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Kultur

Design und Nachhaltigkeit – Wenn sich Politiker Gedanken zur Kunst machen.

von Dietmar Spengler

In der Regel widerstrebt es mir, Blätter wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung in die Hand zu nehmen, doch ab und zu flattert sie mir ins Haus. Dann schlage ich sie auf, bevor sie den Küchenabfall aufnimmt.

Im Herbst vergangenen Jahres hatte sich der neue homo politicus – pardon, die weibliche Variante gab es bei den Lateinern noch nicht – über die zentrale Bedeutung von Design, Architektur und Stadtplanung ausgelassen (FAZ, 17.10.20). Keine geringere als die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen – Ministerpräsidententochter, durch ihren Angetrauten geadelt, Mutter von sieben Kindern, Mehrfachministerin in der Regierung Merkel – plant eine „neue europäische Bauhaus-Bewegung“ für einen städtebaulichen Wandel in Europa. Nun hat sie in einem Gastbeitrag der Internet-Ausgabe der FAZ (21.02.21) ihre Vorstellungen präzisiert. Ein überschwänglicher Pressespiegel, wie sollte es anders sein, applaudiert!

Wovon ist die Rede? Es sollen „kluge und attraktive Antworten“ entwickelt werden, um eine „Brücke zwischen der Welt der Wissenschaft und Technologie und der Welt der Kunst und Kultur“ zu schlagen. Vorbild soll die historische Bauhaus-Bewegung sein, die, wie die Präsidentin weiß, mit ihren Architekturen, Stoffen, Textilien, Mustern, Kunstwerken und Gemälden „den sozialen und wirtschaftlichen Übergang zur Industriegesellschaft und ins 20. Jahrhundert“ gewährleistete. Als Motor dieses Projekts propagiert von der Leyen den Europäischen Green Deal (bis 2050 klimaneutrale EU), eine mit Kreativität und Innovation gepaarte „neue Wachstumsstrategie“. Und als Ergebnis verheißt sie „lebenswerten Wohnraum für die wachsende Zahl an Menschen“ und Schutz von Klima und Umwelt. Dem Neuen Europäischen Bauhaus kommt dabei die Rolle zu, „den grünen Wandel (mittels Designs und Ästhetik) erfahrbar und begreifbar“ zu machen: „Wir wollen Schönheit und Nachhaltigkeit miteinander in Einklang bringen“, so die Erzählerin.

„We are preparing the post-COVID world“ (von der Leyen)

Ein Hammerprogramm, so unverständlich wie unausführbar. Der heroische Akt einer Weltverbesserung oder gar -rettung? Spät, zu spät, schwant es dem nachdenklichen Leser! Schon gar nicht mit den Neunzehnhundertzwanzigern, die ästhetischen Individualismus predigten und nur bedingt als Movens der Moderne anzusehen sind. Dazu war das Bauhaus-Konzept zu disparat. Die Zukunft gehörte u.a. dem Art Déco, der Monumentalarchitektur, der totalitären Ästhetik, darauf der klassischen Moderne, der Postmoderne. Da wird ein Mythos aktiviert, der Fragen über Fragen aufwirft. Zuvörderst die Illusion, dass durch Gestaltung eine humane Umwelt hergestellt und mittels Kultur der Klimakollaps verhindert werden könne. Nicht zuletzt wird die Unvereinbarkeit von kapitalistischem Profitinteresse und humanistischer Gesellschaftsordnung (sozialverträglichem Bauen) negiert.

Wie geht das zusammen? Ein Avantgarde-Projekt, zu dem sich seit 1919 die progressivsten Geister der deutschen Kunstszene unter Leitung von Walter Gropius in Weimar (ab 1926 in Dessau) zusammenfanden, um mit der Vereinigung von Handwerk und Kunst die verschiedenen Bereiche der bildenden, angewandten und darstellenden Kunst zu einer stilistischen Einheit zusammenzuführen. Mit der neuen Formensprache sollte eine neue, bessere Welt gestaltet werden. Was damals schon nicht gelang, soll heute – garniert mit einer ökologischen Gesellschaftsreform – neu aufgelegt werden!

Und welche Zielgruppen sollten damit angesprochen werden? Geht es darum, den 446 Millionen Europäer designte Eigenheime bereitzustellen? Die Festung Europa zu schmücken mit Van der Velde– und Gropius–Architekturen? Die Bauindustrie würde frohlocken, der Kontinent zugepflastert. Der „Green Deal“ wäre geplatzt und der Traum von den Kartoffeln aus der Region wäre dahin. Wahrscheinlich hat Frau Präsidentin als vormalige Vaterlands-Verteidigerin („Flinten-Uschi“) in größeren Dimensionen gedacht, dabei den Seebadkomplex von Prora (‚Kraft durch Freude‘) ins Visier genommen. Spekulatius hin, Spekulatius her, am Ende bleibt es ihr Geheimnis, welcher Schöngeist sie dabei geritten hat.

Just in Zeiten des akuten Notstands – wo die Pandemie Millionen arbeitslos macht, kaum kein Staatshaushalt über den Kragen verschuldet ist und nach frisierter offizieller Statistik 22,4 % der EU-Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind, träumt ‚Röschen‘ (Spitzname ihrer Brüder) von designten Wohnlandschaften mit Ökogarantie. Mit einem Bruttojahresgehalt von mindestens 322.800 Euro (Merkur 02.06.2020 https://www.merkur.de › Leben › Geld) und lukrativen Vergütungen aus vorgängigen Diensten und Aufsichtsratsämtern sowie einem geschätzten Vermögen von 3 Millionen Euro (Online FOCUS, 01.02.21) lässt sich leicht mit utopischen Vokabeln jonglieren.

Übrigens war das Bauhaus mit seinem Lehrerkollektiv Johannes Itten, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Anni Albers, László Moholy-Nagy, Oskar Schlemmer u.a. eine rein gestalterische Bewegung, die noch heute kreatives Denken, Möbeldesign und Stadtbilder weltweit beeinflusst. Mit Bauhaus verbindet man heute die Luxusbungalows in Krefeld, die Bauhaussiedlung in Dessau, lichtdurchflutete Fabrikhallen, diverse Stahlrohrmöbel, Küchengeräte, Gegenstände des täglichen Gebrauchs – nüchtern, schnörkellos, reduziert. Die Objekte sollten einfach, schön, funktional und „für alle zugänglich sein“. Und hier liegt der Hase im Pfeffer begraben!

Ein Blick in den Wikipedia-Artikel hätte der Dame einige Häme erspart, denn wie, sagt sich der Design-Fan, möchte die Adelsfrau dies bewerkstelligen? Dass sie sich kümmert, hat sie bereits als Familienministerin bewiesen, indem sie dafür sorgte, dass die Deutschen nicht aussterben. Und als Ministerin der Armee hat sie diese durch Berateraffäre und Waffenbeschaffungsskandal ins friedliche Fahrwasser gesteuert. Damit Europa bis 2050 „der erste klimaneutrale Kontinent“ werden kann, sollen Architekten, Künstler und Ingenieure zusammenarbeiten, Nachhaltigkeit mit Design verbinden – und zugleich für alle Europäer finanzierbaren Lebensraum schaffen? Soll das ‚New Bauhaus‘ industrialisierte Wohnungsbauten für Menschen aus ärmeren sozialen Schichten entwickeln, wie es der traditionelle Vorläufer projektierte? So weit wird es wohl nicht kommen, denn von der Leyens Projekt ist keine Umverteilungsaktion von oben nach unten. Eher ist zu befürchten, dass den Letzteren die Daumenschrauben wieder einmal um eine Runde mehr angezogen werden.

„Kunst und Kultur sind wie Lebensmittel“ (Frank-Walter Steinmeier)

Politiker begeben sich gerne in die Nähe der „ewigen“ Kunst. Einer, der dies mit Genuss zelebrierte, war der ehemalige Bundeskanzler Schröder. Dieser als „Vernissagen-Kanzler“ (SZ) verschriene Angeber und Phrasendrescher, der mit Nieten wie Lüpertz und Immendorf im Duz-Jargon verkehrte und am liebsten selbst Künstler geworden wäre (Chrismon, 10.11.2014), unterzeichnete unter dem „Stürzenden Adler“ von Baselitz die Hartz IV – Sanktionen und exekutierte soziale Errungenschaften. Per Dekret holte er Lüpertz krude geformte „Philosophin“ ins Kanzleramt und ließ sich vom Pinsler, der im Hotel mit Prostituierten und einer Prise Koks ertappt wurde, noch während der Amtszeit mit Goldfarbe im Nimbus porträtieren. Dagegen zeigt sich ‚Mutti‘ keineswegs kunstaffin, begegnet den Bildern eher misstrauisch, verbannte den Emil Nolde aus ihrem Kanzlerinnen-Büro ins Depot. Man darf gespannt sein, ob das ‚Raute‘-Markenzeichen sich in die Kanzler-Galerie einschleicht.

Die Reihe der kunstaffinen Staatslenker ist lang: Der Alte mokierte sich über Mona Lisas „dämliche Grinsen“. Willy Brandt hatte es mit Christos Verhüllungskünste gehabt. Helmut Schmidt bewies Geschmack, indem er einen Staatsmaler der DDR, Bernhard Heisig beauftragte, sein Kanzlerporträt zu malen. Helmut Kohl gibt’s für 35 Euro als Büste in Gold bei ebay. Pastoraler ging es bei den Präsidenten zu: Altpräsident Walter Scheel bleibt der Fangemeinde als silberlockiger Sänger von „Hoch auf dem gelben Wagen“ in Erinnerung. Als „eine sehr nachdenkliche, nach innen gewandte“ Kunst kommentierte Roman Herzog das Unkraut zwischen den documenta X – Gleisen des Lois Weinberger. Bundespräsident a.D. Horst Köhler ließ sich in der Nachfolge von Heuss und Scheel immerhin zum „Ehrenpräsident des Deutschen Künstlerbundes“ küren und dessen Nachfolger Christian Wulff ging unter die Sänger als Präsidenten des Deutschen Chorverbandes. „Um tiefer in die Dinge hineinzukommen und uns selber zu entdecken“ brauchen wir die Kunst, schwadronierte schließlich der präsidiale Pastor Joachim Gauck anlässlich der documenta 2012. Und bei Steinmeier im Bellevue, der Kunst zum Frühstück konsumiert, dominiert Klassizismus und Romantik.

Kunst im lockdown

Jüngst hantierte Monika Grütters, ihres Zeichens Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, mit ihrem Kunstmanagement in der Corona-Krise äußerst unglücklich. Mit Absichtserklärungen, Versprechen und Ankündigungen speiste die „Schönwetterministerin“, die gerne Preise verleiht und Vernissagen besucht, ihr Klientel ab. Die groß angekündigten Finanzhilfen für den Kunstbetrieb kommen zu spärlich und zu spät, während die industriellen Virenschleudern mit Milliardengaben gratifiziert werden und Millionen in korrupten Kanälen versenkt werden. Die bisher bereits prekär arbeitenden Kulturschaffenden sind gezwungen, Sozialhilfe und Hartz IV zu beantragen. Ob sie jemals in geregelte Arbeitsverhältnisse zurückkehren können, steht in den Sternen. Museale Einrichtungen, genuine Bildungsorte, werden coronamäßig dem Phantasialand zugeschlagen und dementsprechend verklaustert. Obwohl Museen und Konzertsäle bestens vorbereitet und nachweislich ansteckungsresistent sind, kann oder will die Dame nicht einsehen, dass ein Kunstmuseum kein Musikantenstadl ist.

Die TU Berlin hat herausgefunden, dass ein Supermarkteinkauf doppelt und der Restaurantbesuch fast fünfmal so gefährlich ist wie der Gang in ein mäßig ausgelastetes Theater oder eine Museumsgalerie. Stattdessen denkt die Politik daran, Baumärkte, Muckibuden und Nagelstudios zu öffnen und schielt bereits nach der Schweinshaxe bei Köbes!

Dass sich Politiker mit der Kunst schwertun, hat deutsche Tradition. Schon Friedrich Schiller pochte auf das Widerstandsrecht der Kunst und musste den Tyrannen fliehen. Von der „Entarteten Kunst“ und der Museumspolitik bis Anno 45 gar nicht zu reden. Noch 1976 wurden Plakate von Klaus Staeck in einer Ausstellung der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft (DPG) in Bonn entfernt und die kunstfeindlichen Strömungen in der Alternative für Deutschland sind sattsam bekannt (SZ vom 28.08.2019/tmh/biaz). Da kann man der Freifrau nur wünschen, dass es ihr gelingt, Design und Nachhaltigkeit zumindest als Programm miteinander in Einklang zu bringen und sie auf ihre Frage, „wie modernes Leben im Einklang mit der Natur aussehen könne“, eine Antwort bekommt. Der Finanzmarkt jedenfalls wird’s ihr danken.

 

 

 

 

 

 

 

Diskussionen

3 Gedanken zu “Design und Nachhaltigkeit – Wenn sich Politiker Gedanken zur Kunst machen.

  1. War ein ziemlich subversiver Typ, der Immendorf. Auch wenn zum Schluß, zu seinem Ende hin… . Doch wer schon mag es einem Todgeweihten groß verdenken, wenn der sein viel zu vieles Klötergeld mit Koks und Wein, Weib und Gesang verjubelt (ganz römisch unkatholisch übrigens — von Kindern war niemals die Rede). Jenes Bild jedoch, nein-nein, das ist kein gold’nes, sondern ein goldGELACKTes Kanzlerhaupt. Um es herum zudem ’ne ganze Horde unlackierter rotrostigbrauner kleiner Affen. Und am Bildrand dann ein schwarzgemalter kleiner Mann mit, in Höhe des unt’ren Rückens, glatt gebroch’nem Kreuze. An wen – Har..-Har..-Har.. – denken wir da bloß!?

    Nicht lang vor seinem Tode wurde Immendorf interviewt und hat sich nicht mehr auf die Zunge gebissen: Ja, stimmt, er sei mal Kanzlerfreund gewesen. BEVOR jenes Bild entstand. Und er habe den Gelackmeierten vor Auftragserteilung sogar vom Entwurf in Kenntnis gesetzt. Gold und Affen sicherlich. Aber kleiner schwarzer Mann? Vielleicht sogar das. Doch der goldgelackte, vom großen Kapital gefreite kleine Mann hoch auf dem Kanzlerrosse namens Eitelkeit… . Jedenfalls ist Immendorf zu glauben, weil — Kinder und Sterbenskranke reden immer die Wahrheit.

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    Verfasst von No_NWO | 7. März 2021, 3:06
  2. John Ruskin (1819-1900) und seine Künstlergruppe, die „Präraphaeliten“, waren die Pioniere eines mit zunehmend maschinisierter Herstellung kompatiblen einheitlichen Industriedesigns für den Massenkonsumenten. Damals hatten historisch erstmals weite technologische Sprünge eines sich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zur Reife entwickelnden Monopolkapitals den tendentiellen Fall der Profitrate, welchen Marx im Liberalismus noch als „eher schleichend“ apostrophiert hatte, in einen solchen Galopp versetzt, daß die sich ergeben müssende chronische Profitkrise in den zivilisatorischen Abgrund des Imperialismus hineinzwang. In welchem die Menschheit seit Beginn des 20. Jahrhunderts nun immer noch tiefer versinkt.

    Je schlechter die Aussichten, um so lauter das Schöne-Zukunft-Geschrei der Fassadenmaler des Großkapitals. Entsprechend protzte auch das nach dem WK I die Bühne der Kunstgeschichte neu betretende Bauhaus-Design mit Zukunft. Und war doch nur Menetekel eines Absturzes in die Tiefen von Blut und Boden.

    Und nun??? Nun soll es ganz hinein in den blutig-schlammigen Untergrund des Kapitals gehen, hinab zum Grünen Handel der EU, zum «Green Deal». Wieder lautes Geschrei: „Zukunft! Zukunft! Zukunft!“ Bei Lichte besehen eine unausweichlich eugenische Zukunft, ein in nazifaschistischer Tradition stehendes Projekt eines sich nun als „transhumanistisch“ verkleidenden Kapitals.

    Das laute Tönen der Frau von der Leyen vom „großzügigen Wohnraum für eine wachsende Bevölkerung“ ist die bisher wohl dreistete Umschreibung für das digitale KZ namens «Smart Cities». Denn wisse: Eugenik ist nicht Vermehrung, sondern Verbesserung des Arbeitssklaven. Nicht alle, sondern nur die Guten kommen ins Töpfchen. In der vom Kapital exakt benötigten Zahl. Man ist doch nicht irgendwer: I take only the best! (…and you may have all the rest.)

    https://unlimitedhangout.com/2021/02/investigative-reports/schwab-family-values/

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    Verfasst von No_NWO | 7. März 2021, 0:36
    • Zur Rolle uniformen Designs von Warenwelt und Städtebau ==> Das mit John Ruskin und den Präraphaeliten im 19. Jahrhundert neu aufkommende einheitliche Design von Warenwelt, Architektur und Städtebau schuf erstmals ein weitgehend uniformes Aussehen der menschlichen Alltagswelten. Da künstlerisch bzw. künstlich geschaffen, kündet jenes sichtbar allesübergreifende Uniforme von einer unsichtbaren bzw. abstrakten bzw. nicht mehr persönlichen allesübergreifenden neuen Zentralgewalt. Papst, Kaiser, König, Fürst, Leibherr wurden von etwas Ungegenständlichem abgelöst. Welches sich annähernd als eine Art Rechenmaschine mit Namen «Das Kapital» vorstellt, deren Handlungsanweisungen von anonymen grauen Damen und Herren überbracht werden. (Um so komischer der Ernst der Personenkulte um die Politdarsteller auf den televisionären Showbühnen.)

      Es ließe sich sagen, die Gesellschaften insgesamt seien von dem im 19. Jahrhundert an die politische Macht gelangten industriekapitalistischen Bürgertum erstmals auf weitreichende Uniformität hin ausgerichtet worden. Ein solches rundherum sichtbares Gesellschafts-Design ist eigentlich ein «Great Reset». Dessen technisches Rückgrat wurde mit der Installation flächendeckender nationaler Staatsverwaltungen aufgerichtet. Was letzteres mit einem bis ins kleinste Detail uniformen nationalen Schulwesen begonnen hat. (Wird in die lz-Suchmaske das französische Wort Ensaignement eingegeben, führt dies auf einen umfangreichen 9-teiligen deutschsprachigen Beitrag, welcher das französische Schulwesen als innersten administrativen Kern nationalstaatlicher technokratischer Machtentfaltung aufweist.

      Ein aktuell anlaufender neuerlicher Great Reset ist programmatisch als Green Deal oder auch als UN-Agenda 2030 gegeben. Es haben jene faktisch identischen zwei Programme alloffensichtlich eugenische wie auch genozidale Potentiale. Die jeweiligen nationalstaatlichen Verwaltungen werden aufgelöst und von einer supranationalen bzw. globalstaatlichen ersetzt. Was nichts anderes als eine Perfektionierung der gesellschaftlichen Uniformisierung bzw. der technokratisch-totalitären Unterwerfung des Menschen unter das Kapital darstellt. Haben Menschen sich doch den Arbeitskraftbedarfen des Kapitals zu unterwerfen, welche sich mit technologischen Veränderungen immer wieder neu ergeben und nun nach einer Arbeitskraft verlangen, die ihre Bindungen an Menschen, Gemeinschaften, Orte, Traditionen sowie ihre individuellen Neigungen und Ethiken zunehmend aufzugeben bereit ist — die eugenischen und genozidalen Politiken keinen Widerstand leistet.

      Weswegen das Kapital entsprechend dienliche militärische und digitale, wie auch sogenannt „transhumanistische“ Herrschaftstechnologien entwickelt hat. Und zwar pharmazeutisch sowie genetisch oder neurologisch manipulierende bzw. modifizierende Technologien, welche Menschen auf technisch-maschinellen Wegen zu kommandieren, steuern, kontrollieren und zu bestrafen vermögen. Was Menschen auf eine neue Art verwaltet bzw. kommandiert.

      (Siehe hierzu auch «Überwachen und Strafen» von Michel Foucault, welcher die mit dem ersten Great Reset des Kapitals im 19. Jahrhundert installierten administrativen Herrschaftstechnologien als etwas beschreibt, das die Lebensvollzüge der Menschen unter eine „panoptische“ Ordnung des Sichtbaren stellt. Die Verwaltung gewinnt so von allen Seiten her weitgehend ungehinderten Einblick in die alltäglichen Lebensvollzüge der einzelnen, um diese sodann in jeweils erwünschte Richtungen zu dirigieren.)

      Lenin bezeichnete den Imperialismus als höchste Phase des Kapitalismus. Die vom globalistischen Großkapital instigierten politisch prominenten Programme Great Reset bzw. New Deal bzw. UN-Agenda2030 nun ließen sich sodann als Ausdruck der höchsten Phase des Imperialismus und zugleich als Übergang zu einer nun nicht mehr kapitalistischen Wirtschaft bezeichnen. Ein lange schon eklatant gewordener tendentieller Fall der Profitrate zwingt das Kapital zu einer historisch überlebten Produktionsweise zurück, die sich als nun allerdings hochtechnologisch exekutierte Sklaverei vorstellt.

      Es sei denn, es würde mehr und mehr Menschen auffallen, Sklaverei, Eugenik und Genozid seien genau das, was sie NICHT wollen würden. Was ein immerhin erster Schritt wäre, aus dem Würgegriff des Kapitals und seiner Eliten herauszukommen. Der zweite Schritt wäre zu verstehen, wie denn eine nicht mehr von Kapital und Machteliten versklavte Gesellschaft aussehen müßte. Sollte wohl gelingen, sobald erst erkannt worden ist, daß es nie mehr ein Zurück zum Old Setting von in staatsbürokratischen oder privaten Händen akkumulierendem Kapital und zum zentralistischen Einheitsstaat mehr geben kann.

      Hat da etwa jemand „eigenhoheitliche Selbstverwaltungen von Produzenten/Konsumenten, von Bildung/Justiz sowie von Verfassungsrecht/Militär/Polizei gerufen“?

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      Verfasst von No_NWO | 7. März 2021, 16:44

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