassen.

Das ist verständlich, denn wer einen im Land unpopulären Krieg plant, der muss kritische Stimmen vorher zum Schweigen bringen. Bei Frau Hebel klingt das jedoch anders:

„Selenskyj hatte zuletzt Vermögen des Oligarchen Wiktor Medwedtschuk einfrieren und drei von ihm kontrollierten TV-Sendern die Sendelizenzen entziehen lassen. Dies dürfte dem Kreml wenig gefallen haben, Medwedtschuk ist Putins Vertrauter in der Ukraine.“

Dass Medventschuk „nebenbei“ der Oppositionsführer im ukrainischen Parlament ist, dass Selensky also gesetzwidrig gegen die gewählte Opposition vorgeht, erfährt der Spiegel-Leser nicht.

Und noch mehr Desinformation

Dass Frau Hebel offensichtlich des Lesens nicht mächtig ist, wenn es um das Minsker Abkommen geht, haben wir schon gesehen. Und sie zeigt das in ihrem Artikel noch einmal, wenn sie schreibt:

„Russland fordert von Selenskyj Zugeständnisse, insbesondere einen Sonderstatus für die Regionen Donezk und Luhansk, den der ukrainische Präsident so nicht bereit ist zu garantieren. Selenskyjs Zustimmungswerte sind gefallen, er steht unter Druck der Nationalisten. Diese würden niemals direkte Gespräche Kiews mit den moskaugetreuen Separatistenführer akzeptieren, auf die Putins jetziger Ukraineberater Dmitrij Kosak so beharrt.“

Das klingt so richtig böse, was die Russen da alles fordern, oder? Schauen wir uns das mal an.

Wir erfahren, dass die Russen „einen Sonderstatus für die Regionen Donezk und Luhansk“ fordern, den Selensky nicht bereit ist zu garantieren. Gut, dass wir das Minsker Abkommen zur Hand haben (dass ich hier noch einmal verlinke) und nachschauen können. Und Überraschung: In Punkt 11 des Abkommens hat sich die Ukraine verpflichtet, den Gebieten genau diesen Sonderstatus in der Verfassung zu garantieren, und zwar schon Ende 2015.

Aber „der ukrainische Präsident“ ist nicht bereit, das zu garantieren, schreibt Frau Hebel.

Frau Hebel, warum sagen Sie den Spiegel-Lesern nicht, dass Kiew das Minsker Abkommen bis heute nicht umsetzt? Und zwar nicht einen einzigen der zehn Punkte, die Kiew schon 2015 umsetzen sollte?

Weiter erfahren wir, dass die Russen so sehr auf direkt Gespräche Kiews mit den Rebellen beharren, die Selensky aber nicht zu führen bereit ist. Gut, dass wir das Minsker Abkommen zur Hand haben und nachschauen können. Und wieder Überraschung: In Punkt 4 des Abkommens hat sich Kiew verpflichtet, sofort (also im Februar 2015) „den Dialog“ mit den Rebellen aufzunehmen, um über die Details von Wahlen und den darauf folgenden Schritten zum Frieden zu verhandeln.

Frau Hebel, warum formulieren Sie es so, dass es wie russische Unverschämtheiten klingt, wenn Russland nichts weiter tut, als die Umsetzung des Minsker Abkommens zu fordern?

Hanebüchener Blödsinn zum Schluss

Frau Hebel kommt dann noch zu US-Präsident Biden und schreibt:

„Moskau dürfte nun nicht nur darauf setzen, Selenskyj weiter zu zermürben und unter Druck zu setzen. Der Kreml testet auch US-Präsident Joe Biden, prüft, wie weit Russland gehen kann, wie sehr der neue amerikanische Präsident bereit ist, sich selbst in Gespräche über den Ukrainekonflikt auch mit Moskau einzubringen.“

Die Lage in der Ukraine ist auch so schon kompliziert genug. Russland hat ganz sicher gar kein Interesse, dass die USA ihre Nase noch tiefer in den Konflikt stecken, als sie ohnehin schon drin steckt. Es ist im Gegenteil so, dass die Ukraine immer wieder fordert, die USA sollten in das Normandie-Format aufgenommen werden, das bisher aus Deutschland, Frankreich, Russland und der Ukraine besteht.

Russland hat daran kein Interesse, zumal das ja auch nichts bringen würde, wenn Kiew sich nie an getroffene Vereinbarungen hält. Auch nicht an das Minsker Abkommen, wie uns Frau Hebel freundlicherweise in ihrem Artikel bestätigt hat.

Ich muss sagen, Frau Hebel ist meine liebste Spiegel-Redakteurin, denn ihre Artikel sind immer so entsetzlich plump und dumm, dass es eine wahre Freude ist, sie im Vorbeigehen gleich mehrerer Lügen und Desinformation zu überführen. Aber obwohl ihre Artikel so primitiv sind, funktionieren sie, denn kein Spiegel-Leser hat je das Minsker Abkommen gelesen, weshalb Frau Hebel nach Lust und Laune lügen kann, ohne dass ihre Leser es bemerken.

Frau Hebels Artikel sind der lebende Beweis:

Spiegel-Leser wissen weniger!

Desinformation pur von der Lügenbaronin aus dem Moskauer Spiegel-Büro

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Eskalation in der Ukraine: Desinformation pur von der Lügenbaronin aus dem Moskauer Spiegel-Büro

  1. Danke, Herr Röper. Ja, jeder sollte sich alternativ informieren. Dabei ist der Spiegel nicht allein mit seiner Kriegsrethorik. Wer die FAZ liest, bekommt jeden Tag einen Artikel über die bösen Russen serviert. Grundnahrungsmittel halt. Deutschland im Konfliktmodus.

    Gefällt mir

    Verfasst von Pepe | 8. April 2021, 12:45

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Archiv

%d Bloggern gefällt das: