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Ausland, Naher Osten

Türkische Medien veröffentlichen unglaubliche „Fünf Staaten, eine Nation“-Karte

von https://southfront.org/

Übersetzung LZ

Am 27. Dezember veröffentlichte der türkische Sender Haber TV eine Karte, die einen „Freundschaftsplan“ für die so genannte „türkische Welt“ zeigt.

Die Karte, die den „Freundschaftsplan“ zeigt, ist … ambitioniert, mindestens.

Es ist interessant, wie er in die Realität umgesetzt werden soll, aber der Bericht geht nicht weit genug, um diesen Teil des Plans zu erläutern.

Dieser Bericht wurde nach Aussagen des pensionierten russischen Generalleutnants Leonid Ivashov am 20. Dezember erstellt.

Ihm zufolge weitet das offizielle Ankara seinen Einfluss auf die ehemaligen Gebiete des Osmanischen Reiches aus und betrachtet die Krim als sein ehemaliges Territorium.

Iwaschow ist der ehemalige Leiter der Hauptdirektion für internationale militärische Zusammenarbeit des russischen Verteidigungsministeriums und er sprach in der Sendung des Internetkanals Roy TV.

„Die Türkei verhandelt auf der offiziellen Ebene mit der Zelenski-Regierung nur über das Problem von Noworossija und das Problem der Krim. Außerdem spricht die Türkei über die Krim sozusagen neutral, erkennt sie nicht als russisch an, verspricht aber gleichzeitig nicht, sie an die Ukraine zurückzugeben. Das heißt, sie spielt ihr Spiel“, sagte der General.

Laut Iwaschow besagen türkische offizielle Dokumente, dass die Krim das ehemalige Territorium des Osmanischen Reiches ist.

Turkish Media Releases Incredibly Ambitious "Five States, One Nation" Map

„Wir sehen also, dass es nicht nur mit Karabach enden wird. Aber die Bewegung nach Zentralasien und die Aktivität, die dort von Beamten der dritten Ebene gezeigt wird, und so weiter“, bemerkte der pensionierte Generaloberst.

Iwaschow betonte, dass man in der Türkei auf staatlicher Ebene mit der Ukraine sowohl auf der Krim als auch im Donbass zusammenarbeitet.

Laut Haber TV haben die Russen Angst vor dem Konzept „fünf Staaten – eine Nation“ und dass dieses Projekt durch die vielen Kooperationsabkommen unterstrichen wird, die die Türkei mit Nationen wie Usbekistan, Kasachstan, Turkmenistan und Aserbaidschan unterzeichnet hat.

Der ursprüngliche Plan war ein Zwei-Staaten-, Ein-Nationen-Projekt zwischen der Türkei und Aserbaidschan, aber es breitet sich schnell aus.

Und dann erhebt die Karte von Haber TV weitere ganz erhebliche Ansprüche, die große Teile des Kaukasus, die Krim, einen sehr großen Teil von Zentralasien, etwa 1/3 des Territoriums von Russland, und sogar von China umfaßt, zusätzlich zu Teilen von Syrien, Irak, Iran.

Turkish Media Releases Incredibly Ambitious "Five States, One Nation" Map

Wie das in der Realität passieren könnte, bleibt ein Rätsel.

Laut Haber TV sind Russische Medien besorgt wegen der Fülle von militärischen Abkommen, die die Türkei mit Aserbaidschan, Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan unterzeichnet hat.

Turkish Media Releases Incredibly Ambitious "Five States, One Nation" Map

Turkish Media Releases Incredibly Ambitious “Five States, One Nation” Map

 

Diskussionen

2 Gedanken zu “Türkische Medien veröffentlichen unglaubliche „Fünf Staaten, eine Nation“-Karte

  1. und der Kaukasus und Karabach mittendrin…
    hoffentlich eskaliert das nicht so wie Albanien oder Georgien.

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    Verfasst von Pavel | 5. Januar 2021, 19:22
  2. Haber TV, der Nachrichtenableger des Senders TGRT (auf deutsch: Radio und Fernsehen der Zeitung Türkiye), der wohl der regierenden Partei AKP und Staatspräsident Erdoğan nahesteht, wünscht sich sicher sehnlich, sein sender- und sendungsbewusstes Licht möge ebenso hell emporflammen, wie seine liebe und wertgeschätzte, neo-osmanische Welt in seiner utopischen erscheinenden Fünf Staaten-eine Nation-Karte.

    Für zündend hält Haber TV wohl die Idee, die Republik Türkei als Zentralmacht in der strategischen Tiefe Eurasiens auf den geschichtsträchtig gegründeten Kommunikationswegen zwischen Europa und Asien mit Zugang zu den vier Meeren zu platzieren und damit dem von der Nato lediglich nachrangig zugedachten Flügelstaat-Status zu entwachsen.

    Mit dem ambitionierten geopolitischen Ansatz erwächst aus türkischer Sicht die Perspektive, die Rolle und den Ort des türkischen Staates im System der internationalen Beziehungen als Identifizierungszeichen für die Gewährleistung der Stabilität im gesamten Eurasienraum zu definieren und liefert Ankara anscheinend die Ausgangsbasis für seinen langfristigen militärpolitischen Kurs.

    Gleichzeitig nutzt die türkische Regierung propagandistisch die Hervorhebung allegorischer Parallelen zwischen der heutigen türkischen Republik und dem ehemaligen Osmanischen Reich, um die Opferrolle des bedauernswerten früheren Imperiums spielen zu können, das rechtswidrig seiner legalen Eroberungen beraubt wurde.

    Den türkischen Führungsanspruch – der aus fünf Staatsgebilden geschmiedeten Nation, die speziell die turksprachigen Republiken Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan und Turkmenistan, implizit also große Teile des Kaukasus‘, die Krim in Gänze, sehr erhebliche Teile Zentralasiens, ein Drittel des Territoriums von Russland, und partikular sogar China umfaßt, zusätzlich zu Bereichen von Syrien, Irak, Iran – zu legitimieren und zu zementieren, könnte die ideologische Begründung für die äußerst neo-osmanisch anmutende Vision sein.

    Ob Staatspräsident Erdoğan in Zukunft aber wirklich die Rolle eines übermächtigen subkontinentalen Führers auszufüllen gedenkt und sich die türkischen Streitkräfte tatsächlich in Richtung eines fundamentsalen Neo-Osmanismus‘ entwickeln, bleibt allerdings dahingestellt.

    Denn der türkische Außenminister Cavusoglu besuchte gerade seinen russischen Amtskollegen Lawrow, der bestätigte, die türkisch-russische, militärisch-technische Zusammenarbreit würde trotz des illegitimen Drucks aus Washington weiter ausgebaut werden und wäre eigentlich für Haber TV Anlass genug, unverzüglich einen Freundschaftsplan für die so genannte türkisch-russische Welt zu präsentieren, könnte man ergänzend hinzufügen.

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    Verfasst von Rosa | 30. Dezember 2020, 3:10

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