//
du liest...
Asien, Ausland

China hat die absolute Armut besiegt

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru/

China hatte sich das Ziel gesetzt, alle Chinesen aus der Armut zu holen und in 40 Jahren tatsächlich fast 800 Millionen Chinesen aus der absoluten Armut geholt. Nun konnte China offiziell verkünden, die absolute Armut besiegt zu haben.

Auch das ist eine Meldung, die man in westlichen Medien nicht hört. Erfolgsmeldungen der chinesischen Regierung werden sorgsam verschwiegen. Anders in Russland, wo das russische Fernsehen berichtet hat. Daher werde ich ohne weitere Vorrede den Beitrag des russischen Fernsehens aus der Sendung “Nachrichten der Woche” vom Sonntag dazu übersetzen.

Beginn der Übersetzung:

Es ist ein großartiges Ereignis für China und die Welt. Mit aller möglichen chinesischen Feierlichkeit verkündete der chinesische Staatschef Xi Jinping den vollständigen Sieg über die absolute Armut. Ein unerreichtes Ereignis. Insgesamt wurden in 40 Jahren 770 Millionen Chinesen aus der Armut geholt. Vor ihnen steht ein neues Ziel: der Aufbau einer “Gesellschaft gleichen Wohlstands” oder “gleicher Lebensverhältnisse” zum hundertsten Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China im Jahr 2049. Wie entwickelt sich China unter Xi Jinping?

Aus China berichtet unser Korrespondent Alexander Alexandrow.

Vor sonnengetrocknetem Mais, dem Mehl, das in Südchina die Grundlage der gesamten lokalen Ernährung ist, reflektiert Liu Lei über das Dorfleben: “Wie es da in den Großstädten ist, weiß ich nicht. Mir geht es hier gut. Gerade habe ich ein Haus gebaut.”

Vieh und Hühner beobachten alles, was passiert. Und vor kurzem hat dieses Bergdorf in Guangxi eine Wasserleitung bekommen. Der Nachbar von Liu hat so etwas bisher nur im Fernsehen gesehen, obwohl er so alt ist, wie die Volksrepublik China selbst. “Ich bin 71 Jahre alt. Alles hier hat sich vor meinen Augen verändert”, sagt er.

Das Leben im Dorf hat sich wirklich verändert. Und seine Bewohner haben nun offiziell die Armutsgrenze überschritten. Und mit ihnen ganz China.

“Wir haben die gewaltige Aufgabe erfüllt, die absolute Armut zu beseitigen, indem wir ein wahres Wunder geschaffen und in goldenen Buchstaben in die Geschichte geschrieben haben. Das ist der große Ruhm des chinesischen Volkes, der große Ruhm der Kommunistischen Partei Chinas, der große Ruhm der chinesischen Nation!”, sagte Xi Jinping, Vorsitzender der Volksrepublik China.

Die Kommunistische Partei macht natürlich eine Einschränkung: Es geht darum, die extreme Armut zu besiegen. Ihre Schwelle liegt nach lokalen Standards bei etwa 4.000 Yuan pro Person und Jahr. Das heißt, um in China nicht als absolut arm zu gelten, reicht es aus, von einem Dollar und siebzig Cent pro Tag zu leben. Das ist natürlich weniger als der Standard der Weltbank. Aber es ist innerhalb von vierzig Jahren gelungen, fast 800 Millionen Menschen aus dieser Armut zu holen, die der Kommunistische Partei und ihren Vorsitzenden persönlich dankbar sind und fleißig die neuen Geldscheine in die Kamera halten.

Nun werden Touristen durch das Dorf Shibadun in Hunan geführt. Allein im vergangenen Jahr war es fast eine halbe Million Touristen, die nicht nur die Volkstänze der Miao sehen wollten, sondern auch den Stein mit der Inschrift “Unser Ziel ist es, die Armut zu überwinden”. Diese Worte äußerte Xi Jinping genau an diesem Ort, als er 2013 die Idee seines Vorgängers Deng Xiaoping zu einem absoluten chinesischen Traum erhob, der dann die staatlichen Programme definierte: von der Schaffung von Arbeitsplätzen bis zum Wohnungsbau dort, wohin die Bewohner der abgelegenen Dörfer gehen, wenn sie buchstäblich aus den Bergen hinab in die Städte fließen.

“Wir meinen, dass ein Mensch die Armutsgrenze überschritten hat, wenn er Zugang zu Medizin und Bildung hat, er sich sicher fühlt, er Kleidung, Wasser, Nahrung und ein Dach über dem Kopf hat”, sagte ein Bewohner.

Was die Chinesen geleistet haben, lässt sich an den einzigartigen Aufnahmen der Chronik ablesen, die noch von sowjetischen Kameras gefilmt wurde. Das sind die ersten Jahre der Gründung der Volksrepublik China. Totale Armut. Ruinen. Auf den Straßen von Peking und Shanghai waren Massen von hungrigen Bauern, die auf der Suche nach zumindest etwas Arbeit aus den Dörfern geflohen sind. Und das sind diese Straßen heute.

Die stimmungsvollen Straßen des alten Peking sind die gleichen wie vor vielen Jahrhunderten. Jetzt sind sie natürlich nur noch Inseln im Zentrum der chinesischen Hauptstadt. Umso krasser ist der Kontrast, wenn gegenüber der futuristischen Gebäude rostigen Fahrräder neben Autos der neuesten Modelle stehen.

Aber am besten ist das Wachstum Chinas immer noch aus der Luft zu sehen. Wo vor nicht 40, sondern vor gerade mal 10 Jahren unpassierbare Sümpfe und klapprige Baracken waren, stehen heute die riesigen Wolkenkratzer moderner Metropolen. Business Center mit Sitzen multinationaler Konzerne. Gigantische, mehrstöckige Autobahnkreuze. Kilometerlange Brücken.

Auf den Bildern aus dem All wird deutlich, wie es war und wie es jetzt ist, was aber nicht verwunderlich ist. Allein in den letzten acht Jahren hat China fast anderthalb Billionen Dollar allein in die Armutsbekämpfung investiert. Im Westen sorgt das natürlich für Irritationen, weil alles staatlich reguliert ist. Und sobald die Subventionen sinken, könnten die Einkommen der Bevölkerung wieder sinken. Aber die Kommunistische Partei hat auch dafür einen Plan.

“Schon Mao Tse-tung sagte: Ohne Disziplin gibt es keinen Aufstieg. Ordnung ist wichtig für jede Gesellschaft. Aber Ordnung ist keine eiserne Hand und keine Initiativlosigkeit, sondern eine Strategie und ein Wille und auch die unsichtbare Hand des Marktes, der die Ressourcen verteilt”, sagte Han Baojian, Professor an der Hochschule des Zentralkomitees der kommunistischen Partei.

Ihm zufolge sollte, wie in der Sowjetunion durch das Institut für Marxismus-Leninismus, jeder Beamte durch die Hochschule der Partei gehen: das Geheimnis des chinesischen Wirtschaftswunders liegt nur in der Disziplin der Partei. Strenge Hierarchie und klares Festhalten an den Worten derer, deren Granit-Denkmäler hier “chinesische Besonderheiten” zeigen (Anm. d. Übers.: Zu sehen ist hier ein Marx-Denkmal, aber Marx hat in China Schlitzaugen). Damit wird hier alles erklärt, auch die Tatsache, dass das sozialistische China das hundertjährige Jubiläum seiner kommunistischen Partei mit dem schnellsten Wachstum von Dollar-Milliardären in der Welt begeht. Es gibt bereits fast fünfhundert von ihnen. Sie haben ihre Geschäftsimperien immer mehr auf Hochtechnologie aufgebaut, die es bis ins letzte Dorf geschafft hat.

High-Tech im Dorf ist, wenn man von morgens bis abends nicht nur auf dem Feld arbeitet, sondern auch im Online-Shop. Die Chinesen bewegen sich zunehmend von einem Exportmodell zu einem steigenden Inlandsverbrauch. Das Land braucht diejenigen, die bereit sind, immer Geld auszugeben. Und das ist das neues Ziel, das sich Peking gesetzt hat. Und Wege, wie und womit man Geld verdienen kann, finden die Chinesen immer.

Ende der Übersetzung

China hat die absolute Armut besiegt

Diskussionen

Es gibt noch keine Kommentare.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Archiv

<span>%d</span> Bloggern gefällt das: