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Ausland, Europa

Donbass: Ukrainische Offensive wird für Mai erwartet

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru/

Die Ereignisse in der Ukraine spielen in deutschen Medien keine Rolle, dabei macht das Land derzeit radikale Veränderungen durch, außerdem nimmt der Beschuss im Donbass wieder zu und alles deutet auf eine bevorstehende ukrainische Offensive hin. Die soll für deutsche Leser anscheinend völlig überraschend kommen.

Ich habe in den letzten Wochen immer wieder über Zementierung der Diktatur in der Ukraine berichtet, wo der ehemalige Comedian Selensky sich inzwischen über die eigenen Gesetze hinwegsetzt und alle „Vorschläge“ des Sicherheitsrates des Landes umsetzt. So wurden ohne Gerichtsbeschluss einfach „Sanktionen“ gegen die letzten regierungskritischen Fernsehsender verhängt und die Sender wurden verboten, oder es wurden „Sanktionen“ gegen des Oppositionsführer im Parlament verhängt und sein gesamtes Vermögen ohne Gerichtsurteil eingefroren. Dass darüber hinaus hunderte Internetseiten gesperrt wurden, ist da fast schon eine Randnotiz.

Diese härtere Gangart in der Ukraine hat unmittelbar nach der Amtseinführung von US-Präsident Biden begonnen, offenbar hat der seine alten Ukraine-Kontakte wieder aktiviert, denn im Sicherheitsrat der Ukraine sitzen weitgehend noch die Leute von Poroschenko und Selensky ist längst auf Linie gebracht worden. Dazu passt, dass auch Selenskys Förderer, der Oligarch Kolomoisky, der Selenskys Wahlsieg erst möglich gemacht hat, gerade unter US-Sanktionen gestellt wurde. Biden übernimmt wieder das Ruder in der Ukraine und die Sanktionen dürften eine klare Warnung an Kolomoisky sein, keine eigenen Ideen zu entwickeln.

Seit Bidens Amtseinführung hat auch der Artilleriebeschuss im Donbass zugenommen, wie man in den Berichten der OSZE-Beobachter lesen kann. Außerdem gibt es Meldungen über Waffentransporte der ukrainischen Armee an die Kontaktlinie. Und die Biden-Regierung hat unmittelbar nach Amtsantritt neue Waffenlieferungen an die Ukraine angekündigt. Dass die ukrainische Regierung schon lange davon spricht, dass sie das Minsker Abkommen nicht mehr umsetzen will, kommt hinzu. Die westlichen Länder scheinen die Ukraine dabei inzwischen hinter den Kulissen zu unterstützen. All das lässt ein baldiges Aufflammen der Kämpfe erwarten.

Dabei ist die Ukraine ist praktisch pleite und kann sich nicht einmal Corona-Impfstoffe leisten, sie wartet wie ein Land der dritten Welt auf Lieferungen aus dem internationalen Hilfsprogramm COVAX und verimpft vereinzelt indische Impfstoffe, die in kaum einem Land der Welt verwendet werden. Angebote aus Russland, Sputnik-V in Lizenz für die eigene Bevölkerung zu produzieren, hat die ukrainische Regierung hingegen brüsk zurückgewiesen.

Das russische Fernsehen warnt schon seit einiger Zeit vor einer bevorstehenden ukrainischen Offensive im Frühjahr. Die westlichen Medien hingegen schweigen dazu hartnäckig. Auch ein Bericht der OSZE, der belegt hat, dass 75 Prozent der zivilen Opfer in dem Krieg auf das Konto der ukrainischen Armee gehen, wurde im Westen verschwiegen.

Ich werde in den nächsten Tagen wieder eine Zusammenfassung über die Lage in der Ukraine schreiben. Hier will ich einen Bericht des russischen Fernsehens aus der Sendung „Nachrichten der Woche“ vom Sonntag übersetzen, in dem eine Offensive der Ukraine für Mai prognostiziert wird. Wir können also in zwei Monaten überprüfen, ob die Vorhersage der Wahrheit entspricht.

Beginn der Übersetzung:

Ein kleiner siegreicher Krieg. Diese politische Technik wird seit langem von Politikern auf der ganzen Welt genutzt, deren Positionen in ihrem eigenen Land geschwächt ist. Der ukrainische Präsident ist genau in dieser Lage. Die Umfragewerte ist schlecht. Unter diesen Bedingungen erklärt auch er einen kleinen Krieg und gewinnt ihn sofort. Es war der Krieg gegen seine Brustbehaarung. Ich verstehe nicht, warum der Südländer sich für die Behaarung schämt, aber er hat gegen sie gekämpft. Und man kann ihm schon zu seinem Sieg gratulieren.

Von seinem Beruf als Komiker kann er nicht lassen. Sogar seine öffentliche Impfung geriet zu einem Zirkus. Das dankbare Publikum lachte lange. Erstens hat niemand verstanden, wozu er sich zur Impfung so komplett ausziehen musste. Ein Stich in die Schulter macht das jedenfalls nicht nötig. Zweitens rätselt das Publikum nun, wie der junge Mann sich seine schwarzen Haare von der Brust entfernt hat: Elektroepilation, Shugaring, Wachs oder vielleicht ein Laser oder ein gewöhnlicher Rasierer? Drittens: Warum lässt sich jemand impfen, der vor kurzem an Covid erkrankt war? Wenn es um den Nachweis Wirksamkeit der indischen Generika geht, die in Europa niemand verwendet, hätte er vor und nach der Impfung einen Antikörpertest machen müssen. Aber so war das sinnlos. Es war nur eine Show. Witzbolde behaupten, dass ihm nur Vitamine injiziert wurden.

Aber trotz allen Posierens war das nicht lustig. Er hat sich an vorderster Front im Donbass impfen lassen. Um die Moral dort zu erhöhen. Unmittelbar nach der Injektion intensivierte sich der Beschuss durch die ukrainischen Streitkräfte. Die Nachrichtenagentur „Donezk“ berichtete unter Berufung auf die Volkspolizei der Republik von drei Opfern: „Durch feindlichen Beschuss wurden drei Verteidiger unserer Republik tödlich verwundet. Wir sprechen den Familien und Freunden der gefallenen Soldaten unser aufrichtiges Beileid aus.“

Inzwischen schreckt die ukrainische Armee nicht mehr davor zurück, den Donbass regelmäßig mit großkalibrigen Mörsern und Grad-Raketenwerfern zu beschießen. Und die Intensität des Beschusses hat so stark zugenommen, dass wir von einer neuen Qualität sprechen können, mit der sich die Ukraine auf die Offensive vorbereitet.

Nachts werden schwere Waffen von Eisenbahnstrecken an die vorderen Linien gebracht. Der Sprecher der Donezker Republik, Daniil Bessonov, sagte: „In der Regel finden die Rotationen und die damit verbundene Verlegung militärischer Ausrüstung bei Tageslicht statt und werden nicht versteckt. Jetzt versucht der Feind, seine Truppen heimlich nachts zu bewegen. In den letzten drei Nächten fuhren allein sechs Züge mit Panzern und Artilleriesystemen durch Konstantinowka. Darüber hinaus werden aktiv Vorräte an Kraftstoffen, Schmierstoffen und Munition ausgebaut. Sogar die Kraftstoffkäufe aus Weißrussland haben in den letzten drei Monaten um ein Vielfaches zugenommen.“

Gleichzeitig hören wir von Leonid Krawtschuk, dem Leiter der ukrainischen Delegation in der Trilateralen Kontaktgruppe für den Donbass, eine offene einseitige Ablehnung des Minsker Abkommens und vom Übergang zu „radikalen Schritten“. Krawtschuk sagte, dass „die Situation in einer Sackgasse steckt und dass man sie nur durch radikale Schritte herausholen kann.“ Und seine Empfehlungen an Kiew lauten: „Wir werden darum bitten, nicht auf der Grundlage der bereits bestehenden Abkommen zu handeln, sondern nach anderen Abkommen zu suchen, das heißt, diese Schritte zu unternehmen. Erstens erkennen wir an, dass sich die Situation in einer Sackgasse befindet und dass diese Situation auf der Grundlage neuer Ansätze und Dokumente geändert werden muss, die wir auf der Grundlage dieser Ansätze schließen müssen, dabei müssen wir vorankommen. Das ist ein sehr radikaler Schritt.“

Selensky bereitet sich seinerseits ebenfalls auf den Krieg vor. Mit diktatorischen Methoden schließt er oppositionelle Fernsehsender, verkündet harte Sanktionen gegen seine politischen Gegner im Land und treibt das Gesetz zur Mobilisierung von Reservisten mit Kampferfahrung eilig innerhalb von 24 Stunden voran. Wenn wir zu diesem Bild noch die Aussage des Oberbefehlshabers der ukrainischen Streitkräfte, Ruslan Khomchak, über die Ausarbeitung von Offensivaktionen in städtischen Gebieten hinzufügen, ist das bedrohliche Mosaik komplett.

Und noch ein wesentliches Element. Was ist ein Krieg ohne Agitation und Propaganda gegen die Truppen und die Bevölkerung des Feindes? Am 1. März begann der ukrainische Propaganda-TV-Sender „Dom“ (Haus) mit der Ausstrahlung über Astra. Entlang der Kontaktlinie im Donbass wurde die Anzahl der analogen und digitalen Sender erhöht. Ein ukrainischer TV-Sender auf Russisch. (Anm. Übers.: Das ist deshalb bemerkenswert, weil in der Ukraine selbst längst Fernsehsender, die auf Russisch gesendet haben, verboten wurden) In der Beschreibung seines YouTube-Kanals wird die Aufgabe des Senders wie folgt formuliert: „Den Bürgern, die in den vorübergehend besetzten Gebieten leben, die politische, kulturelle und gesellschaftliche Agenda näher bringen und bei ihnen die Idee der Unvermeidlichkeit ihrer baldigen Rückkehr unter ukrainische Herrschaft und Rechtsprechung bekräftigen.“

Noch gibt es wenig Inhalte auf dem TV-Kanal: die Glückseligkeit in der Ukraine in den Nachrichten und viele vulgäre Serien, aber der Sendebetrieb ist bereits im Gange. Sie werden den Druck verstärken.

Das ist das Bild einer Vorbereitung und Provokation eines Krieges durch die Ukraine im Donbass. Die Amerikaner sind bereit mitzuspielen. Pentagon-Sprecher John Kirby sagte, die Ukraine werde mit 125 Millionen Dollar an militärischer Hilfe versorgt, wozu auch „die Ausbildung, Bewaffnung und zu Beratung der Ukraine gehört, um sich besser gegen die russische Aggression zu verteidigen“.

So viel zu dem Thema. Wir enden damit, dass die ukrainische Offensive im Donbass für Mai erwartet wird, nach der Frühlings-Trockenheit, wenn die unbefestigten Straßen getrocknet sind. Unterdessen hat die Donezker Armee seit Mittwoch die feuernden Artilleriestellungen der ukrainischen Streitkräfte ins Ziel genommen. Die Entscheidung, sie zu vernichten, wird durch die Tatsache diktiert, dass die ukrainische Seite de facto völlig aufgehört hat, den Waffenstillstand einzuhalten, und dass Verhandlungen und Überzeugungsarbeit nicht funktionieren. So warten wir auf den Frühling.

Ende der Übersetzung

Donbass: Ukrainische Offensive wird für Mai erwartet

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Donbass: Ukrainische Offensive wird für Mai erwartet

  1. Aha, und daher erzählt man uns heute schon dass der Russe die Ukraine angreift, und Europa und die USA der Ukraine sofort zur Seite steht, gell? Die Blödheit lässt schwer Grüßen, gell?

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    Verfasst von reinertiroch | 11. April 2021, 17:43

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