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Ausland, Medien

Wo steht Telegram politisch?

von Thomas Röper – https://www.anti-spiegel.ru/

Nachdem die Kritik an WhatsApp und seinen neuen Richtlinien derzeit viele User dazu bewegt, sich nach Alternativen umzusehen, ist Telegram derzeit in aller Munde. Aber ist das eine sichere Alternative?

Es geht mir hier nicht um die Sicherheit von Chat-Inhalten, denn ich verstehe nicht genug von IT, um dazu fundierte Aussagen zu manchen. Hier soll es um politische Fragen gehen, denn viele sehen in Telegram auch eine Alternative zu den US-Internetgiganten, die derzeit zu massiven Zensurmaßnahmen greifen. Ist das bei Telegram ausgeschlossen?

Die Antwort ist eindeutig „Nein“, denn Telegram gehört de facto einem einzigen Menschen, der natürlich morgen auch beschließen kann, zur Zensur zu greifen. Daher ist es umso wichtiger, sich diesen Mann einmal näher anzuschauen und zu versuchen zu verstehen, wofür er steht.

Der Mann ist Russe und heißt Pavel Durov. Er ist ein russischer Internet-Unternehmer und Milliardär, der sein Geld mit der Eröffnung russischer sozialer Netzwerke gemacht hat. Das bekannteste davon ist vk.com, die russische Facebook-Alternative, weshalb er manchmal auch der russische Mark Zuckerberg genannt wurde. Seine Anteile an VK hat er inzwischen verkauft und er hat Russland verlassen.

Mit Blick auf die neuen WhatsApp-Richtlinien hat er mitgeteilt, Telegram respektiere die Wünsche der User und er habe nicht die Absicht, Telegram übermäßig zu monetarisieren. Außerdem verkündete er mit Blick auf die Verärgerung der User von durch die Facebook-Tochter WhatsApp hämisch:

„Ich bin glücklich, Facebook zig Millionen Dollar zu sparen und unser Geheimnis kostenlos zu enthüllen: Respektiert Eure Nutzer“

Wer allerdings in Telegram nun einen Hort der Freiheit vermutet, der könnte enttäuscht werden. Durov ist Anhänger des Libertarismus, also einer Bewegung die für maximale Freiheit möglichst ohne Einfluss des Staates eintritt. Das klingt gut, bedeutet aber letztendlich eine Welt, in der das Gesetz des Stärkeren herrscht, wenn Staaten keine Regeln und Rahmen vorgeben.

Außerdem hat Durov beste Verbindungen zum Wikipedia-Gründer Jimmy Wales und hat Wikipedia schon 2012 eine Million Dollar gespendet. Und Wikipedia steht entgegen der öffentlichen Bekundungen ganz und gar nicht für Freiheit und Demokratie, sondern ist auf das Engste mit den Geheimdiensten der USA und Israel verbunden, wie ich schon vor über einem Jahr in einer Sonderreihe aufgezeigt habe.

Passend zu dieser Agenda westlicher Eliten und Geheimdienste war Durov auch noch Young Global Leader beim Weltwirtschaftsforum von Klaus Schwab. Auch das ist eine Organisation der Eliten, denen der Libertarismus, also die Abschaffung staatlicher Regulatoren, am Herzen liegt.

Ob Telegram also langfristig der freie Hafen für alternative Medien und andere „Flüchtlinge“ aus den sozialen Netzwerken der US-Internetgiganten bleibt, ist keineswegs sicher. Immerhin ist Durov – trotz seiner offen zur Schau getragenen Antpathie gegenüber Facebook – im Großen und Ganzen ideologisch anscheinend den gleichen Zielen verpflichtet, wie diejenigen, die durch die Zensur der US-Internetkonzerne geschützt werden sollen.

Daher ist es sicher nicht falsch, sich auch noch andere alternative Messenger anzuschauen, denn ob Telegram ewig ein sicherer Hafen der Meinungsfreiheit bleibt, muss man abwarten.

Wo steht Telegram politisch?

Diskussionen

5 Gedanken zu “Wo steht Telegram politisch?

  1. Wenn Türkei und Russland es verbieten wollten, kann es so schlecht nicht sein…

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    Verfasst von Tilsit | 19. Januar 2021, 20:04
  2. Wieder einmal eine sehr valide und auch brisante Info von Th. Röper: Durov ist Libertärer (Traumtänzer), hat enge Verbindung zum Lügen-Portal Wikipedia (CIA) und ist Darling von Schwab/WEF (Transhuman-Faschismus). Wieso erfahre ich das alles erst jetzt!? Wie kann das sein??? Offenbar gibt es ganze Heerscharen von Trollen und Bots im Netz, die alle telegramm sooooo toll finden

    Gefällt mir

    Verfasst von No_NWO | 16. Januar 2021, 21:59
  3. Kein Messenger ist wirklich sicher, das liegt in der Natur der Sache.
    Aber bei Wazzup, Facebook und CO liegen die Daten quasi offen auf der Strasse.

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    Verfasst von Peggi | 16. Januar 2021, 15:56
  4. Edward Snowden hat als Alternative den „Signal“ Messenger empfohlen. Denn die Entwickler von Signal haben ihren Quellcode offengelegt und so kann sich jeder selbst anschauen, wie sicher die App ist. Neben einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung haben auch hier die Firmen-Server keinen Zugriff auf eure Daten. Signal ist kostenlos und werbefrei, ihr müsst aber eine Handynummer angeben, um Chats, Sprachnachrichten und Videotelefonie nutzen zu können. Wie bei Telegram gibt’s Nachrichten, die sich nach einiger Zeit selbst zerstören. Auf Android hat die App mehr als 10 Millionen Downloads

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    Verfasst von Willi | 16. Januar 2021, 10:59

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