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Ausland, Welt

Alle Pandemien der Vergangenheit waren das Produkt von dekadenten Gesellschaften, die von Covid-19 ist keine Ausnahme

von https://de.internationalism.org/

2017 zeigte die Wissenschaftsjournalistin Laura Spinney in ihrem Buch 1918 – Die Welt im Fieber (Originaltitel Pale Rider), wie der internationale Kontext und die Funktionsweise der Gesellschaft im Jahr 1918 entscheidend zum Ausgang der sogenannten „Spanischen“ Grippe-Pandemie beitrugen: „Im Grunde hat uns die Spanische Grippe gelehrt, dass eine weitere Grippe-Pandemie unvermeidlich ist, dass aber ihr Gesamtzoll – ob 10 oder 100 Millionen Opfer – allein von der Welt abhängt, in der sie auftritt“. Da die Welt seit einigen Monaten mit Covid-19 konfrontiert ist, bringt uns diese Lektion dazu, uns zu fragen, was diese Pandemie uns über die Welt, in der wir leben, lehrt.

Die Verbindung zwischen der Entwicklung einer Infektion einerseits und der Organisation und dem Zustand der Gesellschaft andererseits ist nicht nur bei der Spanischen Grippe von 1918-1920 gegeben. In der Tat entdeckte der Marxismus, dass im Allgemeinen die Produktionsweise einer Epoche die gesellschaftliche Organisation bedingt und damit auch alles, was die Individuen betrifft, die diese Gesellschaft ausmachen.

Von der Pest im Römischen Reich bis zu Covid-19

In der dekadenten Zeit des Weströmischen Reiches ermöglichten es die Existenzbedingungen und die Expansionspolitik des Reiches, dass sich der Pestbazillus spektakulär ausbreiten und ein wahres Massensterben unter der Bevölkerung verursachen konnte: „Die öffentlichen Bäder waren Brutstätten; die Abwasserkanäle stagnierten unter den Städten; die Kornkammern waren ein Segen für die Ratten; die Handelswege, die das ganze Reich verbanden, ermöglichten die Ausbreitung von Epidemien vom Kaspischen Meer bis zum Hadrianswall mit einer bis dahin unbekannten Effizienz“.[1]

Der Schwarze Tod, der im 14. Jahrhundert in Europa wütete, fand die Bedingungen für seine Ausbreitung sowohl in der Entwicklung des Handels mit Asien, Russland und dem Nahen Osten als auch in der Entwicklung des Krieges, insbesondere in Verbindung mit der Islamisierung der asiatischen Regionen.

Diese beiden Pandemien trugen wesentlich zum Niedergang der Sklaverei und der mittelalterlichen Gesellschaften bei, indem sie wichtige Teile der Gesellschaft zerstörten und sie desorganisierten. Es waren nicht Krankheiten, die den Zusammenbruch dieser Produktionssysteme herbeiführten, sondern vielmehr der Verfall dieser Systeme, der die Verbreitung von Infektionserregern begünstigte. Sowohl die Justinianische Pest als auch die Schwarze Pest haben zu einer Zerstörung beigetragen, die bereits in vollem Gange war, und diese zweifellos stark beschleunigt.

Seit dem Aufkommen des Kapitalismus sind Krankheiten ein ständiges Hindernis für das reibungslose Funktionieren der Produktion, indem sie die für die Wertschöpfung unverzichtbaren Arbeitskräfte außer Gefecht setzen. Sie sind immer auch ein Hindernis für imperialistische Aktivitäten gewesen, indem sie die auf den Schlachtfeldern mobilisierten Männer geschwächt haben.

Als der Virus der Spanischen Grippe begann, die Menschheit zu infizieren, brauchte die kapitalistische Welt mehr denn je menschliche Kraft auf höchstem Effizienzniveau. Diese Notwendigkeit war jedoch an Bedingungen geknüpft, die selbst der Nährboden für eine Pandemie waren, die zwischen 50 und 100 Millionen Menschen oder zwischen 2,5 und 5 % der Weltbevölkerung dahinraffte. Die Welt der Spanischen Grippe war eine Welt im Krieg. Der Erste Weltkrieg, der vier Jahre zuvor begonnen hatte und kurz vor seinem Ende stand, hatte bereits die neue Welt geprägt, eine Welt der kapitalistischen Dekadenz, der festgefahrenen Wirtschaftskrisen und der immer stärker werdenden imperialistischen Spannungen.

Aber der Krieg war noch nicht vorbei. Die Truppen waren immer noch an der Front und im Hinterland zusammengepfercht, was eine ansteckungsfördernde Umgebung schuf. Insbesondere der Transport der Soldaten von Amerika nach Europa erfolgte per Schiff unter erbärmlichen Bedingungen: Das Virus war weit verbreitet und die Männer landeten natürlich mit dem Virus in sich, ansteckend für die lokale Bevölkerung. Nach Kriegsende waren die Demobilisierung und Rückkehr der Soldaten in ihre Heimat ein starker Faktor der Ausbreitung der Epidemie, zumal die Soldaten durch vier Jahre Krieg geschwächt, unterernährt und ohne die geringste Versorgung waren.

Wenn wir über die Spanische Grippe sprechen, denken wir zwangsläufig an Krieg, aber der Krieg ist bei weitem nicht der einzige Faktor, der die Ausbreitung der Krankheit erklärt. Die Welt von 1918 war eine Welt, in der der Kapitalismus seine Produktionsweise bereits überall dort durchgesetzt hatte, wo ihn seine Interessen dazu zwangen, und schuf entsetzliche Ausbeutungsbedingungen. Es war eine Welt, in der die Arbeiter und Arbeiterinnen massenhaft untergebracht waren, zusammengepfercht in der Nähe von Fabriken, in Vierteln, in denen es Umwelt- und Luftverschmutzung, Unterernährung und einen allgemeinen Mangel an Gesundheitsdiensten gab. Es war eine Welt, in der der kranke Arbeiter ohne Versorgung nach Hause in sein Dorf geschickt wurde, wo er am Ende die meisten Leute ansteckte. Es war eine Welt von Bergleuten, die den ganzen Tag in unterirdischen Schächten eingesperrt waren, Gestein abbauten, um Kohle oder Gold zu gewinnen, mithilfe von Chemikalien, die ihren Körper ruinierten und ihr Immunsystem schwächten, und die nachts in engen Baracken untergebracht waren. Es war auch die Welt der Kriegsanstrengungen, in der das Fieber den Arbeiter nicht daran hindern sollte, in die Fabrik zu gehen, selbst wenn es bedeutete, alle Arbeiter vor Ort anzustecken.

Ganz allgemein war die Welt der Spanischen Grippe auch eine Welt, in der das Wissen über den Ursprung der Krankheiten und die Vektoren der Ansteckung im Allgemeinen unbekannt waren. Die Keimtheorie, die die Rolle von körperexternen Infektionserregern bei der Krankheit in den Vordergrund schob, steckte noch in den Kinderschuhen. Obwohl man begann, Mikroben zu beobachten, wurde die Existenz von Viren nur von wenigen Wissenschaftlern vermutet: Zwanzigmal kleiner als ein Bakterium, war ein Virus zu dieser Zeit mit optischen Mikroskopen nicht beobachtbar. Die Medizin war noch wenig entwickelt und für die große Mehrheit der Bevölkerung unzugänglich. Traditionelle Heilmittel und Glaubensvorstellungen aller Art dominierten den Kampf gegen diese unbekannte, erschreckende und oft verheerende Krankheit.

Das Ausmaß der menschlichen Katastrophe, die durch die Spanische Grippe-Pandemie verursacht wurde, hätte sie zur letzten großen Gesundheitskatastrophe für die Menschheit machen sollen. Die Lehren, die daraus hätten gezogen werden können, die Anstrengungen, die auf die Erforschung von Infektionen hätten gerichtet werden können, die beispiellose Entwicklung der Technologie seit dem Aufkommen des Kapitalismus hätten dazu führen können, dass die Menschheit den Kampf gegen die Krankheit gewinnt.

Gesundheitspolitik in den Diensten der kapitalistischen Ausbeutung

Die Bourgeoisie ist sich der Gefahr bewusst geworden, welche die Gesundheitsfragen für ihr System darstellen. Dieses Bewusstsein ist nicht in irgendeiner menschlichen oder fortschrittlichen Dimension zu sehen, sondern nur als Wille, die Arbeitskraft so wenig wie möglich zu schwächen, sie so produktiv und profitabel wie möglich zu halten. Dieser Wille war bereits in der Zeit des Aufstiegs des Kapitalismus nach der Cholera-Pandemie in Europa in den Jahren 1803 und 1840 aufgekeimt. Die Entwicklung des Kapitalismus ging einher mit einer Intensivierung des internationalen Handels und gleichzeitig mit der Erkenntnis, dass Grenzen keine Krankheitserreger aufhalten.[2] So begann die Bourgeoisie bereits 1850, mit den ersten internationalen Konventionen und vor allem mit der Gründung des Internationalen Amtes für öffentliche Hygiene (OIHP) im Jahr 1907 eine multilaterale Gesundheitspolitik zu betreiben. Zu dieser Zeit war das Vorhaben der Bourgeoisie offensichtlich, da diese Maßnahmen im Wesentlichen auf den Schutz der Industrieländer und den Schutz ihres Handels ausgerichtet waren, der für das Wirtschaftswachstum unerlässlich war. Das OIHP umfasste nur dreizehn Mitgliedsländer. Nach dem Krieg schuf der Völkerbund ein Hygienekomitee, dessen Berufung bereits internationaler war (seine Tätigkeit betraf etwa 70 % des Planeten), dessen erklärtes Programm aber immer noch darauf abzielte, durch die Förderung der Hygienepolitik sicherzustellen, dass alle Rädchen der kapitalistischen Maschine optimal funktionierten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam mit der Gründung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und vor allem mit einem Programm zur Verbesserung der Gesundheit, dass sich nicht nur an die Mitgliedsstaaten, sondern an die gesamte Weltbevölkerung richtete, eine systematischere Herangehensweise an das Thema Gesundheit auf. Ausgestattet mit beträchtlichen Ressourcen, organisiert und finanziert die WHO Operationen zu vielen Krankheiten mit einem starken Schwerpunkt auf Prävention und Forschung.

Auch dahinter sollte man natürlich nicht eine plötzliche humanitäre Berufung der herrschenden Klasse sehen. Aber in einer Welt, die sich mitten im Kalten Krieg befand, wurde die Gesundheitspolitik als ein Mittel gesehen, um sicherzustellen, dass man, sobald der Krieg zu Ende war, auf die größtmögliche und produktivste Arbeitskraft zurückgreifen konnte, insbesondere während der Zeit des Wiederaufbaus – und auch später, um die Präsenz und die Herrschaft über die Entwicklungsländer und ihre Bevölkerungen aufrechtzuerhalten; die Gesundheitsvorsorge wurde als eine weniger kostspielige Lösung angesehen als die Behandlung der Kranken in Krankenhäusern.

Gleichzeitig haben sich Forschung und Medizin weiterentwickelt, was zu einer besseren Kenntnis der Infektionserreger, ihrer Funktionsweise und ihrer Bekämpfung geführt hat, insbesondere mit Antibiotika, die es ermöglichen, eine wachsende Zahl von Krankheiten bakteriellen Ursprungs zu heilen, und mit der Entwicklung von Impfstoffen. So sehr, dass die Bourgeoisie bereits in den 1950er Jahren zu glauben begann, dass die Schlacht gewonnen sei und viele Infektionskrankheiten nun der Vergangenheit angehörten: Die Entwicklung von Impfungen, insbesondere für Kinder, und der Zugang zu besserer Hygiene führten dazu, dass Kinderkrankheiten wie Masern oder Mumps selten wurden, dass die Pocken sogar ausgerottet wurden, ebenso wie die Kinderlähmung fast auf der ganzen Welt eliminiert wurde.[3] Das Kapital sollte nun auf eine unverwundbare, immer verfügbare und ausbeutbare Arbeitskraft zählen können.

AIDS, SARS, Ebola… Anzeichen für den Rückzug der kapitalistischen Herrschaft über die Natur

Die anarchische Entwicklung des Kapitalismus in seiner Dekadenzphase, die zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts begann, hat einen starken demographischen Wandel, zunehmende Umweltzerstörung (insbesondere Abholzung), verstärkte Vertreibung von Menschen, unkontrollierte Verstädterung, politische Instabilität und Klimawandel hervorgebracht, alles Faktoren, die das Auftreten und die Verbreitung von Infektionskrankheiten begünstigen.[4] So tauchte Ende der 1970er Jahre ein neues Virus in der Menschheit auf und verursachte die bis heute andauernde AIDS-Pandemie. Die Hoffnungen der Bourgeoisie schwanden so schnell, wie sie entstanden waren. Denn zur gleichen Zeit trat das kapitalistische System in die letzte Phase seiner Existenz ein, nämlich in die seines Zerfalls. Die Entwicklung der Ursprünge und Folgen des Zerfalls des Kapitalismus ist nicht der Gegenstand dieses Artikels. Wir können jedoch feststellen, dass die eklatantesten Erscheinungen dieser Zersetzung sehr schnell die Gesundheitsfragen betrafen: das Jeder-für-sich, die kurzfristige Sichtweise und der fortschreitende Verlust der Kontrolle der Bourgeoisie über ihr System, all dies in einem Kontext einer immer tieferen und immer schwerer zu bekämpfenden Wirtschaftskrise.

Heute sticht die COVID-19-Pandemie als beispielhafter Ausdruck des kapitalistischen Zerfalls hervor. Sie ist das Ergebnis einer wachsenden Unfähigkeit der Bourgeoisie, eine Frage in die Hand zu nehmen, die sie selbst bei der Gründung der WHO im Jahr 1947 als Grundsatz festgelegt hatte: alle Bevölkerungen auf das höchstmögliche Gesundheitsniveau zu bringen. Ein Jahrhundert nach der Spanischen Grippe haben sich die wissenschaftlichen Kenntnisse über Krankheiten, deren Entstehung, Infektionserreger und Viren auf ein absolut unvergleichliches Niveau entwickelt. Die Gentechnik ermöglicht es heute, Viren zu identifizieren, ihre Mutationen zu verfolgen und wirksamere Impfstoffe herzustellen. Die Medizin hat immense Fortschritte gemacht und sich zunehmend gegen Traditionen und Religionen durchgesetzt. Sie hat auch eine sehr wichtige präventive Dimension angenommen.

Allerdings dominieren angesichts von COVID-19 die Ohnmacht der Staaten und die Panik vor dem Unbekannten. Während es der Menschheit hundert Jahre lang allmählich gelungen ist, die Natur zu beherrschen, befinden wir uns nun in einer Situation, in der dies immer weniger der Fall ist.

Covid-19 war in der Tat alles andere als ein Strohfeuer: Natürlich gab es HIV, das als Erinnerung daran diente, dass neue Pandemien noch kommen würden. Seitdem hat es aber auch SARS, MERS, Schweinegrippe, Zyka, Ebola, Chikungunya, Prionen, etc. gegeben. Fast verschwundene Krankheiten wie Tuberkulose, Masern, Röteln, Skorbut, Syphilis, Krätze und sogar Kinderlähmung sind wiederaufgetaucht.

All diese Warnungen hätten zu mehr Forschung und vorbeugenden Maßnahmen führen müssen; dies ist nicht geschehen. Nicht wegen Nachlässigkeit oder schlechter Risikoeinschätzung, sondern weil der Kapitalismus mit dem Zerfall notwendigerweise immer mehr in einer kurzfristigen Sichtweise gefangen ist, die auch dazu führt, dass er allmählich die Kontrolle über die Regulierungsinstrumente verliert, die es bis dahin ermöglicht haben, den Schaden zu begrenzen, der durch den ungezügelten Wettbewerb aller Akteure in der kapitalistischen Welt untereinander entstanden ist.

In den 1980er Jahren gab es erste Kritiken von Seiten der WHO-Mitgliedsstaaten, die der Meinung waren, dass die Präventionspolitik zu kostspielig geworden sei, vor allem wenn sie nicht direkt dem eigenen nationalen Kapital zugutekam. Die Impfungen begannen abzunehmen. Der Zugang zu Medikamenten wurde durch Kürzungen im öffentlichen Gesundheitssystem erschwert. Auf dem Rückzug ist sie aber auch alternativen „Medikamenten“ gewichen, die sich aus dem irrationalen Klima nähren, das durch den Verfall gefördert wird. So sind hundert Jahre später die empfohlenen „Heilmittel“ gegen das Virus (SARS-CoV-2) die gleichen wie die, die für die Spanische Grippe empfohlen wurden (Ruhe, Diät, Flüssigkeitszufuhr), zu einer Zeit, als noch nicht bekannt war, dass die Ursache der Krankheit ein Virus war.

Die Wissenschaft als Ganzes verliert ihre Glaubwürdigkeit und damit auch ihre Kredite und Subventionen. Die Erforschung von Viren, Infektionen und der Mittel ihrer Bekämpfung wurde fast überall aus Mangel an Ressourcen eingestellt. Nicht, dass sie so teuer wäre, aber ohne sofortige Rentabilität wird sie zwangsläufig als zu teuer angesehen. Die WHO gibt ihre Tuberkulose-Aktivitäten auf und wird von den Vereinigten Staaten aufgefordert, sich auf die Krankheiten zu konzentrieren, die sie als vorrangig ansieht, oder sie riskiert, ihren finanziellen Beitrag zu verlieren (den größten, 25% der Einnahmen).

Die Bedürfnisse der Wissenschaft, die immer noch versucht, langfristig zu arbeiten, sind nicht mit den Zwängen eines Systems in der Krise vereinbar, das den dringenden Anspruch auf eine direkte Rendite für jede Investition stellt. Zum Beispiel gibt es zu einer Zeit, in der das Zika-Virus weltweit als Krankheitserreger anerkannt ist, der Geburtsfehler verursachen kann, fast keine Forschung und keinen Impfstoff in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium. Zweieinhalb Jahre später werden die klinischen Studien aufgeschoben. Das Fehlen eines profitablen Marktes zwischen den Epidemien ermutigt weder Regierungen noch Pharmaunternehmen, in diese Art von Forschung zu investieren.[5]

Der erhebliche Rückgang bei der Vorsorgepolitik: ein Spiegelbild einer Gesellschaft ohne Zukunft

Heute ist die WHO praktisch zum Schweigen gebracht, und die Erforschung von Krankheiten liegt in den Händen der Weltbank, die ihr einen Kosten-Nutzen-Ansatz aufzwingt (mit der Einführung ihres DALY-Indikators, der auf dem Kosten-Nutzen-Verhältnis bei der Anzahl verlorener Lebensjahre basiert).

Wenn also ein Coronavirus-Spezialist, Bruno Canard, von „einem Langzeitprojekt“ sprichtdas schon 2003 und mit dem Auftreten des ersten SARS hätte begonnen werden müssen“, und ein Virologen-Kollege, Johan Neyts, mit Bedauern feststellt, dass „wir für 150 Millionen Euro in zehn Jahren ein Breitspektrum-Antivirus gegen Coronaviren gehabt hätten, das wir den Chinesen schon im Januar hätten geben können. Wir wären nicht da, wo wir heute sind[6], so stellen sie sich gegen den Strom der aktuellen Dynamik des Kapitalismus.

So schrieb Marx bereits 1859 in seinem Beitrag Zur Kritik der Politischen Ökonomie: „Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung geraten die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen […]. Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um.“ Während die Menschheit über die wissenschaftlichen und technologischen Mittel zur Bekämpfung von Krankheiten wie nie zuvor verfügt, stellt die Aufrechterhaltung der kapitalistischen Organisation ein Hindernis für die Verwirklichung dieser Mittel dar.

So sieht sich die Menschheit im Jahr 2020, die in der Lage ist, lebende Organismen in all ihren Formen zu kennen und zu beschreiben, wie sie funktionieren, gezwungen, die Mittel einer Vergangenheit aufzugreifen, in der noch Obskurantismus herrschte. Die Bourgeoisie schließt ihre Grenzen, um sich vor dem Virus zu schützen, so wie im 18. Jahrhundert eine Mauer gebaut wurde, um die Provence zu isolieren, die von der Pest befallen war. Kranke oder krankheitsverdächtige Menschen werden unter Quarantäne gestellt, so wie während des Schwarzen Todes die Häfen für fremde Schiffe gesperrt wurden. Die Bevölkerung wird eingeschlossen, öffentliche Plätze werden geschlossen, Freizeitaktivitäten und Versammlungen verboten und Ausgangssperren verordnet – gleich wie es namentlich in den großen Städten der Vereinigten Staaten während der Spanischen Grippe der Fall war.

Seitdem ist also nichts mehr erfunden worden, und die Rückkehr dieser gewalttätigen, archaischen und überholten Methoden signalisiert die Ohnmacht der herrschenden Klasse angesichts der Pandemie.

Die Konkurrenz, dieses Fundament des Kapitalismus, verschwindet nicht angesichts des Ernstes der Lage: Jedes Kapital muss die anderen besiegen oder sterben. So versuchten die Staaten in einer Zeit, in der sich die Toten stapelten und die Krankenhäuser keinen einzigen Patienten mehr aufnehmen konnten, immer noch, die Ausgangssperren möglichst nach den Konkurrenten anzuordnen. Wenige Wochen später ging es darum, durch eine möglichst frühe Aufhebung des Lockdowns die Wirtschaftsmaschine so schnell wie möglich zu starten, um die Märkte des Konkurrenten zu erobern. All dies geschah mit Geringschätzung gegenüber der menschlichen Gesundheit und trotz der Warnungen der wissenschaftlichen Gemeinschaft über die fortbestehende Virulenz des SARS-CoV-2. Die Bourgeoisien sind unfähig, über das auf allen Ebenen der Gesellschaft herrschende Jeder-für-sich hinauszugehen, und scheitern, wie z.B. im Kampf gegen die globale Erwärmung, bei der Entwicklung gemeinsamer Strategien zur Bekämpfung von Krankheiten.

Justinians Pest beschleunigte den Untergang des Römischen Reiches und seines Sklavensystems; der Schwarze Tod löste den Untergang des Feudalsystems aus. Jene Pandemien waren das Produkt dieser dekadenten Systeme, in denen „die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen“ geraten, und gleichzeitig waren sie ein Beschleuniger ihres Untergangs. Die COVID-19-Pandemie ist ebenfalls das Produkt einer dekadenten (und sogar zerfallenden) Welt; auch sie wird ein Beschleuniger der Widersprüche eines veralteten und moribunden Systems sein.

Sollten wir uns darüber freuen, dass der Untergang des Kapitalismus durch die Pandemie beschleunigt wird? Wird der Kommunismus so entstehen können, wie der Kapitalismus auf den Trümmern des Feudalismus geboren werden konnte? Der Vergleich mit den Pandemien der Vergangenheit endet hier. In der Sklavenwelt und der feudalen Welt waren die Grundlagen einer Organisation, die dem von den Produktivkräften erreichten Entwicklungsstand entsprach, bereits in ihnen vorhanden. Die bestehenden Produktionsweisen stießen an ihre Grenzen und ließen Raum für die Durchsetzung einer neuen herrschenden Klasse, die bereits über angemessenere Produktionsverhältnisse verfügte. Am Ende des Mittelalters hatte der Kapitalismus bereits eine wichtige Rolle in der gesellschaftlichen Produktion eingenommen.

Der Kapitalismus ist die letzte Klassengesellschaft der Geschichte. Nachdem er fast die gesamte menschliche Produktion unter seine Kontrolle gebracht hat, lässt er vor seinem Untergang keinen Raum für eine andere Organisation, und keine andere Klassengesellschaft könnte ihn ersetzen. Die revolutionäre Klasse, das Proletariat, muss zuerst das gegenwärtige System zerstören, bevor sie das Fundament für ein neues Zeitalter legt. Wenn eine Reihe von Pandemien oder anderer Katastrophen den Sturz des Kapitalismus herbeiführt, ohne dass das Proletariat reagieren und seine eigene Kraft durchsetzen kann, so wird die ganze Menschheit mitgerissen.

Was in dieser Periode auf dem Spiel steht, ist die Fähigkeit der Arbeiterklasse, der kapitalistischen Verantwortungslosigkeit zu widerstehen, allmählich die Gründe dafür zu verstehen und die historische Verantwortung zu übernehmen. So endet das oben erwähnte Zitat von Marx:

Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung geraten die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen […]. Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche der sozialen Revolution ein.

GD (Oktober 2020)


[1] Fatum. Das Klima und der Untergang des Römischen Reiches, Kyle Harper (2020).

[2] Vgl. A new Twenty-first century science for effective epidemics responseNature, Anniversary Collection n° 150 vol. 575, November 2019, S. 131.

[3] Ebd. S. 130

[4] Ebd.

[5] Ebd. S. 134

[6] „Covid-19 : sur la piste des futurs traitements“, Le Monde (6. Oktober 2020).

https://de.internationalism.org/content/2976/alle-pandemien-der-vergangenheit-waren-das-produkt-von-dekadenten-gesellschaften-die

Diskussionen

24 Gedanken zu “Alle Pandemien der Vergangenheit waren das Produkt von dekadenten Gesellschaften, die von Covid-19 ist keine Ausnahme

  1. Ausbreitung von Seuchen hat primär etwas mit hoher Besiedlungsdichte und mangelden sanitärer Angangen, verschmutzetem Trinkwasser und Hygiene zu tun. Deswegen ist das insbesondere für Asien und Afrika ein Problem.

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    Verfasst von Wallnsteyn | 1. Februar 2021, 19:03
  2. Leute, langsam merkt ihr aber, wie ihr verarscht werdet, wa ?

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    Verfasst von zivilistin | 1. Februar 2021, 4:55
    • So ist das jedesmal, wenn die alten Herrschaften sich verpieseln und ihre treuen sozialdemokratischen Priesterschaften im Stich lassen. Getrieben von ihrer Gewohnheit, das nichtsnutzige Gesinde unter der Moralknute der Kirche ihrer Herrschaften zu halten, rennen jene arbeitslos gewordenen armen Schweinepriester dann panisch auf die Straße, geißeln sich und rufen auf, Buße zu tun: Züchtigt euer sündiges Fleisch! Flagellanten werden diese rosa-grün-farbenen Vollpfosten geheißen. Manche treiben es sogar so weit, Beiträge wie den hier obigen zu verfassen. Und das selbstverständlich ganz ohne rot zu werden! Weil — ist ihre Farbe nicht.

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      Verfasst von No_NWO | 1. Februar 2021, 12:29
      • Schon im Mittelalter war bekannt, das ein ordentlicher Gestank Krankheiten fernhält.
        Und wenn man nie zum Arzt geht lebt man auch viel länger und sorgenfrei.
        Von wegen so ein Unsinn wie Hände Waschen und den Nachttopf nicht mehr aus dem Fenster kippen…

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        Verfasst von Brechdurchfall im Osten | 2. Februar 2021, 15:12
        • Thema verfehlt. Ein Arbeitsberater würde dir vorschlagen, Verfasser surrealistischer Romane und Geschichten zu werden. Da ist alles möglich, alles geschieht ohne Gebundenheit an irgendeine Logik. — Gut, ich versteh jetzt, daß du nichts verstehst. Dein Karma

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          Verfasst von No_NWO | 2. Februar 2021, 15:58
        • Es gibt sowas wie Karma gar nicht.

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          Verfasst von LZ | 2. Februar 2021, 18:24
        • Der Begriff Karma beschreibt einen einfachen Zusammenhang. Reinkarnationslehren kennen eine sich in der Gegenwart auswirkende Folge eines in einer zurückliegenden Inkarnation liegenden eigenen Handelns. Was logisch sinnvoll ist, um Inkarnationen als solche nicht als lustige Urlaubsflüge mißzuverstehen, sondern als eine Lebenskette mit dem Ziel kohärenter geistiger Weiterentwicklung innerhalb einer zu wachsender individueller Hoheit und Verantwortlichkeit führenden naturgeschichtlichen Evolution zu höheren Lebewesen hin: Ichentwicklung. Oder anders ausgedrückt: Nicht „der Mensch“ stammt vom Affen ab, sondern ein jeder war einmal einer. Was sich allerdings nicht beweisen läßt. (Doch wenn ich mir den einen oder anderen so anschaue…😁) Aus einem solchen Verständnis von Karma heraus sind unschöne Verhältnisse nicht ein mißgünstiges Schicksal, dessen armes Opfer einer wird, sondern ein Imperativ, der verlangt, sein eigenes Leben als engagiert und konstruktiv zu lösende individuelle Aufgabe anzunehmen: Ein großes Ja zu seinem jeweils ganz eigenen Leben mit seinen individuellen Höhen und Tiefen! Wohingegen der Hedonist sich sagt: „Ist ja sowieso egal. Hauptsache ich komm im Leben so gut wie möglich davon. Weil — ich hab bloß dies eine.“ Mal ganz doof gefragt: Was wäre wohl mit Marx, Engels oder Lenin geworden, wenn diese so hedonistisch materiell über ihre Leben gedacht hätten.

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          Verfasst von No_NWO | 2. Februar 2021, 20:34
        • Die Lehre von Karma unterstellt, daß menschliche Seelen sich immer neu inkarnieren und behauptet, daß moralisch gutes Leben zu einer besseren Wiedergburt führt und umgekehrt. Daraus ergibt sich, daß wer arm ist, selber Schuld ist, da er in einer früheren Inkarnation böse gelebt hat. So diente diese Lehre den tibetischen Feudalherren zur Rechtfertigung ihrer Klassenherrschaft und zur Niederhaltung von Widerstand.
          Es gibt keine Evolution zu einem „höheren Lebewesen“. „Höher“ stehen Lebewesen bei der Evolution allein dann und dadurch, daß sie sich besser an Lebensbedingungen anpassen können und so überleben, was nicht der Geringste zu tun hat mit irgendwelchen moralischen Kategorien.
          Natürlich haben Marx oder Lenin materialistisch über ihr Leben gedacht und keineswegs anthroposophistischem Obskurantismus gefrönt. Rudolf Steiner predigte den Glauben an Karma und Reinkarnation, Engel und Dämonen. Eine zentrale Komponente der Anthroposophie ist die Lehre von Karma. Steiner behauptete, die seelischen Anlagen, das körperliche Aussehen und Befnden, das Geschlecht und die soziale Position eines Menschen sowie sein Lebensweg seien durch das Karma bestimmt. Er sprach von einem „Karmakonto“. Wer eine Lungenentzündung bekommt, hat im früheren Leben ausschweifend gelebt und müsse jetzt gegen Luzifer kämpfen, lehrte Steiner.

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          Verfasst von LZ | 2. Februar 2021, 22:26
        • Von den verschiedenen Versionen von Karma lehne ich ganz so, wie auch ihr, all diejenigen ab, die sich als herrschaftsstützende Ideologien nutzen lassen. Es ist hier wieder einmal wie bei allem, daß es interessegeleitet hingebogen werden kann. Dem läßt sich einfach begegnen, indem auf innere Logik der Versionen geprüft wird. Diese fehlt bei Versionen, welche unschönes gegenwärtiges Geschehen als Bestrafung(!) für vergangene Übeltaten interpretieren. Was für ein Blödsinn, denn — wofür, bitte, sollte eine solche alberne und lächerliche Straflogik dienen, wenn nicht zur Ausbeutung und Unterdrückung! (Ich bezweifele übrigens, daß der naturwissenschaftlich weitreichend gebildete und bestens logisch denkfähige Rudolf Steiner jemals solchen Bullshit verbreitet hätte, wie ihr es darstellt. Der hatte seine Tassen alle im Schrank. Auf einem anderen Blatt seine Tätigkeit als Seher. Alles, was ich in die seherische Richtung hin von ihm gelesen habe, ist jedoch nicht mißbrauchsfähig. Es ist lediglich nicht autoritativ materialistisch. Um so besser.☺️)

          Kritisch sehe ich eure Philippika gegen Inkarnationslehren überhaupt. Denn diesen Realität zuzubilligen oder nicht, ist keine Frage mehr, die sich naturwissenschaftlich fundiert autoritativ entscheiden ließe. Es ist anzuerkennen, daß die Welt eine Art von «Ich bin, der ich bin» ist. Was niemanden von der Pflicht befreien könnte, sich innerhalb des Weltlichen an begründete Regeln und Verfahrensweisenbzu halten, an Rationalität.

          Naturwissenschaftlich läßt sich die erste aller Ursachen nicht bestimmen. Pragmatisch hier wäre daher, Kritik von religiösen Doktrinen im jeweiligen Einzelfall zu halten, aber nicht zu generalisieren. Nach meiner Auffassung haben Religionen und ihre Doktrinen sich ohnehin überlebt. Die Menschen wollen das alles nicht mehr, weil sie den Schwefel dahinter riechen. Also keine Panik, bitteschön. Es macht keinen überzeugenden Eindruck, dem religiösen Eifer mit religiösem Eifer beikommen zu wollen. Zumal es diesen religiösen Eifer so gut wie nicht mehr gibt. (Aber: Die Partei hat sowieso immer recht. Jedenfalls so lange, als ich den Vorsitz hätte.😂😂😂)

          Wo ihr und ich uns ganz sicher vollauf einig sein werden, ist die Ablehnung der infantilistischen östlichen New-Age-Suppen. Solche Albernheiten können allenfalls der Belustigung dienen. Unbedingt, und immer gern!

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          Verfasst von No_NWO | 2. Februar 2021, 23:27
        • „Ich bezweifele übrigens, daß der naturwissenschaftlich weitreichend gebildete und bestens logisch denkfähige Rudolf Steiner jemals solchen Bullshit verbreitet hätte, wie ihr es darstellt. Der hatte seine Tassen alle im Schrank“ No_NWO
          Steiner:
          „Nun haben wir gesehen, daß überall leitende Wesenheiten sind. Wir haben bei der Erde gesehen, wie höhere geistige Wesenheiten, Engel, Erzengel, Urkräfte, herabsteigen und wie sie da, wo sich die Menschheit noch nicht selber vorwärts helfen kann, die Menschheit leiten und sie zu einer gewissen Höhe fuhren. Es sind das die geistigen Wesenheiten der Hierarchien, die in früheren Zeiten ihre Vollendung und Reife erhalten haben. Wenn aber diese Höhe erreicht ist, wenn sozusagen die Geister, die aus himmlischen Höhen heruntersteigen, um die Völker zu leiten, wenn die Geister ihr Ziel erreicht haben, dann müssen andere geistige Wesenheiten sich zu Führern, sich zu Lenkern der entsprechenden Völker machen. Wenn die Völker über ihren Höhepunkt hinaus in einer gewissen Weise noch steigen sollen, dann müssen führende Persönlichkeiten freiwillig sich dazu hergeben, Träger zu sein höherer geistiger Wesenheiten; dann nur ist es möglich, dasjenige, was im ursprünglichen Plan lag, sozusagen um gewisse Stufen zu überschreiten, weiterzuführen. Aber eines muß in diesem Falle geschehen: Diejenigen, die da heruntersteigen in Wesenheiten, welche die Führer der Völker sein sollen, die nach einem bestimmten Punkte die Kultur weiterführen sollen, die müssen, weil sich Karma aufgesammelt hat, dieses Karma auf sich nehmen. Das ist das bedeutsame Gesetz von dem Auf sichnehmen des Karmas der Völker und Rassen. Von einem gewissen Zeitpunkte an müssen die führenden Persönlichkeiten das Völker- oder Rassenkarma in sich tragen, es übernehmen in einer gewissen Beziehung. Das ist das Wesentliche, daß solche Individualitäten, wie zum Beispiel Hermes eine war, übernehmen mußten, was im Karma ihres Volkes lag, was sich bis dahin in einem gewissen Grade aufgesammelt hatte. Diese Dinge sind auf dem einzelnen Planeten Spiegelbilder der großen kosmischen Vorgänge.“ (Lit.:GA 110, S. 147ff“

          Naturwissenschaftlich gebildet ? Bestens logisch denkfähig ? Wirklich alle Tassen im Schrank ? Rassenkarma ?

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          Verfasst von LZ | 2. Februar 2021, 23:51
        • In der Tat schwer verdaulich. Aber nicht absurd. Haben denn die nichtweißen „Rassen“ etwa kein ihnen von den Weißen auferlegtes Karma? Und zwar ganz faktisch durch massenhafte Traumatisierung? Das ist doch wohl unbestreitbar. Genauso vice versa: Tragen die Weißen nicht ein ganz faktisches Karma mit sich aufgrund der Verbrechen gegen die Nichtweißen? Hier zu sehen jene ja auch die Täter treffenden Traumatisierungen? Siehe PTBS bei Militärangehörigen nach Auslandseinsätzen. Oder die bei diesem Personenkreis sehr verbreitete Drogensucht (besonders US-Militärangehörige).

          Also nicht übereilt schießen, lz. Erst mal ein wenig sacken lassen, würde ich sagen. Nur weil etwas nicht in der Zeitung steht, ist es noch lange kein Schwachsinn.

          Und immer traten zu historisch neuralgischen Zeiten große Frauen und Männer in Erscheinung und verkörperten quasi den sich neuartig herausbildenden Willen ganzer Kollektive. Und nur, weil ihr die Existenz nichtkörperlicher bzw. geistiger Wesenheiten nicht für annehmbar haltet, heißt das nicht, daß es diese nicht gibt. Logisch, oder!? Was nicht heißen soll, ich würde eure Bedenken nicht verstehen wollen, denn solcherlei Annahmen bieten sich für Mißbrauch durch Kriminelle und Soziopathen geradezu an. Und erlaubt mir mal den Scherz, daß ihr euch selbstverständlich um das Wohl eurer Schäfchen in spe sehr sorgen müßt, wollt ihr doch deren Schäfer werden. Oder nicht!? (Hoffentlich nicht. Denn diesen kitschigen Parteiavantgarde-Quatsch lassen wir besser mal!) Doch um die Beine jetzt fest auf den Boden zu bekommen: Ist denn mehr Mißbrauch eines Großkollektivs denkbar, als hunderte Millionen in Angst und Schrecken zu versetzen mit einer „gefährlichen Pandemie“, die nichts als ein dreistester Betrug ist! Nase fassen, bitte!😁

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          Verfasst von No_NWO | 3. Februar 2021, 0:19
        • Nichtweisse Rassen haben kein ihnen von den Weißen auferlegtes Karma.
          Es ist nicht die weisse Rasse, welche anderen Leid zugefügt hat, sondern die imperialistische Kapitalistenklasse. Das Reden davon, daß eine Rasse Verbrechen gegen andere begangen hat, ist rassistisch weil es den tatsächlich entscheidenden Gegensatz der Klassen ausblendet. Der weisse Arbeiter trägt keinerlei Mitschuld an der Ausbeutung der Menschen in den Kolonien und der schwarze Kapitalist dort durchaus. Was zählt ist nicht die Hautfarbe, sondern die Klassenzugehörigkeit.
          Auch an den Völkermorden an Juden und Russen im letzten Jahrhundert tragen nicht „die Deutschen“ Schuld, sondern die Naziregierung. Andernfalls würde man den deutschen Widerstandskämpfer zum Schuldigen erklären. Ebenso tragen nicht „die Juden“ Schuld an der Vertreibung und Diskriminierung der Palästinenser, sondern die zionistische Regierung.

          Das alles hat aber nichts mit Karma zu tun. Man kann nicht einfach den Begriff Karma mit Schuld gleichsetzen, weil man sich scheut, das eigentliche Wesen von Karma zu rechtfertigen. Karma setzt Seelenwanderung voraus und meint, daß Leid und Glück eines Menschen oder eines Volkes vom moralischen Lebenswandel in vergangenen Inkarnationen definiert wird. Dies führt dann zu der Ansicht, daß die Juden selber Schuld am Holocaust sind, weil sie in der Vergangenheit Jesus umgebracht haben oder sonstwie Menschen geschadet haben und dies negative Karma aus der Vergangenheit ihr Schicksal bestimmte.

          Das mit der Avantgardepartei ist kein Quatsch und hat natürlich nichts damit zu tun, daß wir der Schäfer unserer Schafe werden wollten. Es geht tatsächlich um Demokratie, genauer Rätedemokratie und die damit verbundene Abschaffung von Schäfern und „großen Frauen und Männern“, „die in historisch neuralgischen Zeiten in Erscheinung treten“. Jede Partei wird den Anspruch haben Avantgarde zu sein und für ihre Meinung werben. Entscheiden wird aber in einer Rätedemokratie stets nur die Versammlung der jeweils von einem Thema betroffenen Menschen.
          Wenn es die Kommunisten nicht schaffen sollten, die Menschen davon zu überzeugen, daß der Weg der Wissenschaft (z.B. bei der Frage, wie mit einer Pandemie umzugehen ist) der richtige ist, wenn es dafür Obskuranten gelingen sollte Beschlüsse in ihrem Sinne herbeizuführen – dann wird der Ausgang fatal sein.
          Es ist aber in jedem Falle besser, daß die Arbeiterklasse mit ihren möglichen Fehlentscheidungen leben muss als wenn irgendwelche Parteien stellvertretend für sie entscheiden, weil sie meinen im Besitz der Wahrheit zu sein.

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          Verfasst von LZ | 3. Februar 2021, 15:06
        • Ihr phantasiert euch eure Welt, wie sie euch gefällt. Jeder lebenserfahrene Mensch erkennt das auf einen einzigen kurzen Blick. Eure einzige Chance, an euer heißersehntes Ziel zu gelangen, Macht über Menschen zu haben und diesen euren peinlich-kleinlichen Willen aufzuzwingen, wäre es, wenn der Repressionsapparat des Kapitals euch auf die Bühne der Macht hebt und dort hält. Die Rede vom feuchten Traum aller Sozialdemokraten. An ihren Taten sollt ihr sie erkennen. Nicht irgendwelche Horror-Verbrechen in irgendwelchen Hinterzimmern sind Satanismus, sondern Macht über Menschen gewinnen zu wollen durch Täuschung, Lüge und Betrug. Es steht einem jeden frei, mit den alten Dämonen der Tyrannei zu poussieren. Oder auch nicht. Wie ihr euch derzeit präsentiert, gehört ihr zur Gegenseite.

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          Verfasst von No_NWO | 3. Februar 2021, 16:10
        • Wenn er keine Argumente mehr hat, greift No_NWO zu wüsten Beschimpfungen. Gerade eben bekannten wir uns zum konsequenten Demokratismus, als Antwort kommt der Vorwurf, wir wollten „Macht über Menschen haben wollen“, um diesen unseren „peinlich-kleinlichen Willen aufzuzwingen“. „Täuschung, Lüge und Betrug“ ? Alles frei erfunden und nur noch auf dem Niveau „Du böse, satanistisch“. Dabei gibt es gar keinen Satan.
          Offenbar ist eine sachliche Debatte nicht erwünscht und somit ist jedes weitere Wort Zeitverschwendung.

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          Verfasst von LZ | 3. Februar 2021, 17:13
        • Unsere Divergenzen liegen nicht in der Frage Satan oder allgemeine Weltanschauung, sondern im Politischen. Nämlich bei eurer Unterstützung der Allianz aus COzwei- und COvid-Religiösen. Zwar seid ihr widerständig in der Frage des COzwei, aber eben nicht in der des COvid.

          Um nicht sofort durchschaut zu werden, gibt es unter den postfaschistischen Propaganda-Outlets eine geschickte Arbeitsteilung. Rubikon bedient die COzwei-Religiösen und gibt sich als COvid-kritisch aus. Ihr bedient die COvid-Religiösen und gebt euch als COzwei-kritisch aus. Schlauer Trick, denn im Ergebnis bleibt klarer Widerstand gegen die postfaschistische «Great Reset»-Allianz aus SPD, DGB, CIA, Grünen und globalistischem Großkapital so nun bei der demokratischen konservativen Rechten (DKR) hängen und kann dann sehr leicht als rechtsextrem denunziert werden. Denn leider versteht die DKR es nicht, sich ideologisch brutal genug von Holocaust-Verharmlosern abzugrenzen. So rennt sie den von ihr verharmlosend als „linksversifft“ titulierten Postfaschisten immer wieder ins offene Messer namens Kontaktschuld mit Altfaschisten (siehe z.B. Mario Buchner, der nicht die Eier hat, einen Sellner wegzutreten). Wohin einer blickt, fast überall nur politisch naive Vollpfosten bei der DKR! Und die wahren NWO-Faschisten, die Allianz aus COzwei- und COvid-Religiösen, können sich die Hände reiben.

          Nun zu EUREM großen politischen Schwachpunkt. Wer seine Analyse auf die politische Ökonomie von Marx, Engels und Lenin gründet, dürfte in der COvid-Frage eigentlich(!) nicht aufs Kreuz zu legen sein. (Denn die COvid-Frage ist in Wahrheit Teil der NWO-Frage.) Kann die DKR sich ideologisch nicht brutal genug von den Holocaust-Spinnern abgrenzen, könnt ihr euch nicht brutal genug von den fest mit dem Großkapital verbündeten arbeiteraristokratischen Apparatschiks abgrenzen, von SPD und DGB. Welche die eigentlichen Faschisten sind, es immer waren und immer sein werden. Ein Linker, der dies letztere nicht versteht, wird immer mit der Schnauze im Dreck landen. Wo er sich dann mit den DKR-Loosern treffen und seine Wunden lecken wird.

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          Verfasst von No_NWO | 3. Februar 2021, 18:42
        • Ergänzend etwas zu dem Schwefel hinter religiösen Doktrinen. Das Video unten legt eine einfache Erkenntnis nahe: Daß Nazifaschisten Meister der Maskerade sind. Die eigentlichen und wahren Nazifaschisten zumindestens… . Und offenbar kann geschickte Propaganda sogar den Satan selbst als Heiligen verkaufen. Apropos Trauma/Karma eines Volkes: Der Satan tötet nicht selbst, er läßt töten. Er will nicht Leiber, sondern Seelen.

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          Verfasst von No_NWO | 3. Februar 2021, 21:58
        • Es gibt keinen Satan.

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          Verfasst von LZ | 3. Februar 2021, 22:42
        • Jaja, es gibt das alles nicht, keinen Satan und auch keine Weiße Rasse. Aber die menschliche Psyche erlebt einen Satan wie auch eine Weiße Rasse! Als Täter-Entitäten nämlich. Und sie erlebt die Schwarze Rasse als Opfer-Entität. Und das ist nicht einfach nur Phantasterei, sondern besitzt Realitätsgehalt. Das Luther-Video öffnet den Blick für den «Geist», der hinter Rasse steht. Besser als von „Rasse“ zu sprechen, wäre es, „Kultur“ zu sagen, weil es nicht um Gene geht, sondern um Denkweisen, Fühlweisen und Weltsichten. (Vor über 100 Jahren, als ein Steiner schrieb, wurden diese Begriffe noch in einen Topf geworfen.) Ein schwarzes Opfer sieht einen weißen Täter — und 1-2-3 wird von „den Weißen“ gesprochen. Und tatsächlich doch haben nicht „die Kapitalisten“ den Holocaust ausgeführt! Und nicht Luther hat mehr als 100.000 gemordet, sondern seine Schergen haben dies getan. Und diese wiederum konnte es nur geben, weil sie Deckung fanden in jener christlich-abendländischen Kultur, der sie angehörten. Oder denken wir an jene Indianer, welche ganz so wie auch Chinesen die Soldateska der Kolonialisten als „weiße Teufel“ bezeichnet haben. Eine solche Titulierung bezieht sich auf die weiße Kultur insgesamt. Und die Angehörigen der weißen Kultur haben sich gefälligst mit der Frage auseinanderzusetzen, was es ist, das ihre Kultur so menschenverachtend macht. Zumal bekannt ist, daß Täter-Traumata über Generationen weitergereicht werden und ganze Kulturen dann über längere Zeit brutalisieren und entmenschlichen können. Und dafür braucht es einen Begriff wie z.B. das Karma.

          Nein, den Holocaust haben nicht „die Kapitalisten“ ausgeführt, sondern eine in den Wahnsinn getriebene Kultur, die deutsche. Damit haben wir uns gefälligst auseinanderzusetzen. Tun wir das nicht, dann hat „Satan“ gewonnen und es wird sich wieder und wieder ereignen. Warum nicht sogar so weit gehen zu sagen, daß die starke politische Unterstützung für die postfaschistische COzwei/COvid-Bewegung quer durch (fast) alle politischen Lager das Ergebnis ungenügender Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit ist, des deutschen Karmas. Karma ist Imperativ — Du mußst! Bei Strafe des eigenen Untergangs: Du mußst!

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          Verfasst von No_NWO | 3. Februar 2021, 23:47
        • Hitler war nur ein Werkzeug der Kapitalisten, wurde vom imperialistischen Kapital finanziert, um Krieg gegen die Sowjets zu führen. Es geht die ganze Zeit nicht um weiß und schwarz, nicht um Kultur oder Geist. Es geht um die Macht der Kapitalistenklasse. Den Holocaust der deutschen Kultur anzulasten ist ein idealistisches Konzept, dessen Intention es ist, den Klassenkampf zu verschleiern, ihn erscheinen zu lassen als etwas Geistiges, als „Wahnsinn“, der auch noch angeblich an nachfolgende Generationen „weitergereicht“ wird. Die deutsche Arbeiterklasse und insbesondere die Kommunisten waren das Opfer des Faschismus und sind nicht für seine Verbrechen verantwortlich zu machen.

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          Verfasst von LZ | 4. Februar 2021, 0:31
        • Es geht nicht vordringlich um persönliche, sondern um kulturelle Verantwortlichkeit. Zu allem gehören immer zwei. Zum Kapitalisten gehört der Arbeiter. Beide aber kommen aus den selben kulturellen Grundannahmen hervor, behaupte ich. DIE sind zu reflektieren! Eben dies zu tun, liegt in unserer karmischen Verantwortung. Aus meiner Sicht stimmen beide, Arbeiter sowie Kapitalist/Manager, der Auffassung zu, der Mensch sei wie ein Ding zu behandeln, wie ein Tier bzw. wie ein Gattungswesen. Der Kapitalist folgt der Maxime, aus dem Arbeiter soviel als möglich herauszuholen. Und der Arbeiter findet das „normal“, und versucht seinerseits, möglichst viel aus sich selbst herauszuholen (Stücklohn, Akkord, Überstunden). These: Dahinter die Idee, es sei moralisch gut, aus dem Materiellen Geistiges zu extrahieren — aus dem als moralisch „niederes“ Ding aufgefaßten menschlichen Leib des Arbeiters so etwas wie moralisch „höhere“ Energie zu ziehen, was sich als eine Art von Transsubstantiation (heilige Wandlung) verstehen läßt: „Niederes“ (Leibliches) wird „Höheres“ (Geistiges), weil körperlos Abstraktes — wird zu Geld in Form von Lohn oder Profit. Dahinter eine zutiefst katholisch christliche Auffassung, welche aus dem Dogma herkommt, Christus sei erst durch seinen leiblichen Tod göttlich geworden. Was dann Luther aufgebrochen hat, indem er die katholische Kulthandlung der Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut des sterbenden Christus quasi abgeschafft hat.

          Im Grunde also ist Kapitalismus (selbstverständlich) verdecktes kultisch-religiöses Tun. Nun Achtung, bitte: Sind Kult und Ritual in örtlicher und zeitlicher Hinsicht gewöhnlich aus dem materiellen Alltag herausgenommen, sind Kult und Ritual mit der Reformation aus dem kultischen Raum in den materiellen Alltag, in den Produktionsprozeß übergetreten. Arbeit wurde Gottesdienst. Das der Trick.

          Ihr findet das verrückt? Ich auch. Die Barbarei der „weißen Rasse“ kommt in ihrem tiefsten Ursprung offenbar aus einer das Kirchenchristentum geprägt habenden (uralten) kosmologischen Weltanschauung mit Namen «Geist-Materie-Dualismus» hervor.

          Ich frag jetzt mal ganz dumm: Versteht ihr das, oder ist euch das zu einfach? Weil — es ist verdammt einfach, geradezu teuflisch einfach. — Aber klar doch, ich weiß: Es gibt ihn garnicht, den Teufel.

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          Verfasst von No_NWO | 4. Februar 2021, 1:31
  3. Zum Thema dekadente Gesellschaft und GME Story mal hier lesen

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    Verfasst von ActNow | 31. Januar 2021, 20:12
  4. Ja, genau, Gott straft unseren sündigen Fleischkonsum bzw. unser sündig konsumierendes Fleisch und ruft: Tuet Buße, ihr Nichtsnutze alle. Ihr seid sowieso überflüssig. Was will ich, euer Herr und Gott, noch mit euch COzwei- und COvid-Schleudern. Hinfort mit euch Low life scum!

    (Tipp: Lies anstatt Gott einfach Gates. Dann stimmt’s.)

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    Verfasst von No_NWO | 31. Januar 2021, 17:37
  5. „Die Erforschung von Viren, Infektionen und der Mittel ihrer Bekämpfung wurde fast überall aus Mangel an Ressourcen eingestellt.“

    Alter, die Leben so auf dem Mond, es geht doch zur Zeit nur noch darum, das ganze Geld wird da reingepumpt und es kommt nur sch…. dabei raus.

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    Verfasst von TR | 31. Januar 2021, 11:52

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