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Ausland, Nordamerika

Techno-Zensur – Die Büchse der Pandora: Von der Zensur von „Desinformation“ bis zum mundtot machen der Wahrheit

von John W. Whitehead – https://www.theblogcat.de/

Wenn Freiheit irgend etwas bedeutet, dann ist es das Recht, den Menschen das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“ – George Orwell

Dies ist der schmale Grat, der zum Ende der freien Rede führt, wie wir sie einst kannten.

In einer Welt, die zunehmend durch die Linse der Künstlichen Intelligenz automatisiert und gefiltert wird, sind wir starren Algorithmen ausgeliefert, die die Grenzen unserer Freiheiten diktieren.

Ist die Künstliche Intelligenz erst einmal voller Bestandteil der Regierungsbürokratie, dann gibt es kein Zurück: dann sind wir den kompromisslosen Urteilen der Techno-Herrscher unterworfen.

https://www.intel.com/content/www/us/en/government/artificial-intelligence.html

So fängt es an.

Martin Niemöllers Warnung über das größer werdende Netz, das uns umfängt, gilt noch immer:
Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestierte.“

In unserem Fall begann es jedoch mit jenen Zensoren, die auf der Jagd nach Extremisten sind, die sogenannte „Hassrede“ verbreiten, und wenige haben den Mund aufgemacht – denn man ist ja kein Extremist und man will nicht als politisch unkorrekt wahrgenommen werden.

Dann schalteten sich die Internet-Zensoren ein und gingen auf die Extremisten los, die „Desinformation“ über eine gestohlene Wahl, über den Holocaust und Hunter Biden verbreiten.

https://text.npr.org/924625825

Und wenige haben den Mund aufgemacht – denn man ist ja kein Extremist und will nicht geschnitten werden, weil man scheinbar der Mehrheit widerspricht.

Als die Techno-Zensoren auf jene Extremisten losgingen, die „Falschinformationen“ über die COVID-19 Pandemie und die Impfstoffe verbreiten, hatten die Zensoren ein System und eine Strategie entwickelt, die Nonkonformisten zum Schweigen zu bringen.

https://www.cnbc.com/2020/10/31/2020-election-coronavirus-vaccine-disinformation-will-continue.html

Und wieder haben Wenige den Mund aufgemacht.

Und irgendwann werden „Wir das Volk“ im Fadenkreuz stehen.

Und früher oder später, je nachdem, was die Regierung und ihre Konzern-Alliierten als „Extremismus“ definieren, werden „Wir das Volk“ womöglich alle für das eine oder andere Gedankenverbrechen angeklagt.

Wenn es soweit kommt, ist wahrscheinlich niemand mehr da, der seine Stimme zu unserer Verteidigung erhebt.

Was auch immer wir jetzt tolerieren – oder wegschauen – was auch immer wir für Gründe dafür finden, was anderen angetan wird, sei es im Namen der Rassengerechtigkeit oder der Verteidigung der Demokratie oder dem Kampf gegen Faschismus, das wird uns eines Tages ereilen und uns gefangennehmen, alle miteinander.

Schaut hin und lernt daraus.

Wir sollten alle alarmiert sein, wenn prominente Internet-Stimmen wie Donald Trump, Alex Jones, David Icke und Robert F. Kennedy zensiert werden, zum Schweigen gebracht werden und von Facebook, Twitter, YouTube und Instagram verbannt werden, weil sie Gedanken äußern, die als politisch unkorrekt, hasserfüllt, gefährlich oder verschwörerisch gelten.

Es geht nicht um die Frage, ob der Inhalt ihrer Äußerungen legitim ist.

Die Sorge ist, was passiert, nachdem solche prominenten Ziele mundtot gemacht wurden. Was passiert, wenn die Techno-Zensoren der Konzerne ihre Augen auf den Rest von uns richten?

Es ist ein schmaler Grat von der Zensur sogenannter illegitimer Gedanken zur Unterdrückung der Wahrheit. Schließlich wird, wie George Orwell voraussagte, das Aussprechen der Wahrheit zu einem revolutionären Akt.

Das geht im Affentempo.

Schon jetzt gibt es Aufrufe an die Biden-Administration, einen „Reality Czar“ zu ernennen, um Desinformation, inländischen Extremismus und die so genannte „Realitätskrise“ der Nation zu bekämpfen.

Nach allem, was wir über die Tendenz der Regierung wissen, ihre eigene Realität zu definieren und Verhaltensweisen und Reden, die ihre Autorität in Frage stellen, mit eigenen Etiketten zu versehen, sollte dies über das gesamte politische Spektrum hinweg Anlass zur Sorge sein.

Hier ist der Punkt: Man muss Trump oder einen der anderen, die mundtot gemacht werden, nicht mögen, noch muss man zustimmen oder sogar mit ihren Ansichten sympathisieren, aber die langfristigen Auswirkungen einer solchen Zensur zu ignorieren, das wäre gefährlich naiv.

Wie Matt Welch, der für Reason schreibt, zu Recht betont: „Vorgeschlagene Änderungen der Regierungspolitik sollten immer mit dem gegnerischen Team, das für die Umsetzung verantwortlich ist, sichtbar gemacht werden.“

https://reason.com/2021/02/03/no-biden-cant-save-us-with-a-reality-czar-also-wtf/

Mit anderen Worten: Welche Befugnisse auch immer man der Regierung und ihren Konzernvertretern jetzt zugesteht, um des größeren Wohls willen oder weil man die Verantwortlichen mag oder ihnen vertraut, diese Befugnisse werden schließlich missbraucht und von Tyrannen, die man selbst geschaffen hat, gegen einen verwendet werden.

Wie Glenn Greenwald für The Intercept schreibt:

Der eklatante Trugschluss, der immer im Zentrum der Pro-Zensur-Stimmung liegt, ist der leichtgläubige, wahnhafte Glaube, dass Zensurbefugnisse nur eingesetzt werden, um Ansichten zu unterdrücken, die man nicht mag, aber niemals die eigenen Ansichten… Facebook ist kein wohlwollender, gütiger und mitfühlender Elternteil oder ein subversiver, radikaler Akteur, der unseren Diskurs überwachen wird, um die Schwachen und Marginalisierten zu schützen oder als edle Kontrolle des Unfugs der Mächtigen zu dienen. Sie werden fast immer genau das Gegenteil tun: die Mächtigen vor denen schützen, die versuchen, die Institutionen der Elite zu untergraben und deren Orthodoxien ablehnen. Tech-Giganten sind, wie alle Unternehmen, gesetzlich verpflichtet, ein übergeordnetes Ziel zu verfolgen: die Maximierung des Shareholder Value. Sie werden stets ihre Macht nutzen, um diejenigen zu beschwichtigen, von denen sie glauben, dass sie die größte politische und wirtschaftliche Macht ausüben.“

https://theintercept.com/2020/10/15/facebook-and-twitter-cross-a-line-far-more-dangerous-than-what-they-censor/

Willkommen im Zeitalter des Technofaschismus.

In tyrannische Selbstgerechtigkeit gekleidet, wird der Technofaschismus von Technologiegiganten (sowohl Unternehmen als auch Regierungen) angetrieben, die im Tandem arbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

Bislang konnten die Tech-Giganten den Ersten Verfassungszusatz aufgrund ihres nicht-staatlichen Status umgehen, aber das ist bestenfalls eine zweifelhafte Unterscheidung. Sicherlich sind Facebook und Twitter die modernen Äquivalente von öffentlichen Plätzen, von traditionellen Foren für freie Meinungsäußerung geworden, wobei das Internet selbst als öffentliches Hilfsmittel dient.

Aber was bedeutet das für die freie Meinungsäußerung im Internet: soll sie geschützt oder reguliert werden?

Wenn die Regierung vor die Wahl gestellt wird, entscheidet sie sich immer für die Option, die ihre Befugnisse auf Kosten der Bürger ausweitet. Außerdem ist Regulierung, wenn es um die freie Meinungsäußerung geht, nur ein anderes Wort für Zensur.

Im Moment ist es modern und politisch zweckmäßig, jeden anzuprangern, zum Schweigen zu bringen, niederzuschreien und zu beschämen, dessen Ansichten die vorherrschenden Normen herausfordern, so dass die Tech-Giganten sich einreihen, um ihre Aktionäre zu besänftigen.

Das ist die Tyrannei der Mehrheit gegen die Minderheit – genau jene Bedrohung der freien Meinungsäußerung, die James Madison zu verhindern suchte, als er den ersten Zusatzartikel zur Verfassung entwarf – und die im Gleichschritt mit dem Technofaschismus marschiert.

Mit Intoleranz als dem neuen scharlachroten Buchstaben (The Scarlet Letter, Nathaniel Hawthorne) unserer Zeit werden wir nun vom Mob regiert.

Diejenigen, die es wagen, eine Meinung zu äußern oder ein Tabuwort oder -bild zu verwenden, das den akzeptierten Normen zuwiderläuft, werden als Erste beschämt, niedergeschrien, zum Schweigen gebracht, zensiert, gefeuert, ausgestoßen und allgemein auf den Müllhaufen ignoranter, gemeiner Tyrannen verbannt, die sich verschiedener „Wortverbrechen“ schuldig gemacht haben und aus der Gesellschaft verbannt werden.

Zum Beispiel wurde ein Professor an der Duquesne University gefeuert, weil er das N-Wort in einem akademischen Kontext verwendet hatte. Um seinen Job zurückzubekommen, wird Gary Shank ein Diversity-Training absolvieren und seine Lehrpläne umstrukturieren müssen.

Das ist es, was in Amerika heute als akademische Freiheit gilt.

Wenn die Amerikaner nicht lautstark das Recht einer Minderheit verteidigen, Ideen und Meinungen zu vertreten (geschweige denn zu äußern), die beleidigend, hasserfüllt, intolerant oder einfach nur anders sind, dann werden wir bald feststellen, dass wir überhaupt keine Rechte haben (zu sprechen, sich zu versammeln, zuzustimmen, nicht zuzustimmen, zu protestieren, sich zu entscheiden, auszusteigen oder unsere eigenen Wege als Individuen zu gehen).

Egal wie viele wir sind, egal welche Ansichten wir haben, egal welcher Partei wir angehören: es wird nicht lange dauern, bis „Wir das Volk“ eine machtlose Minderheit in den Augen eines faschistischen Staates sind, der seine Macht um jeden Preis erhalten will.

Wir sind jetzt fast an diesem Punkt angelangt.

Die stetige, allgegenwärtige Zensur, die uns von den Tech-Giganten mit dem Segen der Machthaber auferlegt wird, droht eine Umstrukturierung der Realität zu bewirken, die direkt aus Orwells 1984 stammt, wo das Wahrheitsministerium die Sprache kontrolliert und sicherstellt, dass die Fakten mit jener Version der Realität übereinstimmen, die die Regierungspropagandisten vertreten.

Orwell wollte 1984 als Warnung verstanden wissen. Stattdessen wird es als dystopische Gebrauchsanweisung für ein soziales Engineering einer Bevölkerung verwendet, die konform und gehorsam gegenüber Big Brother ist.

Aus der Techno-Zensur kann nichts Gutes entstehen.

Nochmal ein Zitat von Greenwald:

Die Macht der Zensur, wie die Tech-Giganten sie jetzt ausüben, ist ein Instrument zum Erhalt des Status quo. Das Versprechen des Internets war von Anfang an, dass es ein Werkzeug der Befreiung, des Gleichheitsprinzips sein würde, indem es denjenigen ohne Geld und Macht erlaubt, zu fairen Bedingungen im Informationskrieg mit den mächtigsten Regierungen und Konzernen zu konkurrieren. Aber genauso wie das Internet in ein Werkzeug des Zwangs und der Massenüberwachung umgewandelt werden kann, zerstört nichts dieses Versprechen, dieses Potenzial so wie die Ermächtigung von Konzernoberhäuptern und nicht rechenschaftspflichtigen Monopolisten, zu regulieren und zu unterdrücken, was gehört werden darf.“

Wie ich in meinem Buch „Schlachtfeld Amerika: Der Krieg gegen das amerikanische Volk“ deutlich mache, handeln diese Internet-Zensoren sind nicht in unserem besten Interesse, um uns vor gefährlichen Desinformations-Kampagnen zu schützen. Sie legen den Grundstein, um alle „gefährlichen“ Ideen zu verhindern, die den Würgegriff der Machtelite über unser Leben herausfordern könnten.

https://www.amazon.com/Battlefield-America-War-American-People/dp/1590793099/ref=asap_bc?ie=UTF8

Daher ist es wichtig, das Gedankengefängnis, das um uns herum gebaut wird, als das zu erkennen, was es ist: ein Gefängnis mit nur einem Ausweg – freies Denken und freie Rede im Angesicht der Tyrannei.

ÜBER JOHN W. WHITEHEAD

Der Verfassungsrechtler und Autor John W. Whitehead ist Gründer und Präsident des Rutherford Institute. Sein neues Buch „Battlefield America: The War on the American People“ ist erhältlich unter http://www.amazon.com.

Whitehead kann kontaktiert werden unter johnw@rutherford.org.

Anm.d.Ü.: Und hier ein brandneues Beispiel für die Zensurversuche, diesmal durch die Demokraten im Repräsentantenhaus:
https://www.zerohedge.com/political/greenwald-house-democrats-targeting-right-wing-cable-outlets-are-assaulting-core-press

Sitzung eines Unterausschusses des House Energy and Commerce Committee am 24. Februar mit dem Titel: „Öl ins Feuer gießen: Desinformation und Extremismus in den Medien“. Der Ausschuss behauptet: „Die zunehmende Ausrichtung einiger Sender und Kabelnetze hin zu Verschwörungstheorien und irreführenden oder komplett falschen Informationen wirft die Frage nach ihrer journalistischen Integrität auf.“

Das Abgeordnetenhaus entscheidet also jetzt über „journalistische Integrität“?

https://www.rutherford.org/publications_resources/john_whiteheads_commentary/techno_censorship_the_slippery_slope_from_censoring_disinformation_to_silencing_truth

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/buechse-der-pandora-17-02-2021/

Diskussionen

3 Gedanken zu “Techno-Zensur – Die Büchse der Pandora: Von der Zensur von „Desinformation“ bis zum mundtot machen der Wahrheit

  1. Zum Glück gibt es so etwas in Nordkorea, China oder Russland nicht.
    Dort darf man ungehindert seine Meinung frei äussern und die Meinungs- und Pressefreiheit ist ebenso garantiert wie der freihe Zugrif auf Internetseiten und Dienste.

    Gefällt mir

    Verfasst von Prekariat | 26. Februar 2021, 0:15
  2. Hat dies auf Menschenkind rebloggt.

    Gefällt mir

    Verfasst von stine113blog | 24. Februar 2021, 17:32

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