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Handel, Wirtschaft

Neue, massenhafte Corona-Ausbrüche bei Amazon

von Marianne Arenshttps://www.wsws.org/

Bild: Amazon Verteilzentrum in San Fernando de Henares, Spanien (Bild: Wikipedia / Álvaro Ibáñez)

Beim Versandriesen Amazon haben sich in den letzten Tagen mehrere hundert Mitarbeiter mit dem lebensgefährlichen Sars-CoV2-Virus infiziert. Während sich Jeff Bezos, der reichste Mann der Welt, an der Pandemie maßlos bereichert, schuften die Arbeiter in den Verteilzentren unter Lebensgefahr.

Im Sortier- und Verteilzentrum Garbsen bei Hannover haben am Donnerstag Reihentests begonnen. Bis dahin waren schon mindestens 100 Arbeiter der aktuell 900-köpfigen Belegschaft Corona-positiv getestet worden. Das automatisierte Zentrum Garbsen, eines der jüngsten und modernsten, ist dennoch bisher nicht geschlossen worden.

Weitere Ausbrüche wurden von den Amazon-Standorten Bayreuth, Koblenz und Graben bei Augsburg gemeldet. Dennoch läuft die Arbeit in allen Sortier- und Verteilzentren weiter auf Hochtouren.

Amazon kann von dem sogenannten „Shutdown“ der Bundesregierung profitieren. Dieser hat zwar den Einzelhandel (bis auf die Lebensmittelläden) stillgelegt, nicht jedoch die Produktion, die Schulen und Kitas, den öffentlichen Nah- und Fernverkehr sowie den nicht-systemrelevanten Versandhandel. Dies obwohl die Corona-Zahlen ständig steigen und die Kliniken überfüllt sind. Am Freitag meldete das RKI mit 33.777 Neuinfektionen und 813 Corona-Todesfällen schon wieder alarmierende Rekordzahlen.

Doch im gesamten Versandhandel herrscht absoluter Hochbetrieb – zur Freude von Multimilliardär Jeff Bezos, dem reichsten Menschen der Welt und Amazon-Besitzer. Ihm hat die Pandemie schon bisher einen Vermögenszuwachs von 35 Milliarden US-Dollars beschert. Nun hofft er auf eine Verdoppelung des Weihnachtsumsatzes.

Nicht verdoppelt werden dagegen die Löhne und Gesundheitsvorkehrungen für die Amazon-Arbeitskräfte. Für sie bedeutet das Weihnachtsgeschäft unter Corona-Bedingungen unablässigen Stress, Überstunden – und Lebensgefahr. Der versprochene Weihnachtsbonus von zwei Euro pro Stunde vom 9. bis 22. Dezember wird nur für die Stunden ausbezahlt, an denen die Beschäftigten tatsächlich anwesend sind. Die Folge davon: Kollegen, denen es schlecht geht, schleppen sich auch noch krank zur Arbeit, was die Ansteckungsgefahr vergrößert.

Um den Ansturm an Bestellungen zu bewältigen, sind die ständigen Amazon-Belegschaften durch Leih- und Zeitarbeiter aufgestockt worden. Dadurch sind für die Weihnachtszeit in den deutschen Verteilzentren etwa 10.000 Aushilfen hinzugekommen. In den Zentren herrschen „Chaos und Mangel an Social Distancing“, wie sich ein Betriebsleiter kürzlich ausdrückte.

So ist es kein Wunder, dass sich Corona fast ungehindert ausbreiten kann. Tatsächlich sind die Ausbrüche sprunghaft angestiegen, und nicht nur bei Amazon, sondern auch bei andern Logistikunternehmen: Beim Paketzusteller Hermes in Bad Rappenau sind gerade 40 Mitarbeiter erkrankt. Andere Zusteller, Versandhändler und Kurierdienste wie beispielsweise Zalando, DPD oder DHL-Delivery haben schon früher große Ausbrüche verzeichnet.

In den USA haben sich bis zum 19. September schon knapp 20.000 Beschäftigte in den Amazon-Verteilzentren und beim Lebensmittelhändler Whole Foods, der zu Amazon gehört, mit Corona infiziert. Weltweit haben sich Amazon-Arbeiter in mindestens fünfstelliger Höhe infiziert. Der Versandriese verfügt zurzeit über mehr als eine Million Arbeitskräfte.

Über den Ausbruch in Bayreuth sprach ein Arbeiter anonym mit dem Fernsehen für Oberfranken tvo. „Krank sind schon mehr als 60, steigend jeden Tag“, sagte er, und schilderte die Hetze, die aktuell in den riesigen Zentren vorherrscht: „Es gibt jetzt definitiv viel mehr Pakete (…) Wir versuchen, in der Halle alles abzuarbeiten, was sich aber nur schwierig bewältigen lässt (…) Es geht schon echt an das Körperliche und an die Psyche. Die Nerven sind am Ende.“

Die Situation bei Amazon ist für den Umgang der Herrschenden mit der Pandemie bezeichnend. Die World Socialist Web Site schrieb schon am 7. März 2020: „Die Gleichgültigkeit der herrschende Klasse gegenüber der Gesundheit der Bevölkerung ist nicht besser oder geradezu schlimmer als das Verhalten der Pharaonen gegenüber den Sklaven im alten Ägypten.“ Dies trifft auf den weltgrößten Konzernriesen Amazon in besonderem Maße zu.

Die Corona-Pandemie hat alle Widersprüche und Konflikte des Kapitalismus aufs Äußerste verschärft. „Die Regierungen schützen Profite, nicht Leben“, wie ein Statement der WSWS heißt. Die WSWS kämpft deshalb für den Aufbau von Aktionskomitees in den Unternehmen, Betrieben, Schulen und Kitas, um den Schutz vor der Pandemie selbst in die Hand zu nehmen.

Auch bei Amazon können die Arbeiter sich nur schützen, wenn sie selbst aktiv werden, Aktionskomitees aufbauen und sich unabhängig von den Gewerkschaften organisieren. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vertritt, wie der ganze DGB, völlig kapitalistische, nationalistische Konzepte. Der Kampf gegen Amazon erfordert jedoch ein internationales, sozialistisches Programm. Um den Kampf für dieses Programm aufzunehmen, verfügt die WSWS über eine besondere Amazon-Seite und gibt den Newsletter International Amazon Workers Voice heraus.

Dem Verdi-Vorstand bedeutet das Wohlergehen der deutschen Wirtschaft mehr als Gesundheit und Leben der Arbeiter. Verdi ist Teil des DGB, der sich vom Staat und den deutschen Konzernen finanzieren lässt, und der in ihrem Sinne arbeitet. Seit nunmehr acht Jahren organisiert Verdi regelmäßig isolierte Streikaktionen bei Amazon für die Anerkennung des Flächentarifvertrags des Einzel- und Versandhandels. Damit verfolgt die Dienstleistungsgewerkschaft das Ziel, vom Konzern selbst als Tarifpartner der Geschäftsleitung anerkannt zu werden.

Zur Pandemie schreibt Verdi, die Arbeiter könnten sich erst dann besser vor Corona schützen, wenn Verdi das „Ziel der Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels durch Amazon sowie des Abschlusses eines Tarifvertrags für gute und gesunde Arbeit“ erreicht habe. Das ist Betrug und eine tödliche Falle! Es bedeutet, darauf zu warten, dass sich Verdi-Funktionäre über die Köpfe der Arbeiter hinweg mit den profitorientierten Geschäftsleitungen auf ein Vorgehen einigen, das Amazons Profit nicht schmälert und die Zustimmung von Jeff Bezos Zustimmung erhält.

Während die Unruhe in den Betrieben steigt, ist bekannt geworden, dass die Überwachung und Bespitzelung der Amazon-Belegschaften alles bisher Bekannte sprengt. „Motherboard“, ein Projekt des US-Magazins Vice News, hat den Inhalt von durchgesickerten Dokumenten aus dem konzerneigenen Global Security Operations Center bekannt gemacht. Diese zeigen, in welchem Ausmaß die Amazon-Arbeiter auf Schritt und Tritt überwacht werden.

Nicht nur durch Kamera-Observation am Arbeitsplatz, auch mit Hilfe von Spitzeln in der Belegschaft versucht das Unternehmen, jeden Ansatz von Widerstand im Frühstadium zu erkennen. Selbst jedes Gespräch über Proteste, von den „Gelbwesten“ in Frankreich über die Klimaproteste um Greta Thunberg bis zu den Streikaktionen – alles wird registriert und mit Datum, Uhrzeit, Ort und Namen aller Beteiligten genauestens festgehalten. Besonders bezeichnend: Der Konzern bedient sich der berüchtigten Pinkertons. Diese Detektei ist in der amerikanischen Arbeiterbewegung schon seit fast 150 Jahren für Überwachung, Bespitzelung, Provokationen und gewalttätige Angriffe auf die organisierte Arbeiterbewegung bekannt.

https://www.wsws.org/de/articles/2020/12/19/amaz-d19.html

Diskussionen

24 Gedanken zu “Neue, massenhafte Corona-Ausbrüche bei Amazon

  1. @LZ zum Kommentar: „Dies Klagedokument ist ein komplett inkompetentes Statement, das von Falschaussagen uned Fehlschlüssen nur so strotzt. Kein Gericht wird sich damit inhaltlich auseinandersetzen. Ebensogut könnten Zeugen Jehovas die katholische Kirche versuchen zu verklagen, daß sie die Bibel falsch auslege. Sowas nun auch noch als Beispiel von Urteilskraft hinzustellen, zeigt das ganze Elend der Wissenschaftsleugner. “

    1. Wissenschaftsleugner gibt es jetzt auch?
    2. wie wissenschaftlich fundiert ist diese Aussage, dass dieses Klagedokument voll von Fehlschlüssen und Falschaussagen ist und kein Gericht sich damit auseinandersetzen wird? Der LZ sitzen erfahrene Rechtsexperten bei? Oder konnte man das schon in der Faz oder Taz oder in der Welt … lesen?

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    Verfasst von Sigrid | 22. Dezember 2020, 23:31
  2. @LZ zum Kommentar 18:58
    „Der russische Pulmologe konnte die Langzeitfolgen im März gut beurteilen, weil er erstens die Daten des Wuhanausbruchs studiert hat und feststellt, daß es einen Anteil von Lungenfibrosen gibt, der weitaus höher ist als bei bisher bekannten Coronaviren und zweitens natürlich weiß, was Lungenfibrosen (Vernarbungen) sind. Diese können vom Körper in der Regel nicht ausgeheilt werden, bleiben also.
    Theoretisch kann es sicherlich sein, daß das bei Corona ganz anders ist, doch handelt es sich nicht um Mußmaßungen, wenn man auch ohne Langzeitstudien auf der Grundlage des gesicherten Wissens über Fibrosen Warnungen ausspricht.
    Die Methode, gesichertes Wissen in Frage zu stellen mit dem Hinweis auf letztliche Ungewißheiten, ist politisch motiviert.“
    Nun kann es sein, dass der russische Pulmologe in einem Jahr sagen wird, „es ist dann doch nicht so eingetreten, wie ich im ersten Moment angenommen hatte, im nachhinein stellte sich heraus, dass diese in Wuhan aufgetretenen Vorfälle sich in anderen Ländern nicht in der Form wiederholten. Wir haben mittels Studien festgestellt, dass …. Lebensbedingungen vor Ort, dort gehäufte Vorerkrankungen … ausschlaggebend für die Häufung von Lungenfibrosen hier maßgebend waren“ – oder ähnlich.

    Und hier ein schöner Satz, der beschreibt, was Wissenschaft eigentlich ist:
    „Die Wissenschaft versucht, sich der Realität sukzessive anzunähern, indem sie Theorien und Hypothesen über die Natur anhand empirischer Beobachtungen (Daten) miteinander vergleicht“ – Es gibt in der Wissenschaft kein gesichertes Wissen, nur state of the art, wie es so schön heißt, denn genau das ist Wissenschaft, immer wieder hinterfragen und EINE Gegenthese, da braucht es keine Wissenschaftlerschar, „zwingt“ zur Überprüfung der These – so ähnlich hat es auch Einstein formuliert

    aus einem Artikel aus Rubikon, sehr schn zu lesen – u.a. über den derzeitigen Missbrauch von Wissenschaft:
    https://www.rubikon.news/artikel/die-formbare-wahrheit

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    Verfasst von Sigrid | 22. Dezember 2020, 23:25
    • Es gibt in der Wissenschaft gesichertes Wissen: 2×2=4, die Erde kreist um die Sonne, Impfungen helfen bei Virusinfekten, die Pocken wurden ausgerottet. Daß nach Coronainfekten gehäuft massive Lungenfibrosen in Wuhan auftraten, aber auch in Europa, ist faktenbasiert und läßt sich nicht mit dem Verweis auf das relativieren, was abstrakt wie beschrieben durchaus richtig ist.
      Nicht alles und jedes ist offen in der Wissenschaft, solange es keine neuen Fakten gibt, die die bisherigen Theorien in Frage stellen. Der alleinige Hinweis darauf, daß neue Fakten auftreten KÖNNTEN und dann die Theorie angepaßt werden müßte, kann und darf nicht dazu führen das anzuzweifeln, was gesichert ist, weil es bis dato widerspruchsfrei die Fakten erklärt.

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      Verfasst von LZ | 22. Dezember 2020, 23:42
      • Offensichtlich wurden die Prinzipien, die der Erkenntnis zugrunde liegen, noch nicht verstanden. Die Gleichung (2+2=4) beruht direkt (!) auf Axiomen und kann schon deshalb kein „Wissen“ sein. Das Kopernikanische Weltbild (!) beruht darauf, dass die Mechanik des Sonnensystems „elegant“ beschreibbar ist (auf Basis des bestehenden mathematischen Modells, dass wiederum auf Axiomen beruht). Die Aussage, dass „die Pocken ausgerottet“ sind, bleibt wahr bis zum Auftreten des ersten Pockenfalls und verlässt damit den Bereich „gesicherten“ Wissens ebenfalls.

        Der erste Satz des zweiten Absatzes ist ein kleiner Lichtblick, er passt zu den Prinzipien der Erkenntnis. Leider kommt es sofort zum Rückfall im letztenn Satz: Alle Aussagen (auch die über Lungenfibrosen) über Corona KÖNNTEN stimmen, wenn ein signifikanter (!) Test verfügbar WÄRE, der sie verifizierbar und validierbar macht. Was sich nicht messen lässt, lässt sich auch nicht kontrollieren.

        Was will man schon von einem Berufsstand erwarten, der es nicht schafft, die eigene Arbeitsumgebung „sauber“ zu halten (Krankenhauskeime!) und dadurch im Laufe der Jahre mehr Tote produziert, als bisher Corona angelastet werden? Ein Berufsstand, der „eigene Forschungsergebnisse“ als „gesichert“ betrachtet und alternative Lösungsansätze (man denke an Homöopathie, Akupunktur(!), im Zusammenhang mit Corona an Vitamin C / Hydroxychloroquin) versucht im Keim zu ersticken (cui bono?).

        Die sich der „Schulmedizin“ verpflichtenden Weißkittel verbergen ihr Nichtwissen hinter arrogantem Auftreten. Die ehrlichen Wissenschaftler wissen, dass sie nichts wissen und forschen weiter. Ausgerechnet sie als „Wissenschaftsleugner“ zu bezeichnen ist eine Frechheit. Sie passt aber in die gegenwärtige Diskussions- und „Wissenschafts“kultur.
        Gruß, Gerd

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        Verfasst von Sigrid | 23. Dezember 2020, 12:34
  3. @ LZ zum letzten Absatz: Logik zum neuen Auftreten der neuen, sehr viel ansteckenderen Mutation. Wo bleibt bei solchen Aussagen eigentlich noch ein Rest an Vernunft, die überall so weitreichend fehlt? Wann hat vor Corona z.B. jemals ein Arzt und Wissenschaftler von „Spätfolgen“ geredet, wenn noch nicht einmal ein Jahr Erfahrung mit einer Krankheit existierte? Wann hat vor Corona jemals ein … von wesentlich ansteckender und gefährlicher geredet, wenn nicht einmal eine Woche vergangen war? Wann hat jemals ein …. von exponentiellem Wachstum gesprochen, bevor dieses überhaupt festgestellt werden kann? (für die Grippeviren gibt es da Erfahrungen, d.h. Datenerhebungen. Selbst für Schweden als Nicht-Lockdown-Land lässt sich BISHER kein exponentieller Trend ablesen. Eine Kumulation sieht IMMER exponentiell aus, die Zuwachsrate der Fälle aber BISHER nicht.) U.w.u.s.f.

    Hier gleich mal ein erster vernünftiger Beitrag (aus Achgut) zum „neuen“ Virus:

    Großbritannien: Normale Mutanten der Virusevolution
    Aktuell überschlagen sich die Meldungen über eine neue Variante des Corona-Virus, die in Großbritannien aufgetaucht ist. Flugzeuge werden gestoppt, Reisende festgehalten, die Panik-Spirale macht eine weitere Drehung. Hier die Eindordnung eines Biochemikers und ein Link zur britischen Originalstudie.
    Vor etwa einen Jahr wurde das Virus SARS-CoV-2 isoliert und seine RNA sequenziert. Seitdem haben sich dieses Virus und seine nächsten Verwandten im Rahmen seiner ganz normalen Evolution weiterentwickelt, es sind in aller Welt verschiedene Abkömmlinge (Linien) entstanden, was zur Überlebensstrategie des Virus gehört. Denn das oben verlinkte SARS-CoV-2 gibt es in der dort abgedruckten Nukleinsäuresequenz schon länger nicht mehr, weil sich gegen das Virus überall, wo es Menschen infiziert, eine Immunität ausbildet.
    Wenn das Virus nicht mutieren würde, verschwände es daher schnell aus der menschlichen Population, denn die Herdenimmunität würde ihm die Infektion weiterer Wirte verwehren. Doch bilden sich bei der Replikation des Virus Mutanten. Und das funktioniert so: Die Virus-RNA kodiert unter anderem für einen Replikase-Komplex, der der Replikation der Virus-RNA in den infizierten Zellen dient. Die darin enthaltene RNA-Polymerase ist evolutionär so optimiert, dass sie eine bestimmte Anzahl von Mutationen (Kopierfehlern) auf Nukleotidebene (Nukleotide sind die Bausteine der Nukleinsäuren) erzeugt, wenn sie den RNA-Strang des ursprünglichen Virus bei der Replikation für neue Viruspartikel abschreibt. Dadurch erzeugt jeder Generationszyklus des Virus Mutanten. Wenn ein entsprechend mutiertes Viruspartikel nach seiner Fertigstellung durch die Wirtszelle freigesetzt wird, kann es neue Zellen infizieren. Dabei wird dann die mutierte RNA in gegenüber dem Ursprungsvirus leicht veränderte Eiweiße (Proteine) umgeschrieben, die dem Virus etwas andere klinische Eigenschaften verleihen können wie etwa höhere oder geringere Infektiosität, Umgehung der bestehenden Immunabwehr oder veränderte Letalität.
    Genau das geschieht die ganze Zeit. Das COVID-19 Genomic UK Consortium hat (Stand 15.12.) 126.219 Virus-Proben durchsequenziert. Dabei stellt es laufend Mutationen des Virus fest. Nun hat es am 19. Dezember einen Bericht mit dem Titel „COG-UK update on SARS-CoV-2 Spike mutations of special interest /Report 1“ herausgegeben, in der eine Abstammungslinie von SARS-Cov-2 mit der Bezeichnung B.1.1.7 hervorgehoben wird. In dieser Linie sind Mutationen des Spike-Proteins aufgetreten, mit dem das Virus sich am ACE2-Rezeptor der Zellen des Atemtraktes anheftet. Was bedeutet das?
    Diese Mutationen könnten die Infektiosität des Virus verändern, indem sie seine Affinität für den menschlichen ACE2-Rezeptor senken oder erhöhen. Außerdem verändern die Mutationen die Antigenstruktur (die Epitope) des Spikeproteins, desjenigen Proteins, gegen das die meisten Impfstoffe eine Immunität zu erreichen versuchen. Dies könnte die Wirksamkeit der Impfstoffe senken, die allerdings für den schweren Verlauf der Krankheit und den Tod durch das Virus gar nicht nachgewiesen (und eher unwahrscheinlich) ist. Wie dem auch sei, beides ist noch vollkommen unbekannt, denn nur mit sehr komplizierten prospektiven klinischen Studien ließen sich solche Hypothesen validieren, doch wahrscheinlich wäre der Aufwand vergebens. Dies liegt, wie die Pfizer-Biontech-Studie gezeigt hat, auch daran, dass symptomatische Infektionen mit dem Virus selten sind und dass das Virus so schnell mutiert, dass es wohl in der Praxis nicht möglich sein dürfte, die exakten klinischen Eigenschaften einzelner Linien zu untersuchen. Die meisten Infizierten haben einfach kaum Symptome, weil SARS-CoV-2 im Wesentlichen ein normaler Erreger grippaler Infekte ist.
    Meldungen in der Presse, die Mutante B.1.1.7 sei besonders gefährlich, entbehren daher jeglicher wissenschaftlicher Grundlage, haben aber zur Abriegelung des UK vom europäischen Kontinent geführt. Wie diese neue Panikvariante sich breit gemacht hat, versteht wohl niemand. Der Irrationalismus rund um COVID steigert sich weiter, Obergrenze unbekannt.
    Dr. Jochen Ziegler ist Arzt und Biochemiker.

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    Verfasst von Sigrid | 22. Dezember 2020, 14:29
    • „Wo bleibt bei solchen Aussagen eigentlich noch ein Rest an Vernunft, die überall so weitreichend fehlt? Wann hat vor Corona z.B. jemals ein Arzt und Wissenschaftler von „Spätfolgen“ geredet, wenn noch nicht einmal ein Jahr Erfahrung mit einer Krankheit existierte?“
      Je tiefer man in einer Filterblase steckt, desto unvernünftiger kommen einem wissenschaftlich-medizinische Erkenntnisse vor. Es ist so wie wenn ein 10-jähriger voller Überzeugung sagt: „Davon habe ich noch nie etwas gehört“.

      1. Das Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, der Pulmologe Alexander Chuchalin sagte im März 2020 nach Analyse der Wuhandaten:
      „A: Aber das Problem selbst ist sehr wichtig. Denn die praktische Medizin ist mit der Tatsache konfrontiert, dass die so genannte Lungenfibrose stark zugenommen hat. Und diese Gruppe von Menschen, die eine Coronavirusinfektion erlitten haben, entwickelt innerhalb eines Jahres eine Lungenfibrose.
      F: Das heisst, wenn sich das Lungengewebe verdickt?
      A: Ja. Eine Lunge wird wie verbranntes Gummi, wenn man die Analogie herstellen will.“
      https://linkezeitung.de/2020/03/19/wie-behandelt-man-eine-coronavirus-infektion-covid-19/

      2. Die Innsbrucker Universitätsklinik hat Lungenschäden bei genesenen Covid-Erkrankten festgestellt. Die Schäden sind offenbar bleibend.
      https://www.rainews.it/tgr/tagesschau/articoli/2020/04/tag-Coronavirus-Lungeschaden-Forschung-Uniklinik-Innsbruck-6708e11e-28dc-4843-a760-e7f926ace61c.html?wt_mc

      3. Bereits im April 2020 haben chinesische Wissenschaftler die Mutationsfähigkeit des Coronavirus untersucht. Eine schockierende Studie ergab, dass die Mutationsfähigkeit von SARS-CoV-2 stark unterschätzt wurde:
      https://linkezeitung.de/2020/04/23/schockierende-studie-findet-coronavirus-mutationen-die-viel-toedlicher-als-das-original-sind/

      4. Bei Pubmed kann man zum Thema Spätfolgen 330 Studien und medizinische Fachartikel studieren:

      https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=long-term+consequences+covid-19&size=200

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      Verfasst von LZ | 22. Dezember 2020, 15:56
      • Ja, das mit der Filterblase stimmt. Aber für wen?

        zu 1) Im MÄRZ 2020? Genau das habe ich gesagt! Ohne ausreichendes Zeitfenster kann man soetwas nicht beurteilen. Bei einigen Grippepatienten kommt auch eine Lungenfibrose im Nachgang.
        Ein Abstract (zu 4) besagt hier, dass nicht klar ist, ob die Lungenfibrose (2 Patienten) durch eine ARDS Vorerkrankung, Lungenverletzung durch zu hohen Sauerstoffgehalt ( Beatmung ??), Autoimmunerkrankung oder die Coronaviren verursacht sind.
        „The etiology of this fibrosis is under discussion: we suppose that it could be due to either a possible outcome of natural history of lung damage produced by ARDS, or to the lung injury related to high oxygen level or to the lung damage directly induced by viral infection or finally to the autoimmune response.“

        Zu 2) … sind offenbar bleibend. Vermutung! „Wir wissen nicht, wie viel von den Veränderungen dauerhaft bleiben“,

        Zu 3) APRIL 2020! Abgesehen davon mutieren alle Viren, ständig, weil sie sonst nicht „überleben“ würden.
        Der LZ-Artikel mit angegebem link ist voll von Konjunktiven.

        Zu 4) Hier der erste Abstract, den ich geöffnet habe: may… hypothesized:
        „The outbreak of coronavirus disease 2019 (COVID-19), caused by severe acute respiratory syndrome coronavirus 2 (SARS-CoV-2), is centralizing the interest of the scientific world. In the next months, long-term consequences on the endocrine system may arise following COVID-19. In this article, we hypothesized the effects of SARS-CoV-2 taking into account what learned from the severe acute respiratory syndrome coronavirus (SARS-CoV) that caused SARS in 2003.“
        aus dem zweiten geöffneten Abstact: „… and hypothesizes that affected patients may be at higher risk of developing cognitive decline after overcoming the primary COVID-19 infection. “ – wieder hypothized und may
        aus dem dritten Abstract: “ … These radiologic findings have been observed weeks after symptom onset, even after hospital discharge, and they may or may not correlate with clinical manifestations“ – May or may not!
        noch eins: “ While these symptoms arise acutely during the course of infection, less is known about the possible long-term … “

        Und genau das ist es, was ich meine. Hier wird von wissenschaftlicher Seite ganz klar von Hypothese gesprochen, Hypothesen aber als Fakt, als bewiesen, nach außen posaunt. Wobei ein gewisser Anteil an „Wissenschaftlern“ die Wissenschaft aber vermtl. ob der Finanzierung oder auch nur ob der Eitelkeit schon verlassen hat. Das gibt es und hat es auch schon immer gegeben.

        Allgemeiner Anhang zum Thema:

        Die gegenwärtige Diskussion über Corona wird von ein paar Medizinern dominiert. In einem Anfall von Hybris beansprucht dieser Teil des Berufsstands mehr oder weniger alleiniges Wissen im „medizinisch-wissenschaftlichen“ Bereich. Schon die in Anführungszeichen gestellte Wortkombination lässt schmunzeln.

        Kaum ein Bereich der „ordentlichen“ Wissenschaften (die Nichtwissenschaften wie Soziologie, Politologie usw. usf. außen vor) negiert die Grundsätze der Epistomologie so wie diese selbst ernannten „Götter in weiß“. Wenn schon unterschlagen wird, dass die „moderne“ Medizin fast vollständig abhängig von Ingenieuren ist und Mediziner längst zu Handlangern degradiert hat, verschlägt es jedem mathematisch Sattelfesten nur noch die Sprache, wie Leute, über den Mathematik-Grundkurs kaum hinausgekommene „Mediziner“ sich in Statistik versuchen, um die Thesen zu stützen, die gerade opportun erscheinen (cui bono?).

        Man muß wahrlich kein Mediziner sein, um den Schwindel zu durchschauen. Es genügt allein, das vorgegeben Zahlenmaterial korrekt (!) zu verwenden, um mit den einfachen Gesetzen der Logik die derzeit propagierten Aussagen zu widerlegen.

        Um es kurz zu halten: bekannte Verläufe über Epedimien zeigen Unstetigkeit, die ihren exponentiellen Verlauf in Frage stellen. Das braucht einen Mediziner nicht weiter kümmern und darf es auch nicht, hat der wahrscheinlich größere Teil aus dem „medizinisch-wissenschaftlichen“ Bereich vermutlich größere Mühen darauf verwenden müssen, sich eine Mindestklarheit über e-Funktionen zu verschaffen. Die glücklichen, die das einigermaßen verstanden haben, gehen jetzt mit dem „R-Wert“ in die Öffentlichkeit – wohlwissend, dass das jede Lidl-Kassiererin beeindruckt.
        Beeindruckt aber nicht alle! Jedenfalls nicht die, die sich darüber im Klaren sind, dass JEDE Wissenschaft nur eine Projektion der Wirklichkeit ist. Die Projektion fällt mit dem ersten Widerspruch (vgl. oben) ins sich zusammen.

        Falls sich jetzt jemand aus dem „medizinisch-wissenschaftlichen“ Bereich auf die Füße getreten vorkommt und meint, mit den mittlerweile üblichen ad persona Argumenten (Covidleugner, Covidioten usw.) kontern zu müssen: Nein, niemand behauptet, dass es Covid-19 nicht gibt. Nein, niemand behauptet, dass Covid-19 harmlos sei. Das wäre unwissenschaftlich.

        Unwissenschaftlich ist aber das Auftreten der „medizinisch-wissenschaftlichen“ Corona-Protagonisten. „Prof. Dr. Dr.“ Lauterbach (Corona breitet sich über Fallrohre aus, deshalb nur mit geschlossenem Klodeckel spülen), „Prof. Dr.“ Drosten (Maske nutzt nichts, Maske muss getragen werden), „Dr.“ Montgomery („weiß“, dass die Mutation B.1.1.7 vieeel ansteckender ist bereits zwei Tage nach ihrem Auftreten), um nur mal drei exemplarisch zu nennen.

        Das Auftreten dieser Leute ist, vom Standpunkt eines Wissenschaftlers gesehen, erbärmlich. Merke: „Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben. Man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken“.

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        Verfasst von Sigrid | 22. Dezember 2020, 18:12
        • Der russische Pulmologe konnte die Langzeitfolgen im März gut beurteilen, weil er erstens die Daten des Wuhanausbruchs studiert hat und feststellt, daß es einen Anteil von Lungenfibrosen gibt, der weitaus höher ist als bei bisher bekannten Coronaviren und zweitens natürlich weiß, was Lungenfibrosen (Vernarbungen) sind. Diese können vom Körper in der Regel nicht ausgeheilt werden, bleiben also.
          Theoretisch kann es sicherlich sein, daß das bei Corona ganz anders ist, doch handelt es sich nicht um Mußmaßungen, wenn man auch ohne Langzeitstudien auf der Grundlage des gesicherten Wissens über Fibrosen Warnungen ausspricht.
          Die Methode, gesichertes Wissen in Frage zu stellen mit dem Hinweis auf letztliche Ungewißheiten, ist politisch motiviert.

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          Verfasst von LZ | 22. Dezember 2020, 18:58
        • Alles nur nichtssagende Detailinformationen. Schon Kant bemerkte, daß auch sehr gelehrte Männer dumm sein könnten, da zwar das Umgehen mit Begriffen durch Übung erlernbar sei. Nicht aber die Urteilskraft.

          Urteilskraft ist die Fähigkeit, die zu einer klar definierten Frage entscheidungserheblichen Informationen von denen zu unterscheiden, die nebensächlich sind. Die Natur- und die Rechtswissenschaft sind beide insbesondere von Urteilskraft abhängig. Insofern lesenswert ==>

          https://nichtohneuns-freiburg.de/rechtsanwalt-dr-fuellmich-klage-gegen-drosten-in-der-charite/

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          Verfasst von No_NWO | 22. Dezember 2020, 19:19
        • Dies Klagedokument ist ein komplett inkompetentes Statement, das von Falschaussagen uned Fehlschlüssen nur so strotzt. Kein Gericht wird sich damit inhaltlich auseinandersetzen. Ebensogut könnten Zeugen Jehovas die katholische Kirche versuchen zu verklagen, daß sie die Bibel falsch auslege. Sowas nun auch noch als Beispiel von Urteilskraft hinzustellen, zeigt das ganze Elend der Wissenschaftsleugner.

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          Verfasst von LZ | 22. Dezember 2020, 22:58
        • Auch schau an Dr. Voshaar, Vorsitzender des Verbandes Pneumologischer Klinken, sagt, dass die Sterblichkeit durch künstliche Beatmung im Intensivbett massiv ansteigt, 50% der Patienten sterben, man müsse mal andere Wege gehen. Sicher wieder nur so ein Verwörungstheoretiker, der die dramatische Überlastung der Krankenhäuser leugnen will.

          https://www.msn.com/de-de/gesundheit/medizinisch/behandlung-von-covid-19-fr%C3%BChe-k%C3%BCnstliche-beatmung-ist-laut-arzt-ein-gro%C3%9Fer-fehler/ar-BB1caU0v

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          Verfasst von Gerdi | 23. Dezember 2020, 18:31
    • Es zeigt sich die Unmöglichkeit, in der Frage der Pandemie überhaupt sinnvoll mit wissenschaftlichen Studien zu argumentieren. Zu jeder Studie gibt es eine Gegenstudie. Dahinter sicher auch die Absicht, allgemeine Hilflosigkeit und Desorientierung zu erzeugen, um die Menschen leichter unter totale diktatorische Kontrolle bringen zu können. Es braucht keine wissenschaftlichen Studien, um zu erkennen, worum es bei der Pandemie in Wahrheit geht: um einen weltfaschistischen Coup. Was aber allemal verläßlich bleibt, sind eigene Wahrnehmungen und der eigene gesunde Menschenverstand. Diese Orientierungsmöglichkeiten stehen jedem zu Gebote, aber nicht jeder mag sie nutzen. Was letzteres ein psychologisches Phänomen ist, das als erster Nietzsche zur Sprache gebracht hat: eine perverse Lust an der kollektiven Selbstzerstörung. Nietzsche führte dies auf die alles Leibliche geringschätzende christliche Kultur zurück. Was virulent wird, wenn Menschen über längere Zeit durch schwierige Lebensumstände nervlich aufgerieben werden. Entsprechend argumentierte der zur Jung’schen Schule zählende Arzt und Kulturpsychologe Erich Neumann (Tiefenpsychologie und neue Ethik).

      Aus dieser Sicht erkennen wir die Pandemiegläubigen heute psychologisch (NICHT ideologisch!) in einer Reihe mit den Anhängern des Nazifaschismus stehen. Und eine weitere Erkenntnis drängt sich heute wieder auf: Demokratien sind lediglich Faschismen im Wartestand. Bei Corona von Irrationalität zu reden, träfe daher die Sache nicht. Es handelt sich vielmehr um Irrational-ISMUS, um eine Heilssuche, um die Suche nach Erlösung von einem viehischen Leben unter der Herrschaft des Kapitals — um Erlösung durch KOLLEKTIVEN SUIZID. So weit ist es also gekommen. UND WIR SOLLTEN DARÜBER REDEN.

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      Verfasst von No_NWO | 22. Dezember 2020, 16:55
      • Ja darum geht es: Das Aufbegehren des „gesunden Menschenverstandes“ gegen die Wissenschaft.
        Konkret wird versucht, mit dem Vokabular des Marxismus eine Verschwörungsideologie des „weltfaschistischen Coup“ zu begründen, um unter Marxisten Verwirrung zu stiften. Diese Ideologie ist schon deshalb gänzlich absurd, als sie die scharfen Widersprüche ignoriert, die der westliche Imperialismus zu Ländern wie Russland oder China hat.
        Tatsächlich ist es so, daß es eine medizinische Wissenschaft gibt, an der sich China, Kuba etc. orientieren und der Westen grundlegende Regeln der Epidemiologie von Anfang an ignoriert hat in der Absicht auf diese Weise die Profite der Kapitalisten zu schützen.
        Auch wenn im Kapitalismus es immer die Kapitalisten sind, die alles daran setzen, an einer Krankheit zu verdienen, ändert das nicht daran, daß es diese Krankheiten gibt. Wenn Bill Gates sagt, die Erde sei rund, ist das kein Grund sie für flach zu halten, wenn er sich für Impfungen auspricht, um daran zu verdienen, ist das kein Grund gegen Impfungen zu sein.
        Keine Wissenschaft ist klassenneutral, d.h. ihre Erkenntnisse können im Interesse einer Klasse benutzt werden. Darum sind ihre Erkenntnisse als solche aber nicht abzulehnen.
        Das dies heute betont werden muss, zeigt wie weit die bewußt vom Imperialismus betriebene Verwirrung fortgeschritten ist.
        Nötig sind offenbar Grundschulungen im dialektischen und historischen Materialismus.

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        Verfasst von LZ | 22. Dezember 2020, 17:20
        • Grundschulungen im dialektischen und historischen Materialismus kann von mir jeder gern erhalten. Meldet euch einfach hier im Kommentarstrang bei mir an.

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          Verfasst von No_NWO | 22. Dezember 2020, 19:28
      • „Nötig sind offenbar Grundschulungen im dialektischen und historischen Materialismus.“ schrieb LZ in der Antwort.

        Erinnert mich schwer an meinen Arbeitgeber, wenn denen ein Problem im Betriebsablauf auffällt, das sie nicht begreifen oder bearbeiten möchten, zeigen sie gern die autoritäre Karte und spielen den Ball zurück. “ Oh Oh, sie brauchen wohl nochmal eine Schulung!!!“.

        Hoffen wir, dass sich bei den Gläubigen, ich würde sagen Mainstreammediengläubigen, der Glaube wandelt. Alles Gute dir, i’m out of here.

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        Verfasst von noname | 22. Dezember 2020, 17:57
        • Zu der Frage von neulich, warum die ja politisch-ökonomisch durchaus gut orientierte lz-Redaktion coronagläubig ist, hier nun eine Hypothese: Genötigt vom historisch finalen Kollaps der durchschnittlichen globalen Kapitalrendite, müßten eigentlich alle globalen Eliten eine Plan- bzw. Zwangswirtschaft ansteuern — schlicht ein Gebot der Elitenvernunft. Dieses Gebot befolgt der hinter dem Great Reset von Klaus Schwab stehende Teil der westlichen Eliten (Trump; die CO2-grünen und digitalen Industrien; Big Pharma), wie auch große Teile der sonstigen Weltelite (grob gesagt die BRICS-Staaten sowie Iran, Israel und andere). China hat das hier nun technologisch fortgeschrittenste NWO-Modell (transhumanistische Versklavung) entwickelt und nimmt in jenem Bündnis eine entsprechend prominente Rolle ein. Derjenige Teil der US-Elite hingegen, der sich um den Council on Foreign Relations, die NATO und die FED schart, fährt Weltkriegskurs in dem politisch-ökonomisch scheitern müssenden und also verbohrt-fanatisch-dümmlichen Versuch, ihr altes, auf militärischer Suprematie gründendes imperialistisches Weltherrschaftsmodell beizubehalten; was konkret heißt, die Kapitalrenditen der weltweiten Warenproduzenten weiterhin zu parasitieren, als habe es den historisch-finalen Kollaps jener Renditen nicht gegeben. Jene brutal dümmliche und dümmlich brutale Eliten-Fraktion stand hinter Bush, Clinton, Obama, und steht heute hinter Biden. Ihr fehlt ein politisch-ökonomisch verständiges und, mehr noch, auch „elegantes“ NWO-Versklavungskonzept. Weswegen sie im Chaos untergehen wird, selbst wenn sie in einem Weltkrieg obsiegen sollte (was die Welt insgesamt in einen entsetzlichen Albtraum stürzen würde).

          Die lz-Redaktion nimmt für China Partei. Sie versteht bestens, daß Corona die Staaten hinter dem NATO-Bündnis entscheidend wirtschaftlich und so zugleich auch militärisch schwächt. Rein rationalistisch logisch gesehen, tut die lz das Richtige: Lieber lebender Sklave, als toter Freier. Wobei auch die lebenden Sklaven, wenn auch eugenisch sanft – Billy lächelt gerade sein wissendes Lächeln – erheblich dezimiert werden werden.

          Es gibt allerdings noch eine dritte Option: WE, THE PEOPLE OF THIS PLANET! Welcher der drei Optionen einer zuneigt, hat er mit sich selbst auszumachen!

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          Verfasst von No_NWO | 23. Dezember 2020, 17:20
  4. lz: Lichtschalter werden dort selbst gebastelt, alles mögliche, seht den Link unten . Klar kann man ohne Lichtschalter auskommen, es geht darum das dann ich mehr gut arbeiten kann, wenn Material fehlt.

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    Verfasst von Thomas | 21. Dezember 2020, 23:21
  5. Wie der Sender R. Yerewan auf entsprechende Nachfrage kompetent berichtet haben soll, müssten im Prinzip auch in der kapitalistischen Sperrzone des tiefen Amazon-Staates demokratisch legitimierte Entscheidungsträger die Geschicke des deutschen Versandhandels lenken.

    Aber leider steuert die Pinkerton-Inquisition, euphemistisch als konzerneigenes Global Security Operations Center bezeichnet, höchst beckmesserisch wachsam das coronakapitalkräftige Amazon-Imperium im tief coronakapitalschwächelnden BRD-Staat.

    Amazon macht auf diese Busting-Art, sprich mit der Zerschlagung des Kampfes für auskömmliche Löhne und sichere Gesundheitsvorkehrungen für die Amazon-Arbeitskräfte, einen Vermögenszuwachs in mindestens mittlerer zweistelliger Milliardenhöhe möglich.

    Ausdrücklich assistiert von der deutschen Bundesregierung und einer Verdi, die vom Amazon-Schlangenblick gelähmt höchstselbst den Primat der Politik vor dem Großkapital völlig heruntergefahren haben und weder Vermögen-, noch Online-Handel-Steuern anvisieren, noch Steuerflucht wirksam eindämmen wollen.

    Dass nicht der systemrelevante Versandhandel, sondern überwiegend der Einzelhandel stillgelegt wird, lässt darauf schließen, dass die Große Koalition unbarmherzig die Profite der globalen Monopolkonzerne wie Amazon vorantreibt, insbesondere in einer Zeit, in der der Corona-Kapitalismus seine schnelle Ausbeute haushoch über die Gesundheit und das Leben der betroffenen Menschen stellt.

    Die WSWS kämpft deshalb für den Aufbau von Aktionskomitees in den Unternehmen, Betrieben, Schulen und Kitas, um den Schutz vor der Pandemie selbst in die Hand zu nehmen.

    Auch bei Amazon können die Arbeiter sich nur schützen, wenn sie selbst aktiv werden, Aktionskomitees aufbauen und sich unabhängig von den Gewerkschaften organisieren.

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    Verfasst von Rosa | 21. Dezember 2020, 20:27
    • Könnten die Amazon-Beschäftigten unter Umständen, eventuell oder vielleicht eine ganz stinknormale Scheiß-Grippe haben!? Aber nein, kann nicht sein. Wie alle Statistiken beweisen, gibt es die Grippe so gut wie nicht mehr. Die in den Vorjahren für Grippe ausgewiesenen Zahlen sind nun zwar noch die selben. Aber es sind plötzlich Zahlen für Covid19. Merkwürdig, wa!? Heißt Rider jetzt etwa Twix? Oder: Für wie dumm wollt ihr die Leute eigentlich verkaufen?

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      Verfasst von No_NWO | 23. Dezember 2020, 11:30
  6. Damals, in der sozialistischen Sperrzone, gab es nichts zu kaufen, nichts musste geschlossen werden.
    „Gibt es hier kein Fleisch?“ „Nein, hier gibt es kein Brot, da drüben gibt es kein Fleisch.“
    Damals war noch alles anders: FKK und knattern ohne Kondom, denn AIDS und GK gab es nicht (offiziell).

    Auf Monkey Island gab es am Sonntag einen Massenexodus wegen der Abriegelung
    https://www.thesun.co.uk/news/13527592/london-flee-thousands-tier-four-packed-stations/

    An Nickolaus noch Massenversammlungen im Stadtzentrum…
    https://www.telegraph.co.uk/news/2020/12/06/arrests-mayhem-outside-harrods-crowds-gather/
    der große Tritt in den Arsch folgt auf den Fuß…
    die Menschenheit ist nicht flexibel und lernfähig (oder unwillig, oder beides)
    Das ist fatal, auch für alle anderen.

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    Verfasst von Radio Eriwan | 21. Dezember 2020, 13:44
  7. So einen „Anwesenheitsbonus“ zahlt auch meine Firma, seit Jahren schon. Die sind tatsächlich so blöd zu glauben, mit dem „Anwesenheitsbonus“ würden sie „Blaumacher“ vom „Krank feiern“ abhalten. Die Krankenquote ist aber weiter überdurchschnittlich hoch.

    Wie auch immer, Amazon ist dieses Jahr wohl sehr systemrelevant, wo sollen die Leute denn auch sonst kaufen? Lieber in ein Geschäft gehen? Die meisten sind zu. Weitergedacht, was wäre denn nun wenn auch die Discounter um die Ecke schliessen um die Menschen zu „schützen“ ? Wie stellen sich diese sauberen Sozialisten hier das vor, soll die Bundeswehr Dosenbrot vor die Tür stellen und das ist dann gesund oder was?

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    Verfasst von Thomas | 20. Dezember 2020, 21:55
    • Ach was, es ist die Rede von der Schließung aller nicht lebensnotwendigen Betriebe. Supermärkte sind natürlich lebensnotwendig; Amazon sicher nicht.

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      Verfasst von LZ | 20. Dezember 2020, 22:01
      • Ja, so denken einige Sozialisten. Lebensnotwendig sicher nicht, aber was wenn ich einen Artikel der benötigt wird nicht im Supermarkt gekauft werden kann? Ach macht nichts, dann basteln wir uns den Lichtschalter oder sonstwas halt selbst, so wie auf Kuba. Das dadurch Produktivität flöten geht, wen kümmerts, einige Sozialisten meinen halt noch immer am besten zu wissen was andere brauchen. Und am Ende rumheulen das die Löhne sinken.

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        Verfasst von Thomas G. | 21. Dezember 2020, 21:59
        • Sie haben wirklich keinerlei Ahnung, wie die Verhältnisse in Kuba sind. Da werden keine Lichtschalter selber gebastelt etc.
          Davon abgesehen wollen Sie nicht verstehen worum es geht: Um das Virus auszurotten ist es nötig, Kontakte maximal einzufrieren – bis eben auf die wirklich lebensnotwendigen Bereiche. Man muss dann eben eine Weile ohne Lichtschalter auskommen um im Bilde zu bleiben.
          Diese massiven Einschränkungen braucht man nur eine sehr begrenzte Zeit; selbstverständlich kann keine Gesellsdchaft einen harten Lockdown lange durchhalten. Genau das haben uns die asiatischen Staaten vorgemacht. Das waren übrigens nicht nur das böse sozialistische China, sondern auch „unser“ Australien und „unser“ Neuseeland.
          Hierzulande wollte man die „Wirtschaft“, besser gesagt die Profite der Kapitalisten, schützen und hat sich mit halben Maßnahmen versucht durchzumogeln. Das widerspricht natürlich allen Erkenntnissen der Epidemiologie und scheitert auch umfassend, wie aktuell zu besichtigen ist. Währenddessen haben die asiatischen Staaten längst ihre Wirtschaft wieder hochgefahren.
          Wozu die Politik des Durchmogelns oder gar der Herdenimmunität führt sieht man auch am Auftreten der neuen, sehr viel ansteckenderen Mutation. Je mehr Viren es gibt, je öfter sie sich in Infizierten vermehren, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit von Mutationen und das Auftreten von neuen Stämmen, die ansteckender und krankmachender sind.

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          Verfasst von LZ | 21. Dezember 2020, 22:18

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