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Asien, Ausland

RusStrat: China bietet Russland offizielles Militärbündnis an

von Rainer Rupp – https://de.rt.com/

Angesichts des vom Westen entfachten, neuen Kalten Krieges scheinen jetzt beide Länder bereit, einen längst überfälligen Schritt zu wagen. Nach einer Analyse (hier auf Russisch) vom Moskauer Institut für internationale politische und wirtschaftliche Strategien (RusStrat) vom 9. Februar 2021 stehen Russland und China nun kurz vor einem Militärbündnis. Dabei bezieht sich das renommierte Institut auf ein Telefongespräch zwischen den Außenministern Russlands und Chinas, Sergei Lawrow und Wang Yi, das am 4. Februar 2021 stattgefunden habe und „dessen Bedeutung nicht überschätzt werden kann“, so RusStrat.

Im Rahmen der Neuunterzeichnung des bald auslaufenden Vertrages über Freundschaft und gute Nachbarschaft (vom 16. Juli 2001) habe Peking vorgeschlagen – so RusStrat –, „den neuen Vertrag mit epochalen Inhalten zu füllen, was nicht nur den Wunsch beider Länder nach dem Schutz ihrer eigenen Sicherheit widerspiegelt, sondern auch den vieler Nachbarstaaten“. Dann betont das Institut:

„In der Tat können wir sagen, dass Peking Moskau den Abschluss eines offiziellen Militärbündnisses angeboten hat.“

Für einen großen Teil der Menschheit käme ein solches Bündnis einer Bürgschaft für ein friedliches Zusammenleben gleich. Vor allem wäre es für alle Beteiligten des sogenannten „Seidenstraßen-Projekts“ eine Garantie für eine Win-Win-Entwicklung der wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit – ohne verdeckte oder offene Kriege, ohne Umsturzversuche und Destabilisierungen.

In seiner Analyse unterstreicht RusStrat, dass dieses Bündnisangebot keine plötzliche Initiative vonseiten Pekings ist. Angesichts zahlreicher Vorbehalte und Erklärungen von Spitzenbeamten beider Seiten sei dieses Thema seit 2016 vornehmlich hinter verschlossenen Türen diskutiert worden, mit einer wachsenden Übereinstimmung, die im letzten Jahr sichtbar wurde.

Insbesondere habe der russische Präsident Putin am 22. Oktober 2020 in Nowo-Ogarjowo erklärt, er stimme im Prinzip einem Militärbündnis zwischen den beiden Ländern voll und ganz zu, obwohl man es nicht unbedingt brauche. Auf diese Zustimmung habe die chinesische Seite sofort „sehr herzlich“ reagiert.

Angesichts der Tatsache, dass beide Länder „sehr ähnliche Ziele und langfristige Strategien verfolgen“ sei die globale Geopolitik und Annäherung zwischen Russland und China „ein natürlicher und unvermeidlicher Prozess“. Daran würde sich auch „in absehbarer Zukunft“ nichts ändern. „Dies bedeutet, dass es für mindestens ein halbes Jahrhundert, wenn nicht länger, keine ernsthaften Konflikte zwischen unseren Ländern geben sollte, die zu einer bewaffneten Konfrontation führen könnten“, schlussfolgert RusStrat, um anschließend für beide Seiten die Grundlagen, Perspektiven und Konsequenzen eine solchen Bündnisses eingehender zu bewerten. Demnach habe China „ein dreifaches Interesse an diesem Bündnis“:

Erstens möchte China unter Russlands strategischen Nuklearschirm schlüpfen. Denn auf sich allein gestellt könnte China das Opfer eines begrenzten, beispielsweise auf der Ebene von taktischen Nuklearsprengköpfen geführten Atomangriffs durch die USA werden. Das wäre, auch wenn es sehr theoretisch erscheint, trotzdem möglich. „Aber in einem Militärbündnis mit der Russischen Föderation ist es das definitiv nicht“ mehr, stellt das Institut fest.

Zweitens kann Peking, nachdem es eine Garantie für solche Art (nukleare) Rückendeckung erhalten hat, sein Militär auf einen eher engen „östlichen“ Sektor einer potenziellen Front konzentrieren und so eine entscheidende Überlegenheit der Streitkräfte und Mittel dafür garantieren.

Drittens würde das Bestehen eines solchen Vertrages „nicht nur China die Hände in der ‚Taiwan-Frage‘ frei halten, sondern es würde auch bedeuten, dass Russland inoffiziell China das Recht zugesteht, diese ‚Frage‘ nach eigenem Ermessen zu lösen“.

Was Russlands Interessen an einem solchen Bündnis betrifft, zählt RusStrat folgende Punkte auf:

Erstens „wird die Unterzeichnung eines solchen Abkommens China automatisch dazu verpflichten, in vielen für uns (Russen) wichtigen internationalen Fragen eine aktivere und eindeutig pro-russische Position einzunehmen“. Das gelte sowohl für die Unterstützung bezüglich der Krim und gegen westliche Sanktionen (wie gegen Nord Stream 2) als auch für chinesische Unterstützung und Kooperation in solchen Bereichen wie der russischen Wirtschaft, Finanzen und Technologien.

Zweitens würde solch ein Bündnis eine hervorragende Grundlage bilden „für eine klare Abgrenzung der Interessen beider Länder in Zentralasien und dem übrigen postsowjetischen Raum, in dem noch zu viel Unsicherheit herrscht. Solchen Problemen könnte durch das Bündnis abgeholfen werden, so RusStrat, denn: „Wenn einerseits in Zentralasien und Turkmenistan eine sehr breite Übereinstimmung gemeinsamer (russisch-chinesischer) Interessen möglich ist, dann kann Peking in Bezug auf die Länder an den Westgrenzen Russlands gleichfalls nur Formulierungen unterstützen, nach denen diese Gebiete in der Zone der strategischen Interessen Russlands liegen, genauso wie Taiwan in der Zone der strategischen Interessen von Peking liegt.“

Drittens: „Die Hauptsache ist, dass am Ende die Möglichkeit besteht, die gegenseitigen Positionen über die Zweckmäßigkeit der Bewahrung des europäischen Integrationsprojekts zu synchronisieren.“ Allein habe Russland dafür immer noch nur wenige Optionen. „Aber mit der Unterstützung durch die Wirtschaftsmacht der Volksrepublik China wird es für Russland dagegen viel einfacher sein, dieses Problem zu lösen, als es alleine möglich wäre.

Neben den Vorteilen eines möglichen Militärbündnisses zwischen der Russischen Föderation und der Volksrepublik China bewertet RusStrat auch sehr nüchtern mögliche potentiell kontroverse Punkte. Einige von ihnen seien sogar „ziemlich bedeutsam.“ Dabei weist RusStrat vor allem darauf hin, „dass Moskau angesichts des unterschiedlichen wirtschaftlichen Gewichts und der Größe der außenpolitischen Probleme sowie einer gewissen weltanschaulichen Diskrepanz durch die Unterzeichnung eines solchen Vertrages in eine gewisse Abhängigkeit von Pekings Außen- und Innenpolitik gerät. Und dies ist in der Tat der Fall“.

In umgekehrter Richtung sei das jedoch ebenfalls gegeben, denn China begebe sich in die gleiche Art von Abhängigkeit. Und wenn es dort zu einer Zustimmung zu einem solchen Vertrag käme, dann bedeute dies, dass auch dort „die herrschende Elite des Landes dieser gegenseitigen Abhängigkeit zustimmt“.

Daher folgert RusStrat, es sei nicht auszuschließen, dass „bereits im laufenden Jahr, spätestens im Jahr 2022, ein offizielles Militärbündnis zwischen Russland und China geschlossen werden kann“.

https://de.rt.com/international/112974-militarbuendnis-zwischen-russland-und-china-in-aussicht/

Diskussionen

2 Gedanken zu “RusStrat: China bietet Russland offizielles Militärbündnis an

  1. Das erste, was nach dem WW2 in Nordamerika umgesetzt wurde, war eine gemensame Luftraumüberwachung mit Kanada, man kann nur den Raum verteidigen, denken wir nur an die Israelische Innovation ‚Spice 250‘. eine Bombe, die 100 Km GPS genau nach Syrien segelt, man stelle sich das für Deutschland vor, ein Streifen 100 Km parallel zur Grenze, in dem ausländische Bomben jederzeit einschlagen können und man kann es nur um den Preis einer erheblichen Eskalation abstellen.

    Gewinner war übrigens die USA, der erste Allwetterabfangjäger der NATO mit Radar war kanadisch, Radar kam vom UK, Die Kanadier waren sowohl an Britischen als auch an US amerikanischen Forschungen beteiligt, Französische Wissenschaftler waren in Kanada im Exil. Die USA haben dann bald die Kanadische Fluzeugindustrie zerstört.

    Womit wir bei diesem Thema wären.Man kann sagen, nach dem WW2 lehrte Deutschland die Welt die Fliegekunst, bemerkenswert Schweden, Saab Tunnan und Lansen waren Deutsche Entwürfe, Hermann Behrbohm wurde Leiter der Aerodynamik Abteilung von Saab und war noch maßgelich an der Saab Viggen beteiligt, dem ersten Entenflügel Kampfflugzeug.

    Die J-10C, die in China in großen Stückzahlen gebaut wird und jetzt auch zum Export angeboten wird, ist nach demselben Rezept gebaut: Entenflügel und als Antrieb ein Triebwerk und zwar das verbreitetste zivile Triebwerk, entsprechend modifiziert: das CFM-56. Sowohl die Stückzahlen als auch die Leistungen dürften bei Wikip stark untertrieben sein, die Maschine ist etwas größer als die F-16 und die Düse ist im Verhältnis zum Flugzeug etwas größer, als bei der F-16, wenn man die Daten des zivilen CFM-56 zugrundelegt, müßte ein Nachbrennerschub bis 200 KN möglich sein und damit hätten die Chinesen das Triebwerk, was sie für die J-20 brauchen und das die Russen für die Mig-1.44 nicht hatten.

    Es ist ja nicht so, daß die West Oligarchen nicht mit China Handel treiben wollen, nur der Wohlstand der Chinesischen Arbeit soll bei ihnen anfallen und nicht bei den Chinesen. Und genau das werden die Chinesen sich nicht mehr bieten lassen.

    Grund zur Freude ist das nicht wirklich, denn dann bleiben nur wir als Beute dieser Nimmersatte.

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    Verfasst von zivilistin | 12. Februar 2021, 14:34
  2. Auf dieses Bündnis warte wir schon seit Sowjetzeiten. Leider wurde das vom Genossen Gruschtschow und seinen Verbündeten nachhaltig verhindert.

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    Verfasst von dersaisonkoch | 11. Februar 2021, 22:26

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