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Ausland, Russland

Die kopflosen Hühner und der Bär

von Saker – https://www.theblogcat.de/

Die EU hat ein großes Problem: Sie wird von einer Kompradoren-Klasse geführt, die völlig von den Vereinigten Staaten abhängig ist. Okay, das an sich ist nicht das Problem, auf das ich mich beziehe. Das Problem, von dem ich rede, ist eines, das wir das Problem des enthaupteten Huhns nennen könnten: Ein enthauptetes Huhn kann ohne Kopf laufen, aber es weiß sicher nicht, wohin es läuft oder warum es läuft. Das passiert allen Kompradoren-Klassen, wenn ihre geliebten Herren plötzlich verschwinden. Das ist genau das, was den europäischen herrschenden Klassen passierte, als Trump ins Weiße Haus kam: Sie „verloren ihren Kopf“ und begannen, überall herumzulaufen und offensichtlich nichts zu erreichen. Jetzt wo die Neokons Trump den Laufpass gegeben haben, wollen die EU-Herrscher den neuen US-Führern verzweifelt zeigen, dass sie nur Trump hassen, nicht aber die USA, und wie könnte man seine völlige Unterwerfung besser zeigen, als indem man den asiatischen Mordor des Ostens, bekannt als „Russland“, ankläfft?

Diese jüngste PsyOp wurde offenbar in den USA im letzten Herbst organisiert, als Trump noch an der Macht war, zumindest nominell. Das macht Sinn, genauso wie der riesige „Patriot Act“ sorgfältig Monate, wenn nicht Jahre vor 9/11 vorbereitet wurde. Dieses Mal hat irgendein US-Geheimdienst (wahrscheinlich die CIA) das Baby dann an den deutschen BND weitergegeben, der als Vermittler fungieren sollte, um den USA eine „plausible Bestreitbarkeit“ zu verschaffen. Das große Problem ist, dass die Deutschen es offenbar vermasselt haben und der Plan ein Flop war: Das letzte sakrale Opfer ist (wieder einmal!) nicht gestorben. Was Putin betrifft, so nutzte er seine Exekutivgewalt, um Nawalnyi (der auf Bewährung war) zu erlauben, sofort nach Deutschland zur Behandlung zu fliegen, sobald die russischen Ärzte ihn stabilisiert hatten. Von da an ging alles den Bach runter und Nawalnys Betreuer versuchten zu retten, was zu retten war.

Sie produzierten einen Film über Putins Palast auf der Krim, nur um russische Reporter den Ort filmen zu lassen und zu beweisen, dass dieser Film eine totale Fälschung war. Dann schickten sie Navalny zurück nach Russland, in der Annahme, dass, wenn die russischen Behörden ihn verhafteten, riesige Proteste folgen würden, oder, alternativ, wenn die Russen nichts taten, Navalny in der Lage sein würde, während eines wichtigen Wahljahres in Russland Chaos zu erzeugen. Dies führte zu einem weiteren Flop, nicht nur waren die Menschenmengen in Russland klein, ihr Verhalten war zutiefst beleidigend und sogar beängstigend für die meisten Russen, die genug Maidans und Farbrevolutionen gesehen haben, um zu wissen, wie dieses Zeug endet. Was Nawalny betrifft, so wurde er sofort nach der Landung verhaftet, und seine Bewährung wurde widerrufen.

Natürlich wurde all dies in der, wie ich es nenne, Zone A ganz anders berichtet, aber während dies den Urhebern dieser PsyOp ermöglichte, das Ausmaß ihres Versagens zu verbergen, war es im Rest der Welt und insbesondere in Russland ziemlich klar, dass diese lächerliche Possenreißerei gescheitert war. Dieses Ergebnis stellte das kopflose Huhn der EU vor ein großes Problem: Einerseits protestieren wir gegen „Putin, der sein eigenes Volk mit Kampfgasen ermordet“, während wir andererseits kurz vor der Fertigstellung von Nord Stream 2 (NS2) stehen, das wir brauchen, um wettbewerbsfähig zu bleiben; wenn wir so weitermachen, werden wir NS2 verlieren und Russland noch weiter entfremden, aber wenn wir aufhören, uns wie ein Idiot unter Selbstmordaufsicht zu verhalten, werden unsere Herren in Übersee uns dafür bezahlen lassen. Die Staats- und Regierungschefs der EU konnten sich offensichtlich nicht auf einen Plan einigen, also rannten sie wie ein kopfloses Huhn in alle Richtungen gleichzeitig: Sie protestierten öffentlich, schickten aber auch als Spitzenbeamten den Hohen Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik und Vizepräsidenten der Europäischen Kommission Josep Borrell, um zu versuchen, die Russen zu beschwichtigen. Borrel leistete eigentlich gute Arbeit bei dem Versuch, die Russen zu beschwichtigen, aber dieses Mal ging etwas sehr schief. Nicht nur, dass Außenminister Lawrow in seinen öffentlichen Äußerungen sehr unverblümt war, die Russen wiesen auch drei EU-Diplomaten wegen ihrer Teilnahme an den Demonstrationen aus, noch während Borrell und Lawrow miteinander sprachen. Das war der Zeitpunkt, an dem die sprichwörtlichen Rinderexkremente auf den Ventilator trafen, zumindest in der EU, deren „Wachhund-Medien“ (hier verwende ich den Begriff „Wachhund“ im Sinne von „sofort jeden anbellen, der es wagt, von der offiziellen Propaganda-Linie abzuweichen“) durchdrehten und Borrel beschuldigten, vor den Russen nachzugeben. Einige forderten sogar Borrels Rücktritt. Borrel selbst tat das, was alle westlichen Beamten nach einem Besuch in Moskau tun: Er änderte seinen Ton, sobald er nach Hause kam. Schließlich fügte Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, hinzu, dass „die Aufgabe [von Borrel] darin bestand, eine öffentliche Auspeitschung durchzuführen, die sie, wie ich glaube, sehr sorgfältig geplant haben. Es war eine Kaskade von Themen: Gespräche über Kundgebungen, Gespräche über Journalisten, und [Alexey] Navalny zum Hauptthema der Diskussion zu machen“. Laut Sacharowa scheiterte dieser Plan, weil Russland darauf bestand, die „wirklichen Themen“ zu besprechen.

Interessanterweise haben die Russen keine US-Diplomaten ausgewiesen (zumindest noch nicht), trotz der Tatsache, dass diese Beamten alle darin übereinstimmten, dass der Ursprung der PsyOp aus dem Ausland kam und trotz der Quasi-Gewissheit, dass US-Beamte anwesend gewesen sein müssen, zumindest bei den Protesten in Moskau und Sankt Petersburg. Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass die US-Botschaft in Moskau allen US-Bürgern empfahl, sich von illegalen Demonstrationen fernzuhalten. Dies ist eine andauernde Krise, und wenn diese Analyse veröffentlicht wird, können sich die Dinge bereits dramatisch verändert haben. Mein Ziel ist es heute nicht, die USA oder die EU zu betrachten, sondern das, was ich für eine große Veränderung in der russischen Politik halte.

Zum jetzigen Zeitpunkt sollten wir die Ausweisungen der drei EU-Diplomaten nicht als etwas anderes als einen „Schuss vor den Bug“ betrachten, als einen Hinweis darauf, dass sich der Wind gedreht hat. Aber diese Ausweisungen sind nicht groß genug, um sie als echte, schmerzhafte Vergeltung zu qualifizieren. Warum?

Weil der eigentliche Schlag ins kollektive Gesicht der EU die Pressekonferenz von Lawrow und Borrel war, in der Lawrow wirklich einmalig direkt und offen war.

https://thesaker.is/compare-contrast-and-analise-mr-lavrov-and-mr-borrell/

Zum Beispiel sagte Lawrow unverblümt: „Wir gehen davon aus, dass die EU kein verlässlicher Partner ist, zumindest nicht in der jetzigen Phase. Ich hoffe, dass in Zukunft die strategische Aufmerksamkeit auf das grundsätzliche Interesse der EU an ihren engsten Nachbarn gerichtet wird und dass die Gespräche, die wir heute geführt haben, die Bewegung in eine konstruktivere Richtung fördern werden. Wir sind dazu bereit“.

Übersetzt aus dem Diplomatensprech bedeutet das im Klartext: 1) wir haben die Nase voll von euch und 2) wir brauchen euch nicht.

Diese unverblümte Aussage war der Auslöser für die anschließende Hysterie in Brüssel, dass Borrel von den Russen schlecht behandelt worden sei, und für Borrels anschließende Erklärung, dass „Russland keinen konstruktiven Dialog will“. Und dass die EU nun entscheiden müsse, ob sie sich Russland weiter annähern oder sich von einem Land distanzieren wolle, das in den Autoritarismus abrutscht.

[Randbemerkung: Im westlichen Sprachgebrauch wird der Grad des „Demokratismus“ oder „Autoritarismus“ allein durch die Bereitschaft eines Landes definiert, Statthalter des Imperiums zu sein. Nach dieser Definition sind alle souveränen Länder „Diktaturen“ und alle AngloZionistischen Satrapien sind Musterknaben der Demokratie].

Hat der russische Bär genug?

Gerade vor zwei Wochen schrieb ich, dass mit „Biden“ im Weißen Haus der Kreml muss jetzt seine Gangart wechseln muss. Und ich glaube, das ist genau das, was wir heute sehen. Hier sind meine Beweise:

— Der Ton des Russen hat sich geändert und ist viel direkter und unverblümter.

— Die Tatsache, dass die drei EU-Diplomaten ausgewiesen wurden, während Borrel in Moskau war, war ein ganz bewusster Schlag in das kollektive Gesicht der EU.

— Der Ton in den russischen Medien hat sich ebenfalls geändert. Journalisten und Experten bringen ihre Abscheu gegenüber der EU zum Ausdruck und fordern weniger Worte und mehr Taten.

— Die NS2-Lobby in Russland (die für eine Politik der totalen Nicht-Konfrontation zumindest bis zur Fertigstellung von NS2 eintrat) ist im öffentlichen Diskurs eher abwesend. Das könnte bedeuten, dass diese Lobby das Handtuch geworfen hat oder dass der Block, den ich als „eurasische Souveränisten“ bezeichne, NS2 nicht als lebenswichtig für Russland betrachtet (sie haben übrigens recht) und dass es viel wichtiger ist, die EU unter Druck zu setzen (auch hier stimme ich ihnen zu).

— Der andere antirussische Rachefeldzug der EU, ich beziehe mich auf den jüngsten Versuch, Lukaschenko zu stürzen, ist ebenfalls gescheitert. Diese PsyOp war jedoch so grob und plump, und die EU handelte mit einer solchen Arroganz, dass sie Russland wirklich keine andere Wahl ließ, als zu handeln, nicht nur durch das Fliegen von Tu-160 entlang der weißrussischen Grenze oder durch den Verkauf von S-400, sondern auch durch höchst symbolische diplomatische Gegenmaßnahmen.

— Die russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte (2 Su-24M, 2 Su-27 und 2 Su-30SM) haben Scheinraketenangriffe auf USNavy-Schiffe durchgeführt, sobald diese in die südlichen Gewässer des Schwarzen Meeres einfuhren. [Anmerkung: Am selben Tag führten chinesische Flugzeuge einen Scheinangriff auf einen US-Träger im Pazifik durch.]

— Russland hat nun sowohl das Kh-35 (Bal) als auch das formidable Bastion-Küstenraketenabwehrsystem eingesetzt. Dies – kombiniert mit den gewaltigen Fähigkeiten des südlichen Militärbezirks und der Schwarzmeerflotte – macht das gesamte Schwarze Meer zu einem Schießplatz und jedes feindliche Schiff zu einem leichten Ziel für die Russen. Offensichtlich haben die Russen die Nase voll von der Arroganz der USNavy.

— Verteidigungsminister Schoigu hat gerade angekündigt, die Produktion von Hochpräzisions- und Hyperschallwaffen stark zu erhöhen.

Dies sind nur einige Beispiele für eine viel längere Liste von Veränderungen, die sich vor unseren Augen abspielen.

Bislang hat die EU diese Botschaften überhaupt nicht verstanden. Zumindest offiziell. Aber wenn ich mir die Auseinandersetzungen anschaue, die nicht nur über Borrels Reise stattfinden, sondern auch darüber, was mit Impfstoffen zu tun ist (The Lancet hat gerade einen großen Artikel mit dem Titel „Sputnik V COVID-19 vaccine candidate appears safe and effective“ veröffentlicht, der im Grunde besagt, dass all der westliche Unsinn darüber, dass Sputnik-V SOWOHL unsicher als auch unwirksam sei, Lügen waren), kann ich deutlich sehen, dass die EU-Herrscher ernsthaft besorgt sind. Im Moment sieht es wirklich so aus, als ob die EU den „COVID-Propagandakrieg“ verliert und dass all diese russophoben Staaten (außer den Hardcore-Spinnern von 3B+PU) nun Russland nach ihren Impfstoffen fragen müssen. Bis jetzt war die einzige offizielle Reaktion der EU die Ausweisung von 3 russischen Diplomaten und etwas Protest. Aber dies sind eindeutig die ersten Schüsse einer viel längeren Konfrontation zwischen Russland und der EU.

Der entscheidende Faktor, den man hier berücksichtigen muss, ist folgender: Während die Gesamtmacht der USA+NATO+EU+5EYES größer ist als die Russlands, macht die mentale Lähmung der EU-Führer die EU allein schon viel schwächer als Russland. Natürlich, da Bidens Administration ein „Who is Who“ der hysterischsten Russophoben ist, die man sich vorstellen kann, ist es wahrscheinlich, dass die USA sich einmischen und versuchen werden, die antirussischen Fraktionen in der EU zu unterstützen. In Anbetracht des Tons, den russische Beamte bei den jüngsten Provokationen der USN im Schwarzen Meer und im Japanischen Meer anschlugen, zweifle ich nicht an der Entschlossenheit des Kremls, sowohl mit Worten als auch mit Taten zu handeln.

Und dann gibt es noch die subtilen Drohungen, denen die breite Öffentlichkeit selten ausgesetzt ist. Das jüngste Beispiel ist ein hochspezialisierter Artikel mit dem Titel „Grundgedanken für den Kampfeinsatz der Luftfahrt zur Störung eines integrierten massiven Luftangriffs während einer multidomänen Operation des Feindes“, in dem erklärt wird, wie Russland einen NATO-Angriff stören und vereiteln könnte. Ich werde hier nicht auf alle (sehr interessanten) Details eingehen, sondern nur sagen, dass die Autoren erklären, dass Russland von einer Politik der Abschreckung durch Nuklearstreitkräfte zu einer Politik der (konventionellen) Abschreckung übergehen kann, indem es über die Mittel verfügt, „der NATO eine umfassende Niederlage (mit allen Waffentypen) im Rahmen von Präventivmaßnahmen unter den Bedingungen der Gefahr eines die Russische Föderation bedrohenden lokalen Krieges zuzufügen“. In Wahrheit ist dies nicht der einzige russische Fachartikel, in dem die Zukunft der Kriegsführung diskutiert wird, und was diesen wirklich einzigartig macht, ist, dass ausgerechnet RT beschlossen hat, einen Artikel darüber zu veröffentlichen, mit dem Titel „Russische Luftwaffenexperten veröffentlichen Plan zur Neutralisierung der NATO-Kräfte im totalen Krieg mit Bombenangriffen“. Das sieht wirklich so aus, als wollte der Kreml absolut sichergehen, dass westliche Politiker (im Gegensatz zu westlichen Militäranalysten, die dieses Zeug ohnehin täglich lesen) lange und gründlich darüber nachdenken, was die militärischen Pläne der USA für die NATO wirklich bedeuten würden.

Und dann ist da noch das Ergebnis der polnischen militärischen Kommando-Stabsübung Winter-20, die – ich will euch nicht veräppeln – dazu führte, dass Russland das polnische Militär in nur 5 Tagen komplett besiegte! (Für Details, siehe: https://theanfieldnoise.com/t/simulated-results-of-the-polish-winter-20-exercise/1658

oder

https://vpk.name/en/483776_surrendered-in-a-matter-of-days-how-poland-lost-in-the-war-with-russia.html

oder

https://verietyinfo.com/polandeng/exercise-winter-20-fight-for-the-most-important-position-in-the-army/

Auch hier gibt es nichts wirklich Neues. Die USA und/oder die NATO haben viele Übungen durchgeführt, bei denen die „russischen Horden“ die „Kräfte der Demokratie und des Fortschritts“ besiegten. Und wieder lag der wirkliche Unterschied in der russischen Berichterstattung über diese Nachricht: Zum ersten Mal machten sich die Russen offen über die NATO und die (immer paranoiden und wahnsinnig russophoben) Polen lustig. In Wahrheit wussten die Russen schon immer, dass das polnische Militär bei pompösen Zeremonien und Paraden ebenso gut ist wie auf dem Schlachtfeld, aber diese Art von offener Verachtung ist etwas Neues, zumindest von den staatlich unterstützten Medien.

https://rg.ru/2021/02/02/pochemu-polskie-generaly-za-piat-dnej-proigrali-vojnu-s-uslovnym-protivnikom.html

Bislang hat sich die EU offensichtlich nicht mit dieser neuen Realität abgefunden. Der neueste (atemberaubend dumme) Plan der EU, zu versuchen, „Putin“ zu erschrecken (hier ist „Putin“ der kollektive Kreml-Buhmann, nicht unbedingt VVP persönlich): Swetlana Tichanowskaja hat die Frau von Nawalny, Julia, dazu aufgerufen, „die Präsidentin Russlands“ zu werden. Ja, im Ernst. Julia Navalnaya als Präsidentin von Russland!

Was Navalnyis Unterstützer in der EU betrifft, so haben sie beschlossen, eine russische Regierung im Exil zu schaffen. Auch das ist kein Scherz. Übrigens erklärte der „Außenminister“ dieser „russischen Exilregierung“, Leonid Wolkow, zunächst, dass die illegalen Unruhen gestoppt werden sollten, nur um von seinen Handlangern eines Besseren belehrt zu werden. Er machte sofort eine erforderliche 180 Grad Kehre und erklärte, dass die Proteste wieder aufgenommen werden. Dies ist, wie Maria Sacharowa unverblümt, und sehr offiziell, auf Facebook auf seinen „Sinneswandel“ reagierte: (minimal korrigierte Maschinenübersetzung):

NATO verdoppelt den Einsatz

Am 4. Februar 2021 erklärte Wolkow, dass die Proteste in Russland abgesagt wurden und im Frühjahr und Sommer wieder aufgenommen werden. „Wir werden am nächsten Wochenende keine Kundgebung abhalten… Die Protestwelle muss auf einem Höhepunkt enden. Denn wenn wir weiter schwächer werden, wird es für alle furchtbar demotivierend und frustrierend sein… Wir werden uns gut vorbereiten und sowohl im Frühjahr als auch im Sommer etwas Großes abhalten. Wir werden niemals unsere Forderungen aufgeben.“ Dann, am 9. Februar 2021, änderte Wolkow seine Meinung und kündigte an, dass die Kampagne im Februar weitergehen wird. „Wir werden es viel schwieriger machen“, fügte er hinzu. Was geschah zwischen dem 4. und 9. Februar und zwang die „Opposition“ zu einer radikalen Änderung der Taktik? Alles ist ganz einfach – am 8. Februar 2021 fand in der Ständigen Vertretung Polens bei der EU in Brüssel ein Online-Treffen mit Wolkow und Aschurkow statt, an dem EU-Länder, die Vereinigten Staaten und Großbritannien teilnahmen. Und in der Tat – das war ein Treffen der NATO-Länder. Die NATO-Mitglieder instruierten die „Opposition“, und in der Tat ihre Einfluss-Agenten, wie man weiterhin „schlauer“, subversive Arbeit durchführt. Zu viel Geld und Ressourcen hat der Westen bereits in diese Geschichte investiert, um bis zum Frühjahr zu warten. Ihnen ist klar: Im Frühjahr wird die vom Westen aufgepumpte Informationskampagne verpuffen. Sie können nicht mehr mit dem Thema „Chemiewaffen“ jonglieren, ohne die Fakten zu präsentieren – sie stehen mit dem Rücken zur Wand. Also verdoppeln sie den Einsatz.

Was Nawalny und seine Unterstützer betrifft, war Sacharowa sogar noch direkter und sagte: „Hören Sie auf, sie Opposition zu nennen, es sind NATO-Agenten!“.

Wie ich schon oft erklärt habe, verdoppeln westliche Politiker nicht, wenn sie sich stark fühlen, sie verdoppeln, wenn sie sich schwach fühlen und wenn sie ihre Hoffnung auf die Bereitschaft der anderen Seite setzen, nicht ernsthaft weiter zu eskalieren.

Und um sicher zu gehen, dass das Imperium den Kampf um die „Herzen und Köpfe“ des russischen Volkes gewinnen kann, setzen die Briten jetzt (wieder) auf Pussy Riot, um ein Lied zur Unterstützung der Proteste zu veröffentlichen. Nochmals: Das klingt zwar wie ein Scherz, ist es aber nicht.

Jetzt kommt das Beste: Es deutet vieles darauf hin, dass die EU, wieder unter dem frommen Vorwand der „Solidarität“, den 3B+PU-Politikern folgen und, wenn schon nicht eine solche Exilregierung anerkennen, so doch zumindest ihre Mitglieder als echte Beamte behandeln wird. Das soll wohl auch den Kreml in Angst und Schrecken versetzen. Aber wenn das das Beste ist, was der EU einfällt, können VVP und das russische Volk in Ruhe schlafen.

Wie geht es also weiter?

Vorhersagen zu treffen ist eine schwierige Sache, wenn es sich 1) um Länder mit begrenzter Handlungsfähigkeit/Souveränität und 2) um Länder handelt, die von inkompetenten/einfältigen Politikern geführt werden. Die vielen Theorien zur Abschreckung, die es gibt, gehen alle von einem sogenannten „rationalen Akteur“ und einem wirklich souveränen Staat aus. Sicher ist, dass das Imperium und seine EU-Protektorate nur das verstärken werden, was ich als „kleinliche Schikanen“ bezeichne, um zu versuchen, Russland zu beleidigen und zu demütigen. Sachen wie diesen Mist:

Als Reaktion auf solche „Wadenbeißer“ wird Russland zwei Dinge tun: Jeden Anschein von Diplomatie fallen lassen und diese „Wadenbeißer“ als das anprangern, was sie sind (Provokationen) und sich weiter an Zone B (aka „zuverlässige Partner“) für Partnerschaften wenden. Russland wird den Europäern auch unverblümt vor Augen führen, welche Risiken sie mit ihrem unüberlegten Säbelrasseln an der russischen Grenze eingehen. Traurigerweise bedeutet dies wahrscheinlich, dass die russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte und die Marine den Befehl haben werden, jedes Flugzeug oder Schiff anzugreifen, das Russland bedroht (bisher sind dies nur Gerüchte, aber sie sind hartnäckig und scheinen starken Rückhalt in der Duma zu haben). Dies ist eine sehr gefährliche Entwicklung, da westliche Politiker, die in erster Linie ideologische (und daher wahnhafte) Kreaturen sind, es immer vorziehen werden, ein (kopfloses) Feiglingsspiel (game of chicken) zu spielen, in der Hoffnung, dass der andere nachgibt. Die Tatsache, dass der „andere“ (sowohl der russische als auch der chinesische) in der Vergangenheit tatsächlich einen Rückzieher gemacht und sich zurückgehalten hat, ermutigt westliche Politiker nur noch mehr, immer weiter nachzulegen, egal was passiert. Aus diesen Gründen würde ich die Wahrscheinlichkeit eines tatsächlichen militärischen Zusammenstoßes zwischen USA/NATO und/oder Russland/China als „wahrscheinlich im Jahr 2021“ bezeichnen. Was die Zukunft von NS2 angeht, bin ich immer davon ausgegangen, dass die EU-Politiker ihre Euros zählen können und erkennen, dass die EU dieses Projekt viel mehr braucht als Russland. Ehrlich gesagt, bin ich mir da jetzt nicht mehr so sicher: Auf die geistigen Fähigkeiten eines kopflosen Huhns zu zählen, ist wahrscheinlich keine gute Idee! Genauso wenig wie auf den Mut jener Art von Politikern zu zählen, die Boris Johnson einmal als „supine invertebrate protoplasmic jellies“ bezeichnet hat.

Es scheint, dass sich Russland und die EU auf direktem Kollisionskurs befinden. Offen gesagt begrüße ich das, trotz der offensichtlichen Gefahren. Und warum? Weil nichts außer einer echten Konfrontation die EU-Politiker aus dem La-La-Land, in dem sie derzeit leben, in die reale Welt zurückholen kann. Der russische Bär muss das kopflose Huhn umhauen. Und zwar hart.

The headless chicken and the bear

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/headless-chicken-09-02-2021/

Diskussionen

2 Gedanken zu “Die kopflosen Hühner und der Bär

  1. Einer der aktivsten Spammer der Welt war Peter Yuryevich Levashov.
    Auch bekannt als Peter Severa, oder „Peter des Nordens“.
    Levashov hatte lange Zeit das Kelihos-Botnet betrieben,
    ein globales Netzwerk infizierter Computer, die Postfächer weltweit
    mit Spam überschwemmten, Bankdaten von infizierten Benutzern stahlen
    und Malware über das Internet verbreiteten.
    Levashovs Organisation hatte über 100.000 Computer weltweit unter Kontrolle.

    Das Genick gebrochen hat ihm am Ende grob fahrlässige Unvorsicht.
    Er hat die grundlegenden Cybersecurity-Regeln missachtet:
    Er benutzte dieselben Anmeldedaten für sein kriminelles Imperium
    wie bei seinen rpvaten Accounts wie zum Beispiel iTunes.

    Die spanische Polizei verhaftet den aus St. Petersburg stammenden Levashov
    während seines Urlaubs mit seiner Familie.

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    Verfasst von Russentonne | 14. Februar 2021, 1:47
  2. Sehr aufschlussreich ist eine genauere Betrachtung vom Bonanza Medien Projekt. Gegründet 2019 von Yana Yerlashova dem niederländischen Kollaborateur Max van der Werff. Hat beste Verbindungen und verschafft Informanten und Agenten illegal grenzüberschreitenden Zugang in die Ukraine. Verteilte vertrauliche interne Dokumente des offiziellen MH17-Untersuchungsausschuss. Von der Geheimdienstabteilung Abteilung für Cyberkriegsführung gehackt und wies Bonanza Media an diese zu veröffentlichen. Schon vor der Gründung von Bonanza Media hatte Max van der Werff Kontakt zu den vom Miltär unterstützten Separatisten in der Ostukraine. Dort strickte er das Narrativ über die angeblich fehlende Schuld am versehentlichen Abschuss von MH17 im Glauben eine ukrainische Transportmaschine abzuschiessen. 2016 wurde von von Tatyana Egorova vom Desinformationsministerium vom Donezker Phantasialand. Die Egorova Leaks enthielten den gesamten Posteingang von Mail.ru-Konten von DNR-Beamten, die „Regierungs“-Geschäfte abwickelten, (typisch auch für für Weissrussland und diverse andere separatistischen „Republiken“). Diese E-Mails enthalten eine bachtliche Menge von Korrespondenz mit Max van der Werff, in denen er grosszügig Ratschläge zur öffentlichen Nachrichtenübermittlung rund um den MH17-Absturz gibt, und um direkten Zugang zu Material bittet, um ihm bei seiner Desinformatiomnskapagne zu unterstützen. Ausserdem erbat van der Werff Zugang zur DNR, woraufhin er einen Scan seines Passes an Egorova schickt und sie ihm eine Gehmigung über Oberst Chebanov und General Ilchenko organisierte.

    Klicke, um auf jqaa027.pdf zuzugreifen

    https://news.err.ee/1608090028/daily-diplomat-gets-covid-19-vaccine-in-narva-ahead-of-returning-to-russia

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    Verfasst von HYPER_BOLISCH | 13. Februar 2021, 21:34

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