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Ausland, Russland

Wo(her) sind die Millionen? Die Finanzen von Navalny

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru/

Navalny wird als kleiner, unabhängiger Blogger dargestellt, der angeblich ein populärer Oppositionsführer in Russland ist, gegen Korruption kämpft und von Spenden lebt. Dabei ist der Mann mehrfacher Millionär, wie jeder selbst überprüfen kann. Nur woher kommt das Geld und wofür gibt er es aus?

Ich bin kein Spezialist für Bitcooin und habe heute etwas gelernt. Man kann nämlich den Kontostand von Bitcoin-Konten einsehen, was für mich neu war. Also habe ich mir das Bitcoin-Spendenkonto von Navalny angeschaut und musste mir die Augen reiben. Aber der Reihe nach.

Ich habe bereits 2019 berichtet, dass Navalny ein weiteres juristisches Problem in Russland hat, weil er die Herkunft von Spenden in Höhe von 14 Millionen Euro nicht erklären kann, die Navalny über verschiedene Wege erhalten hat. Da bei solchen Summen der Verdacht nahe liegt, dass es Geld aus dem Ausland ist, das ihm – aufgeteilt in Kleinbeträge – überwiesen wurde, wurde Navalny als ausländischer Agent eingestuft. Details über das Gesetz über ausländische Agenten finden Sie hier und Details über die kürzlich beschlossenen Änderungen des russischen Gesetzes finden Sie hier.

Nun kann jeder behaupten, dass das russische Propaganda ist und dass der “russische Unrechtsstaat” Anklagen gegen Navalny konstruiert. Da man aber sein Bitcoin-Konto einsehen kann, können wir zumindest einen Teil der Geschichte überprüfen. Und das wollen wir nun einmal gemeinsam tun.

Navalnys Internetseiten

Auf seiner Hauptseite ist kein Bitcoin-Spendenkonto genannt. Das findet sich nur auf der Seite seines Stabes. Zur Einordnung, wie populär seine Internetseiten sind, kann man den Traffic bei similarweb.com vergleichen.

Die Seite von Navalny hatte vor den aktuellen Ereignissen fallende Zugriffszahlen und ist von 1.850.000 Zugriffen im August auf 780.000 Zugriffe im November abgestürzt. Erst die Ereignisse im Januar haben seine Seite ordentlich nach oben katapultiert. Zum Vergleich: Der Anti-Spiegel hatte im November 570.000 Zugriffe und ich bin nun wirklich weit weniger bekannt als Navalny. Schon diese Zahlen zeigen, dass die Legende vom beliebten Oppositionsführer Navanly ziemlich weit hergeholt ist.

Bei der Seite des Stabes von Navalny, wo man Bitcoins spenden kann, sieht es noch trauriger aus. Die Seite dümpelte im November bei 90.000 Zugriffen. Und selbst die aktuellen Ereignisse mit seinem Millionenfach geklickten Video über Putins angeblichen Palast haben nicht dafür gesorgt, dass die Seite seines Stabes den Anti-Spiegel deutlich überholen konnte. Im Januar hatte der Anti-Spiegel laut Similarweb 517.660 Zugriffe, die Seite von Navalnys Stab hatte 519.980 Zugriffe.

Ich bin ein echter Blogger und lebe von Spenden und den Verkäufen meiner Bücher. Dabei wird man nicht reich, es reicht in meinem Fall gerade so, um meine Lebenshaltungskosten zu decken.

Ganz anders bei Navalny.

Navalnys Bitcoin-Konto

Wer auf der Seite seines Stabes die Nummer seines Bitcoin-Kontos kopiert und bei blockchain.com einfügt, der bekommt diesen Kontoauszug zu sehen.

Navalny hat insgesamt fast 659 Bitcoins erhalten, seit er 2016 Bitcoin-Spenden annimmt. Wir bleiben fair und nehmen nicht den derzeit sehr hohen Bitcoin-Kurs von über 40.000 Euro als Referenz, sondern wir nehmen einen durchschnittlichen Kurs von 10.000 Euro pro Bitcoin an.

Das würde bedeuten, dass Navalny nur über dieses Bitcoin-Konto auf einer Seite, die kaum jemand kennt oder besucht, in etwas über vier Jahren 6,59 Millionen Euro erhalten hat. Auch auf seinem YouTube-Kanal gibt es keinen Hinweis auf Bitcoin-Spenden, dort führt der Link zur Unterstützung auf die Seite seiner Anti-Korruptionsstiftung, wo man Geld auf sein normales Bankkonto überweisen kann.

Sein aktueller Bitcoin-Saldo beträgt 1,5 Bitcoins, wo sind denn die anderen 657 Bitcoins (also etwa 6,53 Millionen Euro) geblieben? Navalny lebt übrigens auf großem Fuß, er postet in sozialen Netzwerken Fotos von seinen vielen Urlauben im Ausland und hat seiner Frau gerade ein neues, nicht eben billiges Auto gekauft.

Wenn man nun noch weiß, dass Spenden in Russland kein verbreitetes Phänomen sind (erst recht nicht über Bitcoin), dann macht das mehr als skeptisch. Wenn Russen mich fragen, wovon ich lebe und ich ihnen erkläre, das Leser meine Arbeit mit Spenden unterstützen, dann können die gar nicht glauben, dass es so etwas gibt. Aber Navalny soll von seinem russischen Anhängern allein über Bitcoin mehr als 6,5 Millionen erhalten haben?

Hinzu kommt, wie wir auf dem Kontoauszug ebenfalls sehen können, dass Navalnys Konto 3.909 Transaktionen aufweist. Nehmen wir der Einfachheit halber an, das wären alles Spendeneingänge und keine Abhebungen. Das würde bei einem Kurs von 10.000 Euro pro Bitcoin bedeuten, dass die Höhe der durchschnittlichen Spende für Navalny bei 1.686 Euro liegt.

Ich will mich nicht beklagen, im Gegenteil bin ich meinen Spendern sehr dankbar, aber bei mir liegt die durchschnittliche Spende bei etwa 10 Euro und nicht bei 1.600 Euro. Wie realistisch ist es, dass russische Anhänger Navalny über eine Seite, die kaum Traffic hat, 6,5 Millionen spenden und die durchschnittliche Spende seiner russischen Anhänger bei über 1.600 Euro liegt?

Da ist es nicht verwunderlich, dass Russland der Meinung ist, Navalny würde aus dem Ausland finanziert. Der Verdacht erhärtet sich noch, wenn man weiß, dass seine “Rechercheabteilung” in London sitzt, enge Kontakte zum britischen Geheimdienst und zu Milliardären wie dem rechtskräftig verurteilten Betrüger Chodorkowski hat. Wenn das für Sie neu ist, lesen Sie hier Details über seine Verbindungen in London und hier zu den Kontakten zum britischen Geheimdienst MI6. Eine Schlüsselfigur dabei ist ein Herr Aschkurow, der von sich behauptet, “Navalny erschaffen” zu haben und über den Sie hier noch mehr finden.

Es ist offenbar ein sehr lohnendes Geschäftsmodell, in Russland Oppositionsführer zu spielen, wofür man aus dem Westen sehr gut bezahlt wird

Wo(her) sind die Millionen? Die Finanzen von Navalny

Diskussionen

2 Gedanken zu “Wo(her) sind die Millionen? Die Finanzen von Navalny

  1. was mich als deutsche Staatsbürger eigentlich viel mehr interesseiert:
    Wie geht das mit dem Wirdecard Skandal weiter?
    Immerhion haben die einen Kollateralschaden in Milliopnenhöhe angerichtet.

    Gefällt mir

    Verfasst von Mahatni Kandis | 18. Februar 2021, 20:36
  2. Ich kenne die Antwort: Man nehme einen Esel, streichle diesen und sage „Esel streck dich“! Schon kommt Geld raus.

    Gefällt mir

    Verfasst von V wie Vendetta | 16. Februar 2021, 15:18

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