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Asien, Ausland

INDIEN WIRD VORBILD

von Einar Schlereth – https://einarschlereth.blogspot.com/

Dass ich so eine Überschrift mal niederschreiben würde, hätte ich nie für möglich gehalten. Ich habe Indien im großen und ganzen immer als entsetzlich rückständiges – sozial und gesellschaftlich -und proto-faschistisches Land angesehen. Mit seinem wahrlich unmenschlichen Kastensystem, seinem abartig unsozialen Verhalten einer Unzahl von Menschen gegenüber – die sie überhaupt nicht als Menschen ansehen, z. B. die 70 Millionen Indigenen, die von den indischen „Herrenmenschen“ in unwegsame Gebiete – Wüsten und Urwälder – vertrieben wurden und jetzt wieder von dort verjagt oder umgebracht werden, weil dort wichtige Erze, Kohle, Diamenten etc. gefunden werden; dann die Unberührbaren. Da wird mir geradezu schlecht. Deswegen hatte ich auch nie den Wunsch, nach Indien zu reisen. Ich würde den Unberührbaren die Hand reichen und würde dann gelyncht werden. Ich habe in Europa und Afrika eine Reihe von Indern kennengelernt, Intellektuelle oder reiche Kaufleute, die derart rassistisch waren, dass ich ihnen immer aus dem Weg ging. Und daher meinte ich immer, das wird noch 1000 Jahre auf diese Weise weitergehen.

Und jetzt – was ist da passiert? Seit zwei Monaten entrollen sich vor unseren Augen Bilder mit tausenden, zehn- und hunderttausenden, Millionen Menschen, die hunderte Kilometer laufen, die in Mumbai, Delhi, Kalkutta und tausenden Orten demonstrieren, der Polizei trotzen, deren Barrikaden stürmen, Delhi umzingelt haben. Was ist da passiert? Es sind Bauern, denen sich nach und nach immer mehr Gesellschaftsschichten angeschlossen haben – zuerst Studenten, dann kleine Händler, dann Menschen der Mittelklasse, dann Künstler, Säger, Schauspieler und Tag für Tag werden es mehr.

Und was hat alle diese Menschen plötzlich vereint, dass sie Regen und eisiges Wetter nicht scheuen, auch Knüppel nicht und die Wasserwerfer,zuweilen wurde sogar auf friedliche Demonstranten mit scharfer Munition geschossen. Es hat schon über hundert Tote gegeben. Schon in der 2. Amtszeit ist der Hindu-Faschist Modi am Ruder, der sich mit dem Geld mehrerer Billionäre und viel Gewalt an die Macht gerudert hat und als Gegenleistung für diese Billionäre drei neue Agrargesetze durch das Parlamente peitschte – mit Windeseile ohne Befragung eines einzigenBauern, die diesen Billionären weitere Milliarden in die Kassen spülen würden.

Hier habt ihr 2 von ihnen: den Verbrecher Mark Zuckerberg, der 5,5 Milliarden $ in das Agrarkonglomerat von Mukesh Ambani, viertreichster Mann der Welt, gesteckt hat.

Und hier habt ihr das Ganoven-Trio – den Herrn Ambani, den Diktator Modi, der wie ein frommer Pfarrer daherkommt und Adani – die Modi mit großen Summen versorgt haben, sodass er sich jetzt wie ein störrischer Esel weigert, diese Gesetze zurückzunehmen.

Der Modi-Terror wird täglich brutaler. Wie ein Besessener schlägt er um sich und wird womöglich wie Mahatma Gandhi enden, der um seiner Milliardärsfreunde willen sein Land in die Spaltung trieb, die Millionen Tote kostete und zwei verfeindete Länder schuf – Pakistan und Indien.

Schaut man sich diese Ganoven an, sieht man auf einen Blick, dass ihnen die Bauern absolut gleichgültig sind. Aber vielen sind sie nicht gleichgültig. Hier seht ihr eine Kollage, auf der die Führer/innen der größten Widerstandsgruppen zu sehen sind:

Sie haben sich zu einer „Nationalen Allianz der Volksbewegungen“ zusammengeschlossen.

Die Parolen lauten:

Verurteilen Sie das gezielte staatliche Vorgehen gegen prinzipientreue Nachrichtenagenturen und Journalisten!

Befreit inhaftierte Journalisten!

Ziehen Sie willkürliche Verfahren zurück!

Unterstützen Sie den Journalismus im öffentlichen Interesse!

Gesetzlichen Schutz für Medienschaffende im Einklang mit den Menschenrechten schaffen!

Unterdessen sind hunderte Menschen verhaftet, misshandelt und eingesperrt worden: Professoren, Journalisten, ein 84-jähriger, schwer behinderterJesuit, der sich sein Leben lang für Dalits und Unberührbare eingesetzt hat, der in ein Loch mit drei anderen Menschen geworfen wurde, genau wie unser Freund Prof. Saibaba, den wir nach Schweden eingeladen hatten, der an den Rollstuhl von Kindheit an gebunden ist; eine Juristin mit schwerer Diabetes und Herzbeschwerden, aber auch junge Menschen, Frauen und Männer, die aufmucken. Das schwerste Verbrechen ist es, gegen Modi aufzutreten, das ist antinational und regierungsfeindlich. Nun ja, das kennen wir ja aus Deutschland, Italien, den Diktaturen in Südamerika und so weiter.

Zur weiteren Lektüre empfehle ich euch, die Artikel auf meinem Blog zulesen, was in etwa vor zwei Monaten begann. Wir müssen versuchen, die Verbrechen von Modi bekannt zu machen und dass das Volk in Indien Unterstützung erhält.

https://einarschlereth.blogspot.com/2021/02/indien-wird-vorbild.html

 

Diskussionen

2 Gedanken zu “INDIEN WIRD VORBILD

  1. Welch ein Hohn, den Bauern stehlen sie das Wasser für ihre Pflanzen und wenn sie aufmucken, werden sie naßgespritzt !

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    Verfasst von zivilistin | 18. Februar 2021, 20:12

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