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Ausland, Welt

Die gefährlichsten Berufe der Welt im Jahr 2020

von   – http://de.granma.cu/

Keiner der Journalisten, die laut des Barometers der Organisation Reporter ohne Grenzen getötet, verschwunden, angegriffen oder ohne Grund inhaftiert wurden, ist Kubaner

Laut dem „Barometer“ über Verletzungen der Pressefreiheit, einer Website der NGO Reporter ohne Grenzen (ROG), wurden 51 Journalisten im Jahr 2020 getötet und 400 inhaftiert. Die gleiche Quelle listet, Land für Land, willkürliche Verhaftungen, Verschwindenlassen, Folter, Misshandlungen und andere Methoden auf.

Besonders bemerkenswert ist der Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange, dessen Gesundheitszustand sich in dem Gefängnis, in dem er in Großbritannien festgehalten wird, deutlich verschlechtert hat. Die Richterin in dem Fall, Vanessa Baraitser, akzeptierte die Diagnose der Psychiater und entschied, dass er wegen der hohen Selbstmordgefahr nicht in die Vereinigten Staaten überstellt werden sollte.

Dieselbe Anwältin bezeichnete das Gerichtsverfahren als fehlerhaft und strafend, gewährte ihm jedoch keine Bewährung, da der australische Journalist in den USA wegen des Durchsickerns tausender geheimer Dokumente in den Jahren 2010 und 2011 angeklagt ist.

Die andere Seite der Nachricht ist der Vorschlag des mexikanischen Präsidenten Andres Manuel Lopez Obrador, der die Freilassung von Assange forderte und anbot, ihm in seinem Land politisches Asyl zu gewähren.

ROG bezieht sich jedoch nicht auf den Fall, sondern schwärzt zusammen mit anderen Ländern Kuba an, die als die schlimmsten Verletzer dieser Freiheit symbolisiert werden, obwohl keine ihrer Zahlen den kubanischen Archipel einschließt.

Der ausdrückliche Widerspruch in den Informationen auf dem ROG-Portal macht die Doppelmoral und die politische Absicht deutlich, mit der diese Daten gemessen und die Informationen manipuliert werden, um die kubanische Revolution zu dämonisieren.

Andererseits berichtete die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) am 23. Dezember, dass im Jahr 2020 59 Journalisten getötet wurden, darunter vier Frauen. Es gibt einen Unterschied von acht zwischen den beiden Berichten.

Nach Angaben der UNESCO wurden in den letzten zehn Jahren 888 Journalisten und Medienmitarbeiter, also einer alle vier Tage, getötet.

Diese Verbrechen werden weiterhin mit völliger Straflosigkeit begangen, so der im November von der UN-Agentur veröffentlichte Bericht zur Sicherheit von Journalisten, der zeigt, dass es im Jahr 2020 in 87 % der Fälle keine Konsequenzen gab.

Die Agentur spiegelte die Zunahme von Schikanen und Angriffen auf Medienschaffende wider, zum Beispiel bei den Angriffen, die sie während der Berichterstattung über Protestdemonstrationen in Chile erlitten, wo 90 Angriffe gemeldet wurden, und im Fall der Black-Lives-Matter-Demonstrationen, wo es bis zu 500 verschiedene Angriffe auf die Presse gab.

Dem Bericht zufolge wurden Pressemitarbeiter in der ersten Jahreshälfte bei 125 Protesten in 65 Ländern angegriffen.

Der UN-Generalsekretär forderte kürzlich alle Regierungen der Welt auf, Journalisten, die wegen der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit verhaftet wurden, unverzüglich freizulassen. „Viele sind Schikanen, Einschüchterungsversuchen, Sanktionen, Tötungen und auch willkürlichen Verhaftungen ausgesetzt gewesen. Wir wissen, dass Gefangene, Inhaftierte und Häftlinge im Allgemeinen sehr anfällig für die schnelle Ausbreitung des Virus sind“, sagte António Guterres.

Es sollte angemerkt werden, dass entgegen dem, was das Barometer von Reporter ohne Grenzen anzeigt, keiner dieser ermordeten, verschwundenen, angegriffenen oder grundlos inhaftierten Berichterstatter Kubaner ist. Der letzte Journalist, der auf der größten Antilleninsel ermordet wurde, fiel 1958 der Polizei von Fulgencio Batista zum Opfer.

Gesundheitspersonal, der gefährlichste Job im Jahr 2020

Obwohl der Beruf des Journalisten nach wie vor extrem gefährlich ist, hat das Gesundheitspersonal im vergangenen Jahr durch seinen Einsatz und seine mutige Auseinandersetzung mit der COVID-19-Pandemie die meisten Opfer gefordert.

Mindestens 7.000 von ihnen sind weltweit an COVID-19 gestorben, wobei Mexiko laut einer aktuellen Studie von Amnesty International das am stärksten betroffene Land ist.

Hinter Mexiko rangiert die Studie die USA (1.077 Todesfälle), Großbritannien (649), Brasilien (634), Russland (631), Indien (573), Südafrika (240), Italien (188), Peru (183), Iran (164) und Ägypten (159). Auch zu dieser letzten Statistik trugen die Kubaner nicht bei.

Es handelt sich nicht um ein informatives Kuriosum, einen einfachen Zufall oder bloßen Chauvinismus unsererseits, sondern um eine durch Ergebnisse gekennzeichnete Realität, die mit der Kultur des Sozialismus zu tun hat, die den Menschen an die erste Stelle, ins Zentrum aller Prioritäten stellt.

Quellen: RT, ROG-Barometer und UN-Berichte.

http://de.granma.cu/mundo/2021-01-05/die-gefahrlichsten-berufe-der-welt-im-jahr-2020

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Die gefährlichsten Berufe der Welt im Jahr 2020

  1. Die systematische Hetze gegen Reporter, Presse und Journalisten hat dazu geführt, dass sich ein Klima der Angst immer weiter ausbreitet. Sogar in Ländern die bisher im weltweiten Vergleich als sicher galten. Unter den stärksten Verschlechterungen sind auch Europa und die USA. Die BRD nur wegen dem Abstieg anderer Länder um zwei Plätze nach oben gerückt. In der Praxis haben tätlichen Angriffe auch in der BRD seit 2018 stetig zugenommen.

    „Auch in Europa gipfelt gezielte Diffamierungen und aggressive, zum Teil hetzerische Kampagnen populistischer Politiker gegen Medien in reale Gewalt“, sagte ROG-Vorstandssprecherin Katja Gloger. „So etwa im EU-Beitrittskandidaten Serbien und in Tschechien. Wer Presse und Journalisten pauschal zu Sündenböcken für gesellschaftliche Missstände macht, bereitet den Boden für Selbstjustiz, Übergriffe, Attentate und sogar Morde.“

    Hass gegen Presse und Journalisten wird besonders in Ländern mit nationalistisch-populistischen Regierungen häufig von ranghohen Politikern geschürt. In Serbien (Rang 90, -14), diffamiert Präsident Aleksandar Vucic kritische Journalisten pauschal als „Lügner“ oder „ausländische Spione“ und inszeniert im Staatsfernsehen gezielte Schmierkampagnen gegen Kritiker der Korruption. Der Investigativ-Reporter Milan Jovanovic und seine Frau entkamen nur knapp, als ihr Haus mitten in der Nacht in Brand gesteckt wurde. Wenige Tage später wurde Jovanovic erneut angegriffen.

    In der Slowakei beschimpfte Regierungschef Robert Fico kritische Berichterstatter öffentlich als „dreckige antislowakische Huren“. Kruz danach wurden der Investigativ-Reporter Jan Kuciak und seine Verlobte erschossen. Die Ermittlungen verliefen im Sand und die Tat wurde nie aufgeklärt, obwohl vier Tatverdächtige und ein Geschäftsmann als mutmaßlicher Auftraggeber in Untersuchungshaft sitzen.

    In Tschechien griffen Sicherheitsleute von Präsident Milos Zeman Journalisten an die über Unstimmikleiten bei dessen Wiederwahl berichteten. Zeman ist ein Hardliner ohne Hemmschwelle und bekannt für seine verbale Entgleisungen und Drohungen gegen Kritiker: 2017 rief er öffentlich dazu auf: „Reporter zu liquidieren“ und hielt eine AK-47 Atrapppe mit der Aufschrift „Für Journalisten“ in Kamera. Im Herbst 2018 bot er nach der Ermordung Journalisten Jamal Khashoggi an, einen Empfang in der saudi-arabischen Botschaft zu organisieren.

    In Österreich nahmen pressefeindliche Rhetorik und Drohungen zu, seitdem die Faschistoide Partei Österreichs in der Regierung sitzt. Kritische Berichterstattung wurde pauschal als „Linksextreme Hetze“ diffamiert, die Chaos verbreiten und das Land destabilisieren wolle. Heinz-Christian Strache beschimpfte den leitenden Moderator des ORF Armin Wolf öffentlich als Lügner und entschuldigte sich dafür erst, als er durch einen strafbewehrten aussergerichtlichen Vergleich dazu gezwungen wurde. Das FPÖ-geführte Innenministerium warnte die Polizei in einer internen E-Mail vor den Medien und empfahl, die Zusammenarbeit „auf das nötigste (rechtlich vorgesehene) Mass zu reduzieren“.

    Die demokratisch gewählten Präsidenten der USA und Brasiliens sind zwei der prominentesten Beispiele für den besorgniserregenden Trend, dass führende Politiker Feindseligkeit bis hin zu offenem Hass gegen Medienschaffende schüren. In den USA zeigt die Hetze Wirkung, mit der Präsident Donald Trump kritische Medien seit seinem Amtsantritt überzieht. Nie zuvor erhielten Journalisten, die Trump als „Volksfeinde“ und „Fake News“ diffamiert Mord- und Bombendrohungen in diesem Umfang. Immer mehr Reporter benötigen inzwischen Personenschutz, auch für ihre Familien. Darunter sind auch Korrespondenten beim Weissen Haus, die nicht nur rassistische Bedrohungen sondern auch Bomben- und Morddrohungen bekommen. Wie real diese Gefahr ist, zeigte das Attentat auf die Capital Gazette in Annapolis bei Washington: Ein Bewaffneter Rechtsextremist und Trump Anhänger drang in die Redaktion der Lokalzeitung ein und erschoss dort wahllos fünf Menschen.

    Immer unverhohlener unterdrücken Diktaturen, autoritäre und populistische Regime jede unabhängige Informationen und ihnen zu liberale Weltansichten. Darunter sind Saudi-Arabien, Ägypten und China. Dort sitzen weltweit die meisten Medienschaffenden wegen ihrer Arbeit im Gefängnis. China betreibt mit großem Aufwand auch jenseits seiner Grenzen im Stil von Big Brother seine neue Weltordnung der Medien. Die Auswirkungen der Great Firewall of China und der fast totalen chinesischen Nachrichtenkontrolle setzt eine bedingungslose Durchsetzung von Zensuranordnungen weit über Menschenrechte und freihe Meinungsäusserung und sogar über den Gesundheitsschutz. Das hat während Dem Ausbruch von Covid19 die ganze Welt unmissverständlich zu spüren bekommen.

    Singapur und Benin gehören zu den Staaten, die den durchaus berechtigten Kampf gegen organisierte Desinformation und Online-Kriminalität missbrauchen, um mit repressiven Gesetzen gegen angebliche „Fake News“ die Medienfreiheit einzuschränken. In anderen Ländern wie Indien, Philippinen, Vietnam oder Russland streuen organsierte Kommentatoren im Dienste der Regime selbst Desinformation um die öffentliche Meinung zu lenken und kritische Berichterstattung zu diskreditieren.

    Bei ihren Verbalattacken machen sich populistische Kräfte ein verbreitetes Misstrauen gegen die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit von Nachrichtenmedien zunutze, zum Beispiel bei Protesten im Irak, im Libanon, in Chile, Bolivien und Ecuador wo sich organisierte Gewalt gegen Reporter entlud.
    In Spanien, Italien und Griechenland schrecken nationalistische und rechtsextremistische Gruppen nicht vor offenen direkten Drohungen und Anschlägen auf Journalisten zurück.

    Schwindende Vertriebs- und Anzeigenerlöse nicht zuletzt infolge der Digitalisierung, aber teils auch steigende Produktionskosten zwingen Medienunternehmen in vielen Ländern zur Verkleinerung ihrer Redaktionen, begünstigen die Konzentration von Medienbesitz in wenigen Händen und leisten damit oft Interessenkonflikten Vorschub. Beispiele dafür finden sich in so unterschiedlichen Staaten wie den USA, Argentinien, Tschechien, Bulgarien, Rumänien, der Slowakei und Slowenien. In anderen Ländern befördert Profitdenken eine Polarisierung und Banalisierung der Medien – und trägt damit erst recht zu schwindendem Vertrauen in ihre Arbeit bei.

    Kritisch für die Pressefreiheit waren Gesetzesinitiativen, welche die Nutzung populärer Verschlüsselungs- und Anonymisierungsdienste verbieten sowie deutsche Geheimdienste ohne richterliche Anordnung zum Hacken und Ausforschen der Computer, Server und Smartphones von Medienschaffenden zu ermächtigen. Solche Gesetze würden den Informanten- und Quellenschutz weitgehend aushöhlen.

    In Asien hat sich die Lage der Pressefreiheit 2020 insgesamt verschlechtert, in den übrigen Weltregionen (auf sehr unterschiedlichem Niveau) leicht und in Afrika deutlich (um 3,1 Prozent) verbessert. Am schlechtesten steht es um die Pressefreiheit im Nahen Osten und Nordafrika, gefolgt von Osteuropa und Zentralasien. Im regionalen Vergleich am besten ist die Situation in den Staaten der EU und des Balkans.

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    Verfasst von Peggi | 7. Januar 2021, 15:45

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